scobel: Marx heute

Wahrscheinlich hat jeder schon einmal von Karl Marx gehört und vielleicht sogar schon einmal in seinem bekanntesten Werk „Das Kapital“ gelesen. Bisher hatte ich das Vergnügen noch nicht, werde es aber nun wohl nach der gestern ausgestrahlten Folge von scobel tun! Der Philosoph beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit einer gerechteren (klassenlosen) Gesellschaft und den Veränderungen durch den Kapitalismus seiner Zeit (1818 bis 1883). Bis heute werden seine Thesen heiß diskutiert, und es entsteht der eine oder andere Streit aus diesen Kontroversen.

Die einstündige Sendung von Gert Scobel präsentiert sich wie üblich mit den drei Studiogästen (Ulrike Herrmann, Jürgen Neffe und Michael Quante) und einigen passenden Einspielern zu Thema. Wie würde Marx die heutige sogenannte „soziale Marktwirtschaft“ betrachten? Was ist von seinen Ideen übrig geblieben? Klingt etwas trocken, ist aber alles andere als das! Man kann eine Menge aus dieser Sendung mitnehmen, und die Bezüge zur heutigen Situation sind erschreckend und erleuchtend zugleich: Wie entfremdet der Mensch sich von sich selbst und seinen Mitmenschen durch die anonymisierte Massenproduktion? Und ist nicht der Kapitalist genauso Opfer seiner Umstände?

Wie er so schön geschrieben hat: „Das Sein bestimmt das Bewusstsein.“ Das, was wir als Produkt unserer Erfahrungen sind, bestimmt, wie und was wir wahrnehmen. Wege aus diesem Dilemma der Überproduktion und Konsumblindheit werden angesprochen, wie z. B. die hier auch schon genannte „Gemeinwohlökonomie“ (GWÖ). Eine fast rundum grandiose Sendung, die ich hier aus vollem Herzen außerhalb der Wochenhinweise anpreisen möchte:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=72944

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Dirk

Jahrgang 1974, in erster Linie Teil dieser Welt und bewusst nicht fragmentiert und kategorisiert in Hamburger, Deutscher, Mann oder gar Mensch. Als selbstständiger IT-Dienstleister (Rechen-Leistung) immer an dem Inhalt und der Struktur von Informationen interessiert und leidenschaftlich gerne Spiegel für sich selbst und andere (als Vater von drei Kindern kommt dies auch familiär häufig zum Einsatz). Seit vielen Jahren überzeugter Vegetarier und trotzdem der Meinung: „Alles hat zwei Seiten, auch die Wurst hat zwei!“

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