Warum wir nicht glauben, was uns nicht passt

Auf Spektrum.de findet sich ein sehr interessanter Artikel aus dem August 2017 (daher kommt das auch nicht in die aktuellen Wochenhinweise ;o) ), in dem der Frage nachgegangen wird, warum viele Menschen vor allem Dinge glauben, die ohnehin ihrer Sicht der Welt entsprechen, und eher ablehnend auf Inhalte reagieren, die für sie Neues oder sogar ihren Ansichten Entgegenstehendes darstellen. Dieses Phänomen ist ja gerade in den sozialen Medien nur allzu häufig zu beobachten: Die dümmste und plumpste Fälschung wird geglaubt und weitergetragen, ohne sie zu hinterfragen, aber gut recherchierte und belastbar belegte Berichte und Aussagen werden angezweifelt – Stichwort „Lügenpresse“.

Dieses Phänomen wird nun aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, sodass sich auch unterschiedliche Erklärungen dafür ergeben, wobei auch einige interessante Studien vorgestellt werden, die anschauliche Beispiele für dieses Verhalten liefern.

Und auch wenn man bei diesem Thema zunächst mal an durch rechte Demagogen Verführte denken mag, so wird doch klar, dass dies jeden von uns betrifft, da die zugrunde liegenden Muster eben nur allzu menschlich sind. Ein erster Schritt, um sich davon ein Stück weit lösen zu können, ist es in jedem Fall, sich dessen bewusst zu werden und seine eigene Rezeption zu hinterfragen. Denn schließlich sollten Informationen ja vor allem dazu dienen, und nicht nur selbst zu bestärken, sondern uns neue Sichtweisen und Tatsachen zu offerieren. Sonst schmort man im Zeitalter mit der vielfältigsten und weitreichendsten Informiertheit letztlich doch nur im eigenen Saft.

Und diejenigen, die uns ganz bewusst zu manipulieren versuchen, sind sich der in dem Artikel geschilderten Mechanismen garantiert sehr wohl bewusst und nutzen diese gezielt ein. Also: unbedingte Leseempfehlung: https://www.spektrum.de/news/warum-wir-nicht-glauben-was-uns-nicht-passt/1483465.

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Karl

Jahrgang 1969, ist nach einem Lehramtsstudium und diversen beruflichen Tätigkeiten seit 2002 freiberuflicher Lektor (Auf den Punkt). Er lebt seit vielen Jahren in Hamburg-St. Pauli. Neben dem Interesse für politische Themen ist er ein absoluter Musikfreak, hört den ganzen Tag Tonträger und treibt sich viel auf Konzerten rum. Außerdem geht er seit vielen Jahren zu den Spielen des FC St. Pauli.

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