Interessantes aus KW 39/2017

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Anstatt in Gewaltprävention zu investieren (ausgewogene Bildung, soziale Gerechtigkeit …), wird lieber in die Technik investiert. Bei ttt wird in einem sechsminütigen Bericht eine Dokumentation vorgestellt, die sich mit der computergestützten Berechnung von möglichen Verbrechen beschäftigt. Der Dokumentarfilm „Pre-Crime“ von Matthias Heeder zeigt auf, welche Schwächen und Gefahren von dieser Technik ausgehen. Was bleibt für den Menschen, wenn die Maschinen alles erledigen sollen? [Dirk]

2. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Das Politmagazin Frontal 21 sendet einen umfangreichen, 16-minütigen Beitrag zur Bundestagswahl und nimmt sich dabei natürlich auch das Thema AfD vor. Endlich wird die Partei mal nicht einfach nur dämonisiert, was ihr aus meiner Sicht bestimmt 50 % der Stimmen eingebracht haben. Immer wieder wird von den öffentlich-rechtlichen Sendern und den „etablierten“ (Establishment-)Politikern die AfD als bekämpfenswert dargestellt, was eben alle Wähler in deren Arme treibt, die genau dagegen protestieren wollen. Dabei hat niemand so sehr von den „Zwangsgebühren“ profitiert wie die AfD, die diese abschaffen möchte. Luuuschtig! [Dirk]

3. Auch Videoblogger Rayk Anders hat sich nach seiner ersten Reaktion auf die Bundestagswahl gefangen und schiebt noch ein paar delikate Details zur erstarkten AfD nach, die er aus anderen Blogs und Medien zusammengetragen hat. Der siebenminütige Clip beschäftigt sich mit der Halbwahrheit des Jewiki und den möglichen finanziellen Interessen der kürzlich ausgeschiedenen Spitzen der Partei. Wirklich, zu schön … warum diese Selbstdemontage in ihrer Wirkung noch immer hinter den Schlagworten der Partei bleibt, gebe ich doch als Frage gern an die sozialen Medien weiter, die ich immer mehr so alles andere als sozial empfinde. [Dirk]

4. Für ihren flapsigen Spruch kassiert SPD-Fraktionschefin Nahles von einigen Medien Schelte, andere verteidigen ihre Worte. So zu lesen auf den Übermedien in einem Bericht von Stefan Huth. Wieder einmal spaltet die BILD in populistischer Art und Weise und bietet wenig Raum für Interpretation. Mal schauen, ob diesem markigen Spruch von Frau Nahles nun auch Taten folgen … wie die junge Welt berichtet, spricht die Fraktionschefin sogar mit der Linkspartei. [Dirk]

5. Auf ihrer Webseite präsentiert Inge Hannemann, ehemalige Mitarbeiterin des Jobcenters und nun Politikerin von Die Linke, einen offenen Brief an Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz. Klare Worte, die ich zumindest im Kern so auch unterschreiben kann: Mit der SPD ist keine „soziale Gerechtigkeit“ zu machen. Zumindest was meine Definition von „sozial“ angeht. [Dirk]

6. Ein bisschen Werbung für sein neues Buch „Finanz Tsunami“ von Ernst Wolff findet sich in Form eines Beitrags unter anderem auf Telepolis. Dabei geht es darum, wie offen die Finanzmärkte mittlerweile agieren und wie sehr sich die Leute einfach an dieses Klassenbild gewöhnt haben. Ich gehöre auch zu den Verschwörungstheoretikern, die einen Großteil der Welt unter der Herrschaft des Geldes anstatt unter der einer legitimen Regierung sieht. [Dirk]

7. So wie es aussieht, ist die kapitalistische Wirtschaftsreligion ungeeignet, mit einer Welt begrenzter Ressourcen umzugehen, und wird über kurz oder lang die Zivilisation an die Wand fahren (m. E.). Alternative Wirtschaftsformen, die das verhindern könnten, werden vielerorts angedacht. In China z. B. wird überlegt, ob sich durch das Internet nicht eine „Hightech-Planwirtschaft“ realisieren ließe. Ein interessanter Artikel dazu findet sich auf Telepolis. [Gerald]

8. Warum wir Menschen dem Konsumwahn erliegen oder unbedingt Superstar werden wollen, erklärt Prof. Gerald Hüther in diesem Interview auf YouTube. Lang, aber lohnend für die Selbsterkenntnis! [Gerald]

9. Ein absoluter Off-Topic aus den Emiraten findet sich in englischer Sprache hier im britischen telegraph. Soweit ich das nun richtig überblicke, sind da keine Köpfe gerollt, sondern man nahm es doch mehr mit Humor. [Dirk]

10. Zum Anschluss noch ein Plädoyer der digitalcourage für mehr Freiheit und weniger Überwachung im Internet. Auch wenn ich behaupte, dass Menschen mit hoher Medienkompetenz gegen individualisierte Werbung weitestgehend geimpft sind (weil sie einfach nicht kaufen, was sie nicht brauchen), so fand ich die Argumente stichhaltig genug, um diese Woche den Einzug in die wöchentlichen Empfehlungen zu finden. [Dirk]

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