Interessantes aus KW 1/2018

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Das neue Jahr beginnt mit schlechten Nachrichten aus dem Land der aufgehenden Sonne, die uns jedoch alle betreffen: Scinexx veröffentlicht eine Zusammenfassung der Universität für Wissenschaft und Technologie in Shenzhen. Diese Studie beschäftigt sich mit den klimatischen Veränderungen diesen Jahrhunderts, und der Titel „Die Welt wird trockener“ lässt schon erahnen, dass es um negative Auswirkungen für uns Menschen geht. Demnach sind bereit zwei Grad mehr für die Menschheit ein massiver Einschnitt in unsere Lebensweise, und das in den kommenden 30 Jahren. Erschreckend, aber auch das wird die Menschheit wieder nur aussitzen … [Dirk]

2. Und noch eine schlechte Nachricht in Sachen Klima: Ebenfalls Scinexx veröffentlicht eine Studie der University of California zu den sogenannten „Todeszonen“ in unseren Ozeanen (das sind Zonen ohne nennenswerten Sauerstoff). Der Beitrag „Ozeanen geht die Luft aus“ zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte und wie dringend der Handlungsbedarf ist. Denn Überraschung: Der vom Menschen verursachte Klimawandel trägt maßgeblich dazu bei. [Dirk]

3. Elektroautos werden uns ja zurzeit ziemlich oft als eine Art Allheilmittel vorgesetzt, um auch in Zukunft schön einfach so weitermachen zu können mit der Verkehrspolitik. Dass da nicht viel dran ist, wird in einem lesenswerten Artikel von Winfried Wolf in den Blättern für deutsche und internationale Politik dargelegt. Darin räumt der Autor nicht nur mit etlichen PR-Weisheiten zur E-Mobilität auf, sondern entwirft auch zehn Punkte, die aufzeigen, wie tatsächlich nachhaltige Mobilität in der Zukunft gestaltet werden müsste. [Karl]

4. Schon seit Jahren fordern Verbraucherschützer und NGOs eine Lebensmittelampel, mit der auf einen Blick ersichtlich wird, ob Produkte besonders viel Fett, Zucker und ähnliche wenig gesunde Substanzen enthalten. Nun berichtet ein Artikel von foodwatch, dass die Lebensmittelindustrie jetzt mit einem eigenen Modell einer solchen Ampel an den Start kommt. Und wie nicht anders zu erwarten, wird dabei ordentlich getrickst, indem einfach von Miniportionen ausgegangen wird, um so zu verschleiern, dass viele Produkte fette Zuckerbomben sind. In dem Artikel werden acht Beispiele gezeigt, die veranschaulichen, was für einen verbrauchertäuschenden Murks sich die Industrie da mal wieder ausgedacht hat. [Karl]

5. Aus den Augen, aus dem Sinn. Das kann man leider als Motto bezeichnen, wie Menschen mit ihrem Müll umgehen. So berichtet ein Artikel auf Spiegel Online, wie sehr Palstikmüll mittlerweile die Arktis und das arktische Meer belastet – erschreckende Forschungsergebnisse, die zeigen, dass es mehr als dringend geboten wäre, massiv (Plastik-)Müll zu vermeiden. [Karl]

6. Ulrike Guérot und Reinhard Blomert werfen in einem Artikel auf Zeit Online einen Blick auf das Buch „Die ganze Geschichte. Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment“ vom ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis. Darin beschreibt der Ökonom deutlich und ungeschönt, dass es eigentlich nie um eine Lösung der durch die Finanzkrise in Griechenland aufgeworfenen Probleme ging, sondern vor allem um eine Machtdemonstration vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die Demokratiedefizite der EU treten bei diesen Vorgängen mehr als deutlich zutage und zeigen, wo wirklich mal dringender Reformbedarf bestünde. [Karl]

7. Kritische Worte zum Thema Grundeinkommen findet Ulrike Herrmann in einem Kommentar in der taz. Dort zeigt sie anhand der neoliberalen Version eines Grundeinkommens, die gerade in Finnland praktiziert wird, auf, dass auf diese Weise vor allem Lohndumping betrieben und den Unternehmen gedient wird, die Arbeitslosen und Geringverdiener aber zu den größten Verlierern dieses Modells zählen. [Karl]

8. Was die AfD von einer freien Presse hält, hat die Rechtspartei ja schon mehr als einmal deutlich gemacht – nämlich nicht sehr viel. Umso absurder, dass nun die Sächsische Zeitung, wie ein Artikel in der taz berichtet, einen AfD-Politiker zu einem von 15 „Menschen des Jahres“ kürt. Was in solchen Journalisten vor sich gehen mag, erschließt sich mir nicht, in jedem Fall wird auf diese Weise das hetzerische und rechtsextreme Gedankengut der AfD ein Stück weiter hoffähig gemacht. Aber in Sachsen sollte einen mittlerweile ja wirklich gar nichts mehr wundern. [Karl]

9. Die SPD tönt in den Sondierungsgesprächen mit der CDU/CSU zurzeit ja mächtig rum, was das Thema Bürgerversicherung angeht. Dass es sich bei der SPD-Variante allerdings wenig überraschend eher um einen Papiertiger handelt, zeigt Christoph Butterwegge in einem Beitrag in der Frankfurter Rundschau auf. Darüber hinaus beschreibt Butterwegge, wie seiner Meinung nach eine wirklich solidarische Bürgerversicherung, die sozialstaatsstärkend wirken würde, konstruiert sein müsste. Wäre schön, wenn sich die Politik dieses wichtigen Themas mal auf zeitgemäße Weise annehmen würde. [Karl]

10. Interessant! In einem Artikel auf der Website mokant.at wird eine Untersuchung beschrieben, die sich mit Facebook-Kommentaren während des österreichischen Wahlkampfs beschäftigt hat. Resultat: Auf rund 40 Facebook-Seiten von Politikern und politischen Medien wurden von etwa 400.000 Usern 2,9 Millionen Kommentare gepostet – von denen allerdings fast die Hälfte auf lediglich 8900 User zurückgeht. Diese Personen (wenn sie denn real sind, was nicht immer klar zu erkennen ist) dominierten also zu einem guten Teil die politische Meinungsbildung über Facebook. Wirkliche Pluralität sieht irgendwie anders aus, finde ich. [Karl]

11. Gute Neuigkeiten aus Kalifornien: Laut einer Meldung der Rheinischen Post ist in diesem US-Bundesstaat seit Anfang des Jahres der legale Erwerb von Marihuana auch ohne medizinische Indikation möglich. Vonseiten der US-Regierung hört man natürlich eher negative Äußerungen dazu, aber das war bei den reaktionären Trump-Typen ja auch nicht anders zu erwarten. [Karl]

12. In der taz findet sich ein interessantes Interview mit Niema Movassat zu den derzeitigen Protesten im Iran. Der Bundestagsabgeordnete von Die Linke ist insofern recht gut in dem Thema involviert, als dass seine Eltern Iraner sind. Movassat beschreibt die Hintergründe zu den Demonstrationen und gibt einen Ausblick auf mögliche Reaktionen des iranischen Regimes. Zudem hat er auch einige recht konkrete Handlungsempfehlungen für die westliche Politik. [Karl]

13. Und noch ein lesenswertes Interview, diesmal auf den NachDenkSeiten mit dem Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen. Ausgehend von einer Rezension Meyens zum aktuellen Buch von Claus Kleber, die den wenig schmeichelhaften Titel „Rettet Claus Kleber“ trägt und dem Chef des heute journals kein gutes Zeugnis ausstellt, werden hier etliche Punkte angesprochen, die aufzeigen, was an der heutigen Medienlandschaft (zumindest in weiten Teilen) kritisiert werden muss. [Karl]

14. Auf den unmenschlichen Umgang mit schwarzafrikanischen Flüchtlingen in Libyen kann man gar nicht oft genug hinweisen. Daher hier noch mal ein sechsminütiger Bericht der ARD-Sendung titel thesen temperamente (ttt), der sich mit dem Thema Menschenhandel und Sklaverei beschäftigt. Das wurde zwar schon vor drei Wochen gesendet, aber ist ja leider nach wie vor aktuell – und wird es auch noch bleiben, da die EU und ihre Staatsregierungen ja alles dafür tun, damit diese Zustände weiterhin bestehen bleiben. [Karl]

15. Roberto J. De Lapuente beschäftigt sich in einem Kommentar im neuen deutschland mit dem Begriff der Querfront, die ja in letzter Zeit wieder vermehrt bemüht wird, um eine Nähe von Linken zu Rechten zu suggerieren. Dass es diesem Begriff allerdings an jeder Subtanz fehlt, wird deutlich, wenn man sich anschaut, welche Hinter- und Bewegründe denn hinter einzelnen Aussagen stehen, die auf den ersten Blick Parallelen aufweisen zu scheinen. Dann kommt man nämlich schnell dahinter, dass diese ganze Querfront-Geschrei vor allem den Neoliberalen dient, die ja schon seit Jahren propagieren, dass alles eigentlich nur Mitte zu sein habe. Sehr interessante Analyse! [Karl]

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