Die rechte Wende

Zwar schon vom November letzten Jahres, aber das Thema ist ja leider nach wie vor aktuell: die sehenswerte Reportage „Die rechte Wende“ auf 3sat, die sich mit der sogenannten Neuen Rechten beschäftigt und ausgesprochen interessante Einblicke in diese Szene gewährt.

In etwa 60 Minuten werden einige Protagonisten der rechten Szene in Deutschland ausführlich vorgestellt und kommen auch zu Wort, so z. B. der Verleger Götz Kubitschek und die Köpfe der sogenannten Identitären Bewegung. Diese Leute zeichnen sich dadurch aus, dass sie eben nicht dem typischen Bild des stumpfen und etwas dämlichen Rechtsextremisten entsprechen, sondern durchaus intelligent sind und es so verstehen, ihre menschenverachtende Ideologie unters Volk zu bringen und Anhänger zu rekrutieren.

Man sieht dabei vor allem, wie vernetzt jemand wie Kubitschek ist, dessen Aufnahmeantrag in die AfD zwar 2014 abgelehnt wurde, der aber dennoch in vielen Bereichen der rechten Szene in Deutschland die Fäden zieht. Dabei versteht er es, sich meistens recht bürgerlich und harmlos zu inszenieren. Dass das nur Fassade ist, sollte einem spätestens dann klar sein, als berichtet wird, dass Akif Pirincci seine Hetz- und Hasstiraden nun über Kubitscheks Verlag verbreitet.

Neben den Rechtsextremisten kommen auch Journalisten und Wissenschaftler zu Wort, die sich mit der Neuen Rechten beschäftigen und deren Gefährlichkeit betonen.

Wenn man vor allem sieht, wie geschlossen das rechtsextreme Weltbild bei den Neuen Rechten ist und wie jovial und selbstverständlich dort Menschenverachtung, Rassismus sowie völkisches und antidemokratisches Denken gepflegt werden, dann fragt man sich, ob die Neoliberalen, die diese Leute für ihre Zwecke zu instrumentalisieren versuchen, noch ganz bei Trost sind …

Eine wichtig und hochinteressante Sendung, die viel Hintergrundwissen zur rechten Szene in Deutschland liefert!

Hier noch mal der Link zur 3sat-Mediathek: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=70183

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2 Kommentare

  1. Dirk
    Feb 9, 2018

    Wow! Das ist wirklich ein starkes Stück Dokumentation, zumal der Bericht relativ sachlich an das Thema geht. Dass die Identitären selbst erwähnen, dass sie früher zur Nazi-Szene gehörten, macht das Thema wirklich gleich noch mal deutlich heikler. Ich bekomme es da fast mit der Angst zu tun, wie öffentlich man agieren kann, ohne wegen Volksverhetzung angezeigt zu werden. Unbedingt schauen!

  2. Dirk
    Feb 10, 2018

    Was ich noch nachtragen möchte: Gewalt ist auch hier keine akzeptable Lösung. Der Angriff von sechs maskierten Linksradikalen auf den Identitären und das Kamerateam finde ich nicht einen Deut besser als die rechte Mischpoke und ihre Hasstiraden! Wem die Argumente ausgehen, der sollte eine Runde lesen gehen …

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