{"id":10122,"date":"2018-03-22T22:40:04","date_gmt":"2018-03-22T21:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=10122"},"modified":"2018-03-29T15:02:24","modified_gmt":"2018-03-29T13:02:24","slug":"man-nenne-es-kapitalismus-und-nicht-marktwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=10122","title":{"rendered":"Man nenne es Kapitalismus und nicht Marktwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Was viele hier Marktwirtschaft nennen, nenne ich Kapitalismus, und der Kapitalismus hat andere Regeln, braucht andere Regeln als nur die, die man \u00fcber M\u00e4rkte zur Geltung bringen kann, soll der Kapitalismus nicht so w\u00fcten, wie er derzeit w\u00fcten kann.<\/p>\n<p><em>Ein Gastartikel von Heinz Peglau<\/em><\/p>\n<p>Marktwirtschaft ist eine Verniedlichung, Verharmlosung und f\u00fchrt in die Irre! Ich mag diesen Begriff der Wissenschaft f\u00fcr den Kapitalismus unserer Tage deshalb nicht, lehne diesen sogar ab.<\/p>\n<p>Nicht M\u00e4rkte wirtschaften, sondern Menschen und ihre Institutionen wirtschaften, handeln, und zwar gem\u00e4\u00df ihren Interessen. Und die sind halt im Kapitalismus prinzipiell aufgeteilt in die Interessen der Profitabh\u00e4ngigen und der Lohnabh\u00e4ngigen und zunehmend in die der von Transferleistungen Abh\u00e4ngigen. Diese nur auf M\u00e4rkten zum Ausgleich bringen zu wollen, f\u00fchrt dann zu dieser Ungleichheit, die uns alle derzeit bedr\u00fccken sollte, welche die \u201eArmut im \u00dcberfluss\u201c (Keynes) Wirklichkeit hat werden lassen. Die Tafeln sind deshalb nur n\u00f6tig geworden und dienen genau deshalb heutzutage als Marktkorrektur, sind an die Stelle des Staates zur Korrektur der Marktgerechtigkeit zugunsten der sozialen Gerechtigkeit gesetzt worden, werden dadurch nun auch zur Rechtfertigung des R\u00fcckzuges des Staates aus der Verantwortung f\u00fcr gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung herangezogen und werden ceteris paribus weiterhin herangezogen.<\/p>\n<p>Ein Denken auf falschen Fundamenten kann nie ein gutes Ergebnis bringen, und dieses Denken in M\u00e4rkten allein ist nun mal falsch, auch weil man die M\u00e4rkte damit \u00fcberfordert, deren Aufgabe eine ganz andere ist als der Ausgleich der Interessen in der Gesellschaft, die Sicherung der Zivilisation.<\/p>\n<p>Origin\u00e4re Aufgaben des Staates, der Gesellschaft haben auf M\u00e4rkten deshalb nichts zu suchen, m\u00fcssen anders als auf M\u00e4rkten \u00fcblich gedacht und organisiert werden. Sie brauchen den Schutz vor dem Wettbewerb, sind nicht unter den Bedingungen der Privatisierung vern\u00fcnftig darzustellen, wie wir l\u00e4ngst im Bereich Gesundheit und Pflege, aber auch in anderen Bereichen, zum Beispiel Verkehr und Infrastruktur, erkennen k\u00f6nnen, wenn wir es nur wollten.<\/p>\n<p>\u00d6konomen, die nur in M\u00e4rkten denken k\u00f6nnen, sind deshalb schlechte Ratgeber. Sie m\u00fcssen in Marktergebnissen denken und verlieren dadurch oft genug die notwendigen Ergebnisse f\u00fcr eine gute, friedliche Gesellschaft aus den Augen, so wie die meisten \u00d6konomen derzeit, die den Sozialstaat l\u00e4ngst nicht mehr als Fundament auch des wirtschaftlichen Erfolges begreifen und damit auch die Frage des Ersten, welcher sich mit Wirtschaft gedanklich besch\u00e4ftigt hat meines Wissens nach, die Frage Platons \u201eWarum wirtschaftet der Mensch?\u201c, nur noch bilanztechnisch beantworten k\u00f6nnen, aber l\u00e4ngst nicht mehr im Sinne der Menschen, und damit der Gesellschaft und der Zivilisation, wie ich behaupte, gro\u00dfen Schaden zuf\u00fcgen. Denn sie lassen die Nachfrage derer, welche sich das Gut, die Dienstleistung nicht mehr leisten k\u00f6nnen, weil der Marktpreis zu hoch ist f\u00fcr ihren Geldbeutel, einfach wegfallen, ignorieren sie, halten sie f\u00fcr nicht deckungsw\u00fcrdig, und zwar auch dann, wenn es um grunds\u00e4tzliche G\u00fcter des t\u00e4glichen Bedarfs geht. Ist das vern\u00fcnftig zu nennen? Ich meine Nein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gastartikel von Heinz Peglau<\/p>\n<p>Was viele hier Marktwirtschaft nennen, nenne ich Kapitalismus, und der Kapitalismus hat andere Regeln, braucht andere Regeln als nur die, die man \u00fcber M\u00e4rkte zur Geltung bringen kann, soll der Kapitalismus nicht so w\u00fcten, wie er derzeit w\u00fcten kann.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[50,51],"tags":[],"class_list":["post-10122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politisches","category-wirtschaftliches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10122"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10293,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10122\/revisions\/10293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}