{"id":10921,"date":"2018-06-02T10:45:11","date_gmt":"2018-06-02T08:45:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=10921"},"modified":"2018-06-02T10:46:42","modified_gmt":"2018-06-02T08:46:42","slug":"italien-trump-und-das-deutsche-wesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=10921","title":{"rendered":"Italien, Trump und das Deutsche Wesen"},"content":{"rendered":"<p>Es geht turbulent zu auf der Welt, insbesondere in Europa. Trump macht Tempo, um die Welt so zu gestalten, wie sie ihm gef\u00e4llt. Italien hat eine Regierung, die die Mehrheiten nach der Wahl zwar repr\u00e4sentiert, aber den \u201eEurop\u00e4ern\u201c eher ein Dorn im Auge ist, mindestens so viel Angst und Sorgen bereitet wie Trump. Und Deutschland? Nun Deutschland steckt im Weiter-so der Administrationen Merkel fest, in ihrem Gr\u00fcnderzeit-Denken, den Sch\u00e4ublenomics, was besonders schlimm ist, denn in Deutschland wird sich vieles entscheiden, auch das Wohl und Wehe des europ\u00e4ischen Projektes. Nichts wird gehen ohne Deutschland, wenig geht derzeit mit Deutschland.<\/p>\n<p><em>Ein Gastbeitrag von Heinz Peglau<\/em><\/p>\n<p>Wenn Italien kollabieren sollte und damit Europa ins Schlingern bringt, den Euro gar zerst\u00f6ren k\u00f6nnte, so ist dies den Tante-Sch\u00e4uble-Oeconomics (Thomas Fricke) zu verdanken, und zwar nicht nur zum Teil, sondern haupts\u00e4chlich. \u201eAm deutschen Wesen ist noch nie etwas genesen\u201c, das gilt dann auch hier. Der Kapitalismus braucht seine unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen, gem\u00e4\u00df den kulturellen Unterschieden, um nicht zerst\u00f6rerisch zu wirken. Die protestantische Ethik des deutschen Kapitalismus, sein Verharren in der Gr\u00fcnderzeit, ist denkbar ungeeignet f\u00fcr L\u00e4nder, die weniger auf Effizienz und mehr auf Mitmenschlichkeit setzen, die nicht alles im Wettbewerb zu l\u00f6sen gedenken, sondern eher auf die Kooperation setzen, teilen k\u00f6nnen, welches letztendlich immer n\u00f6tig ist, um den notwendigen Ausgleich zu schaffen, um das Gemeinsame als Bindeglied nicht versch\u00fcttgehen zu lassen, wie es hierzulande seit den Hartz-Reformen versch\u00fcttzugehen droht. Nur leider k\u00f6nnen so weit die Verantwortlichen hier nicht denken, konnten sie noch nie, k\u00f6nnen sie immer noch nicht.<\/p>\n<p>Italien ist zu gro\u00df, um, wie Griechenland, \u201egerettet\u201c zu werden. Italien ist zu bedeutend f\u00fcr die EU, dass es nicht \u201egerettet\u201c wird. In dieses Dilemma haben Sch\u00e4uble und Merkel uns gef\u00fchrt, mit Billigung und handfester Unterst\u00fctzung der anderen Parteien. Dieses Dilemma h\u00e4tte man verhindern k\u00f6nnen, durch Solidarit\u00e4t, gerade in der Fl\u00fcchtlingsfrage, durch eine vern\u00fcnftige \u00f6konomische Verhaltensweise, jenseits der, welche Sch\u00e4uble und die Marktradikalen vertreten haben und durchgesetzt hatten. Die Ratschl\u00e4ge, anders zu handeln, als man gehandelt hatte und immer noch handelt, gab es zuhauf. Rede sich also niemand heraus, sie nicht gekannt zu haben.<\/p>\n<p>Austerit\u00e4t t\u00f6tet, das schrieb ich schon vor Jahren zu Griechenland, und sie k\u00f6nnte auch den Euro, die EU get\u00f6tet haben, lebensgef\u00e4hrlich verletzt hat sie sicherlich das einst gro\u00dfe Friedensprojekt. Macrons Angst ist nicht unberechtigt, auch wenn er sie in Richtung Trump ge\u00e4u\u00dfert hatte &#8211; und in Richtung Berlin, wie ich behaupte. Sie ist auch durch Italien und deshalb auch Deutschland begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>So weit h\u00e4tte es nicht kommen d\u00fcrfen, nicht kommen m\u00fcssen, h\u00e4tte die Vernunft in Berlin die Oberhand bekommen und nicht der Glaube eine Gesellschaft, Gesellschaften wie eine Stra\u00dfenverkehrsordnung regeln und gestalten zu k\u00f6nnen. Wenn da nicht der Glaube vorherrschend gewesen w\u00e4re, und immer noch w\u00e4re, man k\u00f6nne merkantilistisch auf Dauer in einer globalisierten Welt auf Kosten aller anderen handeln.<\/p>\n<p>Ob irgendwann Vernunft in Berlin einkehrt, die deutschen Merkantilisten sich mit Ratschl\u00e4gen zur\u00fcckhalten und die italienische Regierung nicht allzu viele \u201eFehler\u201c macht, welche die Finanzm\u00e4rkte gegen sie aufbringen k\u00f6nnte, das bleibt abzuwarten. Die \u00c4u\u00dferungen aus Rom und auch aus Br\u00fcssel, die Kommentare der deutschen Leidmedien, sprechen allerdings nicht unbedingt daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Ob Deutschland und Europa endlich erkennen werden, wie Trump wirklich denkt, in welchen Kategorien er denkt, in denen eines Konzernchefs n\u00e4mlich, einem, der unliebsame Konkurrenten aus dem Markt dr\u00e4ngt und wenig Lust darauf hat, mit diesem Konkurrenten zu kooperieren, schon gar nicht, wenn der Konkurrent sich die Regeln so auslegt, wie wir es tun und vor allem getan haben, das wage ich zu bezweifeln. Dabei hat Trump keine Skrupel, die Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, und das h\u00e4tten l\u00e4ngst die \u201eschlauen\u201c Menschen in Br\u00fcssel, Berlin und andernorts auch erkennen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch heute wieder, auch in diesen Zusammenh\u00e4ngen, f\u00fcrchte ich, dass es erst noch schlimmer kommen muss, bevor es wieder besser werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gastbeitrag von Heinz Peglau<\/p>\n<p>Es geht turbulent zu auf der Welt, insbesondere in Europa. Trump macht Tempo, um die Welt so zu gestalten, wie sie ihm gef\u00e4llt. Italien hat eine Regierung, die die Mehrheiten nach der Wahl zwar repr\u00e4sentiert, aber den \u201eEurop\u00e4ern\u201c eher ein Dorn im Auge ist, mindestens so viel Angst und Sorgen bereitet wie Trump. Und Deutschland? 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