{"id":11557,"date":"2018-08-21T17:21:14","date_gmt":"2018-08-21T15:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=11557"},"modified":"2018-08-21T17:21:53","modified_gmt":"2018-08-21T15:21:53","slug":"divide-et-impera-und-die-babyboomer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=11557","title":{"rendered":"Divide et impera und die Babyboomer"},"content":{"rendered":"<p>Die Redewendung \u201eDivide et impera\u201c &#8211; teile und herrsche &#8211; ist mehr als nur eine Redewendung, wie Karl schon vor ein paar Monaten in einem <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=10399\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> festgestellt hatte. Sie ist Fakt und Anleitung zur Herrschaft, und sie war Fakt und Anleitung zur Herrschaft. Kein Verhalten der Macht, der M\u00e4chtigen war jemals und wird jemals erfolgreicher sein. Kein Verhalten der Macht, der M\u00e4chtigen war jemals niedertr\u00e4chtiger und wird jemals niedertr\u00e4chtiger sein. Kein Verhalten der Macht, der M\u00e4chtigen \u00fcbt f\u00fcr die Macht, die M\u00e4chtigen eine gr\u00f6\u00dfere Versuchung aus, verleitet sie mehr zur \u201eVers\u00fcndigung\u201c an den Menschen und an den Werten, auch an den eigenen, wenn sie der Macht, den M\u00e4chtigen im Wege stehen.<\/p>\n<p>Sie war Fakt, denn sie war schon gut in der Au\u00dfenpolitik das alten Roms zu erkennen. Auch dort wurden besiegte oder zu beherrschende V\u00f6lker, aber auch nur Gruppen, in Untergruppen mit widerstrebenden Interessen aufgespalten, um zu erreichen, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen. Sie wurde sp\u00e4ter wesentlicher Teil Niccol\u00f3 Machiavellis Anleitung zur Herrschaft, niedergeschrieben in dem 1532 erschienenen Buch \u201eDer F\u00fcrst\u201c. Sie war Fakt im Frankreich des Ludwig XIV. \u201eDiviser pour r\u00e9gner\u201c, \u201eteile, um zu herrschen\u201c, wird deshalb auch diesem absolutistischsten aller absolutistischen Herrscher Europas zugeschrieben.<\/p>\n<p>Sie ist Fakt und Anleitung zum Herrschen, denn auch in unserer j\u00fcngsten Geschichte ist sie zu beobachten gewesen und kann immer noch beobachtet werden. Die Geschichte der Bundesrepublik ist eine Geschichte des Teilens und Herrschens, ganz offensichtlich seit der geistig moralischen Wende von Kohl und der Adaption dieser Wende durch die Administration Schr\u00f6der ist sie mehr als nur Regierungspraxis geworden, sie ist das Fundament des Regierens schlechthin geworden in unserer Republik.<\/p>\n<p>Um das zu erkennen, brauchen wir uns nur gedanklich etwa 20 Jahre in der Zeit zur\u00fcckzubewegen und uns anzuschauen, welche grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderung die Macht und die M\u00e4chtigen erreichten, einzig mit diesem Herrschaftsinstrument. Medien, Stiftungen, Politik, Wirtschaft, alles, was Rang und Namen hatte, entdeckte pl\u00f6tzlich den faulen, sich auf unsere Kosten ausruhenden Menschen. Es dauerte nicht lange, dass dieser dann auch einen Namen bekam. Er wurde Hartzer getauft. Der damalige Bundeskanzler Schr\u00f6der trieb mit der Bertelsmann-Stiftung, dem Boulevard, ja selbst mit dem eigenen Stiefbruder das Projekt Ausgrenzung und Abgrenzung selbst voran. Peter Hartz vollendete in seinem Auftrag, im Auftrag der Macht und der M\u00e4chtigen, dann das, was lange vorbereitet worden war, und gab den vier Gesetzen seinen Namen und dem \u201eVolk\u201c, den \u201ehart arbeitenden Menschen\u201c, wie die neue Mitte nun hei\u00dft im Vokabular der Erben Schr\u00f6ders, ein Feindbild, welches anscheinend immer noch tr\u00e4gt, weil es immer noch als alternativlos in den Erz\u00e4hlungen der Macht und der M\u00e4chtigen ohne gro\u00dfen Widerspruch bleibt. &#8222;\u201eWer sucht, der findet auch Arbeit\u201c, sagt die Mehrheit der Nichtbetroffenen. \u201eSozial ist, was Arbeit schafft!\u201c, ist selbst unter Sozialdemokraten nun ganz selbstverst\u00e4ndliche Losung. \u201eSchuld ist immer der Betroffene\u201c, ist durch das Fordern in der Sozialpolitik nun zum Dogma geworden. Der sch\u00f6ne Nebeneffekt ist, dass sich niemand mehr verantwortlich f\u00fchlt f\u00fcr die Betroffenen, dass die Verantwortung der Gesellschaft f\u00fcr die Gesellschaft, f\u00fcr alle Teile der Gesellschaft nun zu einer Verantwortung des Individuums f\u00fcr die Gesellschaft umgem\u00fcnzt werden konnte, die Gesellschaft damit fein raus ist, sie Schuld sogar eintreiben kann, Schuld vermuten darf, ja Schuld unterstellen darf. Das Gewissen der Gesellschaft ist befreit worden, zumindest derer in der Gesellschaft, die nicht Teil dieser erfolgreich abgeteilten Bev\u00f6lkerungsgruppe sind.<\/p>\n<p>Alle haben daran mitgewirkt, ohne Ausnahme, die damals im Parlament sa\u00dfen, ob Regierung oder Opposition, ganz gleich. Die Macht und die M\u00e4chtigen haben ihren Willen bekommen, viele Menschen haben daf\u00fcr die Zeche bezahlt, bezahlen sie noch. Die Instrumentalisierung derer, die im System nicht so gut zurechtkamen wie andere, hatte funktioniert, und zwar ohne die Gr\u00fcnde, warum diese Menschen nicht zurechtkamen und kommen, \u00fcberhaupt noch zu betrachten. Wer nicht dazu geh\u00f6rt, muss selbst schuld sein, das ist seither das Mantra dieser Gesellschaft. Er oder sie darf seitdem in einer Art behandelt werden, die an Entm\u00fcndigung grenzt, oft diese Grenze sogar \u00fcberschreitet. \u201eDas Land, in dem wir gut und gerne leben wollen\u201c, ist zu einem Land geworden, in welchem nicht mehr alle \u201egut und gerne leben k\u00f6nnen\u201c. Teile und herrsche hat dies erm\u00f6glicht, Machiavelli hatte die Anleitung dazu gegeben, h\u00e4tte seine Freude an den \u201eneuen F\u00fcrsten und F\u00fcrstinnen\u201c gehabt.<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren sind dann die Fl\u00fcchtlinge dazugekommen und ebenso instrumentalisiert worden wie zuvor die \u201eHartzer\u201c. Auch von der Macht und den M\u00e4chtigen, nicht gleich allerdings so eindeutig und homogen wie zu Zeiten der Hartz-Gesetzgebung. Sie trafen fast gleichzeitig auf eine Willkommenskultur und eine Kultur der Ablehnung, welche schnell dann die Oberhand gewann. Die \u201eHartzer\u201c waren damit nicht vergessen, nein, im Gegenteil. Die Willkommenskultur nutzte sie ebenso wie die Ablehnungskultur f\u00fcr ihre Zwecke. War es der \u201egute\u201c Fl\u00fcchtling auf der einen Seite, der dem dummen Deutschen nun den Arbeitsplatz streitig zu machen drohte, der den \u201eHartzer\u201c und den prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten zu gr\u00f6\u00dferen Anstrengungen motivieren sollte, so war es auf der anderen Seite der \u201eb\u00f6se\u201c Fl\u00fcchtling, der uns die Arbeit nahm, die \u201eHartzer\u201c damit all ihrer Chancen beraubte, unsere Frauen zu bel\u00e4stigen drohte, uns Kriminalit\u00e4t ins Land bringen w\u00fcrde. Beide Seiten waren sich nicht zu schade, den \u201eHartzer\u201c zu instrumentalisieren. Beide Seiten haben geteilt und geherrscht, haben es zumindest versucht, und in wesentlichen Teilen ist es ihnen sogar gelungen. Die Diskussion \u00fcber die Essener Tafeln hat es doch deutlich gemacht, \u00fcberdeutlich sogar.<\/p>\n<p>Das Land ist gespalten wie nie seit den 68ern, und immer noch regieren uns die gleichen Protagonisten mit den gleichen Antworten, mit denen sie dies seit den beiden gro\u00dfen geistigen und moralischen Wenden, durch Kohl zuerst und Schr\u00f6der knapp 20 Jahre sp\u00e4ter, erreicht und uns dies und andere Probleme beschert hatten.<\/p>\n<p>Auch die Wende der Wiedervereinigung passt in dieses Schema. Schnell wurde aus Freude \u00fcber das Ende der politischen Teilung eine neue Teilung in Ost und West, eine meist in den K\u00f6pfen der Menschen, bewusst herbeigef\u00fchrt sogar von vielen, die damals wie heute Verantwortung tragen. Auch hier hatte \u201eteile und herrsche\u201c gut funktioniert, kann man Ludwigs Ausspruch auch auf die Neuzeit \u00fcbertragen, hatte \u201eteilen, um zu herrschen\u201c wieder einmal seinen Zweck erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Aber nicht nur innenpolitisch hat es funktioniert und funktioniert es nach wie vor. Man erinnere sich an den \u201efaulen Griechen\u201c etwa oder schaue auf die \u201everschwenderischen Italiener\u201c und die \u201ehart arbeitenden, sparsamen Deutschen\u201c (komisch, da sind wir dann wieder einig). Der \u201eb\u00f6se Russe\u201c oder der \u201edumme Amerikaner\u201c, dumm, wenn er Trump gew\u00e4hlt hatte, m\u00f6gen hier auch als Beispiel dienen. Gut und B\u00f6se sind l\u00e4ngst wieder au\u00dfenpolitisches Credo geworden und damit auch \u201eteile und herrsche\u201c. Man teilt mit den Griechen, aber nur dann, wenn die Griechen auch tun, was wir sagen. Man teilt mit den Italienern, aber nur dann, wenn sie sich an die Regeln halten, an meist deutsche Regeln, an die Sch\u00e4ublenomics n\u00e4mlich. Wehe dem, wehe denen, wenn nicht! Dann sanktioniert man, offen, wie im Falle Russlands, und versteckt, meist mittels der M\u00e4rkte, wie im Falle Griechenlands oder nun vielleicht bald Italiens. \u201aEs funktionierte bisher, warum sollte es nicht weiter funktionieren?\u2018, denkt man in Berlin, und zwar nicht nur auf der Regierungsbank.<\/p>\n<p>Kann das ewig so weitergehen? Nun, ewig wohl nicht, aber eine ganze Weile wird dieses Konzept wohl noch tragen in der deutschen Innenpolitik wie der Au\u00dfenpolitik &#8211; die hier in diesem kleinen Aufsatz nun allerdings keine Rolle mehr spielen soll.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Gruppe in der deutschen Innenpolitik ist l\u00e4ngst ausgemacht; man benennt sie schon eine ganze Weile. Auch sie wird lange schon von der Restgesellschaft abgrenzt. Sie k\u00f6nnte &#8211; und ich behaupte wird &#8211; ein \u00e4hnliches Schicksal der Instrumentalisierung f\u00fcr die Interessen der Macht und der M\u00e4chtigen erfahren wie die \u201eHartzer\u201c, die Fl\u00fcchtlinge. Es sind die Babyboomer.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird man hier subtiler vorgehen m\u00fcssen vonseiten der Macht und der M\u00e4chtigen, wird man hier nicht so verfahren k\u00f6nnen, so offensichtlich diese Menschen diffamieren k\u00f6nnen, wie man dies bei den \u201eHartzern\u201c gut tun konnte, bei den Fl\u00fcchtlingen tun konnte, waren doch dazu nur die niederen Triebe der Menschen zu entfesseln notwendig. Man wird anders vorgehen, vorgehen m\u00fcssen, denn sie stellen bald auch die gr\u00f6\u00dfte Gruppe der W\u00e4hler dar. Dennoch wird man es tun, bleibt der Macht und den M\u00e4chtigen gar nichts anderes \u00fcbrig, als es zu tun. Deren Anspr\u00fcche sind einfach zu hoch, w\u00fcrden ohne ein Senken der Anspr\u00fcche der eigentlich M\u00e4chtigen, der Profitabh\u00e4ngigen, gar nicht zu erf\u00fcllen sein. Und das will man nicht, weder die M\u00e4chtigen selbst wollen das noch die meisten in der Politik, wenn sie Macht haben derzeit schon gar nicht. Die Angst ist zu gro\u00df, dass sie ihre Macht verlieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte geschehen? Ganz einfach eigentlich, und schon ist man auch dabei, es zu tun. Man teilt auch diese Gruppe, beherrscht dadurch nicht nur diese Gruppe, sondern auch den Rest der Gesellschaft weiterhin. Die guten Babyboomer und die weniger guten Babyboomer, die schlechten Babyboomer wird es ebenso geben wie die ganz tollen Babyboomer. Die Babyboomer der unterschiedlichen Einkommensarten werden noch hinzukommen. Schwups, schnell geteilt und dann beherrscht! Es funktioniert schon wieder, besser, es wird wieder funktionieren, denn die Interessen auch der Babyboomer unterscheiden sich, wenn man sie nur gut deutlich macht, wenn man sie gegeneinander nur geschickt genug auszuspielen versteht. Und dass sie das verstehen, dass haben die Administrationen sp\u00e4testens seit Schr\u00f6der gezeigt. Dass wir es immer erst zu sp\u00e4t merken, zeigt unser Wahlverhalten, zeigt die zunehmende Aggression in digitalen, aber auch analogen R\u00e4umen.<\/p>\n<p>Es wird den guten Babyboomer geben, der immer hart gearbeitet hat und ohne von Schicksalsschl\u00e4gen betroffen zu sein, sich in die Rente hat retten k\u00f6nnen. Der davon profitiert, dass er oder sie das Gl\u00fcck hatte, in einer Besch\u00e4ftigung, einem Beruf t\u00e4tig gewesen zu sein, welcher kaum oder sogar gar keiner Friktion unterworfen gewesen ist, wo immer auch gut verdient werden konnte. Meist werden es Industriebesch\u00e4ftigte sein und Menschen, welche im \u00f6ffentlichen Dienst, als Beamte gar, t\u00e4tig gewesen sind. Ihre Rente und Pension wird f\u00fcr ein sorgenfreies Leben auch noch dann ausreichen, wenn andere l\u00e4ngst in der Depression der Altersarmut versunken sein werden. Es sind die, die man mit Fug und Recht zu schr\u00f6derschen \u201eneue Mitte\u201c rechnen kann, die gerade bei der SPD auch die Meinungsf\u00fchrerschaft haben, aber nicht nur dort, die zur Mitte der Union geh\u00f6ren, die aber auch Basis der Gr\u00fcnen und der FDP meist sind.<\/p>\n<p>Es wird die weniger guten Babyboomer geben, die zwar auch immer hart gearbeitet haben, aber, von Schicksalsschl\u00e4gen betroffen, sich nicht so leicht in die Rente retten konnten, die vielleicht sogar vorzeitig in Rente gehen m\u00fcssen, schon in Rente sind. Sie haben andere, aber dennoch \u00e4hnliche Interessen wie die guten Babyboomer und sind deshalb leicht, wenn auch nur zeitweise und bei Bedarf mit dieser Gruppe zusammenzuf\u00fchren. Sie haben nicht das Gl\u00fcck gehabt, in einer Branche zu arbeiten, die nicht von Friktionen betroffen war, sie haben schon w\u00e4hrend ihre Erwerbszeit die Lasten zu tragen gehabt, auf Lohn verzichten m\u00fcssen und damit auf Rentenanwartschaften. Vielleicht haben sie ein wenig privat vorgesorgt, k\u00f6nnen ein wenig auffangen, vielleicht auch nicht, wenn nicht, so sind sie auch weniger dieser Gruppe zuzurechnen, sondern mehr den schlechten Babyboomern. Industriefacharbeiter und Angestellte des \u00f6ffentlichen Dienstes wird man in dieser Gruppe dann nicht finden, Beamte sicher nicht.<\/p>\n<p>Die schlechten Babyboomer, das sind die, die, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, nicht das Gl\u00fcck hatten, im \u00f6ffentlichen Dienst als Angestellte oder Beamte arbeiten zu k\u00f6nnen. Das sind die, die nicht in der Industrie ihr Erwerbsleben verbringen konnten, jedenfalls nicht in der Stammbelegschaft, als Leiharbeiter vielleicht ein wenig. Das sind die, die das Pech hatten, in einer Branche zu arbeiten, die Verwerfungen\u00a0 unterworfen war, oder die einfach nur das Schicksal gebeutelt hatte, die krank geworden sind, nicht leistungsf\u00e4hig genug waren, um sich vom Kuchen des Volkseinkommens w\u00e4hrend ihres Erwerbslebens gen\u00fcgend abschneiden zu k\u00f6nnen. Das werden die aber auch sein, die Kinder erzogen haben, meist Frauen, oft ganz allein, die nicht \u201eproduktiv\u201c im Sinne der Wirtschaft t\u00e4tig werden konnten, denn Kinder sind in diesem Sinne erst produktiv, wenn sie erwachsen sind und hoffentlich als Steuerzahler, Beitragszahler und als Arbeitnehmer t\u00e4tig werden k\u00f6nnen. Vorher sind sie Kosten, Belastung, nicht einmal Investition mehr in die Zukunft dieser Gesellschaft, wie der Zustand der Schulen dieser Republik uns doch t\u00e4glich vor Augen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die b\u00f6sen, ganz b\u00f6sen Babyboomer werden dann die sein, die jetzt schon die B\u00f6sen sind, die \u201eHartzer\u201c n\u00e4mlich, vor allem dann, wenn sie durch die Hartz-Gesetzgebung alles verloren hatten, lange ALG-II-Leistungen bezogen und aus dem ALG-II-Bezug dann in Rente gehen m\u00fcssen. Wenig Unterschied wird dann zu den ganz, ganz b\u00f6sen Babyboomern sein, die n\u00e4mlich, die nie oder fast nie gearbeitet haben, die eigentlich auch unbedeutende, verschwindend geringe Minderheit in Deutschland. Hier wird man zusammenfassen, wie man es schon l\u00e4ngst im Hartz-Bezug tut.<\/p>\n<p>Aber es wird auch die sehr guten Babyboomer geben, die zu den guten geh\u00f6ren und dann auch noch privat oder \u00fcber eine betriebliche Altersversorgung, vielleicht mit beidem, vorgesorgt haben. Die, die heutzutage die Kreuzfahrtschiffe besetzen, den Kreuzfahrtboom noch gr\u00f6\u00dfer werden lassen &#8211; und ganz nebenbei bemerkt, den gr\u00f6\u00dften CO2-Fu\u00dfabdruck hinterlassen. Beamte, Angestellte im \u00f6ffentlichen Dienst, Industriefacharbeiter werden diese gro\u00dfe Gruppe bilden, werden die sein, die vornehmlich mit den guten Babyboomern die Macht und die M\u00e4chtigen st\u00fctzen werden. Sie werden als Vorbild herhalten, als Grund daf\u00fcr, warum es doch wieder nur die Schuld des Betroffenen sein wird, wenn seine Betroffenheit noch gr\u00f6\u00dfer gemacht wird.<\/p>\n<p>Die Folge wird sein, dass die Renten sinken werden, die Rentenzeit sinken wird, weil das Renteneintrittsalter steigen und damit entweder die Zeit des Rentenbezuges oder die Rentenh\u00f6he sinken wird, wahrscheinlich sogar beides. Das Problem wird demografisch gel\u00f6st werden, nicht sozial gerecht. Muss es ja auch nicht, denn \u201eteile und herrsche\u201c wird auch hier seine Wirkung im Sinne der Macht, der M\u00e4chtigen, der Profitabh\u00e4ngigen nicht verfehlen. Die guten und die sehr guten Babyboomer werden daf\u00fcr Sorge tragen, gemeinsam mit den \u201ehart arbeitenden Menschen\u201c der Noch-nicht-Rentengeneration. Der Verteilungskampf zwischen Arm und \u00c4rmer, zwischen Alt und Jung, zwischen in guter Erwerbsarbeit, in schlechter Erwerbsarbeit und in gar keiner Erwerbsarbeit T\u00e4tigen wird weitergehen, und \u201eteile und herrsche\u201c wird daf\u00fcr sorgen, dass die Schere zwischen Arm und Reich noch gr\u00f6\u00dfer wird. Hermann Gr\u00f6he (CDU) war da f\u00fcr mich sehr deutlich k\u00fcrzlich im <em>ZDF<\/em>, als er auf die vermehrten Steuerlasten der arbeitenden Menschen hinwies, wenn das Rentenalter nicht angehoben und die Rentenh\u00f6he nach unten angepasst w\u00fcrde, als er ausdr\u00fccklich schon die Babyboomer erw\u00e4hnte.<\/p>\n<p>Goethes \u201eEntzwei und gebiete! T\u00fcchtig Wort\u201c wird weiter ohne seine zweite Zeile \u201eVerein und leite! Bessrer Hort\u201c die Wirklichkeit in unserem Land bestimmen.<\/p>\n<p>Ich habe derzeit wenig Hoffnung, dass anderes geschehen wird, dass es wirklich wieder zu sozialen Fortschritten in Deutschland kommt anstatt zu weiteren sozialen R\u00fcckschritten. Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Ich kann es nur hoffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Redewendung \u201eDivide et impera\u201c &#8211; teile und herrsche &#8211; ist mehr als nur eine Redewendung. Sie ist Fakt und Anleitung zur Herrschaft, und sie war Fakt und Anleitung zur Herrschaft. Kein Verhalten der Macht, der M\u00e4chtigen war jemals und wird jemals erfolgreicher sein. Kein Verhalten der Macht, der M\u00e4chtigen war jemals niedertr\u00e4chtiger und wird jemals niedertr\u00e4chtiger sein. Kein Verhalten der Macht, der M\u00e4chtigen \u00fcbt f\u00fcr die Macht, die M\u00e4chtigen eine gr\u00f6\u00dfere Versuchung aus, verleitet sie mehr zur \u201eVers\u00fcndigung\u201c an den Menschen und an den Werten, auch an den eigenen, wenn sie der Macht, den M\u00e4chtigen im Wege stehen.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[50],"tags":[514,515,112,487],"class_list":["post-11557","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politisches","tag-babyboomer","tag-macht","tag-rente","tag-teile-und-herrsche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11557","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11557"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11557\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11570,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11557\/revisions\/11570"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11557"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11557"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}