{"id":11857,"date":"2018-09-13T16:32:38","date_gmt":"2018-09-13T14:32:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=11857"},"modified":"2018-09-13T16:32:38","modified_gmt":"2018-09-13T14:32:38","slug":"deutschland-raus-aus-dem-euro-keine-wirklich-gute-idee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=11857","title":{"rendered":"Deutschland raus aus dem Euro &#8211; keine wirklich gute Idee &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Immer wieder sto\u00dfe ich auf Aussagen in politischen Diskussionen, dass Deutschland doch die Eurozone verlassen solle, da es ja wirtschaftlich so gut dast\u00fcnde und die EU als Klotz am Bein empfunden wird. Und genau diese Stimmung wird ja auch von der AfD immer wieder gesch\u00fcrt, schlie\u00dflich wurde die Rechtspartei ja anfangs vor allem als euroskeptisch wahrgenommen. Dabei wird jedoch v\u00f6llig au\u00dfer Acht gelassen, was die Folgen eines solchen Austritts aus EU und Eurozone gerade f\u00fcr Deutschland w\u00e4ren, da eben die Zusammenh\u00e4nge nicht hinreichend ber\u00fccksichtigt werden, die zur derzeitigen wirtschaftlichen Gesamtsituation Deutschlands gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Deutschland galt Anfang der 2000er-Jahre wirtschaftlich noch als &#8222;der kranke Mann Europas&#8220;. Daraufhin wurde dann mit der Agenda 2010 eine Konkurrenzpolitik gegen\u00fcber den anderen L\u00e4ndern der Eurozone inszeniert (die \u00fcbrigens letztendlich eine der Ursachen daf\u00fcr ist, dass aus der Finanzkrise von 2008 eine EU-Wirtschaftskrise wurde), indem die deutschen Lohnst\u00fcckkosten gedr\u00fcckt wurden.<\/p>\n<p>Das Resultat: Deutschland hat eine f\u00fcr seine Wirtschaftsleistung extrem unterbewertete W\u00e4hrung mit dem Euro, sodass der Exportsektor boomt (Stichwort Exportweltmeister, nur noch mal erw\u00e4hnt). Die Binnennachfrage hingegen ist in Deutschland ziemlich miserabel, da eben der Niedriglohnsektor massiv ausgebaut, die Rente demontiert und Armut in Form von Hartz IV institutionalisiert wurde.<\/p>\n<p>W\u00fcrde Deutschland nun aus der Eurozone ausscheide, w\u00e4re dieses wirtschaftspolitische Modell, mit dem Deutschland (oder zumindest das, was man als &#8222;die Wirtschaft&#8220; bezeichnet) am meisten von allen L\u00e4ndern der Eurozone von der Gemeinschaftsw\u00e4hrung profitiert hat, hinf\u00e4llig, da die neue deutsche W\u00e4hrung rapide und deutlich aufwerten w\u00fcrde, sobald sie eingef\u00fchrt w\u00e4re. Der Exportsektor w\u00fcrde also reichlich zusammenbrechen, da deutsche Produkte in anderen L\u00e4ndern nicht mehr im Verh\u00e4ltnis g\u00fcnstiger w\u00e4ren als andere, und es g\u00e4be keine ausreichende Binnennachfrage, um das zu kompensieren.<\/p>\n<p>Die Folge: Die Arbeitslosigkeit w\u00fcrde stark ansteigen, was aufgrund der Agenda-2010-Sozialstaatsdemontage dann zu einer noch st\u00e4rkeren Schw\u00e4chung der Binnennachfrage f\u00fchren w\u00fcrde, sodass eine Abw\u00e4rtsspirale in Gang gesetzt w\u00fcrde, die in einer massiven Rezession m\u00fcndete.<\/p>\n<p>Und genau dies sagen die diejenigen, die mal wieder \u201eRaus aus dem Euro\u201c-Stimmung machen, nicht, was nat\u00fcrlich einerseits typisch f\u00fcr Populisten, andererseits aber auch reichlich unlauter ist.<\/p>\n<p>Solltet Ihr also mal wieder jemandem begegnen, der der Ansicht ist, dass Deutschland ohne EU und Eurozone besser dast\u00fcnde, dann w\u00e4re es sinnvoll, denjenigen auf diese Zusammenh\u00e4nge hinzuweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder sto\u00dfe ich auf Aussagen in politischen Diskussionen, dass Deutschland doch die Eurozone verlassen solle, da es ja wirtschaftlich so gut dast\u00fcnde und die EU als Klotz am Bein empfunden wird. 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