{"id":12311,"date":"2019-02-06T23:17:05","date_gmt":"2019-02-06T22:17:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=12311"},"modified":"2019-04-01T23:28:55","modified_gmt":"2019-04-01T21:28:55","slug":"die-spannende-frage-was-bringt-uns-zuerst-um","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=12311","title":{"rendered":"Die spannende Frage: Was bringt uns zuerst um?"},"content":{"rendered":"<p>Das klingt jetzt als \u00dcberschrift erst mal ein bisschen ruppig, aber ich f\u00fcrchte, dass es letztlich genau darauf hinauslaufen wird. Schlie\u00dflich ist ja kaum irgendwo mal ein Gegensteuern gegen die zahlreichen destruktiven Verwerfungen des neoliberalen Marktradikalismus zu beobachten, sodass es immer nur weiter mit Volldampf auf den Abgrund zugeht, der nicht viel anderes als das Ende der Menschheit (zumindest wie wir sie kennen) oder sogar s\u00e4mtlichen Lebens auf unserem Planeten bedeutet. Bleibt also die Frage: Was bringt uns letztlich als Erstes dorthin &#8211; der Klimawandel, die Resultate der zunehmenden sozialen K\u00e4lte, die fortschreitende Umweltzerst\u00f6rung oder eventuell doch die Hybris, k\u00fcnstliche Intelligenz entwickeln zu wollen?<\/p>\n<p><strong>Der Klimawandel?<\/strong><\/p>\n<p>Die Auswirkungen des Klimawandels werden ja immer offensichtlicher in den letzten Jahren, und auch wenn es immer noch genug Leute gibt, die auf die PR von ExxonMobile und Co. reinfallen oder diese ganz bewusst verbreiten, so ist doch wissenschaftlicher Konsens, dass die globale Temperatur steigt und dass dies ab einem bestimmten Punkt \u00fcberhaupt nicht vorhersehbare, aber aller Wahrscheinlichkeit nach katastrophale Folgen haben wird.<\/p>\n<p>Wenn man sich nun anschaut, was zurzeit schon alles an Extremwetterph\u00e4nomenen und Ver\u00e4nderungen in der Natur zu beobachten ist und was dagegen politisch gemacht wird (s. dazu beispielsweise\u00a0<a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/oktober\/earth-first-der-preis-des-lebens\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2019\/januar\/der-schrumpfende-planet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>), dann kann man nur feststellen: So wird das leider nichts damit, die Erderw\u00e4rmung auch nur ansatzweise in einem vertr\u00e4glichen Rahmen halten zu wollen. Zwar gibt es immer wieder sch\u00f6ne Klimakonferenzen und Beschl\u00fcsse, doch h\u00e4lt sich ja leider kaum jemand an deren Vorgaben &#8211; der Wachstumszwang des Kapitalismus l\u00e4sst das eben nicht zu. Und so werden immer gr\u00f6\u00dfere Autos gebaut, nach wie vor fliegen viel zu viele Menschen durch die Gegend und machen Kreuzfahrten, Produkte werden um die halbe Welt geschifft, weil es sich eben absurderweise rechnet &#8211; irgendwie bekomme ich den Eindruck, dass vor allem die Menschen im globalen Norden der Ansicht sind, der Klimawandel w\u00fcrde schon nicht bei ihnen stattfinden.<\/p>\n<p>Doch das ist nat\u00fcrlich ein Irrtum, denn niemand wei\u00df, was auf der Erde los sein wird, wenn beispielsweise die Permafrostb\u00f6den auftauen und das darin gespeicherte Methan entweicht. Oder wenn die arktischen und antarktischen Gletscher noch weiter abtauen. Oder wenn wir weiterhin fossile Brennstoffe verfeuern und auch noch die CO2 speichernden Regenw\u00e4lder weiter im gro\u00dfen Stil abholzen.<\/p>\n<p>Es ist nicht mehr f\u00fcnf vor, sondern bereits zehn nach zw\u00f6lf, aber ein Umdenken ist kaum festzustellen &#8211; weder in der Politik noch bei den meisten Konsumenten. Und der globale CO2-Aussto\u00df steigt Jahr f\u00fcr Jahr weiter an. Doch verzichten m\u00f6chte bei uns niemand (s. dazu auch <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=5625\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>), und die Schwellenl\u00e4nder bauen ihre Industrie weiter aus, um auch dahinzukommen, wo wir bereits sind.<\/p>\n<p>Keine guten Aussichten &#8230; Wenn das so weitergeht, d\u00fcrfte der Klimawandel den Gro\u00dfteil der Menschheit schon in nicht allzu ferner Zukunft dahinraffen.<\/p>\n<p><strong>Die soziale K\u00e4lte?<\/strong><\/p>\n<p>Der marktradikale Neoliberalismus, der uns ja nach wie vor als alternativlos verkauft wird, produziert immer mehr Verlierer &#8211; das ist so in ihm angelegt, da immer mehr Geld aus der realen Wirtschaft abgezogen wird, um die Renditeerwartungen derjenigen mit sehr gro\u00dfen Verm\u00f6gen zu erf\u00fcllen. Die Zahlen hat ja mittlerweile jeder mitbekommen: Jahr f\u00fcr Jahr haben weniger sehr Reiche genauso viel Verm\u00f6gen wie die \u00e4rmere H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Daran sterben nicht nur jetzt schon mehr als genug Menschen (vor allem im globalen S\u00fcden, denn dieses Wirtschaftssystem funktioniert ja global) an Hunger, schmutzigem Wasser, eigentlich behandelbaren Epidemien oder Mangelerkrankungen, sondern diese Verwerfungen werden sich auch zunehmend in den L\u00e4ndern des Nordens zeigen. Noch sind es h\u00f6chstens ein paar Obdachlose, die jeden Winter bei uns erfrieren, aber die Zunahme derjenigen, die sich mithilfe der Tafeln ern\u00e4hren m\u00fcssen, oder derjenigen, die sich nicht regelm\u00e4\u00dfig vollwertiges Essen leisten k\u00f6nnen, zeigt an, wo es hingeht.<\/p>\n<p>Und letztlich ist es ja bereits so, dass die Lebenserwartung armer Menschen sinkt &#8211; das ist einmalig in westlichen Industriel\u00e4ndern seit dem Beginn der Industrialisierung.<\/p>\n<p>Hieran sterben zwar viele Menschen und werden zuk\u00fcnftig noch mehr sterben, aber diese sozialen Verwerfungen w\u00fcrden letztlich vermutlich nicht die gesamte Menschheit ausl\u00f6schen. Allerdings gibt es da ja noch eine unsch\u00f6nen &#8222;Begleiterscheinung&#8220;: Die Verlierer des Wirtschaftssystems wenden sich allzu h\u00e4ufig rechten Demagogen zu, die aus der Unzufriedenheit Kapital schlagen, indem sie diese mit Hass unterf\u00fcttern und vermeintliche einfache L\u00f6sungen anbieten.<\/p>\n<p>Und dann hat man eben auf einmal Menschenfeinde und Wahnsinnige wie Trump, Strache, Orb\u00e1n, Erdogan und wie sie alle hei\u00dfen in entscheidenden Machtpositionen, an denen sie Zugriff aufs Milit\u00e4r haben &#8211; teilweise auch auf Atomwaffen.<\/p>\n<p>Wenn es den Menschen gut geht, verhalten sie sich in der Regel vertr\u00e4glich, wenn es ihnen schlecht geht, lassen sie sich leicht aufstacheln und freuen sich \u00fcber jedes Feindbild. Und Feindbilder werden eben auch allzu gern genutzt, um die Unzufriedenen vom Grund ihrer Unzufriedenheit abzulenken. &#8222;Teile und herrsche&#8220; hei\u00dft das alte politische Spiel, dass schon die ollen R\u00f6mer kannten.<\/p>\n<p>In dem Ma\u00dfe, wie also die Unzufriedenheit von immer mehr Menschen steigt, drohen auch Konflikte: zum einen innerhalb von L\u00e4ndern, zum anderen aber auch international, sei es, weil es um Ressourcen geht, sei es, weil das Abstellen auf Feindbilder zur Ablenkung von innenpolitischen Problemen aus dem Ruder l\u00e4uft. Dass wir uns bereits wieder in einem neuen Kalten Krieg befinden, ist m. E. kein Zufall, genauso wenig wie die Tatsachen, dass die totalit\u00e4ren Tendenzen fast \u00fcberall auf der Welt zunehmen. Und dass totalit\u00e4re Regimes eher zu Gewaltanwendung neigen, ist nun auch kein Geheimnis.<\/p>\n<p>Und da die Menschheit nach wie vor ein Waffenpotenzial hat, um sich selbst und alles Leben auf dem Planeten mehrfach auszurotten, kann es dann auf einmal ganz schnell damit gehen, dass die sozialen Verwerfungen und ihre Auswirkungen den Klimawandel \u00fcberholen und dann f\u00fcr die Vernichtung der Menschheit verantwortlich sein werden.<\/p>\n<p><strong>Die Umweltzerst\u00f6rung?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ja nun nicht so, dass der Klimawandel das Einzige ist, was wir Menschen vor allem seit Beginn des industriellen Zeitalters verbocken, daneben gibt es auch noch die &#8222;ganz normale&#8220; Umweltzerst\u00f6rung, die keinen direkten Einfluss auf die globale Temperatur hat, aber dennoch erschreckende Ausma\u00dfe angenommen hat und mittlerweile \u00fcberdeutlich sichtbare furchtbare Auswirkungen zeitigt.<\/p>\n<p>B\u00f6den werden durch intensive Landwirtschaft ausgelaugt, Tierarten werden ausgerottet, \u00d6kosysteme zerst\u00f6rt, Tiere gequ\u00e4lt und Biodiversit\u00e4t wird vernichtet. Alles immer, um die Nutzung dessen, was die Erde uns offeriert, noch mehr zu intensiveren und effizienter zu machen. Und nat\u00fcrlich um immer mehr Profit zu generieren &#8211; schlie\u00dflich leben wir im marktradikalen Kapitalismus.<\/p>\n<p>Tja, und dann stellt man auf einmal fest, dass nicht nur dauernd irgendwelche Tiere aussterben, sondern dass auf einmal der Bestand an Insekten massiv zur\u00fcckgeht. Das mag einem toll vorkommen, wenn man nur von der eigenen Nase bis zur Windschutzscheibe denkt, die nun im Sommer von weniger zermatschten Insekten verschmutzt wird. Weniger toll ist es hingegen, dass Insekten f\u00fcr die Best\u00e4ubung von Pflanzen sowie f\u00fcr die Zersetzung von Kot und Kadavern elementar wichtig sind, genauso wie auch als Nahrung f\u00fcr andere Tiere. Der Bestand an V\u00f6geln ist n\u00e4mlich mittlerweile auch arg geschrumpft.<\/p>\n<p>Welche Folgen das Insektensterben haben kann, wird in einem <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/kolumne\/der-globale-insektenzusammenbruch\/1611020?fbclid=IwAR3Vx7P00vrCyjzcYML6vhTglfIN7xYtlErH2tS1zlAXpFAemtHIbHq1Kbc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Spektrum.de<\/em><\/a> mal verdeutlicht, und das liest sich ziemlich dramatisch. Ein m\u00f6gliches Szenario:<\/p>\n<blockquote><p>Der Soziobiologe und Entomologe Edward O.\u00a0Wilson zeichnet ein dystopisches Bild einer Welt ohne Insekten, in der die Menschheit gerade so noch von windbest\u00e4ubtem Getreide und Fischerei \u00fcberlebt\u00a0\u2013 geplagt von Massenhunger und Kriegen um Ressourcen: &#8222;Die verbliebenen Menschen klammern sich an das \u00dcberleben in einer zerst\u00f6rten Welt und sind in einem dunkle \u00f6kologischen Zeitalter gefangen, in dem sie f\u00fcr die R\u00fcckkehr der Kr\u00e4uter und Insekten beten.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Klingt super, oder?<\/p>\n<p>Und was machen wir dagegen? Mal wieder nichts &#8211; bzw. einfach weiter so wie bisher. Mikroplastik verbieten? Nee, kann man der Wirtschaft nicht zumuten. Auch ums Verbot von Einwegplastik gibt es ewige Diskussionen, anstatt das es einfach untersagt wird, das Zeug herzustellen und zu verwenden. Pestizide, die ma\u00dfgeblich zum Insektensterben beitragen? Muss man haben, sonst ist unsere Landwirtschaft ja nicht konkurrenzf\u00e4hig. Und so weiter, und so fort.<\/p>\n<p>Insofern k\u00f6nnte es also auch sein, dass uns die Folgen unseres Konsums nicht in Form des &#8222;prominenten&#8220; Klimawandels dahinraffen, sondern auf ganz andere, aber nicht minder dramatische Art und Weise.<\/p>\n<p><strong>K\u00fcnstliche Intelligenz?<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die bisherigen Probleme ja durchaus schon \u00f6fter mal als bedrohlich wahrgenommen und diskutiert wurden, d\u00fcrfte die k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) erst mal eher weniger in diesem Zusammenhang thematisiert worden sein. Schlie\u00dflich gilt sie ja vielen als eine Art Allheilmittel: Autonom fahrende Autos, pers\u00f6nliche Assistenten, die unsere Gesundheit analysieren und unsere Alltagsabl\u00e4ufe optimieren &#8211; das klingt doch erst mal zumindest nicht ganz schlecht. Und zudem kann damit bestimmt auch eine Menge Energie und Ressourcen eingespart werden durch Prozessoptimierungen.<\/p>\n<p>Allerdings sehe ich es eher so, dass damit eine B\u00fcchse der Pandora ge\u00f6ffnet wird, deren Folgen \u00fcberhaupt nicht durchdacht werden. Der Sinn von k\u00fcnstlicher Intelligenz ist ja, dass diese sich selbstst\u00e4ndig weiterentwickelt. Nun stelle ich mir allerdings die Frage, welche Werte dieser Entwicklung dann zugrunde liegen.<\/p>\n<p>Oder mal anders gefragt:\u00a0Wie kommen wir auf die Idee, dass etwas so regional Vielf\u00e4ltiges, was sich zudem \u00fcber Jahrtausende herausgebildet hat, wie Moralvorstellungen und Rechtsempfinden sich in kurzer Zeit in Form einer k\u00fcnstlichen Intelligenz so entwickeln k\u00f6nnte, dass es mit unseren eigenen Vorstellungen kompatibel ist? Vor allem wenn man bedenkt, dass es eben \u00fcberhaupt keine universellen Werte gibt, die f\u00fcr die gesamte Menschheit gelten.<\/p>\n<p>Aber da gibt es doch die Menschenrechte, die sind doch reichlich universell. Das mag in der Theorie so hinhauen, dass das in der Praxis nicht so aussieht, geht aus einem <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/dezember\/70-jahre-menschenrechte-universalismus-unter-beschuss\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von Marc Engelhardt<\/a> in den <em>Bl\u00e4ttern f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/em> hervor. Leider werden die Menschenrechte n\u00e4mlich eigentlich nirgendwo komplett eingehalten. Wer gibt also die Grundrichtung am Anfang vor, die Basis, auf der sich die k\u00fcnstliche Intelligenz dann weiterentwickeln und ein eigenes Moralsystem bilden soll?<\/p>\n<p>Als wenn das nicht schon kompliziert genug w\u00e4re, wenn man von einem einheitlichen Willen der gesamten Menschheit ausginge, so leben wir aber in einer Welt konkurrierender Staaten, die alle einzeln an KI herumdoktern. Was das mitunter f\u00fcr ein planloses Hickhack sein kann, erschlie\u00dft sich anhand eines <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/kuenstliche-intelligenz-bericht-warnt-vor-den-auswirkungen-von-gesichtserkennung\/?fbclid=IwAR3Ulp9i7wbbGlCcsBeKxd7QxUNQVH0VH-0zl3oMubftHL46sPso4vZiFwg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikels auf <em>Netzpolitik.org<\/em><\/a>, in dem es um die Auswirkungen bei der Gesichtserkennung durch k\u00fcnstliche Intelligenz geht. Da kommen dann nationale Interessen ins Spiel, die sich nat\u00fcrlich mal wieder an wirtschaftlichen Vorstellungen orientieren &#8211; das wird wohl eher nichts mit dem Universalismus, sch\u00e4tze ich.<\/p>\n<p>Es liegt also dieser Idee, eine k\u00fcnstliche Intelligenz schaffen, somit selbst Sch\u00f6pfer werden zu wollen, eine enorme Hybris zugrunde. Wenn diese KI dann tats\u00e4chlich so effektiv, schnell und pr\u00e4zise w\u00e4re, wie das angestrebt wird (sonst br\u00e4uchte man das ja nicht, wenn die KI Sachen nicht besser machen k\u00f6nnte als der Mensch), dann k\u00f6nnen wir nur hoffen, dass deren Moral und Ethik sich zumindest ansatzweise in eine Richtung entwickeln, die mit unseren eigenen moralischen und ethischen Vorstellungen einigerma\u00dfen \u00fcbereinstimmt. Wenn nicht: Wer sagt uns dann, dass die k\u00fcnstliche Intelligenz nicht auf die Idee kommt, dass Menschen sie nur in ihrer eigenen Entwicklung behindern und somit besser ausgemerzt werden sollten? Oder das Menschen die Biosph\u00e4re (und damit auch die Lebensgrundlage der KI) zerst\u00f6ren, sodass sie eliminiert werden m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Da die KI in einem marktradikalen Umfeld entwickelt wird, w\u00fcrde ich zumindest davon ausgehen, dass sie u. U. auch nicht gerade zur Zimperlichkeit neigt &#8230;<\/p>\n<p><strong>Und nun?<\/strong><\/p>\n<p>Tja, nicht gerade hoffnungsvoll, oder? Jedes dieser vier Probleme w\u00fcrde f\u00fcr sich allein schon ausreichen, um die Menschheit ausl\u00f6schen zu k\u00f6nnen, und bl\u00f6derweise haben wir es aber mit einer Kombination aller vier zu tun, die sich dann auch noch partiell gegenseitig verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Mein Optimismus h\u00e4lt sich also sehr in Grenzen, dass zuk\u00fcnftige Generationen noch eine bewohnbaren Planeten vorfinden werden. Der Zug scheint mir echt abgefahren, dazu h\u00e4tten wir vor 20 oder 30 Jahren schon mal anfangen m\u00fcssen, komplett umzudenken.<\/p>\n<p>Und dann gibt es ja auch noch andere Aspekte, die ebenfalls noch f\u00fcr reichlich Turbulenzen sorgen k\u00f6nnen: multiresistente Keime beispielsweise. Oder Atomm\u00fcll.<\/p>\n<p>Was allen diesen Problemen zugrunde liegt: der Marktradikalismus. Dieser hat nicht nur die Probleme zu einem gro\u00dfen Teil hervorgebracht, sondern sorgt auch daf\u00fcr, dass nicht an ihrer L\u00f6sung gearbeitet wird. Denn solche L\u00f6sungen bedeuteten eben immer, dass Wirtschaftswachstum nicht mehr so stattfinden kann wie bisher und Profit nicht \u00fcber allem anderen stehen darf. Und das ist leider nicht kompatibel mit dem Neoliberalismus.<\/p>\n<p>Sollten wir tats\u00e4chlich noch versuchen wollen, die Notbremse zu ziehen, dann m\u00fcsste schleunigst ein Systemwandel her &#8211; und das eher heute als morgen.<\/p>\n<p>Ob ich daran glaube? Leider nicht. Insofern stelle ich mir also lieber resigniert die Eingangsfrage: Was bringt uns denn nun zuerst um?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das klingt jetzt als \u00dcberschrift erst mal ein bisschen ruppig, aber ich f\u00fcrchte, dass es letztlich genau darauf hinauslaufen wird. Schlie\u00dflich ist ja kaum irgendwo mal ein Gegensteuern gegen die zahlreichen destruktiven Verwerfungen des neoliberalen Marktradikalismus zu beobachten, sodass es immer nur weiter mit Volldampf auf den Abgrund zugeht, der nicht viel anderes als das Ende der Menschheit (zumindest wie wir sie kennen) oder sogar s\u00e4mtlichen Lebens auf unserem Planeten bedeutet. Bleibt also die Frage: Was bringt uns letztlich als Erstes dorthin &#8211; der Klimawandel, die Resultate der zunehmenden sozialen K\u00e4lte, die fortschreitende Umweltzerst\u00f6rung oder eventuell doch die Hybris, k\u00fcnstliche Intelligenz entwickeln zu wollen?<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[50,52],"tags":[253,628,166,627,399],"class_list":["post-12311","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politisches","category-soziales","tag-klimawandel","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-neoliberalismus","tag-soziale-kaelte","tag-umweltzerstoerung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12311"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14601,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12311\/revisions\/14601"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}