{"id":1238,"date":"2014-01-24T00:08:50","date_gmt":"2014-01-23T22:08:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=1238"},"modified":"2014-01-24T00:08:51","modified_gmt":"2014-01-23T22:08:51","slug":"julia-friedrichs-ideale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=1238","title":{"rendered":"Julia Friedrichs: Ideale"},"content":{"rendered":"<p>Der Untertitel <em>Auf der Suche nach dem, was z\u00e4hlt<\/em> gibt die Intention der Autorin recht gut wieder. Ausgangspunkt dieses Buches ist eine Silvesternacht, in der die Journalistin und Bestsellerautorin (<em>Gestatten: Elite<\/em>) Julia Friedrichs am Bett ihres noch nicht mal einj\u00e4hrigen Sohnes steht, diesen beim Schlafen beobachtet und sich fragt, wie die Welt wohl aussehen wird, wenn er mal alt sein wird. Ausgehend davon, versucht sie zu ergr\u00fcnden, welche Ideale Menschen haben, die sie selbst als tats\u00e4chliche oder potenzielle Vorbilder sieht. Dabei f\u00fchrt sie Gespr\u00e4che mit recht unterschiedlichen Personen, zum Beispiel Gerhard Schr\u00f6der, Rezzo Schlauch, Hans-Christian Str\u00f6bele, Ingo Schulz und G\u00fcnther Grass, aber auch mit nicht ber\u00fchmten Leuten, wie einer Kinderg\u00e4rtnerin, einem Hedgefonds-Manager oder einer Chirurgin (Alice Schwarzer weigert sich allerdings beharrlich, mit Julia Friedrichs zu sprechen). Hierbei kommen sehr verschiedene Sichtweisen vom Idealismus zutage.<\/p>\n<p>Das Buch ist dabei nicht in Interviewform geschrieben, sondern die Gespr\u00e4che sind eingebettet in die eigenen \u00dcberlegungen der Autorin. Sie selbst nimmt sich n\u00e4mlich auch einiges vor, um die Welt zu einem besseren Platz machen zu k\u00f6nnen. Und im Laufe ihrer Erkundungen stellt sie zudem recht interessante Betrachtungen an, beispielsweise zu den Cayman Islands oder zur Anti-Gutmenschen-Kampagne. So bleibt die Lekt\u00fcre stets abwechslungsreich und kurzweilig.<\/p>\n<p>Julia Friedrichs versucht, den unterschiedlichen Sichtweisen Raum zu geben, sodass diese sich ausf\u00fchrlich darstellen k\u00f6nnen. Sie reflektiert dabei, inwiefern sich das mit ihren Vorstellungen von Idealen deckt, und wertet nat\u00fcrlich irgendwann auch, wobei ich nicht den Eindruck habe, dass sie hierbei leichtfertig vorgeht. So ergibt sich interessanter Blick darauf, was Menschen antreibt, Dinge zu machen, und welche unterschiedliche Vorstellungen von Idealismus es gibt. Dabei wird dann allerdings auch schnell klar, dass einige Formen davon ausgesprochen destruktiv sind und die konstruktiven nicht unbedingt die sind, die sich kurzfristig f\u00fcr den Einzelnen besonders auszahlen.<\/p>\n<p>Mich hat das Buch angeregt, mein eigenes Handeln zu reflektieren, dar\u00fcber nachzudenken, was ich mache und was ich besser machen k\u00f6nnte. Und das ist, finde ich, schon mal ein sehr gutes Resultat, sodass ich eine uneingeschr\u00e4nkte Leseempfehlung aussprechen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>N\u00e4here Informationen zum Buch gibt es <a href=\"http:\/\/www.jpc.de\/jpcng\/books\/detail\/-\/art\/Julia-Friedrichs-Ideale\/hnum\/1694346\" target=\"_blank\">hier<\/a>\u00a0&#8211; aber bitte besser beim Buchh\u00e4ndler um die Ecke kaufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Untertitel Auf der Suche nach dem, was z\u00e4hlt gibt die Intention der Autorin recht gut wieder. Ausgangspunkt dieses Buches ist eine Silvesternacht, in der die Journalistin und Bestsellerautorin (Gestatten: Elite) Julia Friedrichs am Bett ihres noch nicht mal einj\u00e4hrigen Sohnes steht, diesen beim Schlafen beobachtet und sich fragt, wie die Welt wohl aussehen wird, wenn er mal alt sein wird. 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