{"id":1345,"date":"2014-02-27T19:23:22","date_gmt":"2014-02-27T17:23:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=1345"},"modified":"2019-05-08T11:16:53","modified_gmt":"2019-05-08T09:16:53","slug":"einkaufen-als-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=1345","title":{"rendered":"Einkaufen als Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Einkaufen heutzutage ist kompliziert. Nat\u00fcrlich kann man einfach in einen Discounter gehen und sich dort die billigsten Produkte aus den Regalen zerren, aber viele Menschen haben keine Lust mehr, Dinge zu kaufen, die sie selbst und bei der Herstellung auch die Umwelt und\/oder andere Menschen sch\u00e4digen. Oftmals habe ich bisher allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass sich hierbei schnell Resignation breitmacht: <em>Was soll ich als Einzelner denn \u00e4ndern?<\/em> oder <em>Ich blick da nicht mehr durch, was \u00fcberhaupt gut und was nicht gut ist!\u00a0<\/em>sind hier h\u00e4ufige \u00c4u\u00dferungen. Dabei kann der Einzelne sehr wohl einiges machen, das mit dem Durchblick gestaltet sich hingegen zunehmend schwieriger.<\/p>\n<p>Vor ein paar Wochen wies ich in einem kleinen <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=1267\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel hier auf unsterstr\u00f6mt<\/a> auf ein paar Produkte hin, f\u00fcr die es bessere Alternativen gibt. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen auch einige andere Dinge recht schnell und problemlos beim eigenen Konsumverhalten verbessert werden.<\/p>\n<p><strong>Strom:<\/strong> Seinen Stromanbieter zu wechseln ist schnell und problemlos m\u00f6glich. <a href=\"https:\/\/www.lichtblick.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LichtBlick<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.greenpeace-energy.de\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenpeace Energy<\/a>\u00a0und zahlreiche Stadtwerke bieten Strom aus 100 % erneuerbaren Ressourcen an. Das kostet zwar meistens etwas mehr als der Strom aus fossilen Rohstoffen oder Atomkraft, aber die paar Euro im Monat (bei uns waren es nicht mal 5 Euro\/Monat, die wir nach dem Wechsel zu LichtBlick mehr gezahlt haben) lohnen sich in jedem Fall \u2013 erst recht wenn man Kinder hat, denen man ja keinen total abgerockerten Planeten \u00fcberlassen m\u00f6chte. Und zu den irrwitzigen volkswirtschaftlichen Kosten von Atomenergie (die werden zwar nicht direkt vom eigenen Konto abgebucht, aber letztendlich zahlen wir die auch alle \u00fcber Steuern und Abgaben) hat Dirk ja neulich schon mal einen <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=1304\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel hier auf unterstr\u00f6mt<\/a> verfasst. Die Ummeldung erledigt hier in der Regel der neue Stromanbieter, man hat also wirklich so gut wie keinen Aufwand und \u00c4rger damit (wie es zum Beispiel beim Wechsel des Telefonanbieters h\u00e4ufig der Fall ist).<\/p>\n<p><strong>Bank:<\/strong>\u00a0Etwas schwieriger gestaltet sich da schon die Wahl des Finanzinstituts. Zum einen kann man aufgrund langfristiger Verbindlichkeiten manchmal eben einfach nicht so ohne Weiteres wechseln, zum anderen sollen ja auch Serviceleistungen wie Geldautomaten und Filialen in hinreichender Menge vorhanden sein \u2013 was beides bei Sparkassen grunds\u00e4tzlich der Fall ist. Diese sind Privatbanken in der Regel vorzuziehen, da sie genossenschaftlich organisiert sind und sich daher nicht so hemmungslos an wilden Spekulationen beteiligen k\u00f6nnen (zum Beispiel im besonders widerlichen Bereich der Nahrungsmittelspekulationen, wie dies die Deutsche Bank beispielsweise nach wie vor mit Inbrunst tut). Empfehlungen f\u00fcr sogenannte\u00a0<em>gr\u00fcne Banken,<\/em> die ihre Gesch\u00e4fte fair, ethisch und \u00f6kologisch abwickeln,\u00a0finden sich im Internet, beispielsweise <a href=\"https:\/\/utopia.de\/bestenlisten\/die-besten-gruenen-banken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Einkaufen:<\/strong> Hier wird es nun etwas schwieriger, zumal man hier noch unterscheiden muss,\u00a0<em>wo<\/em> man einkauft und\u00a0<em>was<\/em> man einkauft.<\/p>\n<p><strong>Wo?\u00a0<\/strong>Hier halte ich pers\u00f6nlich es so, dass ich lieber bei kleinen, inhabergef\u00fchrten Gesch\u00e4ften einkaufe als bei gro\u00dfen Ketten, auch auf dem Markt kaufe ich gern ein. Das garantiert nat\u00fcrlich nicht, dass die dort Arbeitenden auch immer gut bezahlt werden (sowie sie bei einer Kette nicht automatisch schlechte Arbeitsverh\u00e4ltnisse haben m\u00fcssen), aber die Wahrscheinlichkeit, dort Menschen mit guten Arbeitsbedingungen zu unterst\u00fctzen, ist schon gr\u00f6\u00dfer. Dar\u00fcber hinaus tut man dann auch etwas f\u00fcr die Anbietervielfalt und gegen die sogenannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/McDonaldisierung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">McDonaldisierung<\/a>. Und wenn man sich sicher sein kann, dass bei einer Firma die Mitarbeiter schlecht behandelt werden (wie dies zum Beispiel Ende 2012 bei Amazon bekannt und dann entsprechend dar\u00fcber berichtet wurde, so wie beispielsweise <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16210\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>), dann sollte man diese meiden \u2013 auch wenn es etwas unbequemer sein kann, weil man seine Gewohnheiten \u00e4ndern muss. Alternativen gibt es immer! Und der Buchh\u00e4ndler um die Ecke bekommt auch nahezu jeden Artikel bis zum n\u00e4chsten Tag geliefert.<\/p>\n<p><strong>Was?<\/strong> Bei Lebensmitteln finde ich die Maxime\u00a0<em>regional und saisonal<\/em> sehr sinnvoll. Muss man wirklich Erdbeeren im Winter essen? Oder Spargel? Zumal wenn das dann noch um den halben Globus gekarrt werden musste. Ich finde ja, dass man so bestimmten Leckereien auch ihren Reiz, ihre Besonderheit nimmt, wenn sie eine inflation\u00e4re Verf\u00fcgbarkeit haben. Und dann sollte man auch darauf achten, wie die Lebensmittel hergestellt wurden. Klar, nicht jedes Bio-Siegel (einen kleinen \u00dcberblick \u00fcber ein paar davon findet man <a href=\"http:\/\/eatsmarter.de\/ernaehrung\/news\/bio-siegel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>) bedeutet auch immer die gleiche Qualit\u00e4t, zumal ja auch in dem Bereich immer mal wieder <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/region\/quelle-fuer-dioxin-verseuchte-bio-eier-ist-wohl-gefunden-id6578736.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schindluder getrieben wird<\/a>, aber generell ist es schon sinnvoll, Lebensmittel aus \u00f6kologischer Landwirtschaft zu kaufen, denn bei den industriell hergestellten Lebensmitteln ist die Wahrscheinlichkeit, sch\u00e4dliche Stoffe zu sich zu nehmen, doch erheblich gr\u00f6\u00dfer. Zudem geht es ja auch darum, wie nachhaltig die Produkte hergestellt werden, wie sehr also die Umwelt beeintr\u00e4chtigt wird oder auch Tiere gequ\u00e4lt werden. \u00a0Solche Lebensmittel kosten in der Regel etwas mehr, aber da der Deutsche im Schnitt eh sehr wenig Geld f\u00fcr Lebensmittel ausgibt, sollte hier eigentlich bei fast jedem ein bisschen Luft nach oben sein. Zudem: Weniger ist oftmals mehr. Lieber gute Lebensmittel und daf\u00fcr keine riesigen Portionen auf dem Teller (wobei da dann auch oft genug noch viel weggeschmissen wird), die schlanke Linie freut&#8217;s dann auch (was nat\u00fcrlich nun keine Aufforderung zum Hungern sein soll). Viel ist zum Beispiel auch damit getan, weniger Fleisch zu essen, denn f\u00fcr die Herstellung von Fleisch muss enorm viel pflanzliche Nahrung aufgewendet werden. Wer anf\u00e4ngt, sich \u00fcber seine Nahrungsgewohnheiten und die Herkunft seiner Lebensmittel Gedanken zu machen, ist in jedem Fall schon mal auf dem richtigen Weg. Und ein Bioei schmeckt in jedem Fall besser als zwei Eier aus Bodenhaltung &#8230;<\/p>\n<p><strong>Konzerne:\u00a0<\/strong>Hier wird es jetzt in der Tat schwierig, wenn man Produkte, die von bestimmten Firmen hergestellt werden, meiden m\u00f6chte, denn nicht auf jedem Produkt steht gleich gut erkennbar drauf, wer eigentlich dahintersteckt. Neulich sah ich folgende <a href=\"http:\/\/www.stopptgennahrungsmittel.de\/Data\/File\/monsanto.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Auflistung<\/a>, aus der hervorgeht, welche Firmen Produkte von Monsanto verwenden. Obwohl ich aus verschiedenen Gr\u00fcnden Monsanto in keiner Weise unterst\u00fctzen m\u00f6chte (s. dazu beispielsweise die Dokumentation\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OuRxppqKQds&amp;feature=youtu.be\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Monsanto &#8211; Mit Gift und Gene<\/a>n, aber auch der Film\u00a0<em>Good Food, Bad Food<\/em> ist das sehr erhellend), musste ich feststellen, dass ich unwissentlich genau dieses doch getan habe. Nat\u00fcrlich gibt es auch noch andere Gr\u00fcnde, Firmen wie Nestl\u00e9 beispielsweise zu meiden (s. dazu zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kKVaTx2iUcE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>\u00a0oder auch <a href=\"http:\/\/www.naturwelt.org\/was-tun\/raubtierkapitalismus\/nestl\u00e9\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>), aber dazu muss man ja auch erst mal erkennen, das man \u00fcberhaupt gerade ein Produkt von denen in H\u00e4nden h\u00e4lt. Und da wird es bei den weit verzweigten Konzernstrukturen internationaler Multis nat\u00fcrlich schon sehr un\u00fcbersichtlich &#8230;<\/p>\n<p>Generell kann man festhalten, dass man als Einzelner mit seinem Konsumverhalten schon einiges richtig (und nat\u00fcrlich auch falsch) machen kann. Wichtig ist halt, dass man anf\u00e4ngt, sich einen Kopf dar\u00fcber zu machen, was man wo (und auch warum: Brauch ich das \u00fcberhaupt?) einkauft, ohne dass man dabei in Dogmatismus verf\u00e4llt und daran dann zu verzweifeln droht. Alles kann man nicht richtig machen, aber schon vieles \u2013 und mit gezielter Information und Austausch mit anderen auch zunehmend mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einkaufen heutzutage ist kompliziert. Nat\u00fcrlich kann man einfach in einen Discounter gehen und sich dort die billigsten Produkte aus den Regalen zerren, aber viele Menschen haben keine Lust mehr, Dinge zu kaufen, die sie selbst und bei der Herstellung auch die Umwelt und\/oder andere Menschen sch\u00e4digen. Oftmals habe ich bisher allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass sich hierbei schnell Resignation breitmacht.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52,51],"tags":[159,155,156,154,157],"class_list":["post-1345","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-soziales","category-wirtschaftliches","tag-eigeninitiative","tag-konsumverhalten","tag-monsanto","tag-nachhaltigkeit","tag-nestle"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1345"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15022,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1345\/revisions\/15022"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}