{"id":15503,"date":"2019-07-10T09:18:59","date_gmt":"2019-07-10T07:18:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=15503"},"modified":"2019-07-10T09:43:21","modified_gmt":"2019-07-10T07:43:21","slug":"ich-hab-mal-lust-in-neoliberalen-kategorien-zu-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=15503","title":{"rendered":"Ich hab mal Lust, in neoliberalen Kategorien zu denken"},"content":{"rendered":"<p>Nicht, weil ich dem Neoliberalismus irgendetwas Positives abgewinnen k\u00f6nnte, im Gegenteil. Nein, weil ich glaube, dass man ihn nur versteht, wenn man ihn mal zu Ende denkt, auf die Spitze treibt. Dies tue ich hier und werde ich in Zukunft wohl noch des \u00d6fteren machen. Zieht euch warm an!<\/p>\n<p>In neoliberalen Kategorien, auf dessen Weltbild zu denken, tun ja viele andere auch, sogar dann, wenn sie sich offiziell gegen den Neoliberalismus aussprechen und deshalb nicht ganz so deutlich werden bei ihren Vorschl\u00e4gen. Wie <a href=\"https:\/\/www.op-marburg.de\/Mehr\/Welt\/Politik\/Robert-Habeck-Senioren-koennten-ihre-Wohnung-mit-Familien-tauschen\">Robert Habeck beispielsweise<\/a>, wenn auch noch auf eine sehr moderate Art und Weise, aber dennoch dem Trend folgend, der da sagt, sich selbst zu bescheiden, um dem gro\u00dfen Ganzen zu dienen, vor allem da, wo Staat und Gesellschaft, allein dem Markt vertrauend, versagt hatten. Und er ist ja nicht allein damit, wie ich den Diskussionen bei Facebook seinerzeit entnehmen konnte. Auch <a href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2016\/Barbara-Hendricks-30-Quadratmeter-reichen,panorama6404.html\">Barbara Hendricks<\/a> stie\u00df ja schon vor Jahren in das gleiche Horn, auch moderat zwar, aber in der Tendenz identisch. Eigentlich denke ich hier deshalb auch nur zu Ende, was im Grunde l\u00e4ngst angedacht worden ist.<\/p>\n<p><strong>Bek\u00e4mpfen wir also mal die Wohnungsnot auf neoliberale Art<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die vielen Rentner und Rentnerinnen, die in den Ballungsr\u00e4umen den Wohnraum &#8222;besetzt halten&#8220;, aufs Land ziehen w\u00fcrden, w\u00fcrde nicht nur der Wohnungsmarkt in den Ballungsr\u00e4umen sich wieder entspannen und damit die Wohnungen verbilligen k\u00f6nnen &#8211; schlie\u00dflich steigt das Angebot an Wohnraum und sinkt die Nachfrage nach Wohnraum -, auch die Renditen auf dem Land w\u00fcrden steigen &#8211; weil hier die umgekehrten Prozesse zwischen Angebot und Nachfrage stattfinden w\u00fcrden. Dadurch w\u00fcrden vielleicht sogar dort, im l\u00e4ndlichen Raum, die privaten Investitionen wieder zunehmen und damit Besch\u00e4ftigung nach sich ziehen. Ein absolutes Win-win-Verh\u00e4ltnis, nur durch die Tr\u00e4gheit der Alten derzeit (noch) verhindert, ihrer mangelnden Flexibilit\u00e4t und Mobilit\u00e4t wegen.<\/p>\n<p>Mehr noch, die Ballungsr\u00e4ume k\u00f6nnten ihre Produktivit\u00e4t noch mehr steigern, w\u00e4ren doch die notwendigen Lohnerh\u00f6hungen minimaler anzusetzen f\u00fcr die Dienstboten und alle anderen die Infrastruktur am Laufen haltenden Arbeitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Weniger Pendler entlasten die Luft, denn die frei werdenden Wohnungen k\u00f6nnten den Zuzug der Jugend vom Land erleichtern &#8211; was auch dem Stadtbild sicherlich zutr\u00e4glich w\u00e4re; die vielen Rollatoren sind doch weder sch\u00f6n noch praktisch, wenn man mit dem E-Roller unterwegs ist, oder? &#8211; Sogar freie Gewerbefl\u00e4chen k\u00f6nnten unterm Strich gewonnen werden. Selbst in den Verwaltungen k\u00f6nnte gespart werden, an Lohn und vielleicht auch an Personal.<\/p>\n<p>Bedenkt man dann noch die schlechtere \u00e4rztliche Versorgung auf dem Lande, die <em>taz<\/em> wies ja nicht zu Unrecht darauf hin, so w\u00fcrde auch die GRV mittel-, bestimmt aber langfristig entlastet werden k\u00f6nnen, dort Beitr\u00e4ge sinken lassen, was wiederum der Wirtschaft helfen w\u00fcrde, wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben.<\/p>\n<p>Auch die GKV k\u00f6nnte entlastet werden, von den vielen H\u00fcftoperationen beispielsweise. Denn wozu braucht der Alte, die Alte noch eine neue H\u00fcfte, wenn es sich sowieso nicht mehr lohnt, ins Dorf zu gehen? Zum Schaukelstuhl vor der T\u00fcr kann man sie immer schaffen, und wer nicht mehr sieht, was er vermissen k\u00f6nnte, kann es auch nicht mehr vermissen; der Zahn der Zeit bringt dann schnell auch das Vergessen.<\/p>\n<p>Investitionen in Wohnungsbau und Alten- und Pflegeheime k\u00f6nnten sich die Kommunen ab einer bestimmten Gr\u00f6\u00dfe auch sparen. Diese k\u00f6nnten als Infrastrukturprojekte in den Regionen ausgewiesen werden &#8211; wobei, der Alte und die Alte kommen auch mit dem Gegebenen zurecht, und Wohnungsleerstand gibt es ja auf dem flachen Lande auch genug; auch hier ist eben ein wenig Flexibilit\u00e4t und Mobilit\u00e4t gefragt, auch endlich von den Alten.<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnten dann die eingesparten Mittel in den Ballungsr\u00e4umen endlich mal in die Schulen investiert werden, um zu renovieren und um diese besser auszustatten. Obwohl Steuersenkungen haben ja auch etwas, viel Charme f\u00fcr die vor allem, die ja so arg leiden m\u00fcssen unter den Steuern, glaubt man Union, FDP und AfD.<\/p>\n<p><strong>Also los, l\u00f6sen wir das Problem<\/strong><\/p>\n<p>Alle, die in Rente gehen, ziehen zuk\u00fcnftig aufs Land &#8211; wohlhabende Rentner nat\u00fcrlich ebenso ausgenommen wie die gut abgesicherten der kommunalen Selbstverwaltung, aber auch nur die. Die Gemeindeschwester und der Pfleger, der Polizist und die Feuerwehrfrau sind nicht gemeint, deren Pensionen respektive Renten sind zu gering. Die Besoldungsstufe und Rentenh\u00f6he sollte hier nach unten eine rote Linie bilden.<\/p>\n<p>Zu sarkastisch? Nein, eigentlich nicht. Nur marktkonform und damit eigentlich im Denken der marktkonformen Politik, ihrer derzeitigen (kruden) Logik konsequent folgend sogar vern\u00fcnftig, \u00d6konomismus pur sozusagen.<\/p>\n<p>Realistisch? Vielleicht heute noch nicht, aber &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht, weil ich dem Neoliberalismus irgendetwas Positives abgewinnen k\u00f6nnte, im Gegenteil. Nein, weil ich glaube, dass man ihn nur versteht, wenn man ihn mal zu Ende denkt, auf die Spitze treibt. Dies tue ich hier und werde ich in Zukunft wohl noch des \u00d6fteren machen. 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