{"id":16429,"date":"2019-08-15T12:52:29","date_gmt":"2019-08-15T10:52:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=16429"},"modified":"2019-08-15T19:40:36","modified_gmt":"2019-08-15T17:40:36","slug":"mangelverwaltung-warum-so-mutlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=16429","title":{"rendered":"Mangelverwaltung &#8211; warum so mutlos?"},"content":{"rendered":"<p>Mangelverwaltung hier mal zu Ende gedacht. Ganz im Sinne Adornos, die Folgen des Tuns auch zu Ende zu denken &#8211; eine Glosse.<\/p>\n<p>Die neueste Sau im Dorf hei\u00dft Wohnungsmanagement. Zu viele Menschen, die auf zu gro\u00dfer Wohnfl\u00e4che leben in den Ballungsr\u00e4umen, die man &#8222;umzusiedeln&#8220; gedenkt, um weniger neu bauen zu m\u00fcssen, um dem produktiveren Teil der Bev\u00f6lkerung &#8211; denn &#8222;umzusiedeln&#8220; gedenkt man die unproduktiven Alten &#8211; billigen Wohnraum zur Verf\u00fcgung zu stellen. Klingt logisch, ist logisch, rein rational jedenfalls betrachtet kann man sich dieser Logik kaum entziehen. Denken wir es mal zu Ende.<\/p>\n<p><strong>Streichen wir das Freiwillige und machen wir es zum Projekt<\/strong><\/p>\n<p>Warum sollten wir auf Freiwilligkeit setzen? Lasst uns konsequenter sein!<\/p>\n<p>Das Wohnungsmanagement muss Sozialgesetzgebung werden. Wir m\u00fcssen auch erzwingen, was vern\u00fcnftig ist. Und alte Menschen in \u00fcbergro\u00dfen Wohnungen scheint doch unvern\u00fcnftig zu sein, der Logik zu widersprechen. So jedenfalls sehen das viele intelligente Menschen derzeit, nur eben die Alten meist nicht. Die wollen sich einfach nicht von der lieb gewordenen Umgebung, ihrem Bekanntenkreis, ihrem Kiez, ihren Andenken aus ihrem produktiven Leben trennen.<\/p>\n<p>Geht doch gar nicht! Wie egoistisch! Deren Uneinsichtigkeit in Zeiten des Mangels an gentrifizierbarem Wohnraum nicht endlich Grenzen zu setzen, deren Egoismus keine Grenzen setzen zu wollen, widerspricht jeglicher \u00f6konomischer Logik, ist deshalb falsch. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr Sorge tragen, dass wir auch hier dem Idealbild des Homo oeconomicus Entsprechungen schaffen, und wenn die Alten schon so uneinsichtig sind, so m\u00fcssen wir sie eben dazu zwingen k\u00f6nnen. Tun wir doch beim &#8222;arbeitsscheuen Gesindel&#8220; auch. Warum nicht hier? Es w\u00e4re doch unlogisch, es nicht auch hier tun zu wollen.<\/p>\n<p><strong>Wir sollten aber mehr tun<\/strong><\/p>\n<p>Wir sollten die Arbeitszeiten neu strukturieren, auch um Wohnraum zu beschaffen, nicht nur um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu st\u00e4rken, wie der BDI es lange schon fordert. Auch hier sollten wir endlich konsequenter werden im Denken und Handeln, die Salamitaktik beenden.<\/p>\n<p>Warum sollen Wohnungen, die tags\u00fcber leer stehen, nicht von denen genutzt werden, die tags\u00fcber nicht arbeiten m\u00fcssen, und umgekehrt. Zw\u00f6lf Stunden Arbeit, zw\u00f6lf Stunden Freizeit, und die Wohnungen w\u00fcrden endlich effektiv genutzt werden k\u00f6nnen, unn\u00f6tige Leerst\u00e4nde w\u00e4ren vermieden, Neubauten obsolet, Klima und Wirtschaft kann es nur guttun.<\/p>\n<p>Mehr noch, Zw\u00f6lfstundenschichten f\u00fcr eine gute Maschinenauslastung, weniger Personalnebenkosten pro ben\u00f6tigten Arbeitnehmer, und schon geht es der Wirtschaft wieder gut, und den Ballungsr\u00e4umen ist eine gro\u00dfe Last genommen. Warum also nicht? Was spricht dagegen? Rational w\u00e4re es allemal.<\/p>\n<p><strong>Wir k\u00f6nnen sogar noch mehr tun, m\u00fcssten es sogar gleichzeitig tun<\/strong><\/p>\n<p>Weg mit den Wochenenden, denn wozu? Die Kirchen sind leer, und die Kultur wird \u00fcberbewertet. Der kleine Mann und seine Frau wissen die Kultur sowieso nicht ausreichend zu sch\u00e4tzen. Zw\u00f6lf Stunden zur Reaktivierung der Arbeitskraft sollten den meisten ausreichen, zu viel Freizeit schadet nur, nicht nur dem Produktionsprozess und damit der Wertsch\u00f6pfung. Die meisten Unf\u00e4lle und die daraus folgenden gro\u00dfen Kosten passieren im Haushalt und in der Freizeit. Es wird Zeit, diese Kosten endlich in den Griff zu bekommen, und was w\u00e4re da logischer, als die Freizeit einfach auf ein Minimum zu reduzieren?<\/p>\n<p>Wir erh\u00f6hen die Produktivit\u00e4t, schaffen sogar Wohnungsleerstand, es sinken die Preise, nicht nur die f\u00fcr Wohnungen, es werden Neubauten \u00fcberfl\u00fcssig und damit das Klima geschont. Win-win-win. Also, was h\u00e4lt uns davon ab?<\/p>\n<p><strong>Mehr Arbeit &#8211; h\u00f6here Eink\u00fcnfte?<\/strong><\/p>\n<p>Quatsch! Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter durch die Mehrarbeit nicht steigen. Nein, im Gegenteil, L\u00f6hne und Geh\u00e4lter sollten eher durch noch h\u00f6here Verbrauchs- und Verkehrssteuern, am besten gleich durch eine h\u00f6here Umsatzsteuer, abgesch\u00f6pft werden, denn Verbrauch ist ja schlecht, eben nicht ressourcenschonend, jedenfalls der beim kleinen Mann und seiner Frau, die ganz oben kann man ja weiter verbrauchen lassen. Also, bitte sch\u00f6n, auch hier endlich mehr Konsequenz im Handeln! Die Wirtschaft und der Planet werden es uns danken.<\/p>\n<p>Deshalb sollte man der Fantasie hier auch keine Grenzen setzen. Denn auch Flugreisen, Kreuzfahrten werden obsolet &#8211; f\u00fcr die meisten jedenfalls. Wer hat schon die Zeit dazu, wenn der Urlaub gestrichen wird? Denn nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir uns den auch nicht mehr leisten, wenn wir konsequent bleiben wollen. Wozu auch, stellt er doch nur Kosten f\u00fcr die Wirtschaft dar, mindert er die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und bringt den kleinen Mann und seine Frau noch dazu auf dumme Gedanken, den etwa, wirklich bedeutsam zu sein. Letzteres ist schon viel zu weit getrieben worden. Auch hier sollten wir den Rotstift ansetzen!<\/p>\n<p>Die Str\u00e4nde w\u00e4ren wieder leerer. Der Rotwein k\u00f6nnte wieder ungest\u00f6rter durch die dann in der Zahl geringeren Kehlen flie\u00dfen. Dem Klima hilft es, der Wettbewerbsf\u00e4higkeit hilft es, den Sozialsystemen k\u00f6nnte es helfen.<\/p>\n<p>Denn wohin, wenn man krank wird und zu den Zw\u00f6lfstundenschichtlern geh\u00f6rt? Die Wohnung ist belegt und die Parkbank nicht mehr da. Parks wozu? Die Reichen haben ihr Anwesen, und wir anderen keine Zeit mehr daf\u00fcr. Man braucht die dann auch nicht mehr, weder Parks noch B\u00e4nke. Auch die kommunalen Haushalte w\u00e4ren wieder ein wenig entlastet von dann unn\u00f6tigen Taten und Kosten. Weniger Krankheitstage sind wahrscheinlich, auch dadurch, wahrscheinlich dann auch eine k\u00fcrzere Zeit des Rentenbezuges. Win, win und nochmals win.<\/p>\n<p><strong>Generelles Problem: die Rentner<\/strong><\/p>\n<p>Wobei die das gr\u00f6\u00dfte ungel\u00f6ste Problem sind, die Rentner, denn wohin mit denen tags\u00fcber oder nachts\u00fcber?<\/p>\n<p>Aber ich bin sicher, auch da f\u00e4llt den vielen intelligenten Menschen in der Mangelverwaltung noch etwas ein. Sie m\u00fcssten es nur einmal zu Ende denken. Auch diesen Mangel kann man sicherlich l\u00f6sen. Mein Vorschlag w\u00e4re Landverschickung. Raus aus den Gro\u00dfst\u00e4dten, rein in die D\u00f6rfer \u2013 und schwupps auch das D\u00f6rfersterben bek\u00e4me eine neue Qualit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mangelverwaltung hier mal zu Ende gedacht. 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