{"id":16465,"date":"2019-08-17T10:05:27","date_gmt":"2019-08-17T08:05:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=16465"},"modified":"2019-08-17T10:05:27","modified_gmt":"2019-08-17T08:05:27","slug":"rechts-links-progressiv-konservativ-liberal-scheissegal-darueber-zu-diskutieren-lohnt-sich-kaum-noch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=16465","title":{"rendered":"Rechts, links, progressiv, konservativ, liberal, schei\u00dfegal &#8211; dar\u00fcber zu diskutieren lohnt sich kaum noch"},"content":{"rendered":"<p>Die meisten wissen sowieso nicht, was sie wirklich darunter verstehen sollen; dazu ist diese Gesellschaft viel zu heterogen geworden. Jeder Hans und jede Franziska versteht etwas anderes darunter, je nach eigenem Gusto und Interessen. Schei\u00dfegal also!<\/p>\n<p>Im Grunde geht es doch nur darum, jedem Menschen geht es nur darum, als Mensch wertgesch\u00e4tzt zu werden. Beachten wir dies, k\u00f6nnen wir auch gern \u00fcber die Wege dorthin diskutieren, von mir aus auch in Schemata, in Lagern. Aber solange wir die Wertsch\u00e4tzung nicht beachten, und <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=16127\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wir beachten sie nicht einmal ansatzweise<\/a>, bringen alle anderen Diskussionen nur eines: verschwendete Lebenszeit. Zum Ziel f\u00fchren sie nicht. Streit des Streites wegen, Streit vielleicht noch um Posten und P\u00f6stchen, aber viel mehr kommt nicht dabei heraus als ein best\u00e4ndiges <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=14359\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Warten auf Godot<\/a>.<\/p>\n<p>Wird der Mensch wertgesch\u00e4tzt, so kann er wertsch\u00e4tzen. Wird er nicht wertgesch\u00e4tzt, so hat auch er damit Probleme wertzusch\u00e4tzen. Das ist wie bei der Liebe. Wer nicht geliebt worden ist, wer nicht geliebt wird, der kann auch meist nicht lieben.<\/p>\n<p>Mehr noch: Wer nicht geliebt worden ist, ist meist auch nicht zu der notwendigen Liebe seines Selbst f\u00e4hig. Sodass man auch schlussfolgern kann, dass der, dem Wertsch\u00e4tzung vorenthalten wird, sich auf Dauer auch selbst nicht mehr wertzusch\u00e4tzen wei\u00df und damit auch nicht die anderen, wenn sie sich allzu sehr von dem, was er sich einredet, sich hat einreden lassen zu sein, unterscheiden.<\/p>\n<p>Die Entt\u00e4uschung \u00fcber sich selbst, die Entt\u00e4uschung \u00fcber andere f\u00fchrt dann zu Zorn, zu Wut sogar, zum Hass am Ende dieser Spirale. Der Hass, projiziert auf andere, ist deshalb auch oft ein Selbsthass, weshalb auch die selbstzerst\u00f6rerischen Eigenschaften oft genug bewusst in Kauf genommen werden.<\/p>\n<p>Diese Gesellschaft hat den Hass selbst produziert, er ist hausgemacht. Sie sollte sich weniger beschweren, als die Ursachen zu beseitigen, die sie selbst daf\u00fcr geschaffen hat.<\/p>\n<p>Institutionelle Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Wertsch\u00e4tzung, mediale Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Wertsch\u00e4tzung in Vorbereitung dieser Ma\u00dfnahmen und zum Erhalt dieser Ma\u00dfnahmen, immer auf bestimmte Gruppen bezogen, immer auf Gruppen bezogen, welche dem Bruttoinlandsprodukt nicht mehr ausreichend dienlich sein konnten und dennoch einen Anteil daran einfordern. Dies alles hat dazu beigetragen, ja es sogar urs\u00e4chlich erzeugt, dass die Wertsch\u00e4tzung des Menschen, wenn er sich allzu sehr vom Ideal wegbewegt, zerst\u00f6rt wurde. Anders zu sein, als die Norm es verlangt, f\u00fchrt bei uns zu Wertsch\u00e4tzungsdefiziten, zu gewollten, wie ich behaupte. Denn die Norm, das Ideal muss erreicht werden, unter allen Umst\u00e4nden muss es gelten. Wehe denen, die von der Norm abweichen, ob aus eigener Schw\u00e4che oder bewusst, ist dabei vollkommen egal geworden. Die Norm hei\u00dft, der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Wirtschaft zu dienen, und dieser Norm sind wir alle unterworfen, entmenschlicht damit worden.<\/p>\n<p>Schuld wurde erzeugt, medial und dann in Folge institutionell, rechtsstaatlich durch die Sozialgesetzgebung in der Gesellschaft verankert. Schuld der Gesellschaft gegen\u00fcber, selbst zu tun, ausschlie\u00dflich noch selbst tun zu m\u00fcssen, immer und st\u00e4ndig verpflichtet zu sein und dann auch immer und st\u00e4ndig selbst Schuld zu sein, wenn es nicht so l\u00e4uft wie gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Schuldig ist der Mensch dieser Gesellschaft, immer wieder ist er es, der die Schuld tr\u00e4gt, so als ob der Mensch im Vakuum leben w\u00fcrde. In allen Lebensbereichen begegnet ihm die eigene Schuld und die Schuldvermutung der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Die Politik ist fein raus, sie hat im Grunde nur noch die Funktion, die Schuld auch \u201erichtig\u201c zuzuweisen, die Medien sind ihr dabei gern behilflich, denn auch sie leben l\u00e4ngst von der Schuld und den Schuldzuweisungen.<\/p>\n<p>Schuld zu diskutieren, sie dem Menschen zu nehmen, zur Unschuldsvermutung zur\u00fcckzukehren w\u00e4re deshalb der erste Schritt, diesem Hass entgegentreten zu k\u00f6nnen, den wir alle ja beklagen, den wir aber gesellschaftlich erst erzeugt haben. Gelte die Unschuldsvermutung wieder, w\u00fcrde der Mensch dann auch wieder wertgesch\u00e4tzt, rein als Mensch und nicht ausschlie\u00dflich wie heutzutage als Produktionsfaktor, als Mittel zum Zweck, so w\u00e4re es leicht, die notwendige Wertsch\u00e4tzung wiederherzustellen, die den Hass dann verringern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Bleibt es bei der Schuldvermutung, so bleibt es beim Hass, so wird er sogar gr\u00f6\u00dfer, denn die Wertsch\u00e4tzung, die eigene, aber auch die gegenseitige, ginge immer mehr verloren.<\/p>\n<p>Bleiben wir dabei, alles \u00f6konomisch denken zu m\u00fcssen, Mangel zu verwalten, anstatt ihn gesellschaftlich und damit gemeinsam zu verringern, so werden wir der Schuldvermutung nur weitere Nahrung geben.<\/p>\n<p>Wir haben es in der Hand, wohin die Reise geht. Zu noch mehr Schuld und damit immer weniger Wertsch\u00e4tzung und immer mehr Hass &#8211; oder verringern wir die Schuld, die Schulden, die aufgeh\u00e4uft worden sind, und senken wir damit den Hass, weil wir die Wertsch\u00e4tzung in der Gesellschaft erh\u00f6hen, dem Einzelnen auch wieder die M\u00f6glichkeit geben, sich wertgesch\u00e4tzt zu f\u00fchlen, ja sich selbst wertzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Hier stehen wir, und zwar wir alle, in der Schuld, in der Handlungsschuld. Ich bin gespannt, wie wir uns entscheiden werden als Gesellschaft. Meine Entscheidung ist lange schon gefallen, gegen den Hass, gegen die Wut, gegen den Zorn, sogar gegen die Entt\u00e4uschung, auch wenn mir, zugegeben, mich gegen Letzteres zu wappnen immer noch am schwersten f\u00e4llt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten wissen sowieso nicht, was sie wirklich darunter verstehen sollen; dazu ist diese Gesellschaft viel zu heterogen geworden. 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