{"id":16637,"date":"2019-08-19T19:01:13","date_gmt":"2019-08-19T17:01:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=16637"},"modified":"2019-08-23T11:54:46","modified_gmt":"2019-08-23T09:54:46","slug":"adorno-hatte-recht-das-scheitern-der-popperschen-gesellschaft-zeigt-dies-ganz-deutlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=16637","title":{"rendered":"Adorno hatte recht: das Scheitern der Popperschen Gesellschaft zeigt dies ganz deutlich"},"content":{"rendered":"<p>Der Positivismus, dessen Vertreter Popper ist, l\u00e4sst nur das als wahr gelten, was sich als positiv, faktisch vorfinden l\u00e4sst, also was man messen und in Experimenten empirisch wiederholen kann. Alles muss sich verifizieren oder es gilt als falsifiziert, also als widerlegt. Diesen Positivismus auf die Sozialwissenschaften zu \u00fcbertragen, auf die Gesellschaft letztendlich, widersprach Adorno vehement. Er hatte recht dies zu tun, die sogenannten &#8222;Macher&#8220; und &#8222;Macherinnen&#8220; in der Gesellschaft zeigen t\u00e4glich, wie recht er hatte.<\/p>\n<p><strong>Auf die Basis kommt es immer an, auch beim Denken<\/strong><\/p>\n<p>Die Basis stimmt nicht, auf der wir denken und handeln. Jede Logik braucht eine Basis, auf der die Logik sich dann entfalten kann. Stimmt die Basis schon nicht, so kann auch die beste Logik nichts Vern\u00fcnftiges hervor bringen. Unsere Basis ben\u00f6tigt dringend der \u00dcberpr\u00fcfung. \u00dcber die Basis unseres Denkens, gelte es nachzudenken. Ein Versuch, dies hier zu tun und anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Logik und Basis sind untrennbar verbunden<\/strong><\/p>\n<p>Alles was wir tun, tun wir auf Basis dessen, was wir wissen, was wir wissen k\u00f6nnen und was wir nicht wissen, k\u00f6nnen wir nicht beachten. Schlimm ist nur, wenn wir es wissen k\u00f6nnten und dennoch nicht beachten. Noch schlimmer wird es, wenn wir es sogar wissen und dann doch ignorieren.<\/p>\n<p>Das gilt beim Hausbau, wenn wir ignorieren, dass das Haus auf einem ungeeigneten Untergrund gebaut wird, und es sollte uns nicht verwundern, wenn dann das Haus Risse bekommt oder ganz zusammenst\u00fcrzt, wie auch beim Denken. Die Verantwortung f\u00fcr Risse, Verwerfungen und Versagen ist schnell zugeordnet, wie auch der Zorn dem Verantwortlichen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Das mit der Verantwortung ist nicht so leicht bei den Geisteswissenschaften und dennoch gilt hier gleiches Prinzip. Es gilt auch da, wo sie angeblich physikalisch messbar seien, durch Statistiken eine physikalische Wahrheit bekommen sollen, sich \u00fcber Statistiken verifizieren oder falsifizieren. Auch dort ist die Basis des Denkens entscheidend, ob die Logik letztendlich vern\u00fcnftige Ergebnisse erbringen kann. Manches korreliert, aber nur scheinbar, nur der Logik entsprechend, aber nicht die Tatsachen wirklich rechtfertigend. Die ausgefeilteste Mathematik hilft wenig, wenn die Datenbasis schon falsch ist, schon dann nicht, wenn die Datenbasis unvollst\u00e4ndig ist, wesentliche Daten ignoriert. Das sollte eigentlich jedem einleuchten.<\/p>\n<p>Immer braucht die Logik eine Basis, eine richtige Basis, eine m\u00f6glichst umfangreiche Basis, auf der sie aufbauen kann. Das ist nicht nur logisch, sondern unverzichtbar, wenn die Ergebnisse wirklich Sinn machen sollen. Stimmt die Basis nicht, kann auch die beste Logik nicht helfen.<\/p>\n<p><strong>Die Basis des Denkens und Handelns bedarf der Korrektur<\/strong><\/p>\n<p>Zuviel Popper, zu wenig Adorno und gar kein Sartre respektive Sartre \u00fcber den Individualismus v\u00f6llig fehlinterpretiert, so stellt sich mir die Gesellschaft, die Politik und so stellen sich mir auch die Geisteswissenschaften derzeit dar. Eine uns\u00e4gliche Entwicklung, welche wir genommen haben, die uns viele der heutigen Probleme beschert hat und noch schlimmer, weiterhin daran hindert diese ad\u00e4quat anzunehmen und einer L\u00f6sung zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Platon versus Sartre<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Existenz ist vor der Essenz&#8220;, behauptet Sartre, und weil wir immer noch denken, wie Platon bis hin dann zu den Aufkl\u00e4rern, dass die Essenz vor der Existenz w\u00e4re, die Existenz somit bestimmt wird, auch durch unser Streben hin zum Ideal, zur Essenz, tats\u00e4chlich und moralisch und nicht umgekehrt, denken wir auch so falsch. Hier bin ich mit Sartre einig. Hier bin ich bei Brecht, wo doch auch \u201edas Fressen vor der Moral kommt\u201c.<\/p>\n<p>Hier ist auch die Br\u00fccke zu dem Sp\u00e4taufkl\u00e4rer und Aufkl\u00e4rungskritiker Adorno zu schlagen, wenn er postuliert \u201ees gibt kein richtiges Leben im falschen\u201c. Denn nat\u00fcrlich kann es das nicht geben, ist doch das Ganze f\u00fcr uns nicht durchschaubar, nicht einmal, wenn wir es durchschauten, k\u00f6nnten wir ohne Schuld handeln, ist doch die Existenz, sind doch unsere eigenen Entscheidungen, ma\u00dfgebend f\u00fcr das, was wir selbst als Teil des Ganzen aus dem Ganzen machen, wie viel das Ganze zul\u00e4sst, dass wir aus unserem Leben machen k\u00f6nnen. Wir haben es selbst in der Hand, sind verantwortlich f\u00fcr alles was wir tun und lassen, da hat Satre schon recht, wir sind Gestalter der Essenz, Gestalter des Ganzen, aber wir sind auch gestaltet vom Ganzen, Erblickter und nicht nur Erblickender, wie auch Satre lehrt. Nicht durch die Essenz, sondern einzig durch die Existenz, die eigene wie die anderer und, auch da hat Satre recht, im Zusammenspiel, dem Feedback, wie man heute so sch\u00f6n sagt, zwischen den sich gegenseitig Erblickenden. Deshalb war es auch konsequent von Sartre in seinen letzten Jahren die Marxsche These &#8222;das Sein bestimmt das Bewusstsein&#8220; in den Grenzen seines Denkens als richtig anzuerkennen.<\/p>\n<p>Eine Essenz, wie Platon sie postuliert, wie sie die Aufkl\u00e4rung bis heute postuliert, hat etwas g\u00f6ttliches, hat etwas mystisches, hat nichts existentielles, legt uns in Ketten, ist religi\u00f6s, wenn auch rational am Ende, setzt man diese Essenz voraus, mystifiziert man das Gewissen \u00fcber die Logik, weil die Basis dieser Logik eigentlich nichts anderes als diese Mystifizierung zul\u00e4sst, diese Logik dann zum Selbstzweck wird.<\/p>\n<p><strong>Die Logik ist \u00fcber das Ideal zum Selbstzweck geworden<\/strong><\/p>\n<p>Wir beschreiben eine Essenz, ein Ideal, normieren und werten dieses Ideal &#8211; derzeit recht wei\u00df und m\u00e4nnlich &#8211; und dann stellen wir Regeln auf, die nur noch der Essenz entsprechen, dem Ideal folgen m\u00fcssen. Die Existenz ignorieren wir, mehr noch, die wollen wir anpassen, die eigene wie die fremde. Das europ\u00e4ische Unverst\u00e4ndnis Chinas beispielsweise kommt auch darin zum Ausdruck, diese Ohnmacht, die die meisten Handelnden derzeit gegen\u00fcber China beschlichen hat. Das Unverm\u00f6gen das Fremde insgesamt zu verstehen, es den eigenen Interessen unterzuordnen, anzupassen, kommt darin zum Ausdruck, ja das imperialistische Denken, das Neue wie das Alte, kommt darin zum Ausdruck, behaupte ich: Das Ideal, unser Ideal, entspricht nicht dem, was wir in der Fremde, in China, sehen k\u00f6nnen und das macht uns Probleme, gro\u00dfe Probleme, schon beim Verstehen, und deshalb auch im Handeln.<\/p>\n<p><strong>Popper versus Adorno<\/strong><\/p>\n<p>Seit Popper teilen wir das Ganze und meinen die Einzelteile verifizieren oder falsifizieren zu k\u00f6nnen, ganz so wie die Physik, nun auch die Gesellschaft, das Ganze, nun in seine Einzelteile zerlegt, betrachten zu k\u00f6nnen. Nicht umsonst waren Helmut Schmidt und Karl Popper so sehr befreundet, war Schmidts Politik als die eines Machers bekannt. Der Macher teilt sich die Welt in Teile und setzt Priorit\u00e4ten, betrachtet das Teil, sucht die L\u00f6sung, allerdings nur im Teil nie im Ganzen. Die Politik ist heute von diesem Machertum bestimmt und wer nicht Macher ist, ist nichts in der Politik. \u201eWer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen\u201c, sagte Helmut Schmidt einmal, hei\u00dft es seit langem und allgemeiner Beifall ist gewiss, wer sich dieses Zitates, freundlich oder unfreundlich bedient. Vision\u00e4r zu denken, im Ganzen zu denken, ist nicht mehr en vogue, seit Popper sogar verp\u00f6nt.<\/p>\n<p>Schon in meinem Studium wurde so sehr auf das Popper-Kriterium gepocht, sodass die G\u00e4nze in seine Einzelteile zerlegt wurde, die G\u00e4nze damit verunstaltet wurde. Die \u00d6konomie wurde zur Wissenschaft erhoben, anstatt das zu bleiben, was sie h\u00e4tte bleiben sollen, ein Teil der Sozialwissenschaften, Hilfswissenschaft f\u00fcr Soziologen, Politologen und auch Geschichtswissenschaftler.<\/p>\n<p>Ihre Dominanz ist die Unart unserer Tage, wie ich immer wieder behaupten werde, weil diese Behauptung sich immer wieder in der Gesellschaft verifiziert und solange sie sich verifizieren wird, werde ich von meiner Behauptung auch nicht lassen &#8211; ganz im Sinne Poppers. Denn nat\u00fcrlich hat Popper gro\u00dfe Bedeutung, darf man ihn nicht nicht beachten, aber seine \u00dcberh\u00f6hung, gerade seine gesellschaftliche \u00dcberh\u00f6hung durch die Politik und den recht bequemen Universit\u00e4tsprofessoren \u2013 sich mit dem Teil zu besch\u00e4ftigen ist halt einfacher, als mit dem Ganzen -, sollte beendet werden.<\/p>\n<p>Das Ganze ist n\u00e4mlich immer noch mehr als die Summe seiner Einzelteile. Und auch wenn es \u201ekein richtiges Leben im falschen\u201c gibt, so ist doch das Leben entscheidend und nicht nur ein Ausschnitt davon, so bedeutend er auch sein mag. Der Existenz wird der Poppersche Ausschnitt nie gerecht, weder der des Blickenden noch wenn er selbst zum Erblickten wird. Die Essenz wird \u00fcberm\u00e4chtig, die Moral erdr\u00fcckt das Individuelle, das Individuum, das gesamtgesellschaftliche Tun, die Gemeinschaft oder sie schafft Uniformit\u00e4t, eine Totalit\u00e4t, wie in der unsrigen, die eine des Konsums geschaffen hat.<\/p>\n<p><strong>Wir denken von der Essenz her und sollten endlich von der Existenz her denken lernen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir weiterhin von der Essenz, vom Ideal, her denken, so ist auch die andere Kultur dann fremd &#8211; was sie am Anfang immer ist &#8211; und sie bleibt auch fremd. Sie bleibt angsteinfl\u00f6\u00dfend.<\/p>\n<p>Mehr noch, der Zwang zur Anpassung bleibt wirkungsm\u00e4chtig und zwar derzeit bei uns zur Anpassung an die wei\u00dfe Rasse, die deshalb auch immer rassistisch handelt, meist auch dann, wenn sie anderes zu tun vorgibt. Mir erkl\u00e4rt dies nicht nur Trump, so weit er auch vom Ideal entfernt zu sein scheint, ist es doch das Ideal welches ihn tr\u00e4gt und erst m\u00f6glich gemacht hat. Es erkl\u00e4rt mir aber auch schon Formen des Rassismus, die ich als niedrigere Formen, aber nicht minder wirkungsm\u00e4chtige, bezeichnen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Insbesondere den institutionellen Rassismus, kulturell durch das Ideal implementiert und auch akzeptiert, durch Ausgrenzung von Menschen in n\u00fctzlich f\u00fcr den Arbeitsmarkt und weniger bis gar nicht mehr n\u00fctzlich f\u00fcr diesen. Ebenso, wie den unterschwelligen Rassismus des &#8222;guten&#8220; B\u00fcrgers, der nur verlangt, dass man sich nach den hiesigen Gepflogenheiten zu richten h\u00e4tte, nicht bedenkt, dass diese immer schon einen Kompromiss darstellten, sich ver\u00e4nderten, und zwar in dem Ma\u00dfe, wie sich die Zusammensetzung der Gesellschaft ver\u00e4ndert hatte, ver\u00e4ndern musste, wollte sie mit den anderen Gesellschaften Schritt halten, wollte sie integrativ bleiben. Kultur ist n\u00e4mlich ein st\u00e4ndiger Ver\u00e4nderungsprozess. Dies zu begreifen, w\u00e4re eigentlich opportun, vor allem um dem Rassismus Schranken setzen zu k\u00f6nnen. Adorno hat deshalb v\u00f6llig recht, wenn er verlangt selbst den &#8222;Unbelehrbaren&#8220; die letztendlichen Konsequenzen ihrer Forderungen vor Augen zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wir jedoch denken und handeln weiterhin von der Essenz her, anstatt Sartre zu beachten und von der Existenz her zu denken und zu handeln. Eine daf\u00fcr entsprechende Logik ist l\u00e4ngst Kultur. Akzeptiert wird nur der, ob nur fremd oder auch ethnisch fremd, ob heimisch im Lande, der dieser Essenz sich gut anpassen kann, am besten sogar mehr als die, denen man die Anpassung an die Essenz von vornherein unterstellt, dem eigenen Umfeld, der eigenen Ethnie. Und die Essenz ist dieser Tage nicht die Ethik. Die Essenz ist die \u00d6konomie, der \u00d6konomismus, die Moral des sich rechnen k\u00f6nnen M\u00fcssens. Alles muss sich immer rechnen lassen, auch die nat\u00fcrliche Existenz, auch und gerade die menschliche Existenz. Die Essenz, das Ideal, welches wir an Gottes statt gesetzt haben. Die Fessel, die wir \u00fcberst\u00fclpten, als uns die Aufkl\u00e4rer scheinbar die Fesseln genommen hatten.<\/p>\n<p><strong>Es braucht einen neuen Existentialismus, einen der Frankfurter Schule<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich liegt hierin die Herausforderung, u.a. auch f\u00fcr die Philosophie, endlich Sartres Erkenntnisse und die der Frankfurter Schule mit zu bedenken, zusammen zu denken, und nicht, wie derzeit, in der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung weiterhin die Befreiung des Menschen zu behaupten. Mir jedenfalls sagt Sartre, sagt Adorno mehr als Kant dieser Tage und ich kann sagen, ich liebe meinen Kant und seine Befreiung auch meines Ichs aus der von mir selbst verschuldeten Unm\u00fcndigkeit. Aber ich wei\u00df auch um dessen Unm\u00f6glichkeit, wenn die Zeit viele, schnelle Entscheidungen verlangt, wenn die Zeit zu schnelllebig ist, um wirklich der Entscheidung immer das eigene Gewissen voranzustellen. Wir sind eben nicht diesem homo oeconomicus \u00e4hnlich, den Nietzsche schon kritisiert, wenn er seinen \u00dcbermenschen beschreibt. Wir sind Menschen, mit Fehlern und eine sehr begrenzten M\u00f6glichkeit wirklich rational zu entscheiden. Bei Kant stehen zu bleiben, das kann deshalb nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Das w\u00e4re so, als ob man den Kapitalismus nur \u00fcber Weber oder nur \u00fcber Marx erkl\u00e4ren wollte und keinem vern\u00fcnftigen Menschen w\u00fcrde dies einfallen, wenn er sich mit dem Kapitalismus besch\u00e4ftigt, denn es w\u00e4re, angesichts des enormen technischen und sozialen Fortschritts seither, auch unlogisch.<\/p>\n<p><strong>Der Mensch ist durch die Aufkl\u00e4rung nicht befreit worden<\/strong><\/p>\n<p>Er ist nur von der einen Religiosit\u00e4t in eine andere geschlittert. Er ist einem rationalen, \u00f6konomistischen Denken unterworfen worden, von diesem in Ketten gelegt worden. Nicht durch den Kapitalismus, auch wenn dieser und die Aufkl\u00e4rung sicher ein symbiotisches Verh\u00e4ltnis derzeit zu einander haben, nein, durch das Denken im unbegrenzten privaten Eigentum, in der \u00dcbermacht des Individuums, auch \u00fcber seine eigenen Triebe, ist er von einer Abh\u00e4ngigkeit in die n\u00e4chste geschlittert. Er ist zum Konsum-Menschen gemacht worden, dem Ideal des homo oeconomicus folgend. Seiner Menschlichkeit hingegen ist er sogar beraubt worden. Eine Menschlichkeit, die immer mal wieder versucht an die Oberfl\u00e4che zu kommen, aber es nicht schafft, von der \u00d6konomie und deren Regeln und Logik best\u00e4ndig unterdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Die Aufkl\u00e4rung hat versagt, sie ist in ihren Begrifflichkeiten steckengeblieben. Mehr noch, diese &#8211; auch hier gelte es Adorno zu begreifen &#8211; Begrifflichkeiten tun dem Denken und damit letztendlich dem Handeln sogar Gewalt an, derzeit wieder und immer mehr die Gewalt der herrschenden Klasse, der verm\u00f6genden Klasse und ihrer willf\u00e4hrigen, weil sie nachahmenden, Bourgeoisie.<\/p>\n<p><strong>Wir brauchen ein neues Denken<\/strong><\/p>\n<p>Eines, welches die der Existenz Priorit\u00e4t einr\u00e4umt und nicht, das wir weiterhin Vorstellungen von einem Ideal, welches dann der Existenz sogar zuwider laufen kann, hinterher laufen m\u00fcssen, einem Ideal, welches andere f\u00fcr uns bestimmen, indem sie das Ich nur \u00fcber den Egoismus noch zu denken bereit sind, diesen dann kollektivieren k\u00f6nnen, als Moral in alle Welt tragen.<\/p>\n<p>Wir brauchen eine neue Gedankenbasis! Eine wertsch\u00e4tzendere Gedankenbasis und eine dann auch wieder wertsch\u00e4tzendere Logik. Eine den Menschen wertsch\u00e4tzende ebenso, wie eine der Natur wider Wertsch\u00e4tzung entgegenbringende Gedankenbasis und Logik.<\/p>\n<p>Wir brauchen deshalb auch Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen. Meinen Beitrag habe ich hier dazu versucht zu leisten, werde ich auch dazu weiter leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Positivismus, dessen Vertreter Popper ist, l\u00e4sst nur das als wahr gelten, was sie positiv, faktisch vorfinden, also messen und in Experimenten empirisch wiederholen k\u00f6nnen. Diesen Positivismus auf die Sozialwissenschaften zu \u00fcbertragen, auf die Gesellschaft letztendlich, widersprach Adorno vehement. 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