{"id":17035,"date":"2019-09-10T16:02:19","date_gmt":"2019-09-10T14:02:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17035"},"modified":"2019-09-10T16:02:19","modified_gmt":"2019-09-10T14:02:19","slug":"boese-staatsausgaben-gute-staatsausgaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17035","title":{"rendered":"B\u00f6se Staatsausgaben &#8211; Gute Staatsausgaben"},"content":{"rendered":"<p>Dass der Staat investieren muss, scheint vielen immer klarer zu werden, auch in der Politik. Nur reichen die Einsichten dort bei weitem nicht aus.<\/p>\n<p>Dass diese staatliche Nachfrage auch auf Bereiche treffen wird, die jetzt schon ausgelastet sind, die durch diese Nachfrage \u00fcberhitzt werden k\u00f6nnten oder wo diese Nachfrage sogar auf kein Angebot treffen k\u00f6nnte, ist auch bei einigen schon angekommen.<\/p>\n<p>Dass deshalb aber die Investitionen unterlassen werden m\u00fcssen, dies als Begr\u00fcndung f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Schuldenbremse herhalten soll, ist schon Chuzpe und gleichzeitig wirtschaftspolitisches Unverst\u00e4ndnis, vielleicht auch Feigheit, den Fehler der Schuldenbremse nun einr\u00e4umen zu m\u00fcssen. Ich vermute ein Zusammenspiel von allen drei Faktoren.<\/p>\n<p><strong>Fehler gibt niemand gerne zu<\/strong><\/p>\n<p>Niemand gibt Fehler gern zu, zumal dann nicht, wenn ein Klima, wie hier bei uns, geschaffen worden ist. Wir haben hier bei uns ein Klima geschaffen, welches denjenigen und diejenige negativ sanktioniert, und das mit aller Macht, auch und gerade der moralischen Macht, der oder die den Fehler, sein oder ihr Scheitern, zugeben muss. Das scheint mir deutsch zu sein, einer Schuldgesellschaft w\u00fcrdig, eben der Unsrigen, aber wenig pragmatisch, ist es doch der, der Fehler zugeben kann, der wirkliche St\u00e4rke bewei\u00dft, beraubt man sich doch durch dieses Verhalten selbst damit der tieferen Einsichten. Aber vielleicht ist das ja gewollt im Verteilungswahn von Unten nach ganz Oben, m\u00f6glich erscheint es mir. AKK leugnet ja immer noch die gro\u00dfe Ungleichheit im Lande, wie ich letztens h\u00f6rte, als ich ihr zuh\u00f6ren musste.<\/p>\n<p><strong>Wirtschaftspolitische Inkompetenz aus wirtschaftspolitischem Unverst\u00e4ndnis<\/strong><\/p>\n<p>Wirtschaftspolitisches Unverst\u00e4ndnis ist es, weil nat\u00fcrlich nicht alle Sektoren ausgelastet sind, im Gegenteil, gerade deren Nichtauslastung mit dazu beitr\u00e4gt, dass private Investitionen nicht get\u00e4tigt werden. Nur auf die ausgelasteten Branchen hier abzuzielen zeigt nur, worum es wirklich geht: die Armee der Arbeitskr\u00e4fte weiter von den Produktivit\u00e4tsgewinnen fernzuhalten und die Reservearmee aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, schwer zu verstehen, wenn man immer nur von der Politik, der Wirtschaft, den Medien um die Ohren gehauen bekommt, dass Schulden b\u00f6se sind, dass es gute und schlechte Staatsausgaben geben w\u00fcrde, das Investitionen n\u00e4mlich gut und staatlicher Konsum schlecht w\u00e4ren. Diesen Quatsch redet man t\u00e4glich rauf und runter und diesen Quatsch nun als Quatsch zu erkennen, f\u00e4llt der Bev\u00f6lkerung ebenso schwer, wie es der Wirtschaft, der Politik und den Medien schwer fallen wird, diesen Irrtum zuzugeben. Ein typisch deutsches Dilemma.<\/p>\n<p>Denn das es ein Irrtum ist, Schulden als b\u00f6se anzusehen, wenn sie der Staat macht, ist l\u00e4ngst bekannt, denen zumindest die in Geld und damit einer Geldwirtschaft denken k\u00f6nnen, nicht nur den Tausch im Kopf haben. Hier wieder gilt Hamlet:<\/p>\n<blockquote><p>An sich ist nichts weder gut noch b\u00f6se, das Denken macht es erst dazu<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass, so zu trennen, in b\u00f6se Staatsausgaben und schlechte Staatsausgaben, falsch ist, ist offensichtlich den gro\u00dfen \u00d6konomen in den Parteien, wie Altmaier, G\u00f6ring-Eckardt und Scholz (stellvertretend hier erw\u00e4hnt), noch nicht in den Sinn gekommen. Wahrscheinlich deshalb, weil sie Geld und die Geldwirtschaft nicht verstehen, gar nicht verstehen wollen. Sie leben ihren Irrtum und nicht viel scheint sie auch davon abbringen zu k\u00f6nnen &#8211; sie leben ja gut damit -, nicht einmal die drohende Rezession, die Fliehkr\u00e4fte, die genau deshalb die EU derzeit auseinandertreiben, kann sie von diesem Denken abbringen, zur Vernunft bringen.<\/p>\n<p><strong>Die Ausgaben des Staates sind ein wesentlicher Faktor f\u00fcr die Nachfrage insgesamt<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist es v\u00f6llig egal, ob sie investiv oder konsumtiv sich manifestieren. Sie schaffen immer Produktion und damit Einkommen gem\u00e4\u00df der Einkommensarten. Und von was leben wir? Ja, genau, von unseren Einkommen. Dumm, nicht wahr, diese Einkommen so ganz aus dem Blick genommen zu haben und damit die Nachfrage, die n\u00e4mlich diese Einkommen auch voraussetzen muss. &#8211; Die Sparquote hier noch mit einzubringen, spare ich mir heute und das obwohl sie sehr entscheidend w\u00e4re zu betrachten, gerade weil sie von unten nach oben bei den Einkommen steigt und dies durchaus wirkungsm\u00e4chtig ist. Ich erw\u00e4hne es nur, mag der Leser sich selbst dar\u00fcber Klarheit verschaffen.<\/p>\n<p>Die Nachfrage insgesamt bestimmt letztendlich wie rentabel die Investition sein wird, mehr noch, sie bestimmt, ob es lohnenswert erscheint eine Investition, geschweige denn, eine Innovation \u00fcberhaupt anzusto\u00dfen, wo sie angesto\u00dfen werden, hier oder andernorts, n\u00e4her am Markt dann, also an der Nachfrage, dort wo sie auf Nachfrage sto\u00dfen k\u00f6nnte. Ohne Nachfrage keine Investitionen, ohne (potentielle) Nachfrage keine Innovationen, kann man deshalb feststellen.<\/p>\n<p>Das Innovationen auch von den L\u00f6hnen abh\u00e4ngen, insbesondere von der Lohnh\u00f6he, scheint auch im Orkus des Unverst\u00e4ndnisses untergegangen zu sein. Wie soll die Bev\u00f6lkerung dies begreifen, wenn es diese gro\u00dfen \u00d6konomen in den Parteien nicht mehr verstehen, es verstehen ja nicht einmal mehr die Unternehmen und die Gewerkschaften. Beschr\u00e4nken wir uns hier deshalb erst einmal auf den Zusammenhang von Nachfrage und Investitionst\u00e4tigkeit und von Innovationen, kommen wir darauf sp\u00e4ter zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Investitionen brauchen immer auch die entsprechende Nachfrage in der Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Einzig erw\u00e4hnt werden soll nur noch, dass Investitionen ohne entsprechende Nachfrage in der Zukunft, Geldvernichtung darstellen. Dies muss Erw\u00e4hnung finden, denn dies ist wichtig, um zu verstehen. Investitionen haben immer zur Folge, dass der Markt mit neuen, hoffentlich besseren, weil innovativen G\u00fctern versorgt wird. Diese m\u00fcssen auf eine Nachfrage treffen, ansonsten machen diese G\u00fcter keinen Sinn. Wozu etwas produzieren, was sich keiner leisten will oder &#8211; heutzutage in den privaten Haushalten eher als Grund zu finden &#8211; leisten kann? Sinnlos. Diesen Zusammenhang hat schon Keynes mit bedacht, ausf\u00fchrlich beschrieben. Es lohnt, sich diesen Zusammenhang noch mal zu vergegenw\u00e4rtigen. Denn irgendwoher muss diese Nachfrage kommen und &#8211; dies sei gleich gesagt -, wenn nicht aus dem Ausland, wenn nicht von den privaten Haushalten, ob ihrer Konsumschw\u00e4che in den unteren Schichten, dann eben durch den Staat. Direkt oder indirekt \u00fcber die Transferleistungen, also den Teil den die Neoklassik und der Neoliberalismus und ihre mehr oder weniger progressiven Parteien als reinen Kostenfaktor verstehen, \u00fcber den Sozialstaat.<\/p>\n<p><strong>Die Politik versteht den Sozialstaat nicht mehr<\/strong><\/p>\n<p>Bei uns wird der Sozialstaat nicht mehr verstanden, das wird mir immer deutlicher. Nicht nur bei den vielen Vorschl\u00e4gen diesen kapitalgedeckt in Zukunft zu gestalten, die Zusammenh\u00e4nge, die Gerhard Mackenroth eindr\u00fccklich darstellte ignorierend, zeigen das:<\/p>\n<blockquote><p>Nun gilt der einfache und klare Satz, da\u00df aller Sozialaufwand immer aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden mu\u00df. Es gibt gar keine andere Quelle und hat nie eine andere Quelle gegeben, aus der Sozialaufwand flie\u00dfen k\u00f6nnte, es gibt keine Ansammlung von Periode zu Periode, kein &#8218;Sparen&#8216; im privatwirtschaftlichen Sinne, es gibt einfach gar nichts anderes als das laufende Volkseinkommen als Quelle f\u00fcr den Sozialaufwand &#8230;<\/p>\n<p>Kapitalansammlungsverfahren und Umlageverfahren sind also der Sache nach gar nicht wesentlich verschieden. Volkswirtschaftlich gibt es immer nur ein Umlageverfahren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Deshalb gilt auch, was Heiner Flassbeck feststellt, wenn er feststellt, dass Kapitaldeckung zur Vorsorge letztendlich kontraproduktiv wirkt. Ich merke an, auch f\u00fcr die Sparer, wie wir derzeit gerade erleben, der EZB f\u00e4lschlicherweise in die Schuhe schieben lassen von der Politik.<\/p>\n<blockquote><p>Kapitaldeckung behindert folglich die einzige Form des &#8222;Sparens&#8220;, die es f\u00fcr eine Volkswirtschaft insgesamt gibt, n\u00e4mlich das Investieren in Sachkapital. Gelingt die Kapitaldeckung und steigt die Sparquote der Arbeitnehmer bei dem Versuch, Eigenvorsorge zu betreiben, sinken die Gewinne der Unternehmen, also deren &#8222;Sparen&#8220;. Das kostet unmittelbar Investitionen und Arbeitspl\u00e4tze<\/p><\/blockquote>\n<p>Mehr noch, der Sparzins sinkt, zumal dann, wenn die Unternehmen l\u00e4ngst nicht mehr wissen wohin mit ihren Gewinnen, wenn sie selbst sparen, wo sie doch eigentlich der nat\u00fcrliche Schuldner in einer Geldwirtschaft sein sollten.<\/p>\n<p>Gerade die Denkweise der Staatsausgaben macht dies deutlich, macht deutlich, wie wenig die Politik eigentlich noch von dem versteht, f\u00fcr das wir sie eigentlich w\u00e4hlen. Denn Sparen ist immer gut, auch das Sparen des Staates, denn staatlicher Konsum ist ja b\u00f6se, nur die Investitionen sind gut, weshalb man auch nur von Investitionen derzeit spricht, f\u00fcr die man die Schuldenbremse ein wenig zu lockern nachdenkt. Wohin dann mit den G\u00fctern? &#8222;Egal, k\u00fcmmern wir uns drum, wenn es soweit ist, wenn wir die Deflation nicht mehr leugnen k\u00f6nnen.&#8220; Kein sehr schlaues Verhalten, wie ich finde. Ein Verhalten, was weder den \u00f6konomischen Zusammenh\u00e4ngen irgendwie noch Rechnung tr\u00e4gt, wie auch nicht den Anforderungen und den Bedingungen des Sozialstaates, immerhin Teil unserer Verfassung.<\/p>\n<p><strong>Die private Nachfrage reicht nicht mehr allein aus<\/strong><\/p>\n<p>Die private Nachfrage reicht oft nicht aus, gerade dann nicht, wenn neue G\u00fcter, also Innovationen auf den Markt sich gegen die alten G\u00fcter durchzusetzen haben. Die E-Mobilit\u00e4t ist doch Blaupause daf\u00fcr. Ohne Staat, soweit sind sich mittlerweile alle einig, wird sie zum Rohrkrepierer in Deutschland, mindestens wird sie nicht die Ziele erf\u00fcllen k\u00f6nnen, die man sich gesetzt hat. Es fehlt das, was in einer Geldwirtschaft neben dem Angebot immer wichtig ist: die ausreichende Nachfrage. Und das hat Gr\u00fcnde, denn anstatt sie zu f\u00f6rdern, h\u00e4lt man sie k\u00fcnstlich niedrig, denn der Staat und die Wirtschaft m\u00fcssen ja sparsam sein, den Sch\u00e4ublenomics entsprechend.<\/p>\n<p>Der Rentner, der Arbeitslose, die Kinder der Arbeitslosen oder Erwerbsunf\u00e4higen, kurz die Transferleistungsempf\u00e4nger m\u00fcssen m\u00f6glichst kurz gehalten werden, so die Theorie und leider auch die Praxis. Konsumtive Ausgaben sind eben nur dann gut, wenn sie nicht aus diesen Schichten kommen, so sagt die Moral zumindest, die hier zugrunde gelegt wird. Eine zumindest \u00f6konomisch zweifelhafte Moral, eine generell zweifelhafte Moral, wie ich finde. Aber was z\u00e4hlt schon, was ich empfinde? Wenig bis gar nichts, vermute ich, wo es doch die obigen gro\u00dfen \u00d6konomen besser wissen.<\/p>\n<p><strong>Niedrige L\u00f6hne, mangelnde Nachfrage, auch als Folge des Missverstehens, wer f\u00fcr das Lohnabstandsgebot verantwortlich ist<\/strong><\/p>\n<p>Fakt allerdings ist, dass man so auch die L\u00f6hne gering h\u00e4lt, denn der Druck von unten fehlt, im Gegenteil, es wird ein Druck aufgebaut und aufrechterhalten, der die L\u00f6hne niedrig h\u00e4lt. Hubertus Heil, der Arbeitsminister, machte es deutlich, als er der erneuten Verweigerung die bed\u00fcrftigen Kinder mit dem Kindergeld auch tats\u00e4chlich und nicht nur rechentechnisch zu versorgen rechtfertigte. Das Lohnabstandsgebot muss gewahrt bleiben. M.a.W. der Staat hat Sorge daf\u00fcr zu tragen, dass die L\u00f6hne m\u00f6glichst nicht unter Druck geraten. Welch \u00f6konomisch und sozial unsinniges Tun! Welch Missinterpretation der Sozialen Marktwirtschaft und das von einem Minister, der bei jeder Gelegenheit genau diese beschw\u00f6rt.<\/p>\n<p>Das Lohnabstandsgebot ist den Tarifparteien zu \u00fcbertragen, zur\u00fcck zu geben. Die Gewerkschaften haben daf\u00fcr zu sorgen, dass es eingehalten wird, durch Lohnforderungen und Forderungen bei den Lohnnebenleistungen. Nicht der Staat ist in einer Sozialen Marktwirtschaft daf\u00fcr verantwortlich. Im Gegenteil, l\u00e4sst sich der Staat hier einspannen, wird sie unsozial, wie wir doch l\u00e4ngst h\u00e4tten sehen m\u00fcssen, auch dieser Arbeitsminister h\u00e4tte sehen m\u00fcssen, die SPD insgesamt h\u00e4tte sehen m\u00fcssen, die Gewerkschaften sowieso.<\/p>\n<p><strong>Innovationen, meist dem Zufall geschuldet<\/strong><\/p>\n<p>Kommt es dann, mehr durch Zufall, doch einmal hier zu einer Innovation, folgt dann daraus eine Investition der Privaten, so h\u00e4ngt deren Erfolg nat\u00fcrlich von der Nachfrage ab, auf die sie trifft. Ist sie nicht ausreichend oder nicht nachhaltig, so scheitert die Innovation und damit die Investition, wird fr\u00fcher, wenn sie nicht ausreicht, oder sp\u00e4ter, wenn sie nicht nachhaltig war, wieder desinvestiert, mit allen Folgen f\u00fcr die Belegschaften und damit auch dem Sozialstaat, den Staatshaushalten am Ende. Im Besten Falle bleibt die Innovation erhalten, wird die Produktion dann verlagert, dorthin wo die Nachfrage herrscht, oder die Produktionsbedingungen f\u00fcr das Angebot &#8211; nicht unbedingt f\u00fcr die Menschen dort &#8211; besser erscheinen,\u00a0 wo es vielleicht, oder besser gesagt sicher, vom Staat abgesichert wird: nach China zumeist in den letzten Jahren, wie Solar zeigte oder in die USA, wie auch Solar zeigte.<\/p>\n<p>Irrsinn, finde ich. Denn alles nur deshalb, weil uns die Null wichtiger war und ist, als \u00fcber Nachfrage Innovationen m\u00f6glich zu machen, die Investitionen dann auch rentabel zu machen und solange zu halten, bis der Markt sie rentabel halten kann, eben weil die ausreichende Nachfrage dort geschaffen worden ist. Das alles nur deshalb, weil die Null zum G\u00f6tzen gemacht wurde, weil Konsum nur dann in deutschen Augen gut ist, wenn er privat daherkommt, ganz gleich welcher Bl\u00f6dsinn konsumiert wird.<\/p>\n<p><strong>Nochmal: Es gibt keine guten oder schlechten Staatsausgaben<\/strong><\/p>\n<p>Konsumiert der Staat, schafft er beispielsweise endlich die Diskrepanzen zwischen dem, was der Sozialstaat noch leisten kann und dem was er eigentlich leisten m\u00fcsste ab &#8211; man schaue auf die Forderungen der Sozialverb\u00e4nde beispielsweise -, ist dieser Konsum b\u00f6se.<\/p>\n<p>Ein, ich kann es nicht anders sagen, dummes Denken, welches hier auch von hochzertifizierten Menschen und damit hochbezahlten, zu hoch bezahlten Menschen vertreten wird, welches zu vielen, mittlerweile gef\u00e4hrlichen Verwerfungen gef\u00fchrt hat, und nicht geeignet ist, diese minder gef\u00e4hrlich werden zu lassen.<\/p>\n<p>Es gibt keine guten und keine schlechten Staatsausgaben. Schon gar nicht, wenn es n\u00f6tig wird diese in einer Rezession, einer Deflation &#8211; und wir leben mindestens in einer Binnendeflation (die \u00d6konomen m\u00f6gen mir diese Wortsch\u00f6pfung hier verzeihen) &#8211; die Nachfrage zu stimmulieren. Es gibt keine vern\u00fcnftige Angebotspolitik, wenn das Angebot auf keine Nachfrage trifft. Es n\u00fctzt nichts sich weiterhin einem Sparkurs hinzugeben, nur weil man zu feige ist zu seinen Irrt\u00fcmern zu stehen.<\/p>\n<p><strong>Es gibt nur gute oder schlechte Fiskalpolitik\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Keine Fiskalpolitik, wie derzeit, ist immer schlechte Fiskalpolitik, hat immer schlechte Politik zur Folge, ganz egal welche Farbe die Partei hat, die diese gerade tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Gute Fiskalpolitik hingegen &#8211; und um die muss es gehen, dringend &#8211; handelt entsprechend der Anforderungen, sodass die Anforderungen im Fokus stehen und nicht, wie derzeit, Dogmen, allzumal nicht, wenn diese Dogmen sich als falsch f\u00fcr die Gesellschaft, die Demokratie (AfD) und Europa herausgestellt haben.<\/p>\n<p>Gute Fiskalpolitik richtet sich nach den gesellschaftlichen Interessen zuerst aus und nicht nach den Interessen der Verm\u00f6genden, wie es die derzeitige Verweigerung von Fiskalpolitik macht.<\/p>\n<p>Gute Fiskalpolitik ist flexibel, nicht starr in Idealen verhaftet, nicht einer Stra\u00dfenverkehrsordnung folgend, wie die Sch\u00e4ublenomics, sondern diese gestaltend. Sie handelt entsprechend der Anforderungen und die Anforderungen sind in der Gesellschaft zu finden, im Gemeinwohl, und nicht in den Interessen des Verm\u00f6gens allein.<\/p>\n<p>Gute Fiskalpolitik ist nichts anderes als das Gegenteil, was derzeit darunter firmiert, was jetzt als kleines Placebo von Roten und Gr\u00fcnen angedacht wird, was Schwarz, Gelb und Blau vehement schon wieder mit ihrer Medienmacht bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Gute Fiskalpolitik kennt weder die Ketten der Null, noch die Unterscheidung von b\u00f6se und gut bei den Staatsausgaben!<\/p>\n<p>Es bleibt deshalb aus dem Gesagten nur eines zu tun, um bessere Politik zu machen: endlich wieder gute Fiskalpolitik.<\/p>\n<p>Dazu gelte es Nachfrage zu schaffen durch den Staat und zwar Binnennachfrage und dazu braucht der Staat Geld, woher auch immer.<\/p>\n<p>Geben die geizigen Reichen und Wohlhabenden (ich nenne sie und den sie st\u00fctzenden Mittelstand l\u00e4ngst wieder Bourgeoisie) nichts ab, wollen sie sogar noch weniger Steuern zahlen, so m\u00fcssen Schulden her, anders geht es nicht, wollen wir nicht alle am Ende arm mit der Null werden. Denn Letzteres ist der Kurs den das Narrenschiff gerade steuert &#8211; was auch den Begriff Bourgeoisie wieder rechtfertigt.<\/p>\n<p>Eine Null, auch eine Null bei den Steuererh\u00f6hungen, ein Steuer-Tabu quasi, die Unterscheidung von Gut und B\u00f6se, sind da mehr als nur hinderlich. Das ist verqueres Denken!<\/p>\n<p>Die beste aller L\u00f6sungen w\u00e4re deshalb sogar: Steuern rauf bei Einkommen, Verm\u00f6gen und Erbschaften; Steuern runter bei der Umsatzsteuer; Schulden rauf. Konsumieren und investieren, dem Gemeinwohl zuliebe, der \u00d6konomie zuliebe, dem Citoyen zuliebe, der Demokratie entsprechend. Allem voran aber gelte es, dem staatlichen Konsum das Attribut b\u00f6se zu nehmen und der Null abzuschw\u00f6ren.<\/p>\n<p>K\u00e4me dann noch Geldverst\u00e4ndnis hinzu, das Verstehen der Geldwirtschaft, dann w\u00fcrde es auch wieder mit der deutschen Gesellschaft, der Demokratie und auch mit unseren Nachbarn klappen. Dann w\u00fcrde es auch m\u00f6glich werden, die Natur hier bei uns zu retten, der Welt zu zeigen, wie das geht und damit dann auch m\u00f6glich, einen Beitrag dazu f\u00fcr die Welt und unser aller Kinder zu leisten. So, wie derzeit, wird das alles nichts, auch wenn G\u00f6ring-Eckart, Altmaier und Scholz und viele andere das Gegenteil behaupten. Sie irren sich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass der Staat investieren muss, scheint vielen immer klarer zu werden, auch in der Politik. Nur reichen die Einsichten dort bei weitem nicht aus.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[595,50,52,51],"tags":[519,770,768,166,696,485,592,767,769],"class_list":["post-17035","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-politisches","category-soziales","category-wirtschaftliches","tag-lohnabstandsgebot","tag-mackenroth-these","tag-neoklassik","tag-neoliberalismus","tag-schwarze-null","tag-sozialstaat","tag-staat","tag-staatsausgaben","tag-transferleistungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17035"}],"version-history":[{"count":65,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17194,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17035\/revisions\/17194"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}