{"id":17260,"date":"2019-09-23T08:31:13","date_gmt":"2019-09-23T06:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17260"},"modified":"2019-09-23T08:31:13","modified_gmt":"2019-09-23T06:31:13","slug":"scheindebatten-wohin-man-schaut-scheindebatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17260","title":{"rendered":"Scheindebatten &#8211; wohin man schaut, Scheindebatten"},"content":{"rendered":"<p>In der derzeitigen Politik geht es nicht mehr um Politik im Sinne des friedlichen Zusammenlebens von Menschen, welches ein allgemeines Sicherheitsgef\u00fchl in der Gesellschaft voraussetzt, sondern um Anpassungen an das System der Marktwirtschaft. Es geht nicht mehr um Mensch und Natur, um die Qualit\u00e4t, sondern nur noch um Quantit\u00e4t, nur noch darum, Mensch und Natur und alles, was Mensch und Natur ausmacht, an das System der Marktwirtschaft anzupassen. Der Marktwirtschaft, der gro\u00dfen allgemeinen \u00dcberzeugung unserer Zeit, hat sich alles anzupassen, lange schon auch die Politik. Die Marktwirtschaft ist deshalb auch urs\u00e4chlich daf\u00fcr, warum wir uns in immer mehr Scheindebatten verzetteln, verzetteln lassen.<\/p>\n<p>Gut ist das daran zu sehen, wie wir Begriffe setzten, wie falsch und\/oder inhaltsleer die Begriffe verwendet werden, wenn man nur mal kurz hinter die Begriffe schaut. Erschreckend ist f\u00fcr mich, wie wenig noch hinter die Begriffe geschaut wird, Debatten damit nur eine Richtung kennen: Marktwirtschaft.<\/p>\n<p>Dieser Tage ist mir das wieder einmal aufgefallen, als ich den Diskussionen um die &#8222;Verkehrswende&#8220; folgte, einem Begriff, der inhaltlich nicht einmal ann\u00e4hernd mehr etwas mit dem zu tun hat, was man unter Wende verstehen m\u00fcsste, wenn es wirklich um Wende ginge. Es geht in jeder Diskussion, welche diesen Begriff missbraucht, bei jedem Vorschlag von Regierung und Opposition zum erreichen dieser &#8222;Wende&#8220;, nur um Anpassung, nicht um Wende. Der Verkehr und der Mensch und die ihn umgebende Natur soll angepasst werden, an die Marktwirtschaft, um die Sch\u00e4den der Marktwirtschaft an Mensch und Natur ein wenig zu heilen, kleiner zu machen. Zu mehr ist man derzeit nicht bereit, auch die nicht, die von einer fl\u00e4chendeckenden E-Mobilit\u00e4t gerade tr\u00e4umen oder vom Car-Sharing oder vom &#8211; l\u00e4ngst von der Industrie als unm\u00f6glich erkanntes &#8211; autonomen Fahren. Um eine echte Wende geht es nicht. Nicht bei der Regierung und auch nicht bei der Opposition und meist auch nicht in der gesellschaftlichen Diskussion.<\/p>\n<p>Eine Wende, eine echte Wende, w\u00fcrde n\u00e4mlich die Frage nach Lebensqualit\u00e4t zentral stellen, nicht erst, wenn sie offensichtlich schon verloren gegangen ist. Es w\u00fcrde, sowohl in der Stadt, wie auch auf dem Lande, um die Lebensqualit\u00e4t gehen, eine bessere, weil andere. &#8222;Wie wollen wir in St\u00e4dten und auf dem Lande leben?&#8220; diese Frage gelte es zuerst zu stellen und zu beantworten. Denn erst nach Beantwortung dieser Frage stellt sich die Frage der Mittel. Gehen die Mittel voraus, so kann man von Anpassung sprechen, aber nicht mehr von Wende.<\/p>\n<p>Eine echte Wende w\u00e4re in Zeiten des immer mehr Verkehrs, mal auf weniger Verkehr zu setzen, etwas, was ich meist schmerzlich in den Kommentaren vermisse.<\/p>\n<p>Eine wirkliche Verkehrswende ist deshalb auch nur m\u00f6glich, wenn wir eine Wende insgesamt vollziehen, dem Markt die Deutungshoheit entziehen, die er sich \u00fcber die Preise aneignen konnte und diese Deutungshoheit dar\u00fcber, wie wir leben wollen, wieder den Menschen zu \u00fcbertragen und seinen Institutionen.<\/p>\n<p>Eine wirkliche Verkehrswende ist deshalb auch erst nach einer gesellschaftlichen Diskussion dar\u00fcber wie wir leben m\u00f6chten m\u00f6glich, nicht vorher. Ohne diese erneute Diskussion, ohne die alten Antworten insgesamt in Frage zu stellen, Neue zu finden, wird das nichts mit einer Wende, in welchem Bereich auch immer, den die Marktwirtschaft unter ihre Kontrolle gebracht hat.<\/p>\n<p>Alle, die anderes behaupten, wollen keine Verkehrswende, sie wollen eine Verkehrsanpassung, eine Anpassung des Menschens und der Natur an die Bed\u00fcrfnisse der Wirtschaft, eine Ver\u00e4nderung rein unseres Verhaltens im Sinne der Marktwirtschaft, des Denkens in Wohlstand, nicht in Wohlfahrt. Sie glauben nur, wenn sie sich selbst Glauben schenken, eine Wende zu wollen, eine Wende erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sie irren sich!<\/p>\n<p>Sie verschwenden wertvolle Zeit mit diesen vielen Scheindebatten \u00e1 la &#8222;Verkehrswende&#8220;!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der derzeitigen Politik geht es nicht mehr um Politik im Sinne des friedlichen Zusammenlebens von Menschen, welches ein allgemeines Sicherheitsgef\u00fchl in der Gesellschaft voraussetzt, sondern um Anpassungen an das System der Marktwirtschaft. Es geht nicht mehr um Mensch und Natur, um die Qualit\u00e4t, sondern nur noch um Quantit\u00e4t, nur noch darum, Mensch und Natur und alles, was Mensch und Natur ausmacht, an das System der Marktwirtschaft anzupassen. Der Marktwirtschaft, der gro\u00dfen allgemeinen \u00dcberzeugung unser Zeit, hat sich alles anzupassen, lange schon auch die Politik. 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