{"id":17315,"date":"2019-10-01T09:10:05","date_gmt":"2019-10-01T07:10:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17315"},"modified":"2019-10-01T09:10:05","modified_gmt":"2019-10-01T07:10:05","slug":"auto-bahn-statt-autobahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17315","title":{"rendered":"Auto-Bahn statt Autobahn"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man mit dem Auto in den Urlaub f\u00e4hrt und dabei dann mal l\u00e4ngere Autobahnstrecken zur\u00fccklegt, \u00fcberkommt einen die Erkenntnis, dass der motorisierte Individualverkehr im Grunde ein Auslaufmodell ist, das schnellstens abgeschafft werden sollte: Baustellen, Unf\u00e4lle, Staus, Lkw-Kolonnen &#8211; da ist das Fahren Stress pur und wenig erbaulich. Dabei hatte ich dann aber zumindest ein wenig Mu\u00dfe, mir ein paar Gedanken zu machen, wie man denn diesem Fiasko ein St\u00fcck weit beikommen k\u00f6nnte, und bin auf folgende Idee gekommen: Anstatt dass Autoz\u00fcge abgeschafft werden, wie es bei der Deutschen Bahn der Fall ist, sollte die Kombination von Bahn und Pkw ausgebaut werden und zum Standard f\u00fcr l\u00e4ngere Strecken werden.<\/p>\n<p>Kurz mal skizziert, wie ich mir das in etwa vorstelle. Die detaillierte technische Umsetzung m\u00fcssten dann nat\u00fcrlich Ingenieure erarbeiten, die k\u00f6nnen das n\u00e4mlich besser als ich.<\/p>\n<p>Man stelle sich also vor, dass gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte mit Z\u00fcgen verbunden werden, die extra f\u00fcr Autofahrer auf Fernstrecken konzipiert werden. Es gibt nicht allzu viele Halte auf der Fahrstrecke, da ja die Passagiere die Weiterfahrt von den regionalen Zentren aus selbstst\u00e4ndig gestalten. Die Dimensionen des Zuges sind so angelegt, dass die Fahrer und Mitfahrer aus den Autos gen\u00fcgend Platz finden in Personenwagen, um so eine entspannte und angenehme Fahrt verbringen zu k\u00f6nnen. Und die Waggons f\u00fcr die Fahrzeuge m\u00fcssten so gestaltet sein, dass ein z\u00fcgiges Entladen an den Bahnh\u00f6fen m\u00f6glich ist &#8211; vielleicht sogar so, dass dort jeweils ein Waggon abgekoppelt wird, sodass der Rest des Zuges weiterfahren kann, w\u00e4hrend die Pkw vom Waggon herunterfahren.<\/p>\n<p>Da ja ein Ansporn in Deutschland nur selten \u00fcber die Vernunft oder \u00f6kologische Einsichten, sondern eigentlich immer nur \u00fcbers Monet\u00e4re funktioniert, sollte so eine Fahrt ausgesprochen g\u00fcnstig sein (in dem Zuge k\u00f6nnte man dann die gesamte Preisstruktur der Bahn \u00fcberarbeiten, um damit generell billiger als mit anderen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen), beispielsweise um die f\u00fcnf Euro pro etwa 100 Kilometer f\u00fcr einen Pkw.<\/p>\n<p>Vorteile f\u00fcr die Reisenden: Sie k\u00f6nnen flexibel ihr Ziel erreichen, selbst wenn dies keine gute Bahnanbindung hat, dabei kann dann auch Gep\u00e4ck in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe transportiert werden (je nachdem, was so ins Auto passt), die Fahrt wird bequem, entspannt und letztlich sogar g\u00fcnstiger, da ja eben deutlich weniger Sprit verbraucht wird, wenn nur die letzten Kilometer gefahren werden m\u00fcssen, und das Auto wird geschont, das es weniger Kilometer selbst fahren muss, sodass es l\u00e4nger h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Vorteil f\u00fcr die Gesellschaft: Durch die Spritersparnis entstehen weniger Abgase und CO2-Emissionen, die Autobahnen werden entlastet und m\u00fcssen dann auch weniger oft saniert werden, es passieren weniger Unf\u00e4lle. Zudem ist die Infrastruktur daf\u00fcr zu gro\u00dfen Teilen schon vorhanden, denn es gibt ja bereits ein Schienennetz. Lediglich mehr entsprechend f\u00fcr dieses Konzept passende Waggons m\u00fcssten hergestellt werden, aber das w\u00fcrde dann ja auch wieder Arbeitspl\u00e4tze schaffen.<\/p>\n<p>Nachteil: Das kostet nat\u00fcrlich Geld, aber das sollte uns der Klimaschutz auch wert sein (zumal in Zeiten, in denen Staatsanleihen quasi zum Nullzins ausgegeben werden k\u00f6nnen). Zudem gibt es ja einige volkswirtschaftliche Sparpotenziale, die sich auftun w\u00fcrden aufgrund von weniger Unf\u00e4llen, Umweltbelastung, Autbahnsanierung und -ausbau sowie Staus.<\/p>\n<p>Wenn man dann schon mal dabei ist, die Verkehrspolitik st\u00e4rker auf die Schiene auszurichten, k\u00f6nnte man auch gleich noch den Lkw-Fernverkehr unterbinden und per Gesetz veranlassen, dass Laster auf Autobahnen nichts zu suchen haben, sondern nur f\u00fcr die Nahdistribution von den Bahnh\u00f6fen zu den Orten ohne Bahnanbindung und den einzelnen Endkunden der Fracht zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p>Wenn dann noch die Z\u00fcge mit Strom aus nachhaltiger Erzeugung betrieben werden, w\u00e4re es nat\u00fcrlich noch feiner. Die CO2-Emissionen des Verkehrssektors d\u00fcrften auf diese Weise kurz- bis mittelfristig reichlich gesenkt werden.<\/p>\n<p>Und dann k\u00f6nnte man ja auch den nun deutlich leereren Autobahnen noch ein Tempolimit einf\u00fchren, da Raserei auf Kurzstrecken ja ohnehin keinen gravierenden Zeitvorteil bringt, zumal ja auch die wesentlich geringere Verkehrsdichte zu einem besseren Verkehrsfluss und somit zu Zeiteinsparungen f\u00fchren sollte.<\/p>\n<p>Auf was f\u00fcr Ideen man so kommen kann im nervigen Staugejuckel, oder?<\/p>\n<p>Noch mal alle Vorteile dieses Konzepts zusammengefasst: Eigentlich alle kommen schneller und entspannter voran, es werden dabei weniger Ressourcen verbraucht, es gibt weniger Unfalltote und -verletzte, das Ganze k\u00f6nnte wohl relativ z\u00fcgig umgesetzt werden, da eben auch Schritt f\u00fcr Schritt vorgegangen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Bl\u00f6derweise w\u00fcrden diese Vorteile allerdings dem gr\u00f6\u00dften Teil der Bev\u00f6lkerung zugutekommen, die Autoindustrie w\u00fcrde hingegen Einbu\u00dfen hinnehmen m\u00fcssen (und ein paar von BILD, ADAC und Co. aufgestachelte dummdeutsche Autonarren sowie korrumpierte Politiker, vorzugsweise von AfD, FDP und CDU, w\u00fcrden den Untergang des Abendlandes herbeikrakeelen). Und da sind wir dann auch schon bei der Krux der ganzen Sache, denn f\u00fcr die neoliberalen Politkasper z\u00e4hlen ja nicht die Belange der Bev\u00f6lkerungsmehrheit, sondern ausschlie\u00dflich die der Industrie, die aber nat\u00fcrlich auch sch\u00f6ne Schmiergelder sowie feine Aufsichtsrats-, Vorstands- und Beraterposten zu vergeben hat.<\/p>\n<p>Schade eigentlich, k\u00f6nnte sonst ja eigentlich eine ganz feine Idee sein, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man mit dem Auto in den Urlaub f\u00e4hrt und dabei dann mal l\u00e4ngere Autobahnstrecken zur\u00fccklegt, \u00fcberkommt einen die Erkenntnis, dass der motorisierte Individualverkehr im Grunde ein Auslaufmodell ist, das schnellstens abgeschafft werden sollte: Baustellen, Unf\u00e4lle, Staus, Lkw-Kolonnen &#8211; da ist das Fahren Stress pur und wenig erbaulich. 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