{"id":17846,"date":"2019-11-04T12:31:41","date_gmt":"2019-11-04T11:31:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17846"},"modified":"2019-11-04T12:31:41","modified_gmt":"2019-11-04T11:31:41","slug":"sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=17846","title":{"rendered":"Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p>Wer die Sicherheit des Lebens f\u00fcr viele Menschen im Hier und Jetzt zerst\u00f6rt hat, weil alles marktkonform sein m\u00fcsste, der kann schwerlich gute Vorschl\u00e4ge haben, um die Sicherheit der Menschen in Zukunft sicherzustellen. Gut zu sehen an der <em>Grundrente<\/em>, die schon dem Namen nach falsch ist, da sie nicht f\u00fcr alle in dieser Gesellschaft gelten wird, sollte sie dann in dieser Regierungszeit endlich einmal kommen, sondern wieder einmal nur f\u00fcr einen ausgew\u00e4hlten, weil in der Vergangenheit n\u00fctzlichen Kreis der Gesellschaft.<\/p>\n<p><strong>Die Gesellschaft ist schon lange nicht mehr das Ziel der Politik<\/strong><\/p>\n<p>Ich nehme deshalb den Streit um die Sache l\u00e4ngst nicht mehr allzu ernst &#8211; die Streitenden meist gar nicht mehr. Die GroKo-Parteien tragen ihn medienwirksam aus, nicht nur bei der Grundrente, aber das Ziel des Streites ist nicht die L\u00f6sung der Probleme, sind nicht die Menschen, schon gar nicht die Gesellschaft. Mensch und Gesellschaft sind vorgeschoben, Probleml\u00f6sungen deshalb auch gar nicht wirklich gewollt. Es geht ausschlie\u00dflich um Macht, um Machterhalt im Hier und Jetzt und in der Zukunft.<\/p>\n<p>Viel wird deshalb bei diesem Streit nicht herauskommen, ist letztendlich noch nie w\u00e4hrend der vielen GroKos herausgekommen, au\u00dfer das man sich wieder br\u00fcsten k\u00f6nnen wird, wie toll man doch w\u00e4re, au\u00dfer Selbstlob. Je nach Klientel wird das dann stattfinden, wie es immer stattgefunden hatte und wie es meist immer dann auf gro\u00dfes Unverst\u00e4ndnis in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung traf und sicher wieder treffen wird. Weiteres Vertrauen wird dann zerst\u00f6rt sein, eben weil nicht die Gesellschaft das eigentliche Ziel ist, sondern die eigene, oft immer kleiner werdende, Klientel.<\/p>\n<p><strong>Zukunft braucht das Vertrauen welches aus der Sicherheit entspringt<\/strong><\/p>\n<p>Zukunft ist, wie die Gegenwart, in den falschen H\u00e4nden und das schon seit vielen Jahren im Bund, in den L\u00e4ndern und auch in Europa. Zukunft zu gestalten, hei\u00dft zuerst einmal Sicherheit zu gestalten, zu gew\u00e4hrleisten, dass die Menschen Vertrauen in die Zukunft bekommen, sich auch dort noch sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen. Dort wo das Gef\u00fchl noch da ist, hei\u00dft der politische Anspruch, der gesellschaftliche Anspruch an die Parteien deshalb vor allem, dass es erhalten bleibt, weil sie zurecht annehmen k\u00f6nnen, dass sie auch in Zukunft sicher leben k\u00f6nnen. Dort, wo es verloren ging, hei\u00dft der politische Anspruch, der gesellschaftliche Anspruch, dass Sicherheit wieder herzustellen ist. Sicherheit ist f\u00fcr jede friedliche Gesellschaft zentral, insbesondere die der Lebenswirklichkeit der vielen, vielen Individuen und Familien hier. Sicherheit im Hier und Jetzt und in der Zukunft erleben aber immer weniger von uns, haben immer weniger von uns zu erwarten.<\/p>\n<p><strong>Wer die Sicherheit der Menschen zerst\u00f6rt, zerst\u00f6rt ihr Vertrauen, zerst\u00f6rt damit vielleicht am Ende sogar die Demokratie<\/strong><\/p>\n<p>Die Sicherheitsanforderung an die Gesellschaft, welches jedes Individuum zurecht zu stellen hat, tritt man seit Kohl schon mit F\u00fcssen, seit der Wiedervereinigung besonders. Mit Schr\u00f6der und Fischer wurde sie auf Minimalpositionen herunter regiert, die Merkel mit t\u00e4tiger Mithilfe der M\u00fcntefering-SPD und der FDP dann sogar unter das Minimum zu setzen wusste und seit dem unter dem Minimum auch zu erhalten wusste. Die Folgen sehen wir, k\u00f6nnen wir sinnlich wahrnehmen, u.a. durch Reden im Bundestag, in den L\u00e4nderparlamenten, durch die Vertreter der AfD, durch den Vertrauensschwund nun sogar der Demokratie als Gesellschaftssystem, weil sie immer mehr an Rechtfertigung verliert durch dieses langj\u00e4hrige Tun der Parteien. Die Folgen sehen wir an Tafeln, an Armutsrenten, bei Schulspeisungen und vielem mehr, vor allem aber auch an den Aussagen der Politik, die nun eine Verrohung der Gesellschaft beklagen, die sie doch letztendlich fast ganz allein zu verantworten haben.<\/p>\n<p><strong>Gesellschaft hat human zu sein<\/strong><\/p>\n<p>Gesellschaft ist mehr, als nur die Leistungstr\u00e4ger der FDP oder die hart arbeitenden Menschen der SPD oder die, die frei von geschlechtlichen Zw\u00e4ngen leben wollen, oder die, die sich \u00fcberall hin frei bewegen k\u00f6nnen, eben weil sie sich dieses Verhalten auch leisten k\u00f6nnen, die eben mal kurz das E-Auto daf\u00fcr ordern oder einen Flug buchen, oder sich ein Solar-Modul aufs Dach kaufen, wie\u00a0 die Gr\u00fcnen es in meiner Wahrnehmung unter Gesellschaft verstehen. Gesellschaft ist auch mehr, als das, was uns die Union uns vorgaukelt, wenn sie uns vorgaukelt eine Volkspartei zu sein, weil sie angeblich alle vertreten w\u00fcrden. Schmarrn, denn die weniger n\u00fctzlichen, die gar nicht n\u00fctzlichen Menschen f\u00fcr die Produktion hat sie l\u00e4ngst aus den Augen verloren.<\/p>\n<p>Gesellschaft sind wir alle, sollten wir alle sein, auch die, die noch nicht, nicht mehr hart arbeiten k\u00f6nnen, auch die sogar, die gar nicht hart arbeiten wollen. Gesellschaft besteht nicht nur aus Leistungstr\u00e4gern &#8211; zumal die meisten davon gar keine sind, die als Solche bezeichnet werden. Gesellschaft besteht aus Menschen, weshalb eine insbesondere eine demokratische Gesellschaft auch human sein muss, leider in weiten Teilen hier aber nicht mehr als human sinnlich zu erfahren ist, nur als human behauptet wird, aber sich f\u00fcr Millionen von Menschen hier nicht mehr als humane Gesellschaft verifiziert. Gesellschaft, so wie die Parteien sie verstehen, hat sp\u00e4testens seit dem Paradigmen-Wechsel, den Peter Hartz hier letztendlich durchsetzen konnte \u00fcber die SPD und den Gr\u00fcnen, mit Humanismus nicht mehr viel zu tun. Die Parteien haben sich allzu weit von ihrem humanistischen Gedankengut dadurch entfernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wozu auch? Humanismus ist keine Ware, kann nicht gehandelt werden, hat keinen Preis. Und nur der Preis ist noch hei\u00df, wie man an den leidigen Kompromissen dieser und anderer Koalitionen doch schon lange erkennen k\u00f6nnte, wenn man erkennen wollte.<\/p>\n<p>Humanit\u00e4t, die Voraussetzung des Sozialstaates, kann sich eine Marktwirtschaft nur begrenzt leisten, weshalb auch der Sozialstaat immer mehr unter Druck geraten wird, mit Placebos, die diese Grundrente von Anfang an war, nur noch k\u00fcnstlich am Leben erhalten wird, \u00e4hnlich dem, was wir einst beim Mindestlohn erfahren mussten.<\/p>\n<p>Warum also sollte ich diesen Streit noch ernst nehmen, die Streitenden \u00fcberhaupt noch ernst nehmen in ihren vorgeschobenen Bem\u00fchungen um die Gesellschaft, um die Demokratie, um die Freiheit?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer die Sicherheit des Lebens f\u00fcr viele Menschen im Hier und Jetzt zerst\u00f6rt hat, weil alles marktkonform sein m\u00fcsste, der kann schwerlich gute Vorschl\u00e4ge haben, um die Sicherheit der Menschen in Zukunft sicherzustellen. 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