{"id":19037,"date":"2020-02-04T09:00:09","date_gmt":"2020-02-04T08:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=19037"},"modified":"2020-02-03T17:58:13","modified_gmt":"2020-02-03T16:58:13","slug":"pfannkuchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=19037","title":{"rendered":"Pfannkuchen"},"content":{"rendered":"<p>Noch sitze ich in meiner kleinen, aber warmen und gem\u00fctlichen Wohnung, habe einen gut gef\u00fcllten K\u00fchlschrank, kann meiner Lesewut fr\u00f6nen, meinem Bestreben, einen m\u00f6glichst geringen klimasch\u00e4dlichen Fu\u00dfabdruck zu hinterlassen, nachgehen und bin eigentlich recht zufrieden mit meinem eigenen Leben. Noch!<\/p>\n<p>Denn wenn ich mir so anschaue, was in der Politik und dem, was wir immer noch Gesellschaft nennen, welche ich als solche aber kaum mehr wahrnehme, sondern immer mehr nur noch als Schicksalsgemeinschaft von mehr oder weniger egoistischen Menschen, gerade so abgeht, was von den Regierungen so getan wird, was von der gr\u00fcnen und gelben Opposition so gefordert wird, so stellt sich mir schon die Frage, ob das bis zu meinem Ende so sein wird. Zunehmend zweifele ich daran, weil Zweifel mir mehr als nur angebracht erscheinen. Unl\u00e4ngst brachte ich dies zum Ausdruck, als ich feststellte, dass <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=18977\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschland ein \u00f6konomischer Riese ist, aber gesellschaftlich ein Zwerg<\/a> sei. Ob geworden und geblieben, dar\u00fcber mache ich mir auch so meine Gedanken, und immer mehr tendiere ich zu Letzterem, denn die von mir diagnostizierte <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=19017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sparbuch-Mentalit\u00e4t<\/a> gibt es nicht erst seit gestern in deutschen Landen. Dass ich nicht sehr zuversichtlich bin, dass sich das \u00e4ndern k\u00f6nnte, auch das habe ich deutlich gemacht, gerade in Bezug auf die <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=18973\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Digitalisierungseuphorie im Bildungsbereich<\/a>, welche dieses Land ergriffen hat, wider jeglichen Verstand, wider <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=18783\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wissenschaftliche Erkenntnis<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die Herausforderungen werden dringlicher, gr\u00f6\u00dfer, derer immer mehr, nur die Antworten bleiben stets die gleichen, stets die alten<\/strong><\/p>\n<p>Die Probleme und Herausforderungen werden st\u00e4ndig gr\u00f6\u00dfer, vor denen ich als Mensch, vor denen die Gesellschaften stehen. Die Antworten allerdings, die man seit Langem gibt, die meist die Probleme und Herausforderungen sogar nur gr\u00f6\u00dfer haben werden lassen, viele erst geschaffen hatten, sind und bleiben die gleichen Antworten.<\/p>\n<p>Weiterhin gilt, was schon lange gegolten hatte: Die Anbieter werden geschont, hofiert sogar, der gr\u00f6\u00dfte Schund darf weiter an den Mann und die Frau, das Kind gebracht werden, mit den verwerflichsten und sch\u00e4dlichsten Methoden erzeugt werden, und wenn nicht hier, dann eben in Afrika oder andernorts, wo die Gesetze noch lascher sind als bei uns. Es bleibt bei einer reinen Angebotspolitik und den damit verbundenen Dogmen des Neoliberalismus in deutschen Landen.<\/p>\n<p>Weithin gilt deshalb auch, was schon lange hier gilt: Die von den Anbietern geschaffenen Probleme soll dann der Verbraucher, der Nachfrager richten, wird die moralische und tats\u00e4chliche \u00dcberforderung der Konsumenten kein Ende nehmen. Die Verantwortungs\u00fcbertragung auf das Individuum scheint schier endlos zu sein und zu bleiben, insbesondere in deutschen Landen, und, was noch schlimmer ist, sie bleibt akzeptiert in den K\u00f6pfen der gro\u00dfen Mehrheit.<\/p>\n<p><strong>Verbote! Um Gottes willen, nein!<\/strong><\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte dem Handel schaden, der Wirtschaft und ihren Gewinnen und angeblich dem BIP. Lieber nimmt man den kleinen Mann und seine Frau in Haftung und Pflicht, einschlie\u00dflich ihres permanent schlechten Gewissens, welches man best\u00e4ndig zu schaffen bereit ist, f\u00fcttert es sozusagen, wie man eine Katze oder einen Hund f\u00fcttert, mit immer den gleichen Forderungen, Aufforderungen und falschen Versprechen.<\/p>\n<p>W\u00e4re es nur die Fantasielosigkeit der Protagonisten, die hier zu beklagen w\u00e4re, w\u00e4re es ja nicht so schlimm, w\u00fcrde ich mir keine Sorgen um meine Zukunft und die meiner Familie machen. M\u00fcssen eben andere Protagonisten her. Nur leider ist es nicht nur Fantasielosigkeit, die zu beklagen ist. Vielmehr ist Versagen zu beklagen. Fahrl\u00e4ssigkeit bis hin zum Vorsatz ist zu beklagen. Und Feigheit ist zu beklagen, Feigheit ganz besonders. Nicht nur bei den derzeitigen Protagonisten, sondern auch bei denen, die es sein wollen, sich als solche anschicken, Macht aus\u00fcben zu k\u00f6nnen; wobei damit auch der Wunsch nach anderen Protagonisten einen gro\u00dfen D\u00e4mpfer bekommt, schaut man sich genauer an, was und wer sich derzeit da so anbietet vor den Wahlen, was da dann droht, Macht zu bekommen nach den Wahlen.<\/p>\n<p><strong>Es fehlt an Mut<\/strong><\/p>\n<p>Allen ist gemein: Man traut sich nicht, das wirklich Notwendige zu tun, weder in der Regierung noch in der Opposition. Der immer mehr marktkonforme W\u00e4hler k\u00f6nnte es nicht goutieren. Verbote sind nicht en vogue in einer <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=14326\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gesellschaft des Individualismus<\/a> \u00fcber allem und jedem. Ausschlie\u00dflich marktwirtschaftlich zu handeln gedenkt man, den Preis \u00fcber Steuern dann zu erh\u00f6hen, wenn der Preis, meist dem eigenen Weltbild entsprechend, als zu gering erachtet wird, auch dann, wenn andere gerade auf die dann vor ihrem Tun noch niedrigeren Preise angewiesen sind. &#8222;Was schert mich das Elend der anderen?&#8220;, scheinen sie zu denken, wenn sie \u00fcberhaupt noch denken, bevor sie handeln; tats\u00e4chlich nachdenken und \u00fcberdenken, das tun sie sicherlich nicht.<\/p>\n<p>Und wenn sie dennoch mal denken, dann n\u00e4mlich, wenn die Uns\u00e4glichkeiten auch von ihnen nicht mehr geleugnet werden k\u00f6nnen, so sind sie alle zu feige, denen wirklich mal auf die F\u00fc\u00dfe zu treten, denen sie lange schon auf die F\u00fc\u00dfe h\u00e4tten treten m\u00fcssen; gemeint sind die Anbieter von schlechten, oft \u00fcberfl\u00fcssigen Produkten, die noch dazu mit uns\u00e4glichen Mitteln und Verschwendung hergestellt werden. Weder ihnen noch den Anbietern von \u00fcberteuerten und damit die Masse vom Konsum ausschlie\u00dfenden Produkten und Dienstleistungen, Letztere meist einst von der Gemeinschaft angeboten, nun von Privaten f\u00fcr die eigene Tasche optimiert, wagen sie sich in den Weg zu stellen. Im Gegenteil, ihnen den Weg m\u00f6glichst frei zu halten, m\u00f6glichst alles wegzur\u00e4umen, was sie am Voranschreiten hindern k\u00f6nnte, einschlie\u00dflich L\u00f6hnen, die ein w\u00fcrdevolles Dasein im Heute und Morgen erm\u00f6glichen w\u00fcrden, das sehen sie als ihre eigentliche Aufgabe an. Alles andere ist nur Nebensache, nur Ged\u00f6ns, nur Ablenkung, meist zur T\u00e4uschung, um an der Macht zu bleiben oder an sie zu heranzukommen.<\/p>\n<p><strong>Pfannkuchen backen, anstatt die Verursacher in die Pflicht zu nehmen<\/strong><\/p>\n<p>An die Verursacher des Unheils traut man sich nicht ran, weder die schwarz-rote Regierung noch die gr\u00fcne Opposition.<\/p>\n<p>Die Schwarzen und Roten wissen genau, was sie wollen, was sie behalten wollen, Macht n\u00e4mlich, um es deutlich zu sagen. Man bewegt sich entsprechend dem Strom und dem Wind, reagiert, anstatt zu gestalten, immer allerdings im Rahmen des zu denken Erlaubten, der Vorgaben derer, die das erlaubte Denkbare vorgeben derzeit. Selten war so deutlich, wie richtig Foucault mit seiner arch\u00e4ologischen Philosophie doch lag und liegt, wie aktuell er doch ist.<\/p>\n<p>Auf die Reichen und ihre Botox-Sch\u00f6nheiten, die Konzerne, vornehmlich die der Digital- und Finanzindustrie, und ihre Verlage der Medien, der milliardenschweren Eigent\u00fcmer dieser Medienkonzerne, sei hier vor allem hingewiesen, die machtvoll vorgeben, was noch denkbar sein darf und was nicht, was auf keinen Fall gedacht werden darf; die nur das zulassen, was in ihrem Interesse ist, was auch anders gedacht werden darf, den Ruck nach Rechts beispielsweise, den wir hier doch lange schon beobachten k\u00f6nnen, der Teil der gro\u00dfen Restauration ist, die sich schon in den 60ern des letzten Jahrhunderts formierte und die heutzutage den Ton angibt, deren Macht sich Schwarze wie Rote l\u00e4ngst gebeugt hatten, an deren Macht sie nur noch zu partizipieren gedenken.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich die Gr\u00fcnen, denn die Gr\u00fcnen wollen an die Macht, bleiben allerdings in den Vorgaben des zu denken Erlaubten, nennen es dann progressiv, weil links, auf der Seite der Schwachen, steht die gr\u00fcne kosmopolitische Mittelschicht ja lange schon nicht mehr, wenn die Schwachen im eigenen Lande leben. Mit den Verursachern sich anzulegen ist deshalb nicht erlaubt und wenn, dann nur in hom\u00f6opathischen Dosen und nur so lange, bis die Lobby nicht mit geballter Medienmacht zur\u00fcckschl\u00e4gt, solange die eigene W\u00e4hlerschaft nicht die Folgen zu tragen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Linken wissen nicht, was sie wirklich wollen. Ob sie die Verursacher in die Pflicht nehmen wollen oder nicht, scheint ihnen selbst nicht klar zu sein, h\u00e4ngt wohl auch vom jeweiligen Standpunkt des Mitgliedes ab, und derer gibt es viele, viel zu viele Standpunkte deshalb auch, wie mir scheint. Was sich besonders dann zeigt, wenn mal der eine oder andere das zu denken Erlaubte \u00fcberschreitet und ausspricht, was nicht ausgesprochen werden darf, wenn es den gro\u00dfen kosmopolitischen Konsens zu verlassen droht. Wagenknecht kann sicherlich ein Lied davon singen.<\/p>\n<p>Die Blauen wollen genau das, was ist, und noch mehr davon, und einiges mehr wollen sie, was wir nun wirklich nicht wollen k\u00f6nnen und nicht wollen d\u00fcrfen. Sie sind der Totalausfall f\u00fcr eine bessere Gesellschaft schlechthin und werden es auch bleiben.<\/p>\n<p>Ach ja, die gelbe Einmannshow; die hat sowieso nur vor, den 1 % und deren Bediensteten zu gefallen, denn von denen leben sie, f\u00fcr die haben sie Politik zu machen. Die Gesellschaft ist so, wie sie es immer wollten, heterogen und geteilt und als Gesellschaft, als solidarische Gesellschaft, schon lange nicht mehr zu erkennen. Eigentlich k\u00f6nnten sie sich zur\u00fcckziehen, und das im Bewusstsein: Mission accomplished. Nur hier ist wohl mein Wunsch Vater des Gedanken und weit weg von der Realit\u00e4t. Auch Herr Lindner will Macht und Einfluss, und Geld stinkt auch nicht in seiner Nase.<\/p>\n<p>Allen ist derzeit gemein: Mehr als <em>Pfannkuchen backen<\/em> k\u00f6nnen sie nicht und wollen sie deshalb auch alle nicht, und nicht einmal das k\u00f6nnen sie wirklich gut.<\/p>\n<p><strong>Ein Pfannkuchen dieser Tage hei\u00dft Kohlekompromiss<\/strong><\/p>\n<p>Die Regierung im Bund und die Regierungen in den betroffenen L\u00e4ndern schmei\u00dfen den sowieso viel zu weichen Kohlekompromiss einfach \u00fcber Bord, verw\u00e4ssern diesen, <em>schmieren gleichzeitig die fetten Schweine noch mit Schmalz ein<\/em>, wie man hier bei uns sagt, indem man Milliarden den Verschmutzern unserer Atmosph\u00e4re in den Hintern steckt, ohne dass sie Gegenleistungen zu erbringen h\u00e4tten, eigentlich nur eigene Pl\u00e4ne nun zu erf\u00fcllen haben. Man nennt das dann auch noch einen Erfolg vonseiten der Regierung und <em>backt uns damit erneut einen Pfannkuchen vor den Hintern, <\/em>denn so sagt man auch hier bei uns, wenn man ver\u00e4ppelt werden soll oder worden ist.<\/p>\n<p>Obendrein schiebt man uns, den Verbrauchern, wieder die Last zu, erh\u00f6ht die sowieso schon viel zu hohen Preise f\u00fcr viele G\u00fcter des t\u00e4glichen Lebens \u00fcber die CO2-Steuer und behauptet dann sogar noch, nur so w\u00e4re Klimaschutz m\u00f6glich, so w\u00e4re er effizient zu machen. Man h\u00e4lt mich einfach f\u00fcr dumm und viele andere auch, und in der Mehrheit dieser Gemeinschaft von egoistischen Individualisten m\u00f6gen sie gar nicht so falsch mit dieser, ihrer Haltung liegen, diese Pfannkuchenb\u00e4cker und -b\u00e4ckerinnen an den Schaltstellen der Macht.<\/p>\n<p><strong>Tierwohl, gesunde Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und noch mehr Pfannkuchen, viele altbackene Pfannkuchen<\/strong><\/p>\n<p>Man verbietet Massentierhaltung nicht, verbietet nicht, dass Antibiotika massenhaft bei der Tierhaltung eingesetzt werden. Nein, das traut sich niemand, auch die Gr\u00fcnen nicht, denn mehr, als die Subventionen anzufassen, anders zu verteilen und auf die EU zu warten, ist auch mit ihnen nicht zu machen. Deshalb ist klar und bleibt klar: Auch hier sollen wir, der kleine Mann und seine Frau, soll unser schlechtes Gewissen es richten, sollen wir verzichten als Einzelne, denn auf diese Produktionsweise auf Kosten des Tierwohls, der Gesundheit, der Umwelt und &#8211; auch wenn das viele Landwirte anders sehen m\u00f6gen &#8211; auch auf Kosten der Landwirte kann man ja angeblich nicht verzichten.<\/p>\n<p>Man beklagt, wie der Ministerpr\u00e4sident der Niedersachsen, die niedrigen Verbraucherpreise &#8211; &#8222;Viele Nahrungsmittel sind in Deutschland im Vergleich zu Nachbarl\u00e4ndern erstaunlich billig&#8220; -, fordert den Einzelhandel auf, vom &#8222;Prinzip des niedrigsten Preises&#8220; abzur\u00fccken, denn:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/lebensmittelpreis-weil-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Mehr Leistung muss auch besser bezahlt werden. Anders bekommen die Bauern das nicht hin.&#8220;<\/a>\u00a0Wobei er damit durchaus recht hat, nur gleichzeitig h\u00e4lt besagter Ministerpr\u00e4sident &#8211; der hier nur stellvertretend f\u00fcr die vielen anderen Scheinheiligen steht, die sich derzeit \u00e4hnlich \u00e4u\u00dfern &#8211; an den Hartz-Reformen fest, verteidigt sie und damit die wahre Ursache f\u00fcr die niedrigen Preise, nicht nur bei denen f\u00fcr Nahrungsmittel. Wer die L\u00f6hne k\u00fcnstlich am Boden h\u00e4lt, sollte sich nicht wundern, wenn die Preise in den Keller gehen. Deflation\u00e4re Politik, wie seine Politik, kann gar nicht anders, nur das scheint Herr Weil nicht zu wissen (oder zu ignorieren). Wie gesagt, Herr Weil ist hier stellvertretend erw\u00e4hnt f\u00fcr die vielen, vielen anderen, die \u00e4hnlich krude denken, in sein Horn blasen, wenn sie sich anschicken, wieder einen neuen Pfannkuchen zu backen.<\/p>\n<p>Immer soll es der Verbraucher richten, die Zeche zahlen, und immer wird behauptet, dass der Verbraucher das auch k\u00f6nne. Insbesondere gr\u00fcn bewegte Menschen behaupten sogar, dass wir, die Nachfrager, bei den Nahrungsmitteln das heilen k\u00f6nnten, vor dem alle Parteien &#8211; auch die Gr\u00fcnen &#8211; aus schierer Angst vor der Wirtschaft, insbesondere der Lobbyorganisationen der Landwirtschaft, zur\u00fcckschrecken, es auch heilen zu wollen.<\/p>\n<p>Dass der Export, die verzahnten Lieferketten auch beim Wohl und Wehe der Tiere, bei den Produktionsmethoden in Deutschland und der EU gro\u00dfe Bedeutung haben, dass ignoriert man, dass verschweigt man, l\u00e4sst man unter den Tisch fallen, kehrt man gern dann unter den Teppich. Es ist ja auch viel bequemer, das schlechte Gewissen der anderen zu bem\u00fchen, als wirklich einmal gute Politik machen zu m\u00fcssen, als Probleme zu l\u00f6sen, anstatt sie weiterhin vor sich herzuschieben und immer nur die anderen f\u00fcr deren Nichtl\u00f6sung verantwortlich zu machen.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ein deutscher Landwirt erl\u00f6st etwa jeden vierten Euro im Export, die deutsche Ern\u00e4hrungswirtschaft nach Branchenangaben sogar jeden dritten Euro. Angesichts stagnierender M\u00e4rkte im Inland ben\u00f6tigt die deutsche Agrar- und Ern\u00e4hrungswirtschaft jedoch weiteres Wachstum im weltweiten Export, um ihren Beitrag zu Erhalt und Steigerung von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand in Deutschland zu leisten.&#8220; <a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/DE\/Landwirtschaft\/Markt-Handel-Export\/_Texte\/Agrarexport.html;nn=3714070\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BMEL. Stand 02.02.2020<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Wer Masse statt Klasse propagiert, wer Masse statt Klasse zul\u00e4sst, wer Klasse f\u00fcr viele Mitmenschen unbezahlbar macht, unbezahlbar halten will, der sollte sehr kleine Br\u00f6tchen backen, meine ich, ganz egal welcher der Handelsbilanz sich verpflichtet f\u00fchlenden Partei er oder sie angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Heilige K\u00fche<\/strong><\/p>\n<p>Ein Verbot und viel strengere Regeln, das w\u00fcrde den Exporten, auch denen der Landwirtschaft, schaden, der Handelsbilanz in G\u00e4nze damit. Und genau das traut man sich nicht, trauen sich alle nicht, denn die Handelsbilanz ist doch eine heilige Kuh des Deutschen, wenn er schon auf so vieles nicht mehr stolz sein kann, seit die Probleme hier \u00fcberhandzunehmen drohen, so doch wenigstens darauf, dass die Exporte im Saldo gr\u00f6\u00dfer als die Importe bleiben. Die heilige Kuh Handelsbilanz\u00fcberschuss, die heiligen K\u00fche des Exportes d\u00fcrfen nicht geschlachtet werden, nicht einmal eingehegt werden, auf gar keinen Fall.<\/p>\n<p>Das Selbstwertgef\u00fchl, durch Elbphilharmonie, BER, Stuttgart 21, die Privatisierung der Bahn, der Post und der Krankenh\u00e4user, fast des ganzen Wohnungsbaus und -bestandes, durch die maroden Schulen in Substanz und Inhalten, das permanent durchschnittliche und unterdurchschnittliche Abschneiden der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in zwischenstaatlichen Vergleichen und nun auch noch durch den Schock des zunehmenden Rechtsradikalismus und Antisemitismus im Lande der Schuldigen an der Shoa, arg gebeutelt, braucht wenigstens diesen Traum von eigener \u00dcberlegenheit &#8211; mit den Fu\u00dfballern war und mit den Handballern ist ja nun auch kein gro\u00dfer Staat derzeit zu machen, und einen Boris und eine Steffi haben wir schon lange nicht mehr.<\/p>\n<p>Nein, lieber haut man wieder auf den Verbraucher drauf, macht alles teuer, was teuer gemacht werden kann, <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=18697\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">fr\u00f6nt der Bigotterie<\/a>. Gern f\u00fcllt man die Kassen des Staates \u00fcber immer mehr Verbrauchssteuern, macht uns damit alle \u00e4rmer, um die Konzerne, die Reichen und ihre Botox-Sch\u00f6nheiten \u00fcber Steuersenkungen noch ein wenig reicher und m\u00e4chtiger zu machen (Altmaier wird nicht m\u00fcde, das zu fordern, und wird wohl seinen Wunsch auch bald erf\u00fcllt bekommen), als wirklich etwas Zielf\u00fchrendes gegen diese verwerfliche Tierhaltung, gegen diese Verschwendung von Leben, gegen dieses uns\u00e4gliche Leid von Rindern, Schweinen und Gefl\u00fcgel etwas wirklich Erhebliches tun zu wollen. Lieber schmei\u00dft man auch hier das Geld zum Fenster raus, knapp 1.000 \u20ac f\u00fcr jeden Bauern im Durchschnitt, wenn ich richtig gerecht habe (was dem einzelnen Bauern fast gar nichts n\u00fctzt, worauf es aber nicht so sehr ankommt, wie auf das Symbol, wieder etwas getan zu haben, ohne wirklich etwas tun zu m\u00fcssen), in der Summe ein Milliarde. <em>Das macht ja nichts, das merkt ja keiner<\/em>, so denken und so handeln sie, diese vielen Scheuer-Klone in den deutschen Parlamenten, Verwaltungen und Parteizentralen.<\/p>\n<p><strong>Nach der Verbrauchssteuer ist vor der Verbrauchssteuer<\/strong><\/p>\n<p>Die Steuer auf Fleisch, f\u00fcr uns, nicht f\u00fcr das Ausland, die kommt deshalb gewiss, so gewiss wie das Amen in Kirche; so gewiss, wie nun die Atmosph\u00e4re einen Preis \u00fcber die CO2-Steuer bekommen hat bei uns. Viel Fantasie ist da nicht n\u00f6tig, um das zu erkennen; es ist lange schon aus den Diskussionen und Vorschl\u00e4gen der Politik abzulesen. Gro\u00dfe Teile der Gr\u00fcnen lechzen gar danach. Die Mehrwertsteuers\u00e4tze f\u00fcr Fleisch werden bald angehoben werden; die Massentierhaltung aber weiterhin auch auf engstem Raum f\u00fcr die Tiere zugelassen bleiben.<\/p>\n<p>Die Steuern f\u00fcr andere Lebensmittel werden vielleicht sinken, die Preise sich schnell jedoch wieder auf das alte Niveau begeben haben. Ein Blick auf das <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/wirtschaft\/steuersenkung-bei-tampons-und-binden-verwirrung-ueber-preiserhoehungen_aid-48443961\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verwirrspiel im Handel<\/a>, welches seit der Preissenkung f\u00fcr Produkte aufgef\u00fchrt wird, welche die Frau w\u00e4hrend Menstruation einsetzen muss, w\u00fcrde ausreichen. Um 12 % sank die Steuer f\u00fcr Tampons beispielsweise, stiegen dann die Gewinne f\u00fcr die Konzerne, weil sie Abgabenpreise erh\u00f6hten, sodass die Preise sich schnell wieder drohten, dem alten Niveau zu n\u00e4hern; Proteste folgten und ein kurzfristiges Zur\u00fcckrudern der Konzerne. Die Proteste werden allerdings hier nicht lange sch\u00fctzen, wie die Argumente der Hersteller schon andeuten. Lernen daraus wird man nicht. Wozu auch, <em>machen wir uns doch die Welt, wie sie uns gef\u00e4llt<\/em>.<\/p>\n<p>Zielgerichtetes Handeln \u00fcber Verbote bleibt derweil verboten! Um Gottes willen, nein! Alles, nur keine Verbote! Es k\u00f6nnte dem Handel schaden, den Gewinnen und dem BIP, vor allem der arg gebeutelten deutschen \u00dcberheblichkeit.<\/p>\n<p><strong>Pfannkuchenplastik<\/strong><\/p>\n<p>Dass bald mehr Plastik im Meer schwimmen wird als Fische, ist bekannt, wird medial t\u00e4glich bekannt gemacht, mit prominenter Unterst\u00fctzung, die, zu Recht, aber leider auch nur wieder ausschlie\u00dflich an unser Gewissen appelliert.<\/p>\n<p>Wer soll es also wieder richten?<\/p>\n<p>Der Verbraucher nat\u00fcrlich. Verzicht des Einzelnen, weil einen Verzicht auf der Angebotsseite, durch Verbote n\u00e4mlich schnell erm\u00f6glicht, will man nicht durchsetzen; dazu fehlt der Mut; dazu ist die Feigheit zu gro\u00df: Feigheit, immer wieder Feigheit vor den M\u00e4chtigen der Wirtschaft, den Anbietern und Produzenten.<\/p>\n<p>G\u00e4be es nicht kleine B\u00fcrgermeister, die das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen w\u00fcrden, so w\u00fcrde au\u00dfer Gerede, au\u00dfer Appellen, au\u00dfer noch gr\u00f6\u00dferen schlechten Gewissen nichts geschehen. Das Wort Verbot ist negativ konnotiert, des Teufels gar. Zielorientiertes Handeln bleibt Fehlanzeige.<\/p>\n<p>In T\u00fcbingen kommt, entsprechend dem Willen des gr\u00fcnen Rechtsau\u00dfen, nun eine <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article216063119\/Vorreiter-Tuebingen-will-Wegwerfverpackungen-besteuern.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Steuer auf Wegwerfverpackungen<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Nach dem EU-Beschluss, Einwegplastik zu verbieten, gibt es in Deutschland ganz konkrete lokale Reaktionen. T\u00fcbingen (Baden-W\u00fcttemberg) will Einwegverpackungen besteuern \u2013 damit h\u00e4tte die Gemeinde eine Vorreiterrolle in der Bundesrepublik inne, erkl\u00e4rt die Stadtverwaltung.<\/p>\n<p>Betroffen w\u00e4ren zum Beispiel Caf\u00e9s, Restaurants und Imbissbuden, die ihre Ware in Plastik geh\u00fcllt ausgeben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wieder eine Steuer, wieder auf den Verbrauch, ganz im Sinne der Angebotspolitik, des Mainstreams. Verbieten darf oder will auch er nicht. Auch hier soll es der Verbraucher richten, wozu die Politik keine Traute hat, ohne den Verbraucher in Pflicht zu nehmen, es zu richten. Wieder kommen die Verursacher ungeschoren davon, werden die Konsumenten in die Pflicht genommen. Sich mal mit denen anzulegen, die uns auch diese Misere hier eingebrockt haben und weiterhin einbrocken, ihnen das zu verbieten, was verboten geh\u00f6rt, das geht gar nicht. Wo ein Bed\u00fcrfnis ist, muss unbedingt auch ein Bedarf gedeckt werden k\u00f6nnen. Marktwirtschaft \u00fcber alles, selbst \u00fcber das Leben. Mehr ist nicht mehr drin.<\/p>\n<p>Verbote! Um Gottes willen, nein! Es k\u00f6nnte dem Handel schaden, den Gewinnen und dem BIP. Das alte Lied, die alten Antworten, die alte, immer wieder neue Traurigkeit, die unsere Gewissen nicht zur Ruhe wird lassen kommen.<\/p>\n<p><strong>Die gr\u00f6\u00dften Pfannkuchen backt man lange schon beim Sozialen, die am wenigsten schmackhaftesten noch dazu<\/strong><\/p>\n<p>Altersarmut, Kinderarmut, Pflegenotstand, diverse Notst\u00e4nde im Sozialen, Vieles, was nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden kann, weil viel zu viel auch schon darunterliegt.<\/p>\n<p>Wer soll es richten? Wir, die Verbraucher nat\u00fcrlich. &#8222;Sieh zu, wie du im Alter klarkommst, oder kauf dir das w\u00fcrdevolle Alter bei den Privaten.&#8220; &#8222;Kauf dir eine Wohnung, wenn du dir die Mieten nicht mehr leisten kannst.&#8220; Mehr f\u00e4llt ihnen allen nicht mehr ein. &#8222;Deckel drauf und gut&#8220;, nicht nur bei den Mieten, sondern am besten auch noch im Grundgesetz, ginge es nach Altmaier, nach den Neoliberalen im Lande und in fast allen Parteien, wenn nicht in allen Parteien. Die vielen, immer kruderen, weltfremderen Vorschl\u00e4ge der Parteien hier aufzulisten w\u00fcrde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, der schon jetzt viel zu lang ist, gezwungenerma\u00dfen, weil das Versagen mittlerweile auch viel zu gro\u00df ist.<\/p>\n<p>Renten, die zu einem w\u00fcrdevollen Leben reichen, sind nur f\u00fcr die noch vorgesehen, die hart und lange gearbeitet und auch eingezahlt hatten, die gut verdienten und Gl\u00fcck hatten, keine gebrochene Erwerbsbiografie zu haben. Und f\u00fcr die, die verbeamtet wurden und Pensionen beziehen. F\u00fcr die nat\u00fcrlich, die ein paar Jahre in den Parlamenten als gut bezahlte Politiker sich oft nur den Hintern platt sa\u00dfen &#8211; \u00fcber die Renten und Transfers, die Bedingungen im Lande, ohne oft selbst davon betroffen zu sein, befanden und befinden -, meist mit der Meute stimmten, fast nie gegen sie, eben gut angepasst waren, gut netzwerken k\u00f6nnen und konnten, wie man Neu-Hochdeutsch so gern sagt, um sich diesen Platz an der Sonne auch sichern zu k\u00f6nnen. Niemand in der Politik, der wirklich die Gr\u00fcnde daf\u00fcr beheben will, der sich f\u00fcr eine St\u00e4rkung des Sozialstaates \u00fcber h\u00f6here Bruttol\u00f6hne einsetzt &#8211; au\u00dfer in Sonntagsreden vielleicht, aber das tut auch nicht weh, kann man im Alltag schnell wieder vergessen.<\/p>\n<p>Warum auch mehr als nur h\u00f6here L\u00f6hne fordern? Warum sie auch noch durchsetzen und damit auch h\u00f6here Transfers, weil mehr Geld durch die h\u00f6heren L\u00f6hne in das Sozialsystem k\u00e4me? Warum sich gegen den Willen des Angebotes durchsetzen? Warum \u00fcber Mindestl\u00f6hne und Allgemeinverbindlichkeit von Tarifvertr\u00e4gen, \u00fcber die R\u00fcckabwicklung von Privatisierungen, die lange schon zeigen, dass sie ein Fehler waren, die Gesellschaft wieder auf gesunde F\u00fc\u00dfe stellen? Um Gottes willen, blo\u00df nicht! Schadet doch den Gewinnen, der Wirtschaft, der heiligen Kuh Handelsbilanz, schadet \u00fcberdies der eigenen Karriere. Dass das BIP davon profitieren w\u00fcrde, die Gesellschaft sowieso, wird schnell unter den Teppich gekehrt wie alle Kr\u00fcmel der vielen Pfannkuchen hier unter den Teppich gekehrt werden, damit schnell die n\u00e4chsten Pfannkuchen serviert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Feigheit vor dem Kapital wird hier schier unertr\u00e4glich, die ich beobachte, welche in dieser demokratischen Gesellschaft vorherrscht, uns damit beherrscht und damit die Demokratie langsam, aber sicher droht, zu Schanden zu reiten, sie damit den Reichen und den Konzerne zum Opfer zu fallen droht, w\u00e4hrenddessen man uns nur Pfannkuchen serviert, vor den Hintern backt.<\/p>\n<p>Deutschland, ein \u00f6konomischer Riese und ein gesellschaftlicher Zwerg, und das aus reiner Feigheit vor denen, die das Kapital besitzen. Vielleicht auch aus Angst davor, nicht mehr wohlgelitten zu sein bei den M\u00e4chtigen der Wirtschaft, wenn die eigene politische Karriere zu Ende geht, die Deutsche Bank oder andere keine Aufsichtsrats- oder Vorstandsposten mehr zur Verf\u00fcgung stellen, keine hohen Gagen f\u00fcr meist \u00fcberfl\u00fcssige Reden zu zahlen bereit sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Unglaublich, oder?<\/p>\n<p>Nein, marktwirtschaftliche, marktkonforme Realit\u00e4t, die man wahrnehmen kann, wenn man sie auch wahrnehmen m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch sitze ich in meiner kleinen, aber warmen und gem\u00fctlichen Wohnung, habe einen gut gef\u00fcllten K\u00fchlschrank, kann meiner Lesewut fr\u00f6nen, meinem Bestreben, einen m\u00f6glichst geringen klimasch\u00e4dlichen Fu\u00dfabdruck zu hinterlassen, nachgehen und bin eigentlich recht zufrieden mit meinem eigenen Leben. 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