{"id":19371,"date":"2020-02-29T22:44:09","date_gmt":"2020-02-29T21:44:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=19371"},"modified":"2020-03-01T15:36:16","modified_gmt":"2020-03-01T14:36:16","slug":"angst-vor-veraenderungen-oder-einfach-aggro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=19371","title":{"rendered":"Angst vor Ver\u00e4nderungen oder einfach aggro"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Schnittmenge der Menschen mit Angst vor Ver\u00e4nderungen treibt bunte Bl\u00fcten: ob der menschgemachte Klimawandel trotz erdr\u00fcckender Beweise angezweifelt wird, die Vers\u00e4umnisse der Politik auf Zuwanderer abgew\u00e4lzt wird oder eine irrationale Angst vor der Ausl\u00f6schung der Deutschen diese Ablehnung sch\u00fcrt. Derzeit fordert die junge Generation Verbote zur Rettung des Klimas, und die \u00e4ltere Generation wehrt sich nach Kr\u00e4ften, m\u00f6chte \u201eAnreize anstatt Verbote\u201c (was wir in der Wirtschaft oft als l\u00e4cherlich abtun, wird schnell zum Dogma, wenn es um die pers\u00f6nlichen Einschr\u00e4nkungen geht).<\/strong><\/p>\n<p>Aber auch die b\u00fcrgerliche Mitte hat solche wenig rationalen \u00c4ngste: Anders ist es nicht zu erkl\u00e4ren, dass trotz massiver Unzufriedenheit mit der Regierung die Menschen weiter die Gro\u00dfparteien w\u00e4hlen und trotzdem auf eine Ver\u00e4nderung zum Guten hoffen. Wenn der blinde Fleck beim Blick nach vorn in die Zukunft so gro\u00df ist, dass man nur noch in die Vergangenheit schaut, dann muss man die Hosen schon gestrichen voll haben. Wahrscheinlich gibt es diese Angst vor Ver\u00e4nderung schon so lange wie die Menschheit selbst, aber in Deutschland ist diese sehr ausgepr\u00e4gt (nicht umsonst gibt es auch im Ausland den Begriff \u201eGerman Angst\u201c).<\/p>\n<p>Ich dachte immer, gerade der rechte Rand der Gesellschaft sei besonders \u00e4ngstlich, was die Zukunft angeht. Im b\u00fcrgerlichen Spektrum der rechts Denkenden ist das wahrscheinlich auch zutreffend, denn dort wird sich immer wieder auf die alten Zeiten berufen und auf das Zur\u00fcck zu vermeintlich besseren Zeiten (wobei man nat\u00fcrlich seinen heutigen Lebensstandard und die medizinischen Fortschritte mit in die alte Zeit nehmen m\u00f6chte). Allerdings kam mir neulich der Gedanke, dass es bei den extrem gewaltt\u00e4tigen Menschen (nicht nur vom rechten Rand) oft andere Gr\u00fcnde hat: Befriedigung durch Adrenalin-Stimulation (ich kenne viele Menschen, die sich \u201escheinbar gern aufregen\u201c und in Rage reden), eigne Aufwertung durch Abwertung anderer, Abbau von wirtschaftlichem oder gesellschaftlichem Druck, Gruppenzwang oder Angst vor Ausgrenzung (was am paradoxesten scheint: ausgrenzen, um nicht ausgegrenzt zu werden).<\/p>\n<p>Und weil Menschen mit einem solchen Dogma meistens eher dazu neigen, einfach zu denken, nicht die M\u00fchen des Hinterfragens auf sich nehmen, lieber uninformiert bleiben wollen und Tatsachen ignorieren, deshalb machen sie ihren Hass einfach an \u00e4u\u00dferen Kriterien fest: dunkle Haut oder leicht zu stigmatisierende Behinderungen. Zu Zeiten der NSDAP gab es noch nicht so viele dunkelh\u00e4utige Menschen in Deutschland, sodass der Hass staatlich reglementiert auf die Menschen umgelenkt wurde, deren Besitz man f\u00fcr den Krieg ben\u00f6tigte: die Juden. Und wieder machten sich die mit Hass erf\u00fcllten Menschen zu den Erf\u00fcllungsgehilfen der politischen Egomanen. Wie auch heute wieder ein H\u00f6cke, k\u00f6rperlich mehr Lamm als Wolf, mehr zart als hart, die vermeintlich harten Jungs lenkt und deren Hass kanalisiert. Es f\u00e4llt mir schwer, hier nicht auch das Bild des Soldaten zu thematisieren.<\/p>\n<p>Wer an \u201eGewalt gegen andere\u201c auch nur mit einem Funken Verstand herangeht, der wei\u00df: Gewalt erzeugt Gegengewalt. Deshalb ist es sicherlich sinnvoll, solches Verhalten auszugrenzen, aber mit Anfeindung und Gegengewalt wird kein Mensch sein Weltbild \u00fcberdenken (sondern es wird eher gefestigt, da die eigene Annahme vom \u201efeindlichen Lager\u201c reflektiert wird). Und auch die harten Jungs weinen um die Opfer, wenn die Gegengewalt die eigenen Freunde und Verwandten trifft, es Tote zu beklagen gibt, das Unwiederbringliche eintritt. Oder um es philosophischer auszudr\u00fccken: Auge um Auge macht am Ende alle blind.<\/p>\n<p>Das soll keine allgemeine Erkl\u00e4rung f\u00fcr rechtes Denken oder das aggressive Verhalten einer Minderheit sein, sondern einfach nur eine Meinung, eine Perspektive, ein Gedanke. Deshalb hei\u00dft dieser Blog auch \u201eMeinung statt Mainstream\u201c, denn die Gedanken sind frei oder sollten es zumindest sein. Auch wenn das leider in Zeiten der einfachen Propaganda durch TV und Internet nicht immer so ist und vielleicht nie anders war. Denn wie sagte einmal ein Mensch, der dieser Gewalt abgeschworen hatte:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.\u201c (Mahatma Gandhi)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schnittmenge der Menschen mit Angst vor Ver\u00e4nderungen treibt bunte Bl\u00fcten: ob der menschgemachte Klimawandel trotz erdr\u00fcckender Beweise angezweifelt wird, die Vers\u00e4umnisse der Politik auf Zuwanderer abgew\u00e4lzt wird oder eine irrationale Angst vor der Ausl\u00f6schung der Deutschen diese Ablehnung sch\u00fcrt. 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