{"id":19783,"date":"2020-03-13T13:48:11","date_gmt":"2020-03-13T12:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=19783"},"modified":"2020-03-16T13:10:57","modified_gmt":"2020-03-16T12:10:57","slug":"krisendynamik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=19783","title":{"rendered":"Krisendynamik"},"content":{"rendered":"<p>In Krisen \u00fcberschlagen sich die Ereignisse, wie man auch derzeit wieder miterleben kann. In Krisen \u00e4ndern sich allerdings auch die Ansichten, meist zeitweise, meist auch mit den wieder falschen Begr\u00fcndungen und deshalb oft auch nicht nachhaltig. Auch dies ist gerade zu beobachten, f\u00fcr sp\u00e4ter zu erwarten.<\/p>\n<p>&#8222;Es wird jetzt hier nicht gekleckert, sondern geklotzt.&#8220; Olaf Scholz<\/p>\n<p>Weiter meint er, dass dies m\u00f6glich ist, weil der deutsche Staat gut gehaushaltet h\u00e4tte. Er meint damit die Austerit\u00e4t, die Politik, die beispielsweise unser Gesundheitssystem an den Rand des Kollaps gef\u00fchrt haben wird, weil sie schon weit vor der Krise den Pflegenotstand mit verursacht hatte, weil sie die Armut im Lande bef\u00f6rderte, sodass viel zu viele gar nicht mehr in der Lage waren vorzusorgen. Denn es waren sicherlich nicht die armen Rentner, die ALG-II-Bezieher, die in der Mehrheit sich mit Klopapier, Nudeln, Reis und B\u00fcchsen eindecken konnten, die die Apotheken st\u00fcrmten, Masken und Desinfektionsmittel horteten. Nein, die nicht, denn denen fehlt das notwendige Kleingeld daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr einen Bl\u00f6dsinn dieser Finanzminister doch labert, wenn er in das gleiche Horn st\u00f6\u00dft wie sein Kollege im Amt des Wirtschaftsministers, wie seine Kollegen in den L\u00e4ndern, die angeblichen Finanzexperten in den Parteien, vornehmlich der CDU\/CSU und der Gr\u00fcnen, aber auch des Seeheimer Kreises in der SPD &#8211; von Experten bei der FDP und AfD zu reden spare ich mir, und bei der Partei Die Linken wei\u00df man ja sowieso nicht, wer da gerade als Experte gilt.<\/p>\n<p>Geld war immer da, wie Sand am Meer, und wird auch immer da sein, wie Sand am Meer. Geld kann man sch\u00f6pfen, und zwar aus dem Nichts und ohne damit eine Inflation zu verursachen. Auch dieser Mythos vom angeblich knapp zu haltenden Geld, um einer Inflation vorzubeugen, der deutschen \u00d6konomen, Politiker, der weit verbreitet ist in der Gesellschaft, stimmt n\u00e4mlich nicht, wie sich nun auch zeigen wird. Eher ist n\u00e4mlich mit einer Deflation zu rechnen als mit einer Inflation, wenn die Rezession nun kommen wird, und sie wird kommen.<\/p>\n<p>Finanzpolitische Vernunft allerdings war und ist in Deutschland d\u00fcnn ges\u00e4t, und das war und ist und wird wohl auch in naher Zukunft wieder das eigentliche Problem sein. Die Krise hat ihre eigene Dynamik, wie schon vorherige Krisen zeigten, die auch nicht zu Lehren gef\u00fchrt hatten, eben weil die Vernunft fehlte, um auch Lehren ziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn eines deutlich werden wird dieser Tage, dann, dass alle \u00d6konomen D\u00fcnnschiss geredet haben, die Geld als knappes Gut bezeichneten, und dass die in der Bev\u00f6lkerung, die ihnen Glauben schenkten, die in der Politik, die dies auch taten und entsprechend handelten, wie die, die von Steuern, die angeblich den Staat finanzieren w\u00fcrden, schwafelten, sich eines Besseren belehrt sehen werden. Steuern und Abgaben finanzieren keinen Staat und deshalb auch der Steuerzahler nicht. Der Staat finanziert sich selbst, bringt das Geld erst in den Umlauf, welches er dann wieder einkassiert. Ohne den Staat kann es gar keine W\u00e4hrung geben und damit auch gar keine Steuerzahler.<\/p>\n<p>Zu kompliziert? Nun ja, nicht wirklich. Indem der Staat n\u00e4mlich seine Steuern in einer bestimmten W\u00e4hrung erhebt, bestimmt er, was als Geld zu gelten hat, l\u00e4sst es drucken und verteilt es unter seinen B\u00fcrgern, und nur, was er vorher verteilt hatte, was er zus\u00e4tzlich verteilt, wie jetzt geplant in der Krise, kann er dann auch durch Steuern und Abgaben wieder absch\u00f6pfen. Der Steuerzahler ist ein Platzhalter, mehr nicht, wenn es um die staatliche Finanzierung geht.<\/p>\n<p>Geld ist da wie Sand am Meer, und nicht einmal Steuern muss man erheben als Staat, um ausreichend Geld zur Verf\u00fcgung zu haben. Genau das werden wir nun sehen. Man muss nur wollen, und diesen Willen wird man nun auch aufbringen.<\/p>\n<p>Den Willen, den man nicht hatte, um den Armen zu helfen, den Alten ein w\u00fcrdevolles Alter zu erm\u00f6glichen, die Infrastruktur zu sanieren, die Kinder zu f\u00f6rdern, und viele andere wichtige Unterlassungen, die den Rahmen hier sprengen w\u00fcrden, wenn ich sie aufz\u00e4hlen w\u00fcrde, diesen Willen hat man nun, wahrscheinlich nur zeitweise, denn nun geht es ans Eingemachte auch f\u00fcr die, die vorher immer zu verhindern suchten, dass der Staat seinen Aufgaben auch wirklich nachkommen konnte. Es wird dem Angebot geholfen werden, auch indem man die Nachfrage st\u00e4rken wird, und das \u00fcber Geld, was der Staat angeblich nicht hatte, nun ohne Begrenzung aber hat, wie Scholz zu Recht sagte. Der Wille ist nun da, um Banken und Unternehmen zu retten, der Wille, dem man sich in normalen Zeiten bei vielen B\u00fcrgern versagte. Man denke sich seinen Teil &#8230;<\/p>\n<p>Die Wirtschaft, die gro\u00dfe vor allem, wird nun daf\u00fcr sorgen, dass der Staat sich darauf besinnt, dass er auch fiskalpolitisch handeln kann, schon lange h\u00e4tte handeln m\u00fcssen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche und, um nicht falsch verstanden zu werden, auch unumg\u00e4nglich und notwendig.<\/p>\n<p>Interessant allerdings wird sein, wird in Zukunft sein, wie lange nach der Krise diese Erkenntnis noch G\u00fcltigkeit haben wird, wann Scholz oder sein Nachfolger in Berlin, wann S. Weil hier bei mir in NDS wieder hinter diesen Erkenntnissen der modernen \u00d6konomie zur\u00fcckfallen werden, wieder die alte, klassische \u00d6konomie, die Sch\u00e4ublenomics aus der Schublade holen werden, die man seit heute wohl in die Schublade gelegt hat.<\/p>\n<p>Schaun wir mal, dann sehn wir schon!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Krisen \u00fcberschlagen sich die Ereignisse, wie man auch derzeit wieder miterleben kann. In Krisen \u00e4ndern sich allerdings auch die Ansichten, meist zeitweise, meist auch mit den wieder falschen Begr\u00fcndungen und deshalb oft auch nicht nachhaltig. 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