{"id":21283,"date":"2020-09-13T17:09:32","date_gmt":"2020-09-13T15:09:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=21283"},"modified":"2020-09-13T17:09:32","modified_gmt":"2020-09-13T15:09:32","slug":"interessantes-aus-kw-37-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=21283","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 37\/2020"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1. Dass Weltkonzerne gern ihre Steuern in die L\u00e4nder verlagern, wo sie am wenigsten zu zahlen haben, dar\u00fcber wird mittlerweile oft berichtet (ohne bemerkenswerte Bem\u00fchungen der Staaten, dieses Schmarotzertum zu \u00e4ndern). Nun berichtet <em>scinexx<\/em> von einer Studie, wie nat\u00fcrlich auch <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/geowissen\/wie-grosskonzerne-emissionen-auslagern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Emissionen ausgelagert werden<\/a>. So machen Gro\u00dfkonzerne ein F\u00fcnftel der weltweiten Emissionen aus, die negative Bilanz geht aber zulasten der ans\u00e4ssigen L\u00e4nder (was unter Bezugnahme auf die dort nicht gezahlten Steuern einen doppelten Schaden anrichtet). Wie hei\u00dft es so sch\u00f6n im Grundgesetz: \u201eEigentum verpflichtet.\u201c Oder hie\u00df es doch \u201eEigentum vergiftet\u201c? [Dirk]<\/p>\n<p>2. Der Klimawandel ist nichts, was uns noch bevorsteht, er ist schon l\u00e4ngst da. Das sieht man beispielsweise sehr deutlich am zunehmend schlechten Zustand des deutschen Waldes, der die D\u00fcrresommer der letzten Jahre alles andere als gut weggesteckt hat, wie Heike Holdinghausen in einem <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2020\/september\/verdoerrt-und-vernutzt-das-drama-des-waldes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel in den <em>Bl\u00e4ttern f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/em><\/a> schildert. Die Forstwirtschaft verzweifelt langsam, und die Politik in Form der zust\u00e4ndigen Bundesministerin Julia Kl\u00f6ckner (CDU) betreibt mal wieder nur dumpfen Populismus, der dem Ernst der Lage in keiner Weise gerecht wird. [Karl]<\/p>\n<p>3. Und gleich noch mal die <em>Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/em>: Ein <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2020\/september\/die-machtlose-who-der-wettlauf-um-den-corona-impfstoff\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel von Marco Alves<\/a> befasst sich mit der aktuellen Situation der Suche nach einem Impfstoff gegen Covid-19. Eine nicht wirklich handlungsf\u00e4hige Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mangelnde Solidarit\u00e4t der Staaten untereinander, gepaart mit Profitgier der Pharmakonzerne f\u00fchrt dann dazu, dass ein m\u00f6glicher Impfstoff garantiert nicht f\u00fcr alle Menschen erh\u00e4ltlich sein wird. Wer also immer noch der bescheuerten Verschw\u00f6rungstheorie anh\u00e4ngt, dass es unserer Regierung um das Leben und die Gesundheit von Menschen ginge bei ihrem Corona-Agieren, der sollte sich die in dem Artikel geschilderten Zust\u00e4nde mal gut vor Augen f\u00fchren. [Karl]<\/p>\n<p>4. Noch einmal zum Klimawandel und auch zu den umstrittenen Schiedsgerichten: Ein <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/frontal-21\/energiecharta-vertrag-wie-kohlekonzerne-abkassieren-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">10-min\u00fctiger Beitrag<\/a> bei <em>Frontal21<\/em> (ZDF) kl\u00e4rt \u00fcber ECT auf. Das ECT-Abkommen erlaubt es Energiekonzernen, vor Schiedsgerichten ganze Staaten zu verklagen, und dies wurde bereits mehrfach erfolgreich getan: 46 Milliarden wurden so bereits vom Steuerzahler in die Taschen der Energiekonzerne transferiert. Nun soll das Abkommen reformiert werden, aber nat\u00fcrlich gibt es da starken Gegenwind. [Dirk]<\/p>\n<p>5. Ein kurzes Interview mit dem Philosophen Philipp H\u00fcbl zum Thema Herdenverhalten in der Debattenkultur bietet diese Woche das Medienmagazin <em>ZAPP<\/em> (NDR) in einem <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Herdenverhalten-in-der-Debattenkultur-Ein-Reflex,zapp12554.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">3-min\u00fctigen Beitrag<\/a>. In der gleichen Sendung wird auch die Frage nach der Verantwortung der Plattformen (Facebook, Twitter &#8230;) gestellt und in einem <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Hass-Welche-Verantwortung-haben-Plattformen,zapp12556.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">5-min\u00fctigem Beitrag<\/a> beleuchtet. Auch Markus Beckedahl (Netzpolitik.org) sieht die Meinungsfreiheit als Vorwand f\u00fcr Hass und Hetze der Konservativen scheinbar eher kritisch und sieht die Plattformen in der Zwickm\u00fchle. In manchen F\u00e4llen scheint mir die Rechtslage doch eher eindeutig, wie der dritte Bericht (6 Minuten) in der Sendung zeigt, der zwischen <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Mit-dem-Strafgesetzbuch-gegen-Hass-und-Hetze,zapp12558.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Meinungsfreiheit und strafrechtlicher Relevanz<\/a>\u00a0zu unterscheiden versucht. [Dirk]<\/p>\n<p>6. Ein interessantes Experiment in einem sogenannten Erlebnismarkt des Discounters Penny wird in einem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Discounter-Penny-weist-wahre-Verkaufspreise-aus-4884506.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel auf <em>heise online<\/em><\/a> geschildert. Dort werden jetzt n\u00e4mlich bei einigen Eigenmarkenprodukten zwei Preisschilder platziert: einmal der &#8222;normale&#8220; zu zahlende Preis und einmal der &#8222;wahre Preis&#8220;, der auch die sch\u00e4dlichen Auswirkungen f\u00fcr Mensch und Umwelt in der gesamten Lieferkette mitber\u00fccksichtigt. So wird den Kunden vor Augen gef\u00fchrt, was Waren wirklich kosten &#8211; denn auch der &#8222;wahre Preis&#8220; wird ja letztlich bezahlt, nur eben auf indirekte Art und Weise, beispielsweise \u00fcber die Wasserrechnung. [Karl]<\/p>\n<p>7. Ein <a href=\"https:\/\/taz.de\/Medienkompetenz-von-Lehrerinnen\/!5706779\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel in der <em>taz<\/em><\/a> berichtet \u00fcber eine Studie, die sich (noch vor den Corona-Ma\u00dfnahmen) mit der Haltung von Lehrern zu Medien befasst hat. Und da gibt es interessante Ergebnisse, denn viele Lehrer sehen die klassischen Medien sehr kritisch und meinen, dass dort oft Meldungen verschwiegen werden, die man dann nur in Internetforen und Blogs findet. Interessant, dass in dem Artikel dann gleich versucht wird, diese Position gleich in die rechte Ecke zu stellen &#8211; so als g\u00e4be es keine linke Medienkritik (wie sie beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5A1zUb_JJow\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volker Pispers<\/a> schon vor Jahren ge\u00e4u\u00dfert hat). Wobei nat\u00fcrlich die Aussage, dass es in Deutschland keine freie Presse g\u00e4be, schon reichlich \u00fcberzogen ist. [Karl]<\/p>\n<p>8. Und schon wieder ein paar &#8222;Einzelf\u00e4lle&#8220;: Aus einem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/rechtsextremismus-reichsbuerger-polizei-nrw-1.5022523!amp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel in der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em><\/a> geht hervor, dass im nordrhein-westf\u00e4lischen Hamm Thorsten W., ein Verwaltungsbeamter des Polizeipr\u00e4sidiums, jahrelang offen seine rechtsextreme Weltsicht zur Schau gestellt hat &#8211; ohne jede Konsequenz. Die gibt es erst jetzt, wo er im Zuge der Ermittlungen gegen die rechtsterroristische Vereinigung &#8222;Gruppe S.&#8220; in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten ist. Zwei Kollegen von ihm, einer Hauptkommissar, einer Angestellter im Verkehrskommissariat, sind dabei ebenfalls auff\u00e4llig geworden, da sie mit W. rechtsextremes Zeug gechattet haben. Aber klar: Es gibt kein Problem mit strukturellem Rechtsextremismus bei der Polizei &#8230; [Karl]<\/p>\n<p>9. Eine weitere Perversion menschlichen Verhaltens zeigt sich derzeit auf Malta: Frachtschiffe, die verpflichtet sind, Schiffbr\u00fcchige aufzunehmen, und dies auch entsprechend tun, d\u00fcrfen nicht in einen Hafen auf Malta einfahren. Es geht darum, die geretteten Fl\u00fcchtlinge nicht aufnehmen zu m\u00fcssen, was nat\u00fcrlich auch am Verhalten der EU liegt, die ihre Au\u00dfenstaaten mit den Fl\u00fchtlingen vielerorts im Stich l\u00e4sst. Ein entsprechender <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/videos\/video-fluechtlingsrettung-handelsschiffe-werden-geiseln-der-eu-fluechtlingspolitik-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">knapp 8-min\u00fctiger Bericht<\/a> bei <em>Monitor<\/em> (WDR) zeigt einige Fallbeispiele in einem weiteren traurigen Kapitel der EU-Fl\u00fcchtlingspolitik. [Dirk]<\/p>\n<p>10. Der &#8222;freie Markt&#8220; und &#8222;Wettbewerb&#8220; sind ja zwei heilige K\u00fche des Kapitalismus, allerdings f\u00fchrt dessen aktuelle neoliberale Auspr\u00e4gung dazu, dass sich immer mehr Monopole bilden, die sich dann dieser Konkurrenz entziehen durch ihre marktbeherrschende Machtposition. Dass dies ausgesprochen sch\u00e4dlich ist, legt der Wirtschaftshistoriker und Politikberater Matt Stoller in einem <a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/magazine\/brand-eins-wirtschaftsmagazin\/2020\/unternehmertum\/die-meisten-politiker-und-wettbewerbshueter-haben-nichts-gegen-monopole\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Interview mit <em>brand eins<\/em><\/a> dar. Hier w\u00e4re die Politik mit klaren Gesetzen und auch Zerschlagung von gro\u00dfen Konzernen gefragt, doch die meisten Politiker, so Stoller, haben eben gar nichts gegen Monopole und Kartelle. [Karl]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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