{"id":24228,"date":"2021-12-02T00:18:58","date_gmt":"2021-12-01T23:18:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=24228"},"modified":"2021-12-02T09:29:44","modified_gmt":"2021-12-02T08:29:44","slug":"selbstbetrug-impfungen-und-andere-aengste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=24228","title":{"rendered":"Selbstbetrug: Impfungen und andere \u00c4ngste"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Thema \u201eImpfung\u201c wird auch in meinem Umfeld hochemotional diskutiert, und es gibt soziale Verwerfungen und Tr\u00e4nen. Wieso kocht gerade dieses Thema derma\u00dfen hoch? Nach meiner Erfahrung sind solche emotionalen Diskussionen nur m\u00f6glich, wenn man eben auch selbst emotional involviert ist (logisch). Die Aggressivit\u00e4t, die dabei sowohl Impfbef\u00fchrworter:innen als auch -gegner:innen an den Tag legen, sieht dabei sehr f\u00fcr mich nach Selbstschutz\/Selbstverteidigung und Ungerechtigkeitsempfinden aus. Nichts bringt Leute so aus der Fassung wie Ungerechtigkeit (meist leider nur die am eigenen Leib erfahrene). Und nichts l\u00e4sst Menschen so aggressiv werden wie Druck in Form von Zwang oder auch Kritik (wobei Kritik am Handeln grunds\u00e4tzlich eher als Kritik an der Person wahrgenommen wird). Zumindest ist das meine Erfahrung mit meinem Umfeld und vor allem auch mit mir selbst.<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin seit \u00fcber 23 Jahren Vegetarier, komme aber nicht auf die Idee, Leute zu bekehren oder auch nur zu animieren, solange man mir nicht mit \u201ebl\u00f6den Spr\u00fcchen\u201c kommt (die wiederum gern dem eigenen schlechten Gewissen entspringen oder eben einer gewissen \u00dcberheblichkeit). Denn klar: Jeder h\u00e4lt sein Verhalten f\u00fcr das ausgewogenste Handeln, denn man hat es sich ja schlie\u00dflich gut \u00fcberlegt (was meistens hei\u00dft, man ist es so gewohnt, oft leider nicht mehr oder weniger). Sobald mir aber jemand mit Argumenten oder Vorw\u00fcrfen kommt, kann und m\u00f6chte ich nicht an mich halten, nehme entsprechende Argumente auf und pr\u00fcfe diese auf Sinnhaftigkeit und Logik. Besonderes Augenmerk liegt bei mir auf dem so bequemen Selbstbetrug, den wir zur Erhaltung unserer Komfortzone oder zum Abwenden von Druck betreiben.<\/p>\n<p>So ist es auch mit dem Impfen: Ich verstehe absolut, dass Menschen \u00c4ngste und Bedenken haben, wenn es um eine solche Entscheidung geht. Es nutzt selten etwas, wenn man jemandem mit Angst vor Spinnen sagt: \u201eStell Dich nicht an, die tut Dir doch nichts.\u201c Oder: \u201eStatistisch wird Dir bei Spinnen in Deutschland zu 99,82 % nichts passieren, wenn die Dich bei\u00dft, weil &#8230;\u201c So ist es mit den meisten \u00c4ngsten, da diese nicht rational gesteuert werden, sondern aus \u201enegativen oder fehlenden Erfahrungen\u201c resultieren (was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht). Wenn nun aber Argumente folgen, die eine augenscheinliche Logik unterstellen, dann hinterfrage ich diese auch. Wenn jemand also gesundheitliche Bedenken gegen die Impfung vorbringt, dann w\u00e4re die erste Frage nat\u00fcrlich nach den gesundheitlichen Folgen im Falle einer Erkrankung durchaus berechtigt, aber eben auch hypothetisch (denn der Krankheitsverlauf ist nicht sicher vorhersehbar). Wenn ein gesundheitliches Argument jedoch von Menschen kommt, die stark \u00fcbergewichtig, Raucher:innen, Drogenkonsument:innen sind,\u00a0 regelm\u00e4\u00dfig mehr als ein Glas Wein trinken oder auch nur ohne Helm mit dem Rad am Stra\u00dfenverkehr teilnehmen, dann finde ich die Begr\u00fcndung schon ziemlich d\u00fcnn und weise auch auf die kognitive Dissonanz hin.<\/p>\n<p>Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich gestern beim Kochen die <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/zdfzoom\/zdfzoom-562.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aktuelle Sendung <em>ZDFzoom<\/em><\/a> laufen lie\u00df und mir einmal mehr die Spucke im Hals stecken bleib, als ich die Worte der 40-j\u00e4hrigen Waldorf-Lehrerin (sch\u00f6n Klischees bedienen) und Mutter h\u00f6rte: Sie schicke ihre Kinder nicht mehr zur Schule, weil die ja mit der f\u00fcr sie unsichtbaren Bedrohung in Form der Masken gar nicht umgehen k\u00f6nnten (also auch, dass die Kinder selbst eine Bedrohung f\u00fcr andere darstellen). W\u00f6rtlich sagte sie noch: \u201eWie soll man da ein sicheres Selbstgef\u00fchl entwickeln, wenn man sich selbst als Gefahr sieht?\u201c (ca. 12. Minute). Ich frage erst einmal vorsichtig: Wie w\u00e4re es mit Aufkl\u00e4rung anstatt Realit\u00e4tsverweigerung?<\/p>\n<p>Die Welt ist komplex, und es gibt so viele Dinge, vor denen ich meine drei Kinder gern sch\u00fctzen w\u00fcrde. Ich kann die Kinder im Keller einschlie\u00dfen, damit sie den Kindersch\u00e4nder:innen auf der Stra\u00dfe und im Internet nicht zum Opfer fallen. Oder ich kl\u00e4re die Kinder \u00fcber die m\u00f6glichen Gefahrensituationen auf, beantworte ihre Fragen nach bestem Wissen und Gewissen, und wenn ich dazu nicht imstande bin, suche ich mir professionelle Unterst\u00fctzung. Unsichtbare Bedrohungen sind f\u00fcr die Kinder (genauso wie f\u00fcr Erwachsene) allt\u00e4glich: Feinstaub, Viren, Schimmelsporen, giftige D\u00e4mpfe von Klebstoffen oder aus billiger Kleidung. Und das sind nur die unmittelbar gesundheitlichen Folgen! Wenn ich nicht nur in meiner kleinen Welt denke, dann sind da andere Themen, die einem auch ohne akute Bedrohung zu denken geben k\u00f6nnten oder sollten: Klimawandel, Radioaktivit\u00e4t, Passivrauchen, Verkehrsunf\u00e4lle, Scheidung der Eltern, Schuldenfalle der Eltern, Alkoholismus der Eltern, Kometeneinschl\u00e4ge, Sonneneruptionen oder Kokosn\u00fcsse, die einem auf den Kopf fallen. (Ja, es sterben j\u00e4hrlich 150 Menschen durch herabfallende Kokosn\u00fcsse, aber nur 15 durch Haiangriffe, aber wovor hast Du mehr Angst?) Und bei einigen dieser Dinge sind auch Kinder die \u201eunsichtbare Gefahr\u201c (die sie laut dieser Frau ja erleben, wenn sie eine Maske tragen m\u00fcssen), wie z. B. im Stra\u00dfenverkehr, beim Klimawandel und ganz akut bei jeder Krankheit, mit der sie geschw\u00e4chte Personen umbringen k\u00f6nnen, von der Grippe bei \u00e4lteren Leuten oder wie bei R\u00f6teln f\u00fcr schwangere Frauen. Aufkl\u00e4rung w\u00e4re auch in diesen F\u00e4llen aus meiner Sicht das probatere Mittel als Wegsperren oder Ausblenden.<\/p>\n<p>Es bleiben f\u00fcr mich zwei Fragen, denen ich nun mal n\u00e4her auf den Grund gehen werde. Die erste wird sich wohl bedingt beantworten lassen, wobei es eben immer mehrere Antworten gibt, wenn es um mehrere Menschen geht: Wieso verabreiche ich mir ein an Menschen ungetestetes <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/mit-dem-wurmmittel-ivermectin-gegen-corona\/a-59857517\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wurmkur-Mittel f\u00fcr Rinder<\/a> eher als eine milliardenfach verabreichte und damit gut dokumentierte Impfung (es sei denn, ich halte mich f\u00fcr ein Rindvieh)? Und die zweite Frage f\u00fcr mich ist: Warum sehe ich diese oben genannte Waldorf-Lehrerin und ihre zur Schau gestellte Besorgnis und echauffiere mich \u00fcber ihre Aussage? Da liegt wohl bei mir noch etwas im Argen mit dem f\u00fcr mich aufgesetzten und substanzlosen Empathiegeschwafel &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema \u201eImpfung\u201c wird auch in meinem Umfeld hochemotional diskutiert, und es gibt soziale Verwerfungen und Tr\u00e4nen. Wieso kocht gerade dieses Thema derma\u00dfen hoch? Nach meiner Erfahrung sind solche emotionalen Diskussionen nur m\u00f6glich, wenn man eben auch selbst emotional involviert ist (logisch). Die Aggressivit\u00e4t, die dabei sowohl Impfbef\u00fchrworter:innen als auch -gegner:innen an den Tag legen, sieht dabei sehr f\u00fcr mich nach Selbstschutz\/Selbstverteidigung und Ungerechtigkeitsempfinden aus. Nichts bringt Leute so aus der Fassung wie Ungerechtigkeit (meist leider nur die am eigenen Leib erfahrene). 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