{"id":24927,"date":"2022-03-20T17:44:15","date_gmt":"2022-03-20T16:44:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=24927"},"modified":"2022-03-28T14:18:50","modified_gmt":"2022-03-28T12:18:50","slug":"interessantes-aus-kw-11-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=24927","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 11\/2022"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1. Die extrem gestiegenen Benzinpreise besch\u00e4ftigen zurzeit die deutsche \u00d6ffentlichkeit. Doch ist tats\u00e4chlich der Ukraine-Krieg daran schuld, wie ja oft behauptet wird? Ein <a href=\"https:\/\/www.volksverpetzer.de\/hintergrund\/spritpreis-kartell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel vom <em>Volksverpetzer<\/em><\/a> zeigt auf, dass es vor allem die Mineral\u00f6lkonzerne sind, die da gerade einen enormen Reibach machen. Die Roh\u00f6lpreise, die kurzzeitig mal angestiegen sind, geben n\u00e4mlich solche Preiszuw\u00e4chse \u00fcberhaupt nicht her. Da wird also mal wieder allgemeine Solidarit\u00e4t gepredigt, w\u00e4hrend schon die Ersten Profit aus der Krise schlagen. Willkommen im neoliberalen Kapitalismus! [Karl]<\/p>\n<p>2. Bundesfinanzminister Christian Lindner hat eine eigene Vorstellung, wie den hohen Benzinpreisen zu begegnen sei: mit einem Tankrabatt. In einem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/tankrabatt-spritpreise-kritik-oekonomen-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>tagesschau.de<\/em><\/a> wird nun geschildert, was \u00d6konomen von dieser Idee halten: n\u00e4mlich durch die Bank gar nichts, und dazu finden sie sogar recht deutliche Worte wie &#8222;komplett verfehlt&#8220;, &#8222;zum Fenster herausgeschmissenes Geld&#8220; und &#8222;eine der absurdesten Ideen aus den letzten 20 Jahren&#8220;. Na ja, das kommt eben dabei raus, wenn man eine \u00f6konomische Null zum Finanzminister macht &#8211; oder hat etwa jemand ernsthaft von einem FDPler wirtschaftlichen Sachverstand erwartet? [Karl]<\/p>\n<p>3. Und wie deutsche Autonarren, die ja ohnehin schon ein sonderbares V\u00f6lkchen sind, auf die hohen Spritpreise reagieren, ist dann recht skurril, um nicht zu sagen grotesk: Sie machen einen Autokorso quer durch Hamburg. Aus Protest, allerdings kaum mit sichtbaren Aussagen, sodass die meisten Passanten gar nicht wissen, was der Affenzirkus soll, wie aus einem <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/region\/hamburg\/news\/id_91820370\/autokorso-gegen-benzinpreis-wer-demonstriert-aus-diesem-grund-.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>t-online.<\/em><\/a> hervorgeht. Der Deutsche und sein Auto &#8211; eine ausgesprochen unzeitgem\u00e4\u00dfe, um nicht zu sagen zur\u00fcckgebliebene Liebesbeziehung &#8230; [Karl]<\/p>\n<p>4. Es mehren sich die Berichte von rassistischen Diskriminierungen von Fl\u00fcchtenden an der ukrainisch-polnischen Grenze. Zwei Studenten berichten in einem <a href=\"https:\/\/www.jetzt.de\/politik\/rassismus-an-den-grenzen-der-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>jetzt<\/em><\/a>, was sie dabei erlebt und gesehen haben, und das geht dann bis zu offener Gewalt von Sicherheitskr\u00e4ften gegen Menschen mit dunkler Hautfarbe. Wie abartig ist das denn bitte, selbst in so einer extremen Notsituation noch seinen Rassismus derart ungeniert auszuleben und die eigene Machtposition auszunutzen? Und auch in Deutschland werden Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine anders behandelt, wenn sie eine dunkle Hautfarbe haben, wie aus einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Krieg-in-der-Ukraine\/!5839619\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in der <em>taz<\/em><\/a> hervorgeht, sodass dort von &#8222;Gefl\u00fcchteten zweiter Klasse&#8220; die Rede ist. [Karl]<\/p>\n<p>5. Und gleich noch was zu den Fl\u00fcchtenden aus der Ukraine: Auch diejenigen, die hier ankommen, sehen sich nicht selten rassistischen und sexistischen Anwandlungen gegen\u00fcber, wie Margarete Stokowski in ihrer <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/fluechtende-aus-der-ukraine-finger-weg-von-den-frauen-kolumne-a-210cb3cd-b0c2-45c3-94f1-50c4863b7a89\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kolumne auf <em>Spiegel Online<\/em><\/a> feststellt. Slawische Frauen seien nun mal f\u00fcr viele deutsche M\u00e4nner vor allem Sexobjekte und gute Putzfrauen &#8211; und entsprechende Reaktionen finden sich da dann auch in sozialen Medien, aber auch in der Realit\u00e4t. Ziemlich eklig, was da so durch diesen Krieg hier bei uns an widerw\u00e4rtigen Charakterz\u00fcgen unverbl\u00fcmt zum Vorschein kommt. [Karl]<\/p>\n<p>6. Auf der <a href=\"https:\/\/www.moment.at\/story\/warum-die-wirtschaft-nicht-immer-weiter-wachsen-kann-und-muss\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00f6sterreichischen Website <em>Moment.<\/em><\/a> werden drei Argumente pr\u00e4sentiert, die zeigen, warum Wirtschaftswachstum nichts zwingend Notwendiges ist, damit es allen m\u00f6glichst gut geht. Das ist ja eines der Dogmen der Wirtschaftswissenschaften, aber sp\u00e4testens bei der Betrachtung der Klimakatastrophe und dem jedes Jahr auf einem fr\u00fcheren Datum liegenden Earth Overshoot Day sollte einem klar werden, dass es zu dieser Denkweise Alternativen braucht. Und die gibt es auch &#8211; nun m\u00fcssen die nur noch als solche auch vom medialen Mainstream wahrgenommen werden, um sich dann in der \u00d6ffentlichkeit zu verbreiten. [Karl]<\/p>\n<p>7. Keine guten Aussichten in Bezug auf die Klimakatastrophe: In einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Prognose-zum-Grundwasserspiegel\/!5840917\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in der <em>taz<\/em><\/a> werden die Prognosen zum Grundwasserspiegel in Deutschland beschrieben, die Wissenschaftler vom Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) aufgrund der pessimistischeren Szenarien zur Klimaentwicklung des Weltklimarates erstellt haben. Und demnach werden vor allem in Nord- und Ostdeutschland D\u00fcrren wesentlich h\u00e4ufiger auftreten. Und mit jedem Jahr, was in puncto Klimaschutz noch mehr vertr\u00f6delt wird, werden diese Szenarien leider wahrscheinlicher. [Karl]<\/p>\n<p>8. Und noch mal keine guten Aussichten in Bezug auf die Klimakatastrophe: Forscher von der Universit\u00e4t Leeds haben mit Modellen durchgerechnet, wie es denn in den n\u00e4chsten Jahrzehnten um die Permafrostb\u00f6den bestellt sein k\u00f6nnte, und sind dabei von optimistischen und weniger optimistischen Szenarien ausgegangen, wie ein <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/klimakrise-studie-sieht-permafrostboeden-kurz-vor-kipppunkt\/1999462#Echobox=1647274713\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Spektrum.de<\/em><\/a> berichtet. Und das sieht nicht sonderlich gut aus, denn selbst im Fall, dass die Erderw\u00e4rmung unter zwei Grad gehalten werden kann, d\u00fcrften weite Teile des heutigen Permafrostbodens auf- oder zumindest antauen. Was dann den Klimawandel weiter beschleunigen d\u00fcrfte. [Karl]<\/p>\n<p>9. Immer mehr B\u00fcrger wollen in kleinteilige und nachhaltige Energieerzeugung investieren. Das ist erst mal eine gute Nachricht. Dabei gibt es allerdings ein ziemlich gro\u00dfes Problem, was in einem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/energiewende-photovoltaik-windkraft-buerokratie-1.5546753\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em><\/a> dargestellt wird: enormer b\u00fcrokratischer Aufwand. Dieser ist f\u00fcr Laien kaum zu bew\u00e4ltigen und wurde wohl in den letzten Jahren bewusst von der Politik so implementiert, um eben die Energiewende auszubremsen. Hoffen wir mal, dass hier eine Entb\u00fcrokratisierung dieses so wichtigen Bereichs mit der neuen Bundesregierung stattfinden wird. [Karl]<\/p>\n<p>10. Der Rechtsanwalt Benjamin Derin und der Kriminologe Tobias Singelnstein haben ein Buch geschrieben, das sich mit den Themenbereichen Rassismus, Sexismus, Rechtsextremismus und Gewalt in der Polizei besch\u00e4ftigt. In einem <a href=\"https:\/\/www.vice.com\/de\/article\/v7dq9b\/diese-forscher-haben-untersucht-wie-rassistisch-die-deutsche-polizei-ist\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit <em>Vice<\/em><\/a> geben die beiden Autoren einen Einblick in die Ergebnisse ihrer Arbeit und die unterschiedliche Rezeption des Buches vonseiten der Polizei. Und das best\u00e4tigt leider das, was man sich eh schon denken konnte, n\u00e4mlich dass Rassismus und Sexismus strukturell in der Polizei verankert sind und dieses Problem von der Politik auch nur ausgesprochen halbherzig angegangen wird. [Karl]<\/p>\n<p>11. Der ehemalige Bundeskanzler und jetzige Lobbyist Gerhard Schr\u00f6der hat sich kurz nach der Bundestagswahl zu einem vertraulichen Gespr\u00e4ch mit der Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Doch die damit verbundenen Kalendereintr\u00e4ge, aus denen dann R\u00fcckschl\u00fcsse darauf gezogen werden k\u00f6nnten, was da so besprochen wurde, r\u00fcckt man nicht raus, wie ein <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/recherchen\/lobbyismus\/kanzleramt-verweigert-herausgabe-von-kalendereintraegen-zu-schroeder-gespraechen-mit-merkel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von <em>abgeordnetenwatch.de<\/em><\/a> schildert. Die Begr\u00fcndungen daf\u00fcr sind ausgesprochen fadenscheinig. Da misstraut man wohl den B\u00fcrgern per se, deren Wohl sich Abgeordnete doch eigentlich verpflichtet haben. [Karl]<\/p>\n<p>12. Die R\u00fcstungsindustrie kann sich ja gerade \u00fcber bevorstehende gro\u00dfe Auftr\u00e4ge vonseiten der Bundesregierung freuen. Da ist es doch mal ganz interessant, was diese Konzerne denn so machen, um sich gute Kontakte in die Politik zu sichern. Und wenn man sich in einem <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/recherchen\/lobbyismus\/ruestungskonzerne-stecken-millionen-in-lobbyarbeit-fuer-neue-grossauftraege\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von <em>abgeordnetenwatch.de<\/em><\/a> so anschaut, was da an Lobbykohle und Personal aufgefahren wird, dann wundert es einen nicht, dass nun mal eben so auf die Schnelle 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt wurden f\u00fcr das Milit\u00e4r, die an anderen Stellen wohl sinnvoller investiert werden k\u00f6nnten. [Karl]<\/p>\n<p>13. Die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen zeigt sich mal wieder von ihrer destruktiven und r\u00fcckschrittlichen Seite. Wie aus einem <a href=\"http:\/\/www.umweltinstitut.org\/aktuelle-meldungen\/meldungen\/2022\/pestizide\/rechtsgutachten-ausnahmen-vom-insektenschutz-in-nrw-rechtswidrig.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel vom <em>Umweltinstitut M\u00fcnchen<\/em><\/a> hervorgeht, hebelt man n\u00e4mlich das im September letzten Jahres bundesweit in Kraft getretenen Insektenschutzgesetz gleich mal wieder mit gro\u00dfz\u00fcgigen Ausnahmeregeln aus. Diese sind in ihrer Pauschalit\u00e4t, so hat ein Rechtsgutachten ergeben, allerdings nicht rechtm\u00e4\u00dfig &#8211; und nat\u00fcrlich auch fatal f\u00fcr den Artenschutz. Aber so was interessiert CDU und FDP ja ohnehin nicht &#8230; [Karl]<\/p>\n<p>14. Einen Einblick in eine absurde Welt gibt ein <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/milliardaere-wo-sie-hin-wollen-wenn-die-welt-untergeht-ld.1673500\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel der <em>Neuen Z\u00fcrcher Zeitung<\/em><\/a>, in dem einige Beispiele geschildert werden von riesigen R\u00fcckzugsanwesen von Superreichen. Denen ist n\u00e4mlich durchaus bewusst, dass gerade auch ihr eigenes Treiben apokalyptische Folgen haben kann, sei es in puncto Klimakatastrophe, k\u00fcnstlicher Intelligenz oder auch eines Atomkriegs. Na ja, und dann will man eben f\u00fcr sich selbst ein gro\u00dfes und kommodes Pl\u00e4tzchen in einem abgeschiedenen Winkel der Welt haben, um so die Folgen einer globalen Katastrophe m\u00f6glichst kommod \u00fcberstehen zu k\u00f6nnen. Pervers! [Karl]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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