{"id":26175,"date":"2022-10-30T18:21:36","date_gmt":"2022-10-30T17:21:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=26175"},"modified":"2022-11-13T20:27:42","modified_gmt":"2022-11-13T19:27:42","slug":"interessantes-aus-kw-43-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=26175","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 43\/2022"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1. Wie sieht es mit der gesellschaftlichen und moralischen Verpflichtung von Journalist:innen aus? Am Ende schreiben wir \u00fcber Menschen mit Meinungen, Vorlieben und eigenen Werten. Ein <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/IS-Prozesse-Welche-Rolle-spielen-Journalisten,zapp13918.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">19-min\u00fctiger Bericht<\/a> bei <em>ZAPP<\/em> (NDR) besch\u00e4ftigt sich mit einem Fall, wo ein Journalist des Hetzblattes Nummer eins mehrfach vor Gericht gegen Frauen aussagt, die zum IS \u00fcbergelaufen sind, mit denen er Interviews gef\u00fchrt hatte. Nat\u00fcrlich ist man seinen eigenen Moralvorstellungen verpflichtet und nat\u00fcrlich kann man seine journalistische Aufgabe und seine gesellschaftliche Verantwortung voneinander trennen. Hier ist aber die Fragestellung interessant, und durch den Arbeitgeber des Journalisten kann ich nicht umher, auch ein St\u00fcck weit angewidert zu sein. [Dirk]<\/p>\n<p>2. Unsch\u00f6nes und leider auch Typisches gibt es mal wieder von der FDP zu berichten. In einem <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/recherchen\/lobbyismus\/wissing-ministerium-will-lobbyisten-vor-transparenz-bewahren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>abgeordnetenwatch.de<\/em><\/a> wird beschrieben, wie das Bundesverkehrsministerium von Volker Wissing sich rausredet, um Kontakte zum Autohersteller Porsche zu verschleiern. Dabei sollten solche Treffen eigentlich durch das Informationsfreiheitsgesetz der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sein. Und die Begr\u00fcndung, da nicht mit offenen Karten spielen zu wollen, ist dann noch mal richtig absurd: Andere Lobbyisten k\u00f6nnten ja von Transparenz abgeschreckt werden. Schon pervers, wie offensichtlich man bei der FDP die eigene Korruptheit auslebt. [Karl]<\/p>\n<p>3. In einem <a href=\"https:\/\/utopia.de\/ratgeber\/dinge-die-uns-duemmer-machen-gewohnheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Utopia<\/em><\/a> werden acht Gewohnheiten unseres allt\u00e4glichen Lebens aufgelistet, die eine schlechte Auswirkung auf unsere kognitiven F\u00e4higkeiten haben. Oder einfacher gesagt: die uns dumm machen. Vieles davon hat mit technischen Entwicklungen zu tun, die uns das Leben einfacher machen sollen, aber eben auch dazu f\u00fchren, dass wir bestimmte Fertigkeiten verlernen oder gar nicht erst erlernen. Das ist nat\u00fcrlich nicht alles schwarzwei\u00df, wie in dem Artikel auch erw\u00e4hnt wird, nur scheint es mir auch so, dass die potenziellen M\u00f6glichkeiten, das Wissen zu erweitern, oft von den negativen Effekten der Digitalisierung \u00fcberlagert werden. [Karl]<\/p>\n<p>4. Gerade Landwirte und ihre Verb\u00e4nde wehren sich ja oft gegen Ansinnen, Pestizide zu verbieten. Dass das nicht sehr weitsichtig ist, sieht man nun an einer Studie, \u00fcber die ein <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/lebensart\/6205082\/Landwirte-haeufig-betroffen_Pestizide-in-den-Haaren-von-jedem\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in der <em>Kleinen Zeitung<\/em><\/a> berichtet: Haarproben aus ganz Europa wurden untersucht im Hinblick auf Spuren von 30 Pestiziden. Das Ergebnis: Bei etwas jeder dritten Probe fanden sich Spuren von als sch\u00e4dlich eingestuften Ackergiften, und bei Landwirten und Landarbeitern sogar bei 43,5 %. Und in den menschlichen K\u00f6rper geh\u00f6rt das Zeug ja nun eigentlich nicht hin. [Karl]<\/p>\n<p>5. In Pakistan gab es eine verheerende Flut, der mindestens 1400 Menschen zum Opfer gefallen sind und die 17 Millionen H\u00e4user vernichtet hat. In einem <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2022\/oktober\/pakistan-nach-der-flut-ist-vor-der-flut\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in den <em>Bl\u00e4ttern f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/em><\/a> werden nun die Auswirkungen dieser Katastrophe beschrieben, die von Nahrungsmittelknappheit bis zu Epidemien reichen. Wer angesichts eines solchen Szenarios immer noch von Klimawandel und nicht von Klimakatastrophe spricht (oder das sogar ganz leugnet), der sollte mal seine Ansicht einem Realit\u00e4tscheck unterziehen. [Karl]<\/p>\n<p>6. Serhij Zhadan hat den renommierten Friedenspreis des des Deutschen Buchhandels bekommen. Der ukrainische Schriftsteller und Musik ist allerdings nicht gerade das, was man als einen Apostel des Friedens nennen k\u00f6nnte, sondern ein fanatischer Russenhasser mit Kontakten zu Neonazis. Das wird leider so gut wie gar nicht in den Medien thematisiert, daher \u00a0sei hier auf einen <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/437176.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in der <em>jungen Welt<\/em><\/a>, einen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89603\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar von Tobias Riegel<\/a> auf den <em>NachDenkSeiten<\/em> und einen weiteren <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Friedenspreis-fuer-Russen-Hass-7317325.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar von Franz Alt<\/a> auf Telepolis hingewiesen, die diesen Vorgang recht kritisch sehen &#8211; vor allem im Hinblick auf diejenigen, die diesen Preis so vergeben haben. [Karl]<\/p>\n<p>7. Die Fu\u00dfball-WM im menschenverachtenden Despotenstaat Katar ist ohnehin schon eine fragw\u00fcrdige Angelegenheit. Wer nun tats\u00e4chlich noch dorthin f\u00e4hrt, um sich die Spiele vor Ort anzuschauen, kriegt dann gleich noch mal extra zu sp\u00fcren, was es bedeutet, wenn ein gro\u00dfes Sport-Event an so ein Land vergeben wird, denn zwei Apps, die man daf\u00fcr ben\u00f6tigt, sind alles andere als sicher, sondern \u00fcble Datenkraken. Und das in einem Land mit einem totalit\u00e4ren Regime, wie ein <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2022\/wm-in-katar-gefaehrliche-zwangs-apps-fuer-fussballfans\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Netzpolitik.org<\/em><\/a> zu Recht kritisiert. Also besser zu Hause bleiben und den Mist nicht noch unterst\u00fctzen. [Karl]<\/p>\n<p>8. In einem <a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/77749\/wenn-ein-weisser-grosser-deutscher-reporter-meint-er-haette-rassismus-erlebt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar auf <em>\u00dcbermedien<\/em><\/a> befasst sich Lisa Kr\u00e4her mit dem rbb-Jounralisten Hendrik Schr\u00f6der, der in der Kolumne &#8222;100 Sekunden Leben&#8220; eine angebliche Rassismuserfahrung schilderte. Wenn heterosexuelle wei\u00dfe M\u00e4nner meinen, diskriminiert zu werden, und das auch noch rassistisch, dann ist das eh schon etwas fragw\u00fcrdig, und das, was Schr\u00f6der dort dann von sich gibt, best\u00e4tigt auch genau das. Zum einen bedient er sich selbst haufenweise rassistischer Klischees, zum anderen bauscht er Dinge zu Rassismus auf, die damit nichts zu tun haben m\u00fcssen. So fehlt ihm offensichtlich jedes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, was Rassismus eigentlich ist &#8211; peinlich, peinlich. [Karl]<\/p>\n<p>9. Eine Sch\u00fclerin aus der dritten Klasse in Baden-W\u00fcrttemberg musste eine Strafarbeit schreiben, weil sie mit einer Freundin auf dem Schulhof T\u00fcrkisch gesprochen hat. Klingt absurd? Ist es auch, aber dennoch Realit\u00e4t. Nun wurde das Ganze vor Gericht gekl\u00e4rt, wie ein <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bildung\/gerichtsprozess-strafarbeit-fuer-drittklaesslerin-wegen-tuerkisch-auf-schulhof-war-rechtswidrig-vergleich-a-19c3b0c0-5e60-46ef-ad9f-1fa0205774ec\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Spiegel Online<\/em><\/a>, berichtet, sodass nun nach zwei Jahren feststeht: Die Strafarbeit war nicht rechtm\u00e4\u00dfig. Ich frage mich ja, wie man ernsthaft auf die Idee kommen kann, zu meinen, dass so eine Strafe auch nur ansatzweise angebracht sein k\u00f6nnte. Zudem stellt sich zu Recht die Frage, ob bei einer Unterhaltung von zwei Sch\u00fclern auf Englisch wohl das gleiche Strafma\u00df verh\u00e4ngt worden w\u00e4re. [Karl]<\/p>\n<p>10. In seiner <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/klima-und-steuern-die-zwei-groessten-luegen-des-fossilen-kapitalismus-a-16877467-be82-4f75-b002-98cbe1905f22\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kolumne auf <em>Spiegel Online<\/em><\/a> befasst sich Christian St\u00f6cker mit den zwei zentralen L\u00fcgen des fossilen Kapitalismus: 1. Es gibt keinen Klimawandel. 2. Steuersenkungen f\u00fcr Reiche bringen Wohlstand f\u00fcr alle. Mittlerweile sind diese beiden Aussagen l\u00e4ngst widerlegt, und dennoch halten neoliberale Hardliner immer noch an ihnen fest &#8211; und werden daf\u00fcr mittlerweile sogar von der Finanzindustrie abgestraft, die da dann doch schon zumindest ein bisschen weiter ist. Das durfte die britische Kurzzeitpremierministerin Liz Tuss gerade erfahren. Und was daran deutlich wird: Neoliberalen geht es gar nicht um Marktwirtschaft, sondern nur um Klientelpolitik f\u00fcr ihre Geldgeber. [Karl]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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