{"id":26564,"date":"2023-01-21T14:29:31","date_gmt":"2023-01-21T13:29:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=26564"},"modified":"2023-01-21T23:54:14","modified_gmt":"2023-01-21T22:54:14","slug":"oeconomia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=26564","title":{"rendered":"Oeconomia"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die meisten Menschen haben keine oder sehr veraltete Vorstellungen davon, wie Geld entsteht. War fr\u00fcher einmal das Drucken von Geld von den Goldreserven eines Landes abh\u00e4ngig, so kann mittlerweile jede Kreditbank Geld aus dem Nichts erschaffen, indem sie Kredite vergibt. Das Dilemma ist eigentlich klar, wenn man dar\u00fcber auch nur zwei Minuten nachdenkt: Das so erschaffene Geld muss mit Zinsen zur\u00fcckgezahlt werden, aber woher kommt dieses Geld? Das geht, gesamtwirtschaftlich betrachtet, nur: indem woanders Kredite aufgenommen werden! Das bedeutet, die einzige Option die Wirtschaft am Laufen zu halten, sind zunehmende Verschuldung, weiter und immer weiter, und Wachstum ohne eine Wachstumsgrenze.<\/strong><\/p>\n<p>Ein anderer Aspekt dieser Schaffung von Geld dr\u00fcckt sich darin aus, dass der Staat zur Finanzierung seines Staatshaushaltes Kredite bei Privatbanken aufnehmen muss, wenn er nicht \u201edie schwarze Null\u201c mit dem Haushalt einhalten m\u00f6chte (was unter der derzeitigen, \u00f6konomischen Ausrichtung auf Wachstum absolut kontraproduktiv ist). Das bedeutet: Ein Staatshalt muss aus Sicht der privaten Kreditgeber \u201erentabel\u201c sein. Wenn also die Privatbank einen Staatshaushalt ablehnt, dann werden z. B. gef\u00f6rderte Ausbildungen gestrichen oder Pflegeleistungen gek\u00fcrzt und so auf die Privathaushalte abgew\u00e4lzt. Wie kann es sein, dass nicht der Staat f\u00fcr solche Zwecke das entsprechende Geld \u201eproduzieren\u201c kann, wie Banken es mit drei bis vier Klicks im Computer tagt\u00e4glich machen?<\/p>\n<p>Dieser Aufkl\u00e4rungsfilm von Carmen Losmann zeigt Insider des Banken- und Finanzsektors sprachlos, auf die einfachsten Fragen keine Antwort habend oder v\u00f6llig unpassende Werbespr\u00fcche abspielend. Gespr\u00e4che werden abgebrochen, und teilweise werden die Probanden sogar aggressiv, obgleich die Fragestellungen absolut defensiv vorgetragen werden. Aus meiner Sicht ein Muss an Dokumentation, und wer die Materie versteht, dem wird klar, wie krank und endlich unser Wachstumsdogma wirklich ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/film\/dokumentarfilm\/oeconomia-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eOeconomia\u201c, Deutschland 2020, 84 Minuten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten Menschen haben keine oder sehr veraltete Vorstellungen davon, wie Geld entsteht. War fr\u00fcher einmal das Drucken von Geld von den Goldreserven eines Landes abh\u00e4ngig, so kann mittlerweile jede Kreditbank Geld aus dem Nichts erschaffen, indem sie Kredite vergibt. Das Dilemma ist eigentlich klar, wenn man dar\u00fcber auch nur zwei Minuten nachdenkt: Das so erschaffene Geld muss mit Zinsen zur\u00fcckgezahlt werden, aber woher kommt dieses Geld? Das geht, gesamtwirtschaftlich betrachtet, nur: indem woanders Kredite aufgenommen werden! 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