{"id":26825,"date":"2023-03-19T14:41:02","date_gmt":"2023-03-19T13:41:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=26825"},"modified":"2023-03-24T15:17:21","modified_gmt":"2023-03-24T14:17:21","slug":"interessantes-aus-kw-11-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=26825","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 11\/2023"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1. Wie bei so vielen Verleihungen von Film- und Medienpreisen, so wollte der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj auch bei der k\u00fcrzlich stattgefundenen Oscar-Verleihung \u00fcber Video zugeschaltet werden, um dort reden zu k\u00f6nnen. Doch daraus wurde nichts, denn die Veranstalter wollten das nicht &#8211; mit der Begr\u00fcndung, dass der Ukraine-Krieg im Gegensatz zu vielen anderen Kriegen nur deshalb so viel Aufmerksamkeit bekommt, weil dort Wei\u00dfe gegen Wei\u00dfe k\u00e4mpfen. Jens Berger setzt sich in einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94957\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar auf den <em>NachDenkSeiten<\/em><\/a> mit dieser Begr\u00fcndung, der er durchaus einiges abgewinnen kann, auseinander. [Karl]<\/p>\n<p>2. Das k\u00f6nnten sich die Schildb\u00fcrger ja nicht besser ausdenken: In Brandenburg ist auf einem Autobahnst\u00fcck vor 20 Jahren aufgrund der hohen Unfallzahl Tempo 130 eingef\u00fchrt worden. Das erwies sich als erfolgreich, wie ein <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/auto\/brandenburg-tempolimit-auf-a24-senkt-die-unfallzahlen-und-wird-deshalb-aufgehoben-a-105c62ca-f023-4a23-bc0d-9b6242d2593c\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Spiegel Online<\/em><\/a> berichtet, denn es gab in der Folge wesentlich weniger Unf\u00e4lle und auch Unfalltote. Also gibt es dort nun, der Logik der SPD-CDU-Landesregierung folgend, die dabei allerdings auch das Verkehrsrecht auf ihrer Seite hat, keinen Grund mehr f\u00fcr ein Tempolimit &#8211; weswegen es entgegen polizeilichem Rat wieder aufgehoben wird. Nun kann dort also wieder sch\u00f6n gerast und gestorben werden. [Karl]<\/p>\n<p>3. Mafia? Das ist doch ein italienisches Problem. Na ja, nicht so ganz, wie aus einem <a href=\"https:\/\/www.fluter.de\/einfluss-ndrangheta-deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit Zora Hauser<\/a> aus <em>fluter<\/em> hervorgeht. Die Mafia-Expertin erl\u00e4utert darin, wie die kalabrische \u2019Ndrangheta in Deutschland agiert und warum das dringend mehr von der Politik beachtet werden m\u00fcsste. Gerade in Kleinst\u00e4dten bestehen n\u00e4mlich vor allem in Hessen und Th\u00fcringen schon sehr vernetzte Strukturen von Mafiosi mit lokalen Politikern. So ist Deutschland mittlerweile das Land, in dem die \u2019Ndrangheta neben Italien am st\u00e4rksten vertreten ist. [Karl]<\/p>\n<p>4. US-Pr\u00e4sident Joe Biden hatte ja zu Beginn seiner Amtszeit angek\u00fcndigt, gro\u00dfen Wert auf Klimaschutz zu legen. Dass das wohl eher ein laues Versprechen war, wird leider jetzt gerade deutlich, wie eine <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/technologie\/oelfoerderung-alaska-willow-biden-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung auf <em>tagesschau.de<\/em><\/a> berichtet: So wird n\u00e4mlich die Erschlie\u00dfung neuer \u00d6lfelder in Alaska erlaubt, zwar in etwas geringerem Ma\u00dfe, als zuvor vom ausf\u00fchrenden Konzern geplant, aber eben entgegen Bidens Versprechungen, \u00fcberhaupt keine neuen \u00d6lbohrungen zuzulassen. Umweltsch\u00fctzer sind nachvollziehbarerweise nicht gerade am\u00fcsiert von diesem Wortbruch. [Karl]<\/p>\n<p>5. Der aktuelle <a href=\"https:\/\/mailings.foodwatch.de\/m\/14420779\/527880\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Newsletter von <em>foodwatch<\/em><\/a> wei\u00df auch mal wieder Interessantes zu berichten. Man hat vonseiten der NGO n\u00e4mlich mal getestet, was denn an der zurzeit weit verbreiteten Discounter-Marketingmasche dran ist, mit der sich Aldi, REWE und Co. als Vork\u00e4mpfer gegen die Preissteigerungen von Lebensmitteln gerieren. Und das Ergebnis ist ern\u00fcchternd: Die Eigenmarken der Supermarktketten sind im Vergleich zu Markenartikeln deutlich st\u00e4rker im Preis gestiegen &#8211; was dann nat\u00fcrlich vor allem diejenigen trifft, die auf solche Billigmarken angewiesen sind, weil sie ohnehin schon nicht viel Geld haben. Da kommt dann so ziemlich alles zusammen, was der Kapitalismus an sch\u00e4bigem Gebaren aufzubieten hat. [Karl]<\/p>\n<p>6. Ein <a href=\"https:\/\/albert-schweitzer-stiftung.de\/aktuell\/antibiotika-schoene-zahlen-wenig-erfolg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel der <em>Albert Schweitzer Stiftung<\/em><\/a> befasst sich mit dem Bericht zum Antibiotikaverbrauch in der deutschen Nutztierhaltung, den das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR) im Dezember 2022 ver\u00f6ffentlicht hat. Auf den ersten Blick sieht es darin so aus, als w\u00fcrden weniger Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt werden, doch bei genauerem Hinsehen erweisen sich diese Zahlen als Trugschluss. Zudem liegt Deutschland nach wie vor bei der Menge der Antibiotika bezogen auf das K\u00f6rpergewicht der Tiere deutlich vor anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Es kann daher eigentlich nur hei\u00dfen: weg von der Massentierhaltung &#8211; wenn wir nicht irgendwann keine wirksamen Antibiotika mehr haben m\u00f6chten. [Karl]<\/p>\n<p>7. Die Gr\u00fcnen ziehen ihren \u00d6kopopulismus &#8211; umwelt- und klimasch\u00fctzendes Verhalten versprechen und dann doch nicht praktizieren &#8211; ja ziemlich konsequent durch. Neustes Beispiel: Bundesau\u00dfenministerin Annalena Baerbock, die beim Amtsantritt vollmundig verk\u00fcndete, dass sie m\u00f6glichst emissionsarm reisen wollte. Wie nun eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Viktor Perli zeigte, war das allerdings eher eine PR-Aktion, denn von 69 Dienstreisen hat Baerbock 67 wenig klimaschonend mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr gemacht und nur bei zweien einen Linienflug gew\u00e4hlt, wie aus einer <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/bundesregierung-fluege-umwelt-klimaschonende-dienstreisen-aussenministerin-annalena-baerbock-gruene-scheitert-an-eigenen-anspruechen-li.324024\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung der <em>Berliner Zeitung<\/em><\/a> hervorgeht. Tja &#8230; [Karl]<\/p>\n<p>8. Ein <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/kommunen-steueroasen-steuerhinterziehung-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>tagesschau.de<\/em><\/a> gibt Einblick darin, wie Unternehmen Gewinne zulasten der \u00d6ffentlichkeit machen. Dabei geht es in diesem Fall um das NRW-Landesarchiv in Duisburg, bei dem eine Essener Firma nicht nur einen enormen Reibach gemacht hat, indem sie das Grundst\u00fcck relativ g\u00fcnstig kaufte und kurz danach f\u00fcr sehr viel mehr Geld an das Land Nordrhein-Westfalen verkaufte, sondern zudem auch noch die anfallende Gewerbesteuer nicht zahlte, weil man die Gewinne an eine extra gegr\u00fcndete Tochterfirma in der innerdeutschen Gewerbesteueroase Gr\u00fcnwald bei M\u00fcnchen auslagerte. Nun muss vor Gericht gekl\u00e4rt werden, ob das legal war oder nicht. Ich wei\u00df gerade nicht, welche M\u00f6glichkeit ich schlimmer finde &#8230; [Karl]<\/p>\n<p>9. Janina L\u00fctt ist armutsbetroffen und schreibt \u00fcber ihre Erfahrungen und ihren Blick auf die Sozialpolitik in ihrer <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/janina-luett\/sozialneid-nach-unten-oder-die-folgen-eines-neoliberalen-weltbildes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kolumne f\u00fcr <em>der Freitag<\/em><\/a>. In der aktuellen Folge schildert sie die Absurdit\u00e4t, dass sie sich als Armutsbetroffene f\u00fcr Ausgaben wie beispielsweise ein Buch f\u00fcr 15 Euro rechtfertigen muss, w\u00e4hrend gestiegene Managergeh\u00e4lter zurzeit der Pandemie nicht hinterfragt werden. Das ist eben ein Resultat der jahrelangen propagierten Verachtung der Armen und der Armut &#8211; zudem tritt es sich nach unten eben einfacher, w\u00e4hrend es sich nach oben bequemer buckeln l\u00e4sst. Besch\u00e4mend! [Karl]<\/p>\n<p>10. Andr\u00e9 Mielke zeigt sich in seiner <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/80-jahre-nach-goebbels-sportpalastrede-bemueht-die-zeit-den-totalen-sieg-li.325137\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kolumne in der <em>Berliner Zeitung<\/em><\/a> fassungslos ob der derzeitigen verbalen Kompletteskalation in vielen Medien gegen\u00fcber Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer wegen ihrer Friedensinitiative. Da werden nicht nur misogyne Beleidigungen vom Stapel gelassen, sondern es wird auch der Pazifismus generell diskreditiert, und als Kr\u00f6nung haut dann die Zeit auf den Tag genau 80 Jahre nach der Sportpalast-Rede von Joseph Goebbels den Wunsche nach einem &#8222;totalen Sieg&#8220; der Ukraine raus. Was f\u00fcr ein Wahnsinn, wie da die Kriegsbesoffenheit dazu f\u00fchrt, dass immer mehr Schreiberlinge jeden Anstand fahren lassen. [Karl]<\/p>\n<p>11. Ein <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/netflix-steht-im-verdacht-werbeverbote-fuer-tabak-zu-umgehen-454023205384\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel im <em>Tagesanzeiger<\/em><\/a> aus der Schweiz berichtet \u00fcber eine weitere unangenehme &#8222;Nebenwirkung&#8220; von Streamingplattformen wie Netflix: In einer Doku-Serie \u00fcber die Formel 1 wird dort in gro\u00dfem Stil Tabakwerbung gemacht, sodass auf diese Weise die eigentlich geltenden Werbeverbote daf\u00fcr umgangen werden. Und das ist offensichtlich auch sehr schwer zu regulieren. So wird mit der erfolgreichen Serie nun ein junges Publikum anvisiert, damit es zum Rauchen animiert wird. Wenn zwei fiese Sachen &#8211; Netflix und die Tabakindustrie &#8211; gemeinsame Sache machen, dann kann ja eigentlich auch nichts Gutes dabei rauskommen. [Karl]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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