{"id":2702,"date":"2015-03-21T10:52:55","date_gmt":"2015-03-21T09:52:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=2702"},"modified":"2015-03-21T10:52:55","modified_gmt":"2015-03-21T09:52:55","slug":"rosa-luxemburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=2702","title":{"rendered":"Rosa Luxemburg"},"content":{"rendered":"<p>Vor Kurzem habe ich den biografischen Film\u00a0<a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0091869\/?ref_=nv_sr_1\" target=\"_blank\"><em>Rosa Luxemburg<\/em><\/a> (123 Minuten) von Margarethe von Trotta aus dem Jahr 1986 mal wieder gesehen, und wie schon vor vielen Jahren, als mir der Film\u00a0im Rahmen eines schulischen Kinobesuches pr\u00e4sentiert wurde, war ich schwer beeindruckt von der gro\u00dfartigen Darstellung der streitbaren, intelligenten und vision\u00e4ren Rosa Luxemburg durch Barbara Sukowa.<\/p>\n<p>Was mich dar\u00fcber hinaus ein wenig bedr\u00fcckt hat, ist, dass die meisten Aussagen Luxemburgs auch heute noch eine brennende Aktualit\u00e4t haben, gerade im Hinblick auf die momentane Kriegstreiberei in Bezug auf den Konflikt in der Ukraine. Schon damals war es so, dass vor dem Ersten Weltkrieg die Prognosen Luxemburgs ziemlich genau dem entsprachen, was dann auch sp\u00e4ter eingetreten ist. W\u00e4hrend des Krieges durfte sie deswegen im Gef\u00e4ngnis sitzen, nach dem Krieg wurde sie nicht etwa umfassend rehabilitiert, sondern letztlich dann von rechten Freisch\u00e4rlern umgebracht. Ihr best\u00e4ndiges Appellieren an die Vernunft und an die Solidarit\u00e4t wurde weitgehend ignoriert und mit Gewalt und Repression quittiert. Und auch heutzutage ist es ja wieder so, dass die besonnenen Stimmen diffamiert werden (beispielsweise als <em>Gutmenschen<\/em>) und die Scharfmacher, Hetzer und Aufwiegler die Meinungshoheit haben. 100 Jahre sind vergangen, und die Menschen sind nicht wirklich schlauer geworden &#8230;<\/p>\n<p>Doch zum Film an sich: Die Besetzung ist gro\u00dfartig, neben Sukowa \u00fcberzeugen beispielsweise Otto Sander als Karl Liebknecht, Hannes Jaenicke als Kostja Zetkin oder Daniel Olbrychski als Leo Jogiches. Die Chronologie der Handlung ist recht sprunghaft, es wird vom Gef\u00e4ngnisaufenthalt Luxemburgs w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges aus in R\u00fcckblenden, die zuweilen bis in ihre Kindheit hineinreichen, \u00fcber ihr Leben und Wirken berichtet. Dabei w\u00e4re es angenehm gewesen, wenn bei den zeitlichen Spr\u00fcngen jeweils \u00fcber einen kurzen Untertitel eingeblendet worden w\u00e4re, wann und wo die Szenerie nun gerade angesiedelt ist. So muss man als Zuschauer ab und zu schon ein wenig raten und sich anhand der geschilderten Geschehnisse orientieren, was zuweilen schon einiges an historischen Kenntnissen voraussetzt. Der Schluss des Filmes beschriebt dann die letzten Wochen in Luxemburgs Leben w\u00e4hrend des Spartakus-Aufstandes nach dem Ersten Weltkrieg bis zu ihrer Ermordung.<\/p>\n<p>Insgesamt gelingt es Margarethe von Trotta, ein umfassendes Bild Rosa Luxemburgs zu zeichnen, das nicht nur die politische Agitatorin, sondern auch den Privatmensch zeigt. Dabei bedient sich von Trotta eines eher n\u00fcchternen Stils, was der Handlung allerdings auch ausgesprochen gerecht wird. Kitschige Verkl\u00e4rung oder \u00fcbertriebenes Pathos w\u00e4ren in der Tat ausgesprochen fehl am Platze. So ergibt sich eine lehrreiche Geschichtsstunde, die alles andere als trocken ist und nicht zuletzt wegen der exzellenten Darsteller zu fesseln vermag. Auch nach fast 30 Jahren absolut sehenswert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor Kurzem habe ich den biografischen Film Rosa Luxemburg (123 Minuten) von Margarethe von Trotta aus dem Jahr 1986 mal wieder gesehen, und wie schon vor vielen Jahren, als mir der Film im Rahmen eines schulischen Kinobesuches pr\u00e4sentiert wurde, war ich schwer beeindruckt von der gro\u00dfartigen Darstellung der streitbaren, intelligenten und vision\u00e4ren Rosa Luxemburg durch Barbara Sukowa.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[60],"tags":[],"class_list":["post-2702","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cineastisches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2702"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2702\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2703,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2702\/revisions\/2703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}