{"id":28542,"date":"2024-03-17T15:17:18","date_gmt":"2024-03-17T14:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=28542"},"modified":"2024-03-19T17:48:42","modified_gmt":"2024-03-19T16:48:42","slug":"interessantes-aus-kw-11-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=28542","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 11\/2024"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1a. Der indische Schriftsteller Pankaj Mishra hat sich in einem <a href=\"https:\/\/www.untergrund-bl\u00e4ttle.ch\/politik\/ausland\/pankaj-mishra-die-shoah-nach-gaza-008249.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel im <em>London Review of books<\/em><\/a> (\u00fcbersetzt f\u00fcr das Schweizer <em>untergrundbl\u00e4ttle<\/em>) mit der Instrumentalisierung des Holocaust besch\u00e4ftigt, was ja gerade bei dem Massaker in Gaza zu beobachten ist. Dabei betrachtet er diese Entwicklung historisch seit 1945 und zitiert auch Holocaust-\u00dcberlebende sowie j\u00fcdische Schriftsteller und Intellektuelle, die das ebenfalls recht problematisch sehen. Ein beeindruckender Text, bei dem es wohl einen massiven Aufschrei in Deutschland (das bei Mishra so gar nicht gut wegkommt) gegeben h\u00e4tte, wenn der hier ver\u00f6ffentlich worden w\u00e4re. Ausgesprochen lesenswert und differenziert!<\/p>\n<p>1b. Und auch auf der Oscar-Verleihung wurde der Krieg in Gaza thematisiert, wie aus einem <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/oscars-2024-israel-gaza-jonathan-glazer-wendet-sich-gegen-das-kapern-des-holocaust-als-rechtfertigung-li.2195316\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel der <em>Berliner Zeitung<\/em><\/a> hervorgeht: Der j\u00fcdische Regisseur des Films &#8222;Zone of Interest&#8220; Jonathan Glazer zeigte bei seiner umjubelten Rede, dass er zu einer wesentlich differenzierteren und weniger einseitigen Sichtweise f\u00e4hig ist, als es beispielsweise bei der Berlinale vor ein paar Wochen noch der Fall gewesen ist, wo jede Kritik an der aktuellen israelischen Politik f\u00fcr undifferenzierte Emp\u00f6rung sorgte. [Karl]<\/p>\n<p>2. Auch wenn die Bundesregierung und die Opposition nicht so sehr bem\u00fcht sind, die Energiewende voranzubringen, so nimmt laut einer <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Energie-56-Prozent-des-Stroms-kamen-2023-aus-Erneuerbaren-Energietraegern-9648667.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung von <em>heise online<\/em><\/a> der Anteil der erneuerbaren Energien an der deutschen Stromerzeugung doch weiterhin zu: Im vergangenen Jahr lag er bei 56 Prozent. Nicht auszudenken, was also m\u00f6glich w\u00e4re, wenn das schon mal in vorherigen Jahren vorangebracht und nicht unter der Merkel-Lethargie komplett verschlafen wurde. Was auch deutlich wird an den Zahlen: Der rezessionsbedingte Produktionsr\u00fcckgang der energieintensiven Industrie tr\u00e4gt auch dazu bei, weniger CO2 zu emittieren. [Karl]<\/p>\n<p>3. Konservativismus, wenn nicht gar reaktion\u00e4res Denken ist nach wie vor auf dem Vormarsch. So beispielsweise auch beim dem Trend der sogenannten Tradwives. Darunter versteht man Frauen, die vor allem auf TikTok und Instagram ein sehr r\u00fcckschrittliches Hausfrauenbild idealisieren und in unkritischen, sch\u00f6nf\u00e4rberischen T\u00f6nen darstellen, wie aus einem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gesellschaft\/tradwives-social-media-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>tagesschau.de<\/em><\/a> hervorgeht. Das geht so weit, dass dabei dann auch gern mal vollkommen patriarchalische Aussagen und Rollenmodelle wiedergegeben werden. Was das mit Kids, die sich so was anschauen, anstellt, kann man sich nur allzu gut vorstellen. [Karl]<\/p>\n<p>4. In einem kurzen <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/meinung\/kommentare\/umwelt-klima-klimawandel-eu-staaten-europa-anpassungen-plaene-92884510.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar in der <em>Frankfurter Rundschau<\/em><\/a> benennt Joachim Wille klipp und klar das Vers\u00e4umnis der Politik der europ\u00e4ischen Staaten, ausreichende Mittel f\u00fcr den Klimaschutz bereitzustellen. Die Europ\u00e4ische Umweltagentur hat n\u00e4mlich gerade umfassend die Risiken analysiert, die in der EU durch die Ver\u00e4nderung des Klimas drohen, und das Ergebnis ist niederschmetternd: Nahezu jeder Bereich unseres Lebens wird Beeintr\u00e4chtigungen erfahren. Leider sind die bisherigen Ma\u00dfnahmen bei Weitem nicht ausreichend &#8211; insofern w\u00e4re eine Abkehr vom wirtschaftspolitischen Unfug der Schuldenbremse mehr als sinnvoll. Was allerdings die neoliberalen Voodoo-\u00d6konomen leider nicht sonderlich interessieren wird. [Karl]<\/p>\n<p>5. Bitcoin erfreut sich ja zurzeit eines Rekordhochs. Warum es dennoch nicht sinnvoll ist, in diese &#8222;Kryptow\u00e4hrung&#8220; zu investieren, erl\u00e4utert Maurice H\u00f6fgen in einem <a href=\"https:\/\/www.geldfuerdiewelt.de\/p\/bitcoin-auf-rekordhoch-jetzt-noch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel seines Blogs <em>Geld f\u00fcr die Welt<\/em><\/a>. Bitcoin hat n\u00e4mlich keinen realen Gegenwert, sondern der Preis steigt nur so lange, wie immer mehr Menschen das nachfragen. Wenn das mal nicht mehr der Fall ist und dann die Bitcoin-Investoren ihre Gewinne auch tats\u00e4chlich realisieren wollen, wozu sie dann Bitcoin absto\u00dfen, dann gibt es nichts, was den Kursverfall aufhalten k\u00f6nnte &#8211; ein wichtiger Unterschied zu tats\u00e4chlichen W\u00e4hrungen und Aktien. Insofern ist das nichts anderes als ein Gl\u00fccksspiel &#8211; bei dem jeder gewinnen kann, aber eben nicht alle. [Karl]<\/p>\n<p>6. Der Genozid im Irak an den Jesiden, der zur Ermordung, Verschleppung und Flucht vieler Menschen dieser Religionsgemeinschaft f\u00fchrte, war vor einigen Jahren medial sehr pr\u00e4sent. Und obwohl die Situation dort vor Ort immer noch nicht sicher ist, werden nun vermehrt Jesiden aus Deutschland abgeschoben &#8211; nur um dann in Fl\u00fcchtlingslagern zu landen, in denen sie keine Perspektive f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben haben, wie ein elfmin\u00fctiges <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2024-03\/jesiden-abschiebung-irak-hamburg-is\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video von <em>Zeit Online<\/em><\/a> berichtet. Dabei ist es dann auch komplett egal, ob die Gefl\u00fcchteten mittlerweile gut integriert sind, Deutsch k\u00f6nnen und eine Arbeit haben. Einfach nur besch\u00e4mend, wie die Bundesregierung hier rechten Hetzern in den Hintern kriecht mit ihrer menschenverachtenden Asylpolitik. [Karl]<\/p>\n<p>7. In einem sechsmin\u00fctigen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vGRD0Rh_YOU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video vom <em>Volksverpetzer<\/em><\/a> wird die AfD-Strategie auf YouTube beleuchtet. Dort sind die Blaubraunen n\u00e4mlich leider sehr erfolgreich und sprechen mit ihrer Hetze und Desinformation vor allem junge Menschen an. Dabei geht man ziemlich durchdacht vor, indem man beispielsweise AfD-Inhalte oft \u00fcber Drittaccounts verbreitet, die nicht sofort als AfD-nah zu erkennen sind, um so auch Leute anzusprechen, die der AfD an sich kritisch gegen\u00fcberstehen. Hat man sich so was dann erst mal angeschaut, sorgt der Algorithmus dann daf\u00fcr, dass man immer mehr von dem Schmutz zu sehen bekommt. Dabei geben die rechten Hetzer sogar recht offen zu, letztlich genau so zu agieren wie die Nazis in den 1920er-Jahren, als diese das neue Medium Radio verst\u00e4rkt nutzten. [Karl]<\/p>\n<p>8. Eine Recherche des Bayrischen Rundfunks (BR), \u00fcber die ein <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/br-recherche\/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>tagesschau.de<\/em><\/a> berichtet, hat ergeben, dass die AfD-Bundestagsabgeordneten mehr als 100 Rechtsextreme als Mitarbeiter besch\u00e4ftigen. Mehr als jeder zweite Abgeordnete der Blaubraunen hat somit jemanden in seinem Stab, der aus einer Organisation kommt, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Was mal wieder zeigt, dass die B\u00fcrgerlichkeit bei der AfD nur Fassade ist. Und es wird auch deutlich, dass es ein Schwachpunkt unserer Demokratie ist, dass solche Verfassungsfeinde dann mit \u00f6ffentlichen Geldern alimentiert werden. [Karl]<\/p>\n<p>9. Gerhard Schr\u00f6der, Oskar Lafontaine, Annalena Baerbock, Alice Weidel und Marie-Agnes Strack-Zimmermann &#8211; sie alle bekommen in der letztw\u00f6chentlichen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bWkz0K7vIXg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Folge von <em>K\u00fcppersbusch TV<\/em><\/a> ihr Fett weg &#8211; und das mal wieder auf sehr pointierte Art und Weise. Und nat\u00fcrlich auch sehr zu Recht. Friedrich K\u00fcppersbusch nimmt kein Blatt vor den Mund und liefert so regelm\u00e4\u00dfig mit die interessantesten Beitr\u00e4ge des deutschen Journalismus in kompakter Form. Sieben Minuten, die sich lohnen! [Karl]<\/p>\n<p>10. Unsch\u00f6nes gibt es auch mal wieder von der R\u00fcben-RAF zu berichten. Laut einer <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/rassistisch-motiviert-strafbefehl-nach-guelleattacke-auf-syrische-glasfaserarbeiter-2403-183170.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung auf <em>Golem<\/em><\/a> hat ein Bauer syrische Glasfaserarbeiter im bayrischen Neukirchen erst rassistisch beleidigt und sie dann mitsamt ihrem Arbeitsfahrzeug mit G\u00fclle aus seinem Anh\u00e4nger bespritzt. Nat\u00fcrlich steht dieser Feigling dann nicht zu seinem Rassismus und streitet alles ab, was die Staatsanwaltschaft zum Gl\u00fcck anders gesehen und Strafbefehl erlassen hat. Vor allem sieht man, wie diese Treckerr\u00fcpel immer dreister werden, wenn man sie eben einfach gew\u00e4hren l\u00e4sst &#8211; und dass offenbar recht Anschauungen bei diesen Deppen auch noch durchaus verbreitet sind. [Karl]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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