{"id":28656,"date":"2024-04-10T17:41:30","date_gmt":"2024-04-10T15:41:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=28656"},"modified":"2024-04-10T17:41:30","modified_gmt":"2024-04-10T15:41:30","slug":"mal-wieder-mit-der-bahn-gefahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=28656","title":{"rendered":"Mal wieder mit der Bahn gefahren &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; und mal wieder war das alles andere als entspannt &#8230;<\/p>\n<p>Nachdem ich ja im letzten Jahr bereits einmal mit dem Schlafwagen nach Basel und zur\u00fcck gefahren bin (Ausgangspunkt der Reise war Rendsburg) und das eher unsch\u00f6ne Erlebnis auch in einem <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=27581\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> beschrieben habe, wollte ich dieses Mal bei einer Fahrt nach Freiburg im Breisgau, also einer recht \u00e4hnlichen Strecke, nicht wieder in einer Sardinenb\u00fcchse reisen. So beschloss ich, die Fahrt am Freitagabend \u00fcber Nacht auf einem normalen Sitzplatz anzutreten &#8211; und am Sonntag sollte es dann schon mittags wieder zur\u00fcckgehen, damit ich abends noch wieder zu Hause in Rendsburg ankomme.<\/p>\n<p>Ein ganz sch\u00f6n strammes Programm also, aber was tut man nicht alles, um endlich mal das Enkelt\u00f6chterchen zu sehen? Eigentlich war dieser Besuch n\u00e4mlich schon im Dezember geplant und gebucht, aber dann streikten die Lokf\u00fchrer, sodass das dann ausfiel. Und mit dem Auto ist mir die Strecke dann f\u00fcr ein Wochenende doch ein bisschen zu lang.<\/p>\n<p>Am Freitagabend sollte ich um kurz vor 20 Uhr hier in Rendsburg losfahren, um dann nach einem baustellenbedingten Umsteigen in Neum\u00fcnster (normalerweise f\u00e4hrt der Zug von Rendsburg aus durch) um 21.47 Uhr in Hamburg-Dammtor anzukommen. 14 Minuten sp\u00e4ter sollte dann dort vom gleichen Gleis aus der Zug nach Z\u00fcrich fahren, der mich bis Freiburg bringen sollte.<\/p>\n<p>Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit der Bahn fand ich die 14 Minuten nun etwas knapp kalkuliert &#8211; und wenn ich den Zug in Hamburg verpasst h\u00e4tte, dann h\u00e4tte ich auch gleich wieder umdrehen k\u00f6nnen, denn eine Alternative dazu gab es nicht &#8211; mal von der Zugbindung ganz abgesehen. Also habe ich den Zug von Rendsburg aus eine Stunde fr\u00fcher genommen &#8211; und dieser brauchte dann auch glatt \u00fcber zwei Stunden, bis er in Hamburg war. W\u00e4re mein Zug nach Freiburg also eine Stunde vorher gefahren, h\u00e4tte es mit diesem Fahrplan nicht hingehauen &#8211; so hatte ich nun noch 40 Minuten Zeit, am Dammtorbahnhof rumzulungern &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; wobei dann aus den 40 Minuten doch noch etwas mehr wurden, denn statt um 22.01 Uhr fuhr der Zug Richtung Freiburg dann erst so gegen halb elf. Dennoch war ich erleichtert, als ich endlich im Zug auf meinem Platz sa\u00df &#8211; dreieinhalb Stunden, nachdem ich in Rendsburg aufgebrochen bin. Mit dem Auto w\u00e4re ich zu diesem Zeitpunkt schon irgendwo kurz vor Osnabr\u00fcck oder auf H\u00f6he G\u00f6ttingen (je nachdem, welche Autobahn man nimmt) gewesen &#8230;<\/p>\n<p>Und auch dann ging es nicht so richtig flott weiter, denn als N\u00e4chstes stand der Zug im Hamburger Hauptbahnhof eine ganze Zeit rum. Danach ging es dann im Schneckentempo in Richtung S\u00fcden, sodass wir irgendwann um zw\u00f6lf, halb eins in Hamburg-Harburg ankamen. Da entschloss man sich dann offensichtlich, dass die Versp\u00e4tung schon zu gro\u00df war und deswegen eine k\u00fcrzere Strecke gew\u00e4hlt wurde, n\u00e4mlich \u00fcber Hannover statt \u00fcber Bremen. Bl\u00f6d nur f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste, die nach Bremen oder Verden wollten, denn die wurden nun aufgefordert, auszusteigen und sich einen anderen Zug zu suchen. Super Sache &#8211; genau das, worauf man mitten in der Nacht in Harburg so richtig Bock hat &#8230;<\/p>\n<p>Na ja, zum Gl\u00fcck betraf mich das ja nicht, sodass ich davon ausgehen konnte, als der Zug sich dann endlich richtig in Bewegung setzte, am n\u00e4chsten Morgen in Freiburg anzukommen. Also genoss ich einen mitgebrachten Wein als Schlummertrunk (ein Bordbistro oder so was gab es leider nicht), freute mich, dass das Internet einigerma\u00dfen manierlich funktionierte, und versuchte dann irgendwann, einzuschlafen &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; was mir allerdings durch den doch recht harten Sitz (immerhin in der ersten Klasse) und vor allem die sehr laute und ruppig eingestellte Klimaanlage erschwert wurde. Schon bald zog ich mir einen Pullover \u00fcber, weil es echt kalt wurde (und ich bin wahrlich kein Frostk\u00f6del), gegen den L\u00e4rm, der eine Intensit\u00e4t hatte, als w\u00fcrde zwei, drei Sitzreihen vor mir ein Staubsauger laufen, half das aber nichts. Ein paarmal bin ich immerhin ein bisschen wegged\u00f6st &#8211; letztlich auch nicht viel weniger als im Schlafwagen im letzten Jahr, daf\u00fcr aber dann doch deutlich g\u00fcnstiger.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen kam der Zug dann auch mit &#8222;nur&#8220; einer knappen halben Stunde Versp\u00e4tung in Freiburg an. Soweit also erst mal alles gut, jetzt musste ich nur am n\u00e4chsten Tag noch wieder zur\u00fcckkommen &#8230;<\/p>\n<p>Wenn man ein Hotel direkt am Bahnhof hat und dort dann morgens durchs zum L\u00fcften ge\u00f6ffnete Fenster die Absagen und Versp\u00e4tungsank\u00fcndigungen von etlichen Z\u00fcgen h\u00f6rt, dann stimmt einen das eher nicht gerade optimistisch. Aber allen Bef\u00fcrchtungen zum Trotz fuhr der Zug dann am Sonntagmittag um f\u00fcnf vor zw\u00f6lf p\u00fcnktlich los.<\/p>\n<p>In dem ICE gab es dann auch Getr\u00e4nke und kleine Speisen, die einem in der ersten Klasse sogar an den Platz gebracht wurden. Daf\u00fcr war dann wohl aufgrund der vielen Leute im Zug das Internet so langsam, dass es keinen Spa\u00df machte, mit dem Laptop irgendwelche Seiten aufzurufen. Also Musik auf die Ohren, ein bisschen in einer Musikzeitschrift gelesen und zwischendurch immer wieder die vorbeiziehende Landschaft betrachtet. Und der Zug hielt sich auch wirklich gut, bis Bremen war er echt ziemlich p\u00fcnktlich, sodass ich hoffte, den nur sechs Minuten nach der geplanten Ankunft meines ICE auf dem gleichen Gleis in Hamburg-Dammtor abfahrenden Regionalzug Richtung Kiel auch tats\u00e4chlich zu bekommen.<\/p>\n<p>Dann stand mein Zug in Bremen allerdings etwas l\u00e4nger, es hie\u00df, irgendwas sei defekt, sodass er ein paar Minuten versp\u00e4tet dort losfuhr. Nun wurde es eng &#8211; es w\u00e4re aber noch zu schaffen, denn ich sollte um 19.25 Uhr (eigentlich 19.20 Uhr) am Dammtorbahnhof eintreffen (das wird einem im Zug immer auf einem Monitor angezeigt), und die Weiterfahrt sollte um 19.26 Uhr sein.<\/p>\n<p>Dann hatte allerdings irgendjemand, als wir im Hamburger Hauptbahnhof waren, den glorreichen Einfall, doch den Regionalzug auf dem Gleis vorzulassen, sodass mein ICE dort erst mal im Bahnhof rumstand. Ich frage mich, wie man auf so eine Idee kommen kann: Da kommt ein Fernzug, von dem aus mehrere Passagiere (ich war da nicht der Einzige) in einen Regionalzug umsteigen wollen, und genau dieser Regionalzug, von dem aus mit Sicherheit keiner in den Fernzug umsteigen wollte, da dieser n\u00e4mlich in Hamburg-Altona endete, wird vorgezogen. Wirkt dann schon so ein bisschen wie ein ausgestreckter Mittelfinger, oder?<\/p>\n<p>Also durfte ich noch eine knappe Stunde am Dammtorbahnhof rumlungern, lief ein wenig durch die Wallanlagen (was nicht \u00fcbel war, aber ich w\u00e4re dennoch nach so einer Tour lieber eine Stunde fr\u00fcher zu Hause gewesen) und bestieg dann statt um 19.26 Uhr erst um 20.26 Uhr den Zug Richtung Kiel. Dann in Neum\u00fcnster noch mal umsteigen, und schlie\u00dflich war ich gegen 22 Uhr wieder zu Hause in Rendsburg.<\/p>\n<p>Was mir auffiel: Mittlerweile wird immer bei den Versp\u00e4tungsansagen am Ende mitgeteilt, warum der Zug sich versp\u00e4tet. Ich wei\u00df ja nicht &#8211; ich pers\u00f6nlich finde das nicht so interessant, warum das Ding nicht p\u00fcnktlich ist, sondern es st\u00f6rt eher der Umstand, dass das \u00fcberhaupt so ist. Zumal diese Ansagen dann auch so allgemein sind, dass ich den Eindruck habe, als k\u00e4men die aus einem Wortbaukasten f\u00fcr Bahnhofsansager. Das Highlight der nichtssagenden Floskel war dann am Sonntagabend am Dammtorbahnhof zu vernehmen: Da versp\u00e4tete sich ein Zug um 80 Minuten (genau das, was man an einem Sonntagabend auf dem Weg nach Hause so richtig klasse findet &#8211; die Betroffenen taten mir echt richtig leid), und dann hei\u00dft es: &#8222;Der Grund ist eine beh\u00f6rdliche Anordnung!&#8220; Ach, echt jetzt? Ist ja megainteressat &#8211; und so super pr\u00e4zise, dass sich nun jeder genau vorstellen kann, was da los ist.<\/p>\n<p>Insgesamt muss ich sagen, dass ich echt noch Gl\u00fcck gehabt habe, denn die Versp\u00e4tungen hielten sich im Rahmen, zudem bin ich \u00fcberhaupt auch schon mal da hingekommen, wo ich hinwollte, und auch wieder zur\u00fcck &#8211; anders als diejenigen, die am Freitagabend nach Bremen wollten. Alles dauerte zwar l\u00e4nger als geplant, aber mit P\u00fcnktlichkeit rechne ich bei der Bahn eh nicht. Drei von den sechs Fahrten waren versp\u00e4tet, also genau die H\u00e4lfte. Davon muss man heutzutage wohl ausgehen.<\/p>\n<p>Und das f\u00fchrt dann auch dazu, dass ich w\u00e4hrend dieses Wochenendtrips (und auch die Tage zuvor) die ganze Zeit von dem Gedanken begleitet wurde: Hoffentlich haut das auch alles hin mit der Bahnfahrerei &#8230; Wie ich eingangs schon schrieb: Entspannt geht in jedem Fall anders.<\/p>\n<p>Ach ja, eine Anmerkung noch am Rande: Als kleines Mitbringsel von der biestigen Klimaanlage hab ich mir dann noch eine Erk\u00e4ltung mit nach Hause gebracht. Daran konnten auch die 30 Grad am Samstag in Freiburg nichts \u00e4ndern &#8211; ein auch f\u00fcr die sonnigste Ecke Deutschlands irrwitziger Wert an einem 6. April. Aber das ist ein anderes Thema &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; und mal wieder war das alles andere als entspannt &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[50,52],"tags":[209,775],"class_list":["post-28656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politisches","category-soziales","tag-bahn","tag-verkehrswende"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28656"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28656\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28668,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28656\/revisions\/28668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}