{"id":29298,"date":"2024-09-11T17:52:29","date_gmt":"2024-09-11T15:52:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=29298"},"modified":"2024-09-11T17:52:29","modified_gmt":"2024-09-11T15:52:29","slug":"pleiten-und-insolvenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=29298","title":{"rendered":"Pleiten und Insolvenzen"},"content":{"rendered":"<p>Fast t\u00e4glich h\u00f6rt und liest man heute von Betrieben, die schlie\u00dfen oder in die Insolvenz geraten. Dabei sind von kleineren Unternehmen bis gro\u00dfen Konzernen alle dabei. W\u00e4hrend nun nat\u00fcrlich CDU und andere Rechtsspacken wieder &#8222;die Gr\u00fcnen&#8220; daf\u00fcr verantwortlich machen, sind die Gr\u00fcnde daf\u00fcr wohl doch etwas vielschichtiger &#8211; und vor allem schon seit L\u00e4ngerem absehbar.<\/p>\n<p>Esprit, Arko, die Meyer Werft, Weck, Depot, FTI, Bosch, Varta, Weltbild und sogar VW &#8211; alles renommierte und bekannte Unternehmen, die gerade in arge Schwierigkeiten geraten sind, Personal entlassen m\u00fcssen und teilweise sogar Insolvenz anmelden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind bei so unterschiedlichen Betrieben auch jeweils individuelle Gr\u00fcnde f\u00fcr das wirtschaftliche Scheitern auszumachen, aber generell kann man doch ein paar Tendenzen erkennen, die schon ein St\u00fcck weit Allgemeing\u00fcltigkeit haben. Und nat\u00fcrlich \u00fcberschneiden sich die verschiedenen Ursachen auch bei einzelnen Unternehmen.<\/p>\n<p><strong>Preissteigerung<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der hohen Energiepreise infolge des Ukraine-Krieges haben viele Unternehmen ohnehin schon Probleme, diese Kosten zu stemmen. Zudem m\u00fcssen sie diese dann auch an die Kunden weitergeben, die ihrerseits mit hohen Energiepreisen, aber vor allem auch \u00fcberproportional gestiegenen Lebensmittelpreisen zu k\u00e4mpfen haben. Und bevor nun die Bude kalt und der K\u00fchlschrank leer bleibt, wird eben dann an anderer Stelle gespart, n\u00e4mlich bei Artikeln, die nicht unbedingt lebensnotwendig sind: Kultur, Deko, Klamotten, S\u00fc\u00dfigkeiten &#8211; was dann entsprechend Anbieter wie Weltbild, Depot, Esprit und Arko zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Nun kann man nat\u00fcrlich hier die Schuld bei der Bundesregierung suchen, da diese ja am Ruder war, als die Preise so nach oben schossen, allerdings sind die Grundlagen daf\u00fcr auch schon in den Jahren davor gelegt worden. Durch die Privatisierung der Energieversorgung hat Deutschland ohnehin schon stark gestiegene Energiepreise erlebt in diesem Jahrtausend, und die enormen \u00dcbergewinne der Energiekonzerne seit dem Krieg in der Ukraine flie\u00dfen eben dann auch nicht zur\u00fcck in die Gesellschaft, sondern begl\u00fccken die Aktieninhaber und F\u00fchrungsriegen dieser Firmen. Mal davon abgesehen, dass die Energiewende unter den Merkel-Regierungen massiv ausgebremst wurde, sodass wir in Deutschland immer noch in gro\u00dfem Ma\u00dfe vom Import von fossilen Energietr\u00e4gern abh\u00e4ngig sind.<\/p>\n<p>Da die Inflation der letzten Jahre keine klassische war, die von steigenden L\u00f6hnen ausgel\u00f6st wurde, sondern eben auf dem externen Faktor der kriegsbedingten hohen Energiepreise basierte, kann man die Privatisierung des Energiemarktes schon als einen der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die hohen Preise ansehen &#8211; und damit auch f\u00fcr die Schwierigkeiten, in denen nun nicht wenige Unternehmen stecken.<\/p>\n<p><strong>Internet<\/strong><\/p>\n<p>Man braucht ja nur mal durch deutsche Innenst\u00e4dte zu gehen, dann sieht man massenweise Leerstand von Gesch\u00e4ften. Klar, von Luft und Liebe k\u00f6nnen die Einzelh\u00e4ndler nicht leben, und da immer mehr Menschen aus Bequemlichkeit oder weil es ein paar Euro billiger ist, ihre Eink\u00e4ufe online machen, ist es auch kein Wunder, dass Firmen wie Weltbild, Depot, Arko (ja, auch Lebensmittel werden immer mehr im Netz gekauft) und Esprit, aber auch Reiseveranstalter wie FTI da Probleme bekommen.<\/p>\n<p>Nun kann man nat\u00fcrlich feststellen, dass es sehr kurzsichtig ist, den lokalen Einzelhandel links liegen zu lassen und nur noch online zu bestellen, da man so nicht nur die Vor-Ort-Lebensqualit\u00e4t mindert, sondern sich eben auch der M\u00f6glichkeit beraubt, Beratung zu bekommen, zumal es ja auch Leute gibt, die sich erst in Gesch\u00e4ften beraten lassen und dann doch im Internet kaufen, weil der Artikel dort 3,50 Euro billiger ist. Aber das ist nun mal ein Ph\u00e4nomen, das zu unserem Zeitgeist passt, der Menschen eben vor allem auf ihren kurzfristigen eigenen Vorteil und nicht aufs gro\u00dfe Ganze schauen l\u00e4sst &#8211; insofern kann man das nicht so einfach \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Daran sieht man aber, dass auch dies nun nicht die Alleinschuld der aktuellen Bundesregierung ist, sondern eben ein Vorgang, der schon seit mehr als zehn Jahren andauert. Was noch hinzukommt: Je mehr Menschen ihren manierlich bezahlten Arbeitsplatz im Einzelhandel verlieren und daf\u00fcr dann f\u00fcr weniger Geld bei Amazon im Lager oder als Auslieferer kn\u00fcppeln m\u00fcssen, desto mehr sinkt auch die Kaufkraft &#8211; was dann wiederum der Einzelhandel zu sp\u00fcren bekommt.<\/p>\n<p><strong>Corona<\/strong><\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie hat nicht nur viele Betriebe, beispielsweise in der Gastronomie oder der Event-Branche, direkt hart getroffen aufgrund der Lockdown-Ma\u00dfnahmen, sondern hat auch zu Hilfszahlungen an Unternehmen gef\u00fchrt, um die Folgen dieser Krise ein wenig abzufangen. Das Problem dabei: Auch Unternehmen, die sowieso schon in Schieflage waren, haben einiges an Geldern bekommen, konnten sich somit \u00fcber Wasser halten und damit eine drohende Insolvenz hinausz\u00f6gern.<\/p>\n<p>Nun sind diese Hilfszahlungen aufgebraucht, die Situation dieser Firmen hat sich nicht sonderlich gebessert, auch aufgrund der nachfolgenden Krisen wie beispielsweise des Krieges in der Ukraine, und jetzt kommt dann das bittere Ende. So findet sich beispielsweise in einem <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/fti-touristik-reise-konzern-wird-abgewickelt-forderungen-von-350-000-glaeubigern-a-6b786063-8e7a-400e-ab9f-22900939c983\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel im <em>manager magazin<\/em><\/a> zur Insolvenz des Reisekonzerns FTI diesbez\u00fcglich eine klare Aussage:<\/p>\n<blockquote><p>Die Bundesregierung hatte erkl\u00e4rt, nach den hohen staatlichen Hilfen w\u00e4hrend der Coronakrise nicht erneut einspringen zu wollen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es gibt \u00d6konomen, die schon vor ein paar Jahren genau auf dieses Ph\u00e4nomen hingewiesen haben, aber irgendwie wurde auf die nicht so richtig geh\u00f6rt, und jetzt sind auf einmal alle ganz \u00fcberrascht. Und so hat man eben einfach so die Unternehmen mit Unterst\u00fctzung bedacht, die sowieso schon immer an den Fleischt\u00f6pfen sitzen &#8211; und nicht mit Bedacht darauf geachtet, vor allem gesunden und zukunftsf\u00e4higen Betrieben zu helfen. &#8222;Weiter so&#8220; war auch bei diesen Hilfsgeldern das Gebot der Stunde, wie ich schon 2020 in einem <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=20444\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> feststellte. Und da war die Ampel noch nicht an der Regierung.<\/p>\n<p><strong>Arbeitskr\u00e4ftemangel<\/strong><\/p>\n<p>Dass der Arbeitskr\u00e4ftemangel in einigen Branchen ebenfalls etwas (aber nicht nur) mit der Corona-Pandemie zu tun hat, hab ich ja vor einiger Zeit schon mal in einem <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=28524\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel zu dem Thema<\/a> beschrieben. Und wenn nun Betriebe wie eine Traditionsb\u00e4ckerei im fr\u00e4nkischen Zirndorf trotz gro\u00dfen Kundenzuspruchs vor dem Aus steht, da keine Mitarbeiter gefunden werden k\u00f6nnen (s. <a href=\"https:\/\/www.infranken.de\/lk\/fuerth\/einkaufen\/zirndorfer-baeckerei-personalnot-matthias-beck-personalagenturen-jubilaeum-pandemie-arbeitsamt-kunden-art-5916124\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>), dann sind das die direkten Folgen davon.<\/p>\n<p>Dabei war Corona nur ein Beschleuniger f\u00fcr eine Entwicklung, die sowieso schon eingesetzt hat, n\u00e4mlich das Nachwuchsproblem. Viele junge Menschen haben keine Ausbildung mehr, wollen Influencer werden, haben (vor allem auch pandemiebedingt) psychische Probleme oder schlichtweg eine sehr niedrige Frustrationstoleranz, die bei der Berufsaus\u00fcbung durchaus sehr problematisch sein kann.<\/p>\n<p><strong>Betonk\u00f6pfigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Gerade die Probleme in der Automobilbranche (und somit auch bei deren Zulieferern, wie beispielsweise Bosch &#8211; s. <a href=\"https:\/\/www.bw24.de\/baden-wuerttemberg\/bosch-tochter-arbeitszeit-reduzierung-gehalt-kosteneinsparung-uberkapazitaet-sparmassnahmen-93243667.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>) sind ja nun mehr als hausgemacht. Da lobbyiert man seit Jahren daf\u00fcr, das sch\u00f6ne Modell der Verbrennerfahrzeuge, mit dem man seit Jahrzehnten viel Geld macht, aufrechtzuerhalten, und dann wollen die Leute in anderen L\u00e4ndern einfach lieber E-Autos kaufen (s. <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/autoindustrie-vw-mercedes-und-co-straucheln-am-absatzmarkt-in-china\/100059165.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). Tja, das war dann wohl nicht weit genug gedacht &#8230;<\/p>\n<p>Dabei wurde die neue und sehr strenge Abgasnorm in China, die letztes Jahr eingef\u00fchrt wurde, schon 2016 angek\u00fcndigt. Da h\u00e4tte man ja durchaus ein bisschen Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten, oder? Hat man aber nicht, und mittlerweile hat China Deutschland den Rang bei E-Autos l\u00e4ngst abgelaufen, produziert qualitativ manierliche Fahrzeuge und verkauft diese (nicht nur) im eigenen Land wie warme Semmeln. So was sind doch eindeutig Managementfehler, wenn man eine derartige Entwicklung nicht erkennt oder schlichtweg ignoriert, und diese Fehler wurden auch schon vor vielen Jahren gemacht. Gut, da war man bei VW vielleicht noch mehr damit besch\u00e4ftigt, die Scherben nach dem Dieselskandal zusammenzukehren und sich irgendwie halbwegs aus der Aff\u00e4re zu ziehen.<\/p>\n<p>Und dann kommt noch hinzu, dass hierzulande auch eine Menge Aufwand betrieben wurde, um der \u00d6ffentlichkeit E-Fuels irgendwie schmackhaft machen zu k\u00f6nnen, die sich ja schon vor Jahren als kompletter Unfug f\u00fcr den Automobilverkehr erwiesen haben (s. <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/lobbyismus-und-klima\/e-fuels-for-future-wie-die-benzinlobby-sich-als-teil-der-klimabewegung-inszeniert-93011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). Das hat in jedem Fall auch nicht dazu beigetragen, sich zukunftsorientiert aufzustellen, sondern man hing halt betonk\u00f6pfig an \u00fcberalterten Gesch\u00e4ftsmodellen fest.<\/p>\n<p><strong>Exportorientiertheit<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland hat sich jahrelang daf\u00fcr feiern lassen, &#8222;Exportweltmeister&#8220; gewesen zu sein. Dass das kein sehr r\u00fchmlicher Titel ist, darauf haben einige schlaue \u00d6konomen ja schon seit L\u00e4ngerem hingeweisen. Man k\u00f6nnte &#8222;Exportweltmeister&#8220; n\u00e4mlich auch mit &#8222;Binnennachfragedefizitweltmeister&#8220; \u00fcbersetzen. Und die Binnennachfrage wurde ja auch seit viele Jahren immer weiter geschw\u00e4cht: durch hohe Energiepreise (s. o.), durch enorm steigende Mieten, durch einen immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Niedriglohnsektor und durch einen zunehmend demontierten Sozialstaat.<\/p>\n<p>Dann hat man eben das Problem, dass man darauf angewiesen ist, was in anderen L\u00e4ndern so passiert, da man ja vor allem dort seine Produkte absetzt. Wenn diese dann mal nicht mehr so wollen, wie es einem selbst genehm ist, Kriege ausbrechen oder auch Lieferketten unterbrochen werden, dann hat man recht wenig Einflussm\u00f6glichkeiten darauf. Und eben auch keine starke Binnennachfrage, die das dann kompensieren k\u00f6nnte. In einem <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Die-Pfeiler-des-deutschen-Wohlstandmodells-brechen-weg-article25211144.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von <em>ntv<\/em><\/a> zur aktuellen VW-Krise wird das ganz gut kompakt auf den Punkt gebracht:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; die globalisierten Produktions- und Lieferketten wurden erst durch ein Virus namens Protektionismus gest\u00f6rt, dann durch ein Virus namens Corona, sp\u00e4ter kamen noch Kriege und Konflikte hinzu; und der kluge Kostenmix ist heute auch verloren, da Lieferketten nicht mehr funktionieren und sich die M\u00e4rkte abschotten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch hier kann man wieder feststellen: alles nicht \u00fcberraschend, alles nicht erst seit gestern so.<\/p>\n<p><strong>Neoliberalismus<\/strong><\/p>\n<p>Der neoliberale Kapitalismus ist so angelegt, dass immer weniger Marktanbieter immer gr\u00f6\u00dfer werden und damit auch immer gr\u00f6\u00dfere Marktmacht erhalten. Da in der neoliberalen Theorie so etwas wie Monopole oder Kartelle nicht existieren und jede Wettbewerbssituation absurderweise so gesehen wird, als h\u00e4tten die Wettbewerber keine Vorgeschichte, sondern exakt die gleichen Voraussetzungen, ist das eine ganz nat\u00fcrliche Entwicklung, da etwas man, was nicht vorgesehen ist, auch nicht entgegenwirken kann (s. <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2017\/januar\/aus-der-krise-nichts-gelernt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). Und genau das erleben wir nun gerade: Viele kleinere Betriebe (beispielsweise Lebensmittelh\u00e4ndler) sind bereits verschwunden, nun sind eben zunehmend die Unternehmen dran, die etwas gr\u00f6\u00dfer sind &#8211; wie man an den aktuellen oben genannten Beispielen sieht.<\/p>\n<p>Dazu kommt noch die absolute Profitorientiertheit. Klar, Unternehmen wollen immer Gewinn machen, das ist ja in der Regel der Zweck der Sache, nur hat das mittlerweile Ausma\u00dfe angenommen, die grotesk sind. So hat beispielsweise VW im letzten Jahr noch 4,5 Milliarden Euro Dividende an die Aktion\u00e4re ausgezahlt, wie auf der <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/posts\/pfbid0p5nYgMGMdXXedUHUix7kALSXKGcjSi62f8LA4mWRqBXNgUyzDPCayo1FeRcmFg9Pl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook-Wall von der <em>ARD<\/em>-Sendung <em>Monitor<\/em><\/a> festgestellt wird.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-29457\" src=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2024-09-11-um-17.15.27-300x216.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2024-09-11-um-17.15.27-300x216.png 300w, https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2024-09-11-um-17.15.27-1024x737.png 1024w, https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2024-09-11-um-17.15.27-768x553.png 768w, https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2024-09-11-um-17.15.27-1320x950.png 1320w, https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2024-09-11-um-17.15.27.png 1362w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Das hat fast schon neofeudalistische Z\u00fcge, oder? Aber auch das ist im Neoliberalismus so vorgesehen und nicht verwunderlich, wenn man sich dessen elit\u00e4re Vordenker wie Hayek, von Mises und Co. mal anschaut.<\/p>\n<p>Passend dazu haben es dann die f\u00fchrenden VW-Manager gerade noch mal richtig krachen lassen und ein paar Millionen Firmenkohle auf einer Luxusveranstaltung in Schweden verprasst (s. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/VW-Bosse-machen-millionenschwere-Klassenfahrt-in-Schweden-article25210221.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>). Man g\u00f6nnt sich ja sonst nichts. Klar, mit dem Betrag k\u00f6nnte das Defizit auch nicht ausgeglichen werden, aber die Signalwirkung ist doch schon nicht nur fatal, sondern auch bezeichnend f\u00fcr eine Kaste von Personen, die hoch bezahlte Jobs haben, aber keinerlei Verantwortung \u00fcbernehmen &#8211; und im schlimmsten Fall dann eben mit einer fetten Abfindung zu einem anderen Unternehmen wechseln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So kann man als Fazit feststellen, dass man kein Freund der aktuellen Bundesregierung sein muss, um die Schuld an der derzeitigen Welle von Pleiten und Insolvenzen eher anderswo zu suchen: Zum einen sind die Ursachen systemischer Natur, zum anderen sind das Entwicklungen, die schon seit Jahren bestehen und sogar noch forciert wurden, obwohl vor den negativen Folgen gewarnt wurde.<\/p>\n<p>Das kommt eben dabei raus, wenn man Wirtschaftspolitik nur ideologisch denkt und nicht ergebnisoffen \u00f6konomisch, inklusive der Infragestellung von Systemstrukturen, die sich als nicht mehr funktional erwiesen haben. Bl\u00f6derweise ist Letzteres von so gut wie keiner Partei zu erwarten, von den Rechtsparteien CDU\/CSU, FDP und AfD schon mal erst recht nicht. Und diese sind ja zurzeit die, die leider den Ton angeben hierzulande und auch wohl in den kommenden Jahren angeben werden.<\/p>\n<p>Keine guten Aussichten &#8211; stellen wir uns also besser aus weitere Insolvenzen ein wirtschaftliche Schwierigkeiten von Unternehmen ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast t\u00e4glich h\u00f6rt und liest man heute von Betrieben, die schlie\u00dfen oder in die Insolvenz geraten. Dabei sind von kleineren Unternehmen bis gro\u00dfen Konzernen alle dabei. 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