{"id":31205,"date":"2025-08-28T16:55:49","date_gmt":"2025-08-28T14:55:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=31205"},"modified":"2025-08-28T16:55:49","modified_gmt":"2025-08-28T14:55:49","slug":"gar-keine-schlechte-idee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=31205","title":{"rendered":"Gar keine schlechte Idee &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit las ich einen Beitrag des rechtsextremen YouTube-Bettel-Bloggers Neverforgetniki, weil sich in meiner Wall auf Facebook jemand dar\u00fcber lustig machte. Und so absurd die da vorgetragene Idee auch ist, so am\u00fcsant ist es dann auch, sich mal vorzustellen, wie denn die praktische Umsetzung davon auss\u00e4he.<\/p>\n<p>Kurz mal was vorweg zum Absender der Botschaft: Niklas Lotz ist ein nassforscher Bubi, der Werbevideos f\u00fcr die AfD macht, das Ganze als Journalismus betitelt und dann auch best\u00e4ndig darauf hinweist, dass man doch bitte seine &#8222;Arbeit&#8220; finanziell unterst\u00fctzen soll. Damit zieht er dann ab und zu rechtslastigen Rentnern ein paar Kr\u00f6ten aus der Tasche.<\/p>\n<p>Nun hatte er doch tats\u00e4chlich eine tolle Idee, f\u00fcr die er sogar noch einiges an Zustimmung von seinen Anh\u00e4ngern bekam:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-31206\" src=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/494948485_122157083672428167_1963157958296663561_n-300x147.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/494948485_122157083672428167_1963157958296663561_n-300x147.jpg 300w, https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/494948485_122157083672428167_1963157958296663561_n-750x368.jpg 750w, https:\/\/www.unterstroemt.de\/wp-content\/uploads\/494948485_122157083672428167_1963157958296663561_n.jpg 752w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Stellen wir uns doch mal vor, das w\u00fcrde tats\u00e4chlich so praktiziert. Man sucht sich zwei, drei Bundesl\u00e4nder aus (m\u00f6glichst nicht nur aus Ostdeutschland, sondern beispielsweise Sachsen, Th\u00fcringen und Bayern), verfrachtet alle AfD-J\u00fcnger dorthin und l\u00e4sst diejenigen, die keinen Bock auf blaubraunen M\u00fcll haben, in die anderen Bundesl\u00e4nder umziehen. Wie s\u00e4he dann das Leben in diesem neuen &#8222;Land&#8220; wohl aus? Denn dass sich dieser Teil dann vom Rest Deutschlands abspalten m\u00fcsste, w\u00e4re ja klar, da die AfD sonst f\u00fcr sie so wichtige Sachen wie Austritt aus dem Euro\/der EU und massive Remigration nicht umsetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Schauen wir uns doch erst mal an, wer denn so alles in dem AfD-Land leben w\u00fcrde. Dass AfD-W\u00e4hler eher nicht so richtig schlau sind, merkt ja jeder, der sich mit denen mal unterh\u00e4lt oder deren Kommentare in sozialen Medien liest. Da fehlt es nicht nur an elementaren Sprachkenntnissen, sondern auch an der F\u00e4higkeit, stringent zu denken und Kausalit\u00e4ten zu verstehen. Und das wurde sogar mittlerweile auch durch eine Studie der Uni Leipzig nachgewiesen (s. <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/afd-waehler-maennlich-wenig-gebildet-und-haeufig-arbeitslos-SZOFU4HNDJN2ZLIMAPVITYF3M4.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>): AfD-W\u00e4hler haben nur selten ein hohes Bildungsniveau.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass \u00fcberdurchschnittlich (im Vergleich mit anderen Parteien) viele von ihnen arbeitslos sind, und der M\u00e4nneranteil unter den AfD-W\u00e4hlern liegt bei gut 70 %.<\/p>\n<p>Klingt ja so richtig nach einer Traumpopulation, aus der man dann eine gut funktionierende Volkswirtschaft formen kann, oder? ;o)<\/p>\n<p>Um da dann auch mittelfristig Positionen besetzen zu k\u00f6nnen, die eine fundierte Ausbildung ben\u00f6tigen, w\u00e4re da also wohl ein Ausbau des Bildungssystems zwingend notwendig. Stellt sich nur die Frage: Wie soll das funktionieren? Denn nach wie vor arbeiten im Bereich Erziehung\/Bildung \u00fcberwiegend Frauen, und die sind ja nun doch deutlich unterrepr\u00e4sentiert im AfD-Land. Und die, die dort sind, sollen ja eher am Herd stehen und nicht arbeiten &#8211; so ganz dem von den Blaubraunen propagierten Familienbild aus den 1950er-Jahren (oder von noch fr\u00fcher) entsprechend.<\/p>\n<p>Ich stell mir gerade vor, wie ein arbeitsloser Maschinenschlosser oder Stra\u00dfenbauarbeiter auf die Schnelle zum Erzieher umgeschult und dann auf den Nachwuchs losgelassen wird. Gut, strammstehen und k\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung k\u00f6nnen die vielleicht noch vermitteln, aber bei den Kompetenzen, die es br\u00e4uchte, um das Bildungsniveau durch vorschulische Angebote zu erh\u00f6hen, sehe ich die jetzt gerade nicht so als perfekte Lehrkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Probleme d\u00fcrfte auch dort auftreten, wo zurzeit viele Migranten arbeiten, also beispielsweise in der Gastro- und Pflegebranche. Wenn es noch irgendwie hinhauen mag, dass sich eine Schnitzelbude ans andere Kn\u00f6delparadies reiht, ohne das &#8222;st\u00f6rende&#8220; internationale K\u00fcche dazwischen angeboten wird, so d\u00fcrfte es im Gesundheitswesen doch deutlich ruppiger zugehen.<\/p>\n<p>Nicht nur dass dort auch sehr viele Frauen arbeiten, sondern es sind eben auch viele Menschen mit Migrationshintergrund da t\u00e4tig. Und die will man ja nicht nur nicht im Land haben vonseiten der AfD, sondern die d\u00fcrften auch generell wenig Lust haben, in einem Land zu leben, in dem sie ganz offiziell als Menschen zweiter Klasse gebrandmarkt werden, die nur dann geduldet werden, wenn sie gerade mal n\u00fctzlich sind. Also d\u00fcrfte sich der Fachkr\u00e4ftemangel im medizinischen Bereich im AfD-Land noch mal deutlich versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Interessant wird dann die Frage, wie sich vor diesem Hintergrund die W\u00e4hrung vom AfD-Land &#8211; nennen wir sie mal Schnitzeltaler &#8211; entwickeln w\u00fcrde. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass die zun\u00e4chst mal m\u00e4chtig aufwerten w\u00fcrde, weil die Industrie im AfD-Land ja durchaus noch vorhanden w\u00e4re und das Ganze noch sehr mit Deutschland assoziiert w\u00fcrde. Das h\u00e4tte dann zur Folge, dass das, was noch exportiert werden k\u00f6nnte, sich deutlich verteuern und somit auf dem internationalen Markt unattraktiver w\u00fcrde. Da dann aber auch noch zu erwarten w\u00e4re, dass die zumeist technisch komplexen und fachlich spezifischen Exportindustrien aufgrund der weniger gut gebildeten Bev\u00f6lkerung ohnehin nicht mehr so lange aufrechterhalten werden k\u00f6nnten, d\u00fcrfte dann bald schon eine starke Abwertung des Schnitzeltalers erfolgen. Und das w\u00fcrde dann wiederum die Importe f\u00fcrs AfD-Land deutlich verteuern. Was man also nicht mehr selbst herstellen k\u00f6nnte, w\u00fcrde deutlich teurer werden.<\/p>\n<p>Da Nahrungsmittel nun mal etwas extrem Wichtiges sind, m\u00fcsste dann vermehrt auf die Landwirtschaft gesetzt werden. Wobei hier erneut das Problem auftreten w\u00fcrde, dass dort ja auch wieder viele migrantische Arbeitskr\u00e4fte (gerade als Saisonarbeiter) besch\u00e4ftigt sind. Also m\u00fcssten dann wohl auch die Kinder mithelfen bei der Ernte &#8211; so wie in der &#8222;guten alten Zeit&#8220;. Das d\u00fcrfte dann allerdings zulasten von deren schulischer Bildung gehen, und darum ist es in AfD-Land, wie oben gezeigt, ja eh nicht so toll bestellt. Zudem d\u00fcrfte es die Nahrungsmittelpreise auch noch ziemlich nach oben treiben, wenn eben alles, was importiert werden muss, teurer w\u00fcrde und dann noch nicht mal schlecht bezahlte Arbeitsmigranten auf den Feldern schufteten. Puh &#8230; wird alles nicht ganz einfach &#8230;<\/p>\n<p>Neben ihrem reaktion\u00e4ren Weltbild ist die AfD nun allerdings auch noch sehr marktradikal. Das bedeutet also, dass vermutlich viel Infrastruktur privatisiert w\u00fcrde &#8211; und was das bedeutet, ist ja mittlerweile hinl\u00e4nglich bekannt: Gewinne f\u00fcr einige wenige, Mehrkosten f\u00fcr die breite Masse. Regulierungen auf dem Wohnungsmarkt steht man vonseiten der AfD ja auch stets ablehnend gegen\u00fcber, was dann bedeuten w\u00fcrde, dass die Mieten ungebremst steigen w\u00fcrden. Also noch mal Mehrkosten f\u00fcr die meisten Menschen.<\/p>\n<p>Ach ja, den Sozialstaat will die AfD ja auch am liebsten abschaffen. Was w\u00fcrde das denn f\u00fcr diejenigen bedeuten, die angestellt arbeiten? Nun, vor allem erst mal Angst, denn Arbeitslosigkeit w\u00e4re dann gleichbedeutend mit existenzieller finanzieller Not. Also d\u00fcrften diese Angestellten durchaus leichter gef\u00fcgig sein, wenn der Chef mal keine Gehaltserh\u00f6hung genehmigen will oder sogar eine K\u00fcrzung der Bez\u00fcge anordnet. Weniger Urlaub, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall &#8211; alles kein Problem, denn wenn du dem nicht zustimmst, dann sitzt du eben komplett mittellos auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Wie wird das wirtschaftliche Leben im AfD-Land also aussehen? Menschen, die zunehmend weniger Einkommen haben, m\u00fcssen immer mehr Geld f\u00fcr ihre allt\u00e4glichen Lebensgestaltung ausgeben. Sollten sie dabei krank werden, haben sie eben Pech gehabt, denn eine umfassende medizinische Versorgung ist nicht mehr vorhanden.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr ruiniert man dann mit Verbrennermotoren und Kohlkraftwerken noch schneller die Umwelt als zuvor. Und da die AfD \u00dcberwachung und Polizeistaat ja auch ganz dufte findet, wird es auch schwierig, sich deswegen zu beschweren, wenn man dann nicht gleich Probleme mit der Obrigkeit bekommen m\u00f6chte. Kritische Medien und kulturelle Vielfalt gibt es sowieso nicht mehr. Die B\u00fcrger vom AfD-Land (viele von ihnen Singles aufgrund des M\u00e4nner\u00fcberschusses) d\u00fcrften also darbend in ihren zunehmend grauen Butzen hocken und sich fragen, ob das denn tats\u00e4chlich so die &#8222;gute alte Zeit&#8220; sein soll, wie sie sich das eigentlich vorgestellt haben.<\/p>\n<p>Die noch etwas Schlaueren d\u00fcrften dann wohl zusehen, dass sie das Land so schnell wie m\u00f6glich verlassen. Tja, aber die Grenzen sind ja nun mal zu und werden gut kontrolliert. Und da sich die AfD-Regierung keinen Braindrain erlauben kann, wird es wohl nicht so Weiteres m\u00f6glich sein, in Deutschland oder anderswo um Asyl zu bitten.<\/p>\n<p>Wenn man das alles zusammennimmt, klingt das irgendwie ziemlich nach DDR, oder? Nur eben ohne die dort zumindest teilweise vorhandenen sozialen Aspekte (g\u00fcnstige Mieten, Gratis-Kinderbetreuung, Polikliniken usw.). Damit k\u00f6nnte man dann vielleicht ein paar Hardcore-Ostalgiker begeistern, aber die wenigsten AfD-Land-B\u00fcrger d\u00fcrfte davon sonderliche angetan sein.<\/p>\n<p>Ob dem kleinen Niki und seinen Claqueren wohl klar ist, was sie da in letzter Konsequenz abfeiern? Vermutlich nicht so ganz, aber das best\u00e4tigt ja wieder die Sache mit den eher weniger gebildeten AfD-J\u00fcngern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die anderen Menschen in Deutschland d\u00fcrfte es hingegen eine Wohltat sein, wenn man das rechte Pack auf diese Weise geschlossen loswerden k\u00f6nnte. Klar, diejenigen, die vorher in den AfD-Land-Gebieten gewohnt haben, m\u00fcssten entsprechend entsch\u00e4digt werden, aber das sollte es uns doch wahrlich wert sein, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit las ich einen Beitrag des rechtsextremen YouTube-Bettel-Bloggers Neverforgetniki, weil sich in meiner Wall auf Facebook jemand dar\u00fcber lustig machte. 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