{"id":32944,"date":"2026-07-24T19:32:43","date_gmt":"2026-07-24T17:32:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=32944"},"modified":"2026-07-24T19:32:43","modified_gmt":"2026-07-24T17:32:43","slug":"gemeinsamkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=32944","title":{"rendered":"Gemeinsamkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Gesellschaft sei sehr gespalten, hei\u00dft es immer wieder. Dass das nur bedingt so ist, haben Steffen Mau et al. ja in ihrem Buch <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=29414\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Triggerpunkte&#8220;<\/a> nachgewiesen. Allerdings werden in der \u00d6ffentlichkeit eben immer \u00f6fter, auch von Medien gepusht, Themen so dargestellt, dass sich entgegenstehende Aspekte konfrontativ in den Fokus ger\u00fcckt werden. Dabei g\u00e4be es m. E. viele Dinge, denen eigentlich die meisten Menschen hierzulande zustimmen w\u00fcrden. Ich hab da mal ein paar zusammengeschrieben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird es immer einige Menschen geben, die schlichtweg (wie man neudeutsch so sch\u00f6n sagt) lost sind, die also \u00fcberhaupt nicht mehr in irgendeiner Form argumentativ erreichbar sind, sondern nur noch auf hasserf\u00fcllten Krawall und Menschenverachtung aus sind. Denen ist eben nicht mehr zu helfen. Aber es gibt ja noch eine Menge anderer, die man, vor allem auch im direkten, pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch, vielleicht mal auf ein paar Gemeinsamkeiten sto\u00dfen kann, um so eine Basis f\u00fcr \u00dcberlegungen zu haben, was man denn politisch machen k\u00f6nnte, um diese Vorstellungen dann auch umzusetzen. Dann kommt man in der Regel darauf, dass die typischen neoliberalen Konzepte, wie sie vor allem die CDU\/CSU immer vorbringt, dazu nicht taugen \u2013 und die Antipolitik der AfD nat\u00fcrlich erst recht nicht.<\/p>\n<p>Hier also mal ein paar inhaltliche Punkte, bei denen ich mir vorstellen kann, dass die allermeisten Menschen hierzulande dazu auch &#8222;Ja!&#8220; sagen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>1. Ich w\u00fcrde gern weniger arbeiten und daf\u00fcr das gleiche Geld bekommen.<\/p>\n<p>2. Ich f\u00e4nde es gut, wenn alle in eine Krankenkasse einzahlen w\u00fcrden, sodass die Beitr\u00e4ge f\u00fcr die meisten sinken und die Leistungsqualit\u00e4t steigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>3. Monatelang auf einen Facharzttermin warten zu m\u00fcssen, ist sehr unsch\u00f6n.<\/p>\n<p>4. Ich w\u00fcrde gern niedrigere Energiekosten haben.<\/p>\n<p>5. Ich f\u00e4nde es gut, wenn das \u00f6ffentliche Verkehrswesen besser ausgebaut, g\u00fcnstiger und zuverl\u00e4ssiger w\u00e4re.<\/p>\n<p>6. Kita-Pl\u00e4tze sollten grunds\u00e4tzlich kostenfrei sein.<\/p>\n<p>7. Ich f\u00e4nde es gut, wenn mehr Lehrer eingestellt w\u00fcrden, um weniger Unterrichtsausfall zu haben.<\/p>\n<p>8. Ich w\u00fcrde gern mit 65, vielleicht sogar schon mit 63 in Rente gehen und dann ein ausk\u00f6mmliches Einkommen haben.<\/p>\n<p>9. Niemand braucht 100 Mio. Euro oder mehr als Verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>10. Eink\u00fcnfte aus Kapitalertr\u00e4gen sollten nicht niedriger besteuert werden als Eink\u00fcnfte aus Arbeit.<\/p>\n<p>11. Menschen mit sehr hohen Einkommen und Verm\u00f6gen sollten nicht die M\u00f6glichkeit haben, ihre Steuerlast auf nahezu null zu dr\u00fccken.<\/p>\n<p>12. Kleine landwirtschaftliche Betriebe, die um Tierwohl und gesunden Nahrungsanbau besorgt sind, sollte ausk\u00f6mmlich von ihrer Arbeit leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>13. Mir ist es wichtiger, dass jemand freundlich ist, als wie er aussieht, wo er herkommt, wen er liebt oder was seine Religion ist.<\/p>\n<p>14. Ich f\u00e4nde es super, wenn man auf einen Blick erkennen kann, ob Lebensmittel eher gesund oder eher ungesund sind.<\/p>\n<p>15. Ich finde es angenehm, dass ich in den meisten Nachbarl\u00e4ndern nicht mehr Geld umtauschen und Preise umrechnen muss, wenn ich mal dort bin.<\/p>\n<p>16. Schul- und Universit\u00e4tsabschl\u00fcsse sollten nicht vom Elternhaus (und dessen Einkommen) abh\u00e4ngen, sondern von der Begabung der Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n<p>17. Ich w\u00fcrde gern Dinge einkaufen, bei denen ich einfach sicher sein kann, dass sie nicht mit Kinder- oder Sklavenarbeit, Tierqual oder erheblichen Umweltsch\u00e4den produziert wurden.<\/p>\n<p>18. Politische Parteien sollten ihre Finanzierung transparent machen.<\/p>\n<p>19. Politiker sollten \u00f6ffentlich machen, wenn sie sich mit Lobbyisten getroffen haben.<\/p>\n<p>20. Wer Vollzeit arbeitet, sollte von seinem Lohn auch anst\u00e4ndig leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>21. Ich finde es nicht gut, dass Miete f\u00fcr immer mehr Menschen kaum noch bezahlbar ist.<\/p>\n<p>22. Mit Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen sollten keine Gewinne gemacht werden, sondern die sollten m\u00f6glichst gut und reibungslos f\u00fcr alle funktionieren.<\/p>\n<p>23. Konzerne sollten keine Extragewinne aufgrund von Krisen machen, die alle anderen Menschen stark belasten.<\/p>\n<p>24. Es ist ein Unding, dass in westlichen Industriel\u00e4ndern so viele Lebensmittel weggeworfen werden, dass diese Menge ausreichen w\u00fcrde, damit niemand auf der Welt mehr hungern m\u00fcsste.<\/p>\n<p>25. Ich finde es gut, dass bakterielle Infektionen mit Antibiotika behandelt werden k\u00f6nnen und halte multiresistente Keime f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Sache.<\/p>\n<p>Das, was in diesen 25 Aussagen so mitschwingt, mag jetzt so insgesamt schon ziemlich nach einem nicht zu erreichenden Utopia klingen, aber alle diese einzelnen Punkte k\u00f6nnten so umgesetzt werden. Dazu br\u00e4uchte es allerdings eine Politik, die sich nicht nur an den Partikularinteressen einer sehr verm\u00f6genden Klientel orientiert, sondern die sich eine Steigerung des Allgemeinwohls zum Ziel gesetzt hat.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich br\u00e4uchte es auch Medien, die auf diese Aspekte fokussieren und nicht st\u00e4ndig Dinge thematisieren, die zwar f\u00fcr viel Dissens und Krawall geeignet sind, aber eben auch nichts mit der L\u00f6sung wirklich relevanter Probleme zu tun haben. Ein pr\u00e4gnantes Beispiel: das Gendern. Soll das doch meinethalben jeder machen, wie er oder sie das will, aber warum muss man so ein Tamtam darum machen und es sogar Menschen verbieten? Wessen Leben verbessert oder verschlechtert sich dadurch, dass jemand anders gendert? Aber oft genug (gerade von Rechtsau\u00dfen und denen zuarbeitenden Medien) wird so getan, als entscheide sich daran das Schicksal der gesamten Menschheit.<\/p>\n<p>Ihr k\u00f6nnt ja einfach mal mit Freunden, Verwandten, Kollegen usw. die obigen 25 Punkte durchgehen und schauen, bei wie vielen davon Ihr dann \u00fcbereinstimmend mit &#8222;Ja&#8220; antwortet. Und darauf aufbauend dann \u00fcberlegen, was sich daf\u00fcr \u00e4ndern m\u00fcsste, damit das auch tats\u00e4chlich so eintreten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte tats\u00e4chlich konstruktiver politischer Austausch entstehen, bei dem Ideen er\u00f6rtert werden, die abseits von dem sind, was uns doch immer wieder viel zu oft als &#8222;alternativlos&#8220; verkauft wird \u2013 nur weil es sich eben f\u00fcr eine bestimmte Klientel, die eh schon mehr als genug hat, nicht rechnen w\u00fcrde, etwas zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ach so: Die Thematik Klimawandel (oder besser: Klimakrise, wenn nicht gar Klimakatastrophe) habe ich bei den 25 Punkten bewusst au\u00dfen vor gelassen. Nicht, weil ich das nicht wichtig f\u00e4nde \u2013 ganz im Gegenteil. Allerdings ist gerade bei diesem Thema schon so viel Falschinformation gestreut worden, dass Diskussionen dar\u00fcber oft und schnell quasi in Glaubensk\u00e4mpfe ausarten. Und das vor allem vonseiten derer, die Menschen, die f\u00fcr den Erhalt unserer Biosph\u00e4re eintreten, Ideologie vorwerfen, obwohl sie selbst rein ideologisch &#8222;argumentieren&#8220;, und f\u00fcr die wissenschaftliche Erkenntnisse ohnehin Teufelszeug sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/238daa147ec443a1a5921f723d162fa7\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gesellschaft sei sehr gespalten, hei\u00dft es immer wieder. Dass das nur bedingt so ist, haben Steffen Mau et al. ja in ihrem Buch &#8222;Triggerpunkte&#8220; nachgewiesen. Allerdings werden in der \u00d6ffentlichkeit eben immer \u00f6fter, auch von Medien gepusht, Themen so dargestellt, dass sich entgegenstehende Aspekte konfrontativ in den Fokus ger\u00fcckt werden. Dabei g\u00e4be es m. E. viele Dinge, denen eigentlich die meisten Menschen hierzulande zustimmen w\u00fcrden. 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