{"id":33098,"date":"2026-08-23T13:49:55","date_gmt":"2026-08-23T11:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=33098"},"modified":"2026-08-26T20:20:41","modified_gmt":"2026-08-26T18:20:41","slug":"interessantes-aus-kw-34-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=33098","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 34\/2026"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1. Rechte Spa\u00dfv\u00f6gel zeigen ja immer gern wieder, was Satire nicht machen sollte. Neustes Beispiel: Uwe Steimle, der zwar immer noch als Kabarettist bezeichnet wird (so auch in einem <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Kabarettist-Steimle-gibt-Unterlassungserklaerung-ab-id31217769.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von <em>ntv<\/em><\/a>), der aber mit tats\u00e4chlich aufkl\u00e4rendem politischen Kabarett keine Schnittmenge aufweist. Bei einem Auftritt bei einer AfD-Veranstaltung riss er nun vor einigen Wochen einen Witz, in dem er in Bezug auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fragte, wo denn Stauffenberg sei, wenn man ihn mal br\u00e4uchte. Das fand nun der Enkel des Hitler-Attent\u00e4ters nicht so richtig ulkig, sodass Steimle nun eine Unterlassungserkl\u00e4rung unterzeichnet hat \u2013 allerdings dabei keine Einsicht verlauten lie\u00df, dass sein Scherz eben doch \u00fcble Geschichtsklitterung gewesen ist.<\/p>\n<p>2. Nun ist also genau das eingetreten, was Kritiker bef\u00fcrchtet hatten: Die neue EU-Verordnung \u00fcber Verpackungen und deren Entsorgung (PPWR) ist gerade mal seit dem 12. August in Kraft, und schon stellen laut einem <a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/wirtschaft\/ppwr-eu-verpackungsverordnung-unternehmen-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von <em>ZDF heute<\/em><\/a> etliche Kleinunternehmen den Versand ihrer Produkte in andere EU-L\u00e4nder ein. Vordergr\u00fcndig geht es bei der PPWR um Umweltschutz und M\u00fcllvermeidung, aber letztlich ist das mal wieder ein Geschenk an internationale Konzerne wie Amazon und Co., deren kleine Konkurrenz so massiv geschw\u00e4cht wird. Der b\u00fcrokratische Aufwand ist nun n\u00e4mlich von kleinen und mittleren Betrieben kaum noch zu leisten. Und da diese Verordnung gerade auch von denen beschlossen wurde, die sonst immer von B\u00fcrokratievermeidung schwafeln, wenn sie Verbraucher- oder Umweltschutz zum Vorteil von Konzernen abbauen wollen, sollte jedem klar sein, wo der Hase langl\u00e4uft.<\/p>\n<p>3. Klingt absurd, und wenn man sich dessen Begr\u00fcndung anschaut, wird es auch nicht besser: Bernd Prange, CDU-Ortsb\u00fcrgermeister der Gemeinde Altm\u00e4rkische H\u00f6he in Sachsen-Anhalt, erkl\u00e4rte gerade in einem &#8222;offenen Brandbrief&#8220;, dass er bei der kommenden Landtagswahl die AfD w\u00e4hlen w\u00fcrde, auf deren absolute Mehrheit hoffe und den Blaubraunen auch schon mehrere Tausend Euro gespendet habe, wie ein <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/CDU-Buergermeister-ruft-in-Sachsen-Anhalt-zur-Wahl-der-AfD-auf-id31212195.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von <em>ntv<\/em><\/a> berichtet. Seiner Ansicht nach sei die CDU immer weiter nach links ger\u00fcckt und vertrete daher nicht mehr seine Werte. Dass die Union in den letzten Jahren zunehmend AfD-Positionen \u00fcbernommen hat, in der Asylpolitik gegen Recht und Gesetz handelt und den Sozialstaat demontiert, scheint der Typ nicht mitbekommen zu haben. Aber man sieht: Der Faschismus wird eben auch von der selbsternannten &#8222;Mitte der Gesellschaft&#8220; vorangebracht.<\/p>\n<p>4. Robert Misik analysiert in einem <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2026\/august\/lehrjahre-der-unmenschlichkeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in den <em>Bl\u00e4ttern f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/em><\/a>, wie der Faschismus von immer mehr rechten Parteien in vielen L\u00e4ndern funktioniert. Dieser basiert auf einer Verrohung, indem Menschen abgewertet werden und Empathie zur Schw\u00e4che erkl\u00e4rt wird. Es werden zudem \u00c4ngste gesch\u00fcrt, damit die Anh\u00e4nger als Konsequenz nur eine Errettung durch das faschistische F\u00fchrungspersonal als m\u00f6gliche L\u00f6sung erkennen. Logik bleibt dabei auf der Strecke, denn in ihrer Destruktivit\u00e4t pr\u00e4sentieren sich die neuen Faschisten als Gegner des Mainstream-Establishments \u2013 obwohl sie doch in der Regel aus genau diesem stammen und auch davon unterst\u00fctzt werden. Ausgesprochen erhellende Gedanken!<\/p>\n<p>5. Die Mitarbeiterin eines Hospizes des kirchlichen Tr\u00e4gers Verein f\u00fcr Innere Mission in Bremen hat einer Mitarbeiterin gek\u00fcndigt, weil diese sich f\u00fcr eine anstehende Kommunalwahl von der AfD hat aufstellen lassen, wie ein <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Hospiz-in-Niedersachsen-kuendigt-AfD-Politikerin-fristlos-id31212192.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel von <em>ntv<\/em><\/a> berichtet. Die Frau jammert nun nat\u00fcrlich rum und erh\u00e4lt dabei auch Unterst\u00fctzung von Parteigenossen, allerdings verweist ihr Arbeitgeber darauf, dass das Engagement in einer gesichert rechtsextremistischen Partei nicht mit den Werten von Kirche und Diakonie, so wie N\u00e4chstenliebe, Schutz von Schw\u00e4cheren, Menschenw\u00fcrde und Solidarit\u00e4t, vereinbar sei. Nachvollziehbar, wie ich finde \u2013 und ein eigentlich ganz normaler Vorgang, wenn ein Arbeitgeber feststellt, dass ein Mitarbeiter gegen die Interessen des Betriebes handelt.<\/p>\n<p>6. Auf die Klimakrise muss von zwei Seiten reagiert werden: Zum einen ist es nat\u00fcrlich wichtig, dessen weitere Beschleunigung auszubremsen, indem weniger CO2 ausgesto\u00dfen wird, zum anderen muss auch auf die drohenden Folgen, wie beispielsweise Hitze, D\u00fcrre, Fluten und andere Extremwetter, reagiert werden. Wie das funktionieren kann, schildern Ute Scheub und Stefan Schwarzer in einem <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2026\/august\/begruenen-und-beblauen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in den <em>Bl\u00e4ttern f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/em><\/a>. Darin beschreiben sie, wie St\u00e4dte gestaltet werden m\u00fcssten, um in Zukunft ihren Bewohnern besseren Schutz und h\u00f6here Lebensqualit\u00e4t angesichts der klimatischen Ver\u00e4nderungen bieten zu k\u00f6nnen. Alles kein Zauberwerk, aber es muss eben auch der politische Wille bestehen.<\/p>\n<p>7. Der <em>Spiegel<\/em> machte mal wieder Werbung f\u00fcr die AfD und gibt sich nach Kritik dann naiv, indem behauptet wird, das es dabei um Relevanz ginge. Anlass: ein Titelbild des Nachrichtenmagazins mit Ulrich Siegmund, auf dem der AfD-Spitzenkandidat von Sachsen-Anhalt als &#8222;gef\u00e4hrlichster Mann Deutschlands&#8220; bezeichnet wird. Klingt erst mal nicht so positiv, aber das Resultat davon war dann, dass Siegmund laut einer <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/spiegel-verteidigt-cover-mit-ulrich-siegmund-afd-als-gefaehrlichsten-mann-deutschlands-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung des <em>Deutschlandfunks<\/em><\/a> dieses Cover signiert und es selbst als &#8222;sehr gute Werbung&#8220; bezeichnet. Kann mir keiner erz\u00e4hlen, dass man beim <em>Spiegel<\/em> so naiv war und das so nicht vorhersehen konnte, denn schlie\u00dflich ist das ja die \u00fcbliche Medienstrategie der Blaubraunen. Was m\u00f6gen sich solche Journalisten blo\u00df davon versprechen, diejenigen zu supporten, die sie selbst am liebsten abschaffen wollen?<\/p>\n<p>8. Der s\u00e4chsische Ort Freital gilt als eine der Hochburgen von AfD und anderen Rechtsradikalen. Dort hat nun ein Mann einen anderen in dessen Wohnung mit einem Messer attackiert. Messerangriff! Das ist doch genau das Thema der AfD \u2013 da m\u00fcsste es doch vor Aufregung in deren Bubble nur so summen. Ach nee, denn wie aus einer <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/freital-pirna\/news-flucht-angreifer-festnahme-tankstelle,messerangriff-gewalt-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung von <em>MDR Aktuell<\/em><\/a> hervorgeht, war der T\u00e4ter ja ein Deutscher, und da k\u00f6nnte dann ja herauskommen, dass er vielleicht sogar ein AfD-J\u00fcnger war (was in der Gegend nicht unwahrscheinlich w\u00e4re, zumal ja derartige kriminelle Gewaltt\u00e4ter von den Blaubraunen auch angezogen werden \u2013 aber das ist nat\u00fcrlich nur Spekulation). Also: Schweigen im Walde, das zeigt, dass es der AfD wohl doch nicht um Sicherheit, sondern stets nur um rassistische Hetze geht.<\/p>\n<p>9. Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir zeigte k\u00fcrzlich wieder einmal, warum es vielleicht doch angemessen sein k\u00f6nnte, von einem V\u00f6lkermord in Gaza zu sprechen. So meinte er in einem Podcast doch tats\u00e4chlich, man m\u00fcsse jeden Tag 30 bis 40 Pal\u00e4stinenser in Gaza gezielt t\u00f6ten, egal, ob das nun Hamas-K\u00e4mpfer seien oder nicht. Es gebe eben dort Menschen, die es nicht verdient h\u00e4tten zu leben. Darauf gab es dann zwar emp\u00f6rte internationale Reaktionen, wie ein <a href=\"https:\/\/taz.de\/Entsetzen-ueber-Mordplaene\/!6205224\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel der <em>taz<\/em><\/a> berichtet, aber ich f\u00fcrchte, dass das wieder mal nur ein Sturm im Wasserglas sein wird und die rechtsradikale israelische Regierung einfach so weitermachen wird wie bisher. [Karl]<\/p>\n<p>10. Charlotte Knobloch, Holocaust-\u00dcberlebende und Pr\u00e4sidentin der Israelitischen Kultusgemeinde M\u00fcnchen und Oberbayern (IKG), warnt vor der AfD, bei deren Aufstieg sie erschreckende Parallelen zu dem der NSDAP Anfang der 1930er-Jahre sieht. Es sei ihr klar, dass man beide Parteien nicht gleichsetzen k\u00f6nne, aber dennoch sei ein Vergleich wichtig, um die Dringlichkeit, sich gegen eine Macht\u00fcbernahme der Blaubraunen zur Wehr zu setzen, zu betonen. Insofern spricht sich Knobloch auch im Sinne der wehrhaften Demokratie laut einem <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_101395116\/holocaust-ueberlebende-knobloch-ueber-afd-keine-war-so-gefaehrlich-.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>t-online<\/em><\/a> daf\u00fcr aus, ein Verbotsverfahren gegen die AfD zumindest zu versuchen. W\u00e4re sch\u00f6n, wenn vor allem die CDU auf solche relevanten Zeitzeugen h\u00f6ren w\u00fcrde!<\/p>\n<p>11. Mohamed Ibrahim kam als Gefl\u00fcchteter Anfang der 1970er-Jahre nach Deutschland und d\u00fcrfte ziemlich genau das sein, was man unter einer gut integrierten Person versteht: Der Politologe organisiert Bildungs- und Dialogprojekte sowie Workshops, vor allem zum Thema Nahost.Er hatte sich, wie er in einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Solidaritaet-mit-Palaestina-in-der-BRD\/!6201028\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Essay in der <em>taz<\/em><\/a> schildert, sein ganzes Leben lang als Deutscher gef\u00fchlt \u2013 bis er nach dem Hamas-Terroranschlag auf Israel am 7. Oktober 2023 verst\u00e4rkten antipal\u00e4stinensischen Rassismus erfahren musste, mit dem er so nicht gerechnet hat. Eine traurige Entwicklung, die nun dazu gef\u00fchrt hat, dass er sich nicht mehr wirklich heimisch f\u00fchlt hierzulande und sich nicht mehr als &#8222;Deutsch-Pal\u00e4stinenser&#8220;, sondern nur noch als &#8222;Pal\u00e4stinenser&#8220; bezeichnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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