{"id":3673,"date":"2015-08-30T17:48:43","date_gmt":"2015-08-30T15:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=3673"},"modified":"2015-10-02T15:29:03","modified_gmt":"2015-10-02T13:29:03","slug":"interessantes-aus-kw-352015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=3673","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 35\/2015"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1. Im <em>Tagesspiegel<\/em> findet sich ein <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/chaoten-oder-heilsbringer-danke-liebe-antifa\/9382378.html\" target=\"_blank\">Pl\u00e4doyer von Sebastian Leber f\u00fcr die Antif<\/a>a. Fernab von jeder blinden Lobhudelei beschreibt er kurz und pr\u00e4gnant, warum die Antifa eine wichtige Bewegung ist und was ohne sie alles anders laufen w\u00fcrde in Deutschland. Gerade in Zeiten, in denen immer h\u00e4ufiger Rechts- und Linksextremismus gleichgesetzt werden, eine wichtig Botschaft. Insofern kann ich mich Leber nur anschlie\u00dfen: danke, liebe Antifa!<\/p>\n<p>2. So ist das immer mit freiwilligen Beschr\u00e4nkungen und Auflagen, die Konzerne einhalten wollen: Sie funktionieren leider nicht. <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/informieren\/kinderernaehrung\/mehr-zum-thema\/produkttest-selbstverpflichtung\/\" target=\"_blank\">Foodwatch stellt eine Studie vor<\/a>,\u00a0welche die Werbung f\u00fcr Kindernahrung unter die Lupe genommen hat. Eigentlich sollten laut einer freiwilligen Beschr\u00e4nkung, die tats\u00e4chlich auch viele Konzerne gezeichnet haben, keine ungesunden Lebensmittel mit zu viel Fett und\/oder Zucker gezielt durch Werbung Kinder ansprechen, aber bei 90 % der untersuchten Lebensmittel ist genau dies der Fall. Gesetzliche Regelungen w\u00e4ren hier also durchaus w\u00fcnschenswert, &#8222;der Markt&#8220; allein kann es mal wieder nicht, wie man sieht.<\/p>\n<p>3. Sch\u00f6n, wenn es auch mal etwas Positives zu berichten gibt: Ein <a href=\"http:\/\/www.11freunde.de\/artikel\/wie-sich-fussballfans-gegen-rechts-positionieren\" target=\"_blank\">Artikel von\u00a0<em>11 Freunde<\/em><\/a> beschreibt, wie in den letzten Wochen immer mehr Fu\u00dfballfans sich in den Stadien eindeutig und sichtbar gegen Rechts positionieren. Aus dieser Ecke h\u00e4tte man das ja eher weniger erwartet, waren doch gerade Fankurven\u00a0in den 90ern noch ein Hort des Ressentiments und der rechten\u00a0Stammtischpolemik.<\/p>\n<p>4. Jens Wernicke f\u00fchrte f\u00fcr die\u00a0<em>NachDenkSeiten<\/em> ein interessantes <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27317\" target=\"_blank\">Interview mit Uli Cremer von der\u00a0<em>Gr\u00fcnen Friedensinitiative<\/em><\/a>, die sich als Teil der Gr\u00fcnen f\u00fcr eine R\u00fcckkehr der Partei zu ihren ja auch in der Friedensbewegung \u00a0liegenden Wurzeln einsetzt. Leider ist das nur ein sehr kleiner Teil der Gr\u00fcnen, der Scharfmachern wie Beck, F\u00fccks oder \u00d6zdemir entgegentritt, die auch \u00fcber die Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung weitaus mehr Mittel haben, um ihre Interessen innerhalb der Partei durchzusetzen. Trotzdem tut es gut zu lesen, dass immerhin noch nicht alle bei den Gr\u00fcnen deren kriegsgeiler\u00a0Linie folgen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>5. Immer sch\u00f6n auf Linie bringen, den Nachwuchs. Ein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/unterrichtsmaterial-zur-eurokrise-sehr-einseitig-a-1048073.html\" target=\"_blank\">Artikel auf\u00a0<em>Spiegel online<\/em><\/a> besch\u00e4ftigt sich mit einer Untersuchung zu Schulmaterialien zu aktuellen Themen, die so noch nicht in den Schulb\u00fcchern vorhanden sind. Ergebnis: Im wirtschaftlichen Bereich (hier dargestellt anhand der Griechenland-Krise) werden extrem einseitige Sichtweisen vermittelt, sodass unsere lieben Kleinen schon gleich lernen, was Alternativlosigkeit bedeutet.\u00a0Ein weiterer\u00a0<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/netzwerk-plurale-oekonomik-studenten-gegen-vwl-lehrplaene-a-1045879.html\" target=\"_blank\"><em>Spiegel online<\/em>-Artikel<\/a> zeigt dann auf, wie diese Einseitigkeit dann an den Universit\u00e4ten in den wirtschaftswissenschaftlichen F\u00e4chern fortgesetzt wird &#8211; wobei sich dort wenigstens schon ein wenig Widerstand regt gegen die nahezu ausschlie\u00dflich neoklassische orientierte Lehre.<\/p>\n<p>6. Auf den\u00a0<em>NachDenkSeiten<\/em> findet sich ein <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27324\" target=\"_blank\">Text von Joke Frerichs<\/a>, der mir aus dem Herzen spricht. Darin werden die Gedanken des Autors beschrieben, als er in einem Caf\u00e9 am Nachbartisch eine runde \u00e4lterer Damen\u00a0\u00fcber Griechenland reden h\u00f6rt, wobei diese vollkommen empathielos das Widerk\u00e4uen, was sie in den Medien so zu dem Thema aufgeschnappt haben. Ausgesprochen lesenswert!<\/p>\n<p>7. Ein <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201508223637\/feuilleton\/zeitfragen1\/vorboten-einer-neuzeitlichen-voelkerwanderung.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=twitter&amp;utm_campaign=Feed%3A+hintergrund%2FZboE+%28hintergrund.de%29\" target=\"_blank\">Artikel des ehemaligen Asylrichters Peter Vonnahme f\u00fcr\u00a0<em>Hintergrund<\/em><\/a> besch\u00e4ftigt sich mit der zurzeit ja omnipr\u00e4senten sogenannten &#8222;Fl\u00fcchtlingsproblematik&#8220;, beleuchtet diese\u00a0aber einmal aus der Sicht der Fl\u00fcchtlinge. Zudem kommt er zu Schlussfolgerungen, was tats\u00e4chlich vonseiten der Politik ge\u00e4ndert werden m\u00fcsste, damit hier nachhaltige Probleml\u00f6sungen geschaffen werden, sodass die Menschen nicht mehr aus ihren Heimatl\u00e4ndern fliehen m\u00fcssen. Recht langer, aber ausgesprochen lesenswerter Text!<\/p>\n<p>8. Wie sehr das deutsche Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz mit dem US-amerikanischen Geheimdienst NSA kungelt, geht aus einem <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2015-08\/xkeyscore-nsa-verfassungsschutz\" target=\"_blank\">Artikel der\u00a0<em>Zeit<\/em><\/a> hervor &#8211; und das vor allem ohne jede Kontrollm\u00f6glichkeit durch demokratisch legitimierte Organe. Da wurde die Spionagesoftware XKeyscore von den Amerikanern bereitgestellt, und im Gegenzug mussten die Deutschen dann damit ermittelte Daten direkt an die NSA \u00fcbermitteln. Was da noch mit dem Schutz unserer Verfassung zu tun haben soll, verstehe ich dann leider gar nicht mehr &#8230;<\/p>\n<p>9. <a href=\"https:\/\/denkfunk.de\/dummdeutschland\/\" target=\"_blank\">Christoph Siebers Videostatement auf\u00a0<em>denkfunk<\/em><\/a> (achteinhalb Minuten) zu den rechten Ausschreitungen in Deutschland ist ausgesprochen sehenswert (und dazu noch kurzweilig). Sehr pointiert zeigt er die Dummheit derjenigen auf, die gegen Fl\u00fcchtlinge poltern, und spannt auch noch den Bogen zu den Fl\u00fcchtlingsursachen und zum erb\u00e4rmlichen Verhalten unserer Spitzenpolitiker.<\/p>\n<p>10. In der <em>WirtschaftsWoche<\/em> findet sich ein sehr interessantes <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/campus-mba\/jugendforschung-der-kapitalismus-funktioniert-auch-mit-bloeden\/8607444.html\" target=\"_blank\">Interview mit dem Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier<\/a>, der darin sehr klar die zunehmende rein \u00f6konomische Orientierung des Bildungswesens als Ursache f\u00fcr die zunehmende Verbl\u00f6dung von Jugendlichen benennt. Alles, was nicht direkt zur Produktivit\u00e4tssteigerung ben\u00f6tigt wird, und darunter fallen eben viele Geisteswissenschaften und die humanistische Bildung, wird zunehmend an den Rand gedr\u00e4ngt, denn, so Heinzlmaier: &#8222;Der Kapitalismus funktioniert auch mit Bl\u00f6den.&#8220; Ausgesprochen aufschlussreich!<\/p>\n<p>11. <em>abgeordnetenwatch.de<\/em>\u00a0ist mal der Frage nachgegangen, warum denn Bundestagsabgeordnete allen m\u00f6glichen privaten Kram auf\u00a0der Webseite des Bundestages \u00fcber sich mitteilen, aber dort nicht ihre Nebeneink\u00fcnfte angeben d\u00fcrfen, was ja vielleicht f\u00fcr die W\u00e4hler doch interessanter sein k\u00f6nnte als die Infos \u00fcber Ehren-Bambis und Salsatanzen. Die Antwort wird in einem <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/blog\/2015-08-25\/transparenzverbot-auf-bundestagde-abgeordnete-durfen-ihre-exakten-nebeneinkunfte\" target=\"_blank\">Artikel auf der\u00a0<em>abgeordnetenwatch-<\/em>Webseite<\/a> pr\u00e4sentiert und kommentiert und stellt unserem Parlament ein sehr peinliches Zeugnis aus &#8211; was vor allem irgendwie leider auch zu erwarten war.<\/p>\n<p>12. <a href=\"http:\/\/robert-zion.de\/?p=476\" target=\"_blank\">Robert Zion von den Gr\u00fcnen beschreibt auf seiner Webseite<\/a> sehr treffend die Ursachen f\u00fcr den derzeitigen Rechtsruck und das massive \u00f6ffentliche Auftreten von Rassismus. Dieses liegt nicht nur in ohnehin immer schon vorhandenen Ressentiments vieler Deutscher begr\u00fcndet, sondern eben auch in einer neoliberalen Politik, welche die Mittelschicht zunehmend verarmen und die \u00f6ffentliche Infrastruktur zerfallen l\u00e4sst. Gute Analyse, vor deren Hintergrund die Emp\u00f6rungen von Merkel, Gabriel und Co. noch j\u00e4mmerlicher wirken, als sie es ohne schon sind.<\/p>\n<p>13. In einem <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/staatsschulden-der-generationen-schwindel\/12209174.html\">Artikel f\u00fcr den\u00a0<em>Tagesspiegel<\/em><\/a> r\u00e4umt Harald Schumann mit der M\u00e4r auf, dass es ein Zeichen von\u00a0Verantwortungsbewusstsein gegen\u00fcber kommenden Generationen w\u00e4re, unbedingt die Staatsschulden zu reduzieren. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, da auf diese Weise ausgeblendet wird, dass die sogenannte &#8222;schwarze Null&#8220; vor allem auf Kosten der Infrastruktur des Landes geht, was dann n\u00e4mlich kommende Generationen ausbaden d\u00fcrfen. Plausibel dargelegt, wird so mal wieder deutlich, wie wir von unseren Chefideologen Merkel und Sch\u00e4uble an der Nase herumgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>14. In einem <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-01\/exporte-gefluegel-afrika\" target=\"_blank\">Artikel in der\u00a0<em>Zeit<\/em><\/a> finden sich aufschlussreiche Zahlen, die zeigen, wie sehr der Export von hochsubventioniertem Billigh\u00fchnerfleisch aus der EU nach Afrika in den letzten Jahren zugenommen hat. Resultat: Die dortigen Bauern werden ihre Produkte nicht mehr los und verarmen &#8211; und wenn sie dann keine Existenzgrundlage mehr f\u00fcr sich sehen, werden sie eben zu dem, was hier so abwertend als &#8222;Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge&#8220; bezeichnet wird. Reaktion der EU darauf: ein neues Freihandelsabkommen, was das EU-Fleisch auf westafrikanischen M\u00e4rkten noch billiger machen d\u00fcrfte &#8230;<\/p>\n<p>15. Dazu passend: Ein achtmin\u00fctiger <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/sendungen\/grenzen-dicht-100.html\" target=\"_blank\">Bericht des <em>ARD<\/em>-Magazins <em>Monitor<\/em><\/a> besch\u00e4ftigt sich mit\u00a0Pl\u00e4nen\u00a0europ\u00e4ischer Regierungen und der EU, mit Despoten in Afrika zusammenzuarbeiten, um dort schon vor Ort\u00a0Menschen an der Flucht zu hindern. War ja fast klar, dass nur so was gemeint sein kann, wenn unsere Politprominenz stets nicht m\u00fcde wird zu betonen, dass die Fluchtursachen in den Herkunftsl\u00e4ndern der Fl\u00fcchtlinge bek\u00e4mpft werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>16. Ein <a href=\"http:\/\/fairspielen.de\/medien-und-macht-das-hamburger-abendblatt-und-olympia-lobbyismus-oder-journalismus\/#more-4668\" target=\"_blank\">Artikel der Webseite <em>FAIRspielen.de<\/em><\/a>\u00a0zeigt auf, wie stark die Parteilichkeit des\u00a0<em>Hamburger Abendblattes<\/em> f\u00fcr die m\u00f6glichen Olympischen Spiele in Hamburg ist. Bei derartigen Verbandelungen mit der Wirtschaft kann man kaum noch von Journalismus sprechen, sondern vielmehr von nahezu reiner PR. Und diese Zeitung wird in Hamburg immer noch viel gelesen und ernst genommen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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