{"id":4570,"date":"2016-01-20T11:39:09","date_gmt":"2016-01-20T10:39:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=4570"},"modified":"2016-02-10T18:19:21","modified_gmt":"2016-02-10T17:19:21","slug":"die-afd-darf-nicht-zur-tv-runde-zu-den-landtagswahlen-im-swr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=4570","title":{"rendered":"Die AfD darf nicht zur TV-Runde zu den Landtagswahlen im SWR"},"content":{"rendered":"<p>Und das auf besonderen Wunsch von SPD und Gr\u00fcnen. So wird es zumindest gerade in einigen Medien (z. B. in der <em><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-01\/landtagswahlen-baden-wuerttemberg-rheinland-pfalz-tv-afd-ausschluss\" target=\"_blank\">Zeit<\/a><\/em> und der <em><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/wieso-zwei-landesregierungen-im-fernsehen-nicht-gegen-die-afd-antreten-wollen-und-den-swr-unter-druck-setzen-14021042.html\" target=\"_blank\">FAZ<\/a><\/em>) berichtet. Das Aufheulen der Rechtspartei und ihrer Anh\u00e4nger ist da schon vorprogrammiert: Alle gegen uns, wir werden ausgegrenzt usw. Das ist fatal, wie ich finde, denn so wird wieder nur ordentlich Wasser auf die\u00a0\u201eWir sind die armen Opfer\u201c-M\u00fchlen der AfD-Agitatoren gek\u00fcbelt.<\/p>\n<p>Dabei ist auch hier wieder alles nicht ganz so eindeutig, wie es die \u00dcberschriften suggerieren m\u00f6chten, und das Ganze wirft leider auch mal wieder kein besonders gutes Licht sowohl auf unsere Medien als auch auf die Politik.<\/p>\n<p>Zum einen ist es n\u00e4mlich nicht so, dass nur die AfD nicht zu der TV-Runde eingeladen ist, sondern eben alle aktuell nicht im Landesparlament vertretenen Parteien, also auch die FDP und die Linke, die nun durchaus ja auch schon in dem einen oder anderen Bundesland im Parlament vertreten sind und sich somit ebenfalls Chancen ausrechnen d\u00fcrften, bei den anstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-W\u00fcrttemberg \u00fcber die 5-Prozent-H\u00fcrde zu kommen. Das wird aber nur am Rande erw\u00e4hnt, und ein bekanntes journalistisches Mittel, um eine Botschaft zu vermitteln, ist es ja, diese vor allem in der \u00dcberschrift herauszustellen, da eben viele nur diese und maximal den Anrisstext lesen &#8211; und dort kommt nur die AfD vor, die aus Protest von Gr\u00fcnen und SPD nicht eingeladen werden soll.<\/p>\n<p>Und wie diese Botschaft ankommen wird, ist auch schon absehbar: Der links-gr\u00fcne Mainstream grenzt die AfD aus! Was f\u00fcr M\u00e4rtyrer, die sich da einer Zensur erwehren m\u00fcssen, weil die anderen Partien die Wahrheit eben nicht verkraften k\u00f6nnen! Fatal, wie ich finde, die AfD in dieser Legendenbildung auch noch zu unterst\u00fctzen und denen genau das Futter zu liefern, auf das sie warten, um ihre Anh\u00e4nger so in ihrem verschrobenen Weltbild best\u00e4tigen zu k\u00f6nnen. Und da kann mir keiner erz\u00e4hlen, dass dies bei professionellen und in Deutschland f\u00fchrenden Medien wie der\u00a0<em>Zeit<\/em> und der\u00a0<em>FAZ<\/em> nur Zufall oder Unachtsamkeit ist &#8230;<\/p>\n<p>Worauf der\u00a0<em>FAZ<\/em>-Artikel noch hinweist: 2011 wurden wohl auch Gr\u00fcne und Linke als nicht im Landesparlament vertretene Parteien eingeladen zu diesen TV-Runden vom\u00a0<em>SWR<\/em>, allerdings wird dort (journalistisch m. E. etwas unsauber) nicht gesagt, auf welches Bundesland sich das nun bezieht, denn in Baden-W\u00fcrttemberg waren die Gr\u00fcnen ja nun zu dem Zeitpunkt schon vertreten. Ein durchaus berechtigter Hinweis, der aber trotzdem nicht entkr\u00e4ftet, dass eben FDP und Linke dieses Mal auch nicht eingeladen wurden. Da k\u00f6nnte man eher fragen, ob denn nun diese \u00c4nderung, wieder nur bisher im Landtag vertretene Parteien in der Runde zu Wort kommen zu lassen, eventuell mit der AfD zu tun h\u00e4tte &#8211; das w\u00e4re dann durchaus ein diskussionsw\u00fcrdiger Ansatz, wie ich finde. Aber das geschieht ja leider nicht.<\/p>\n<p>Neben diesem medial Fauxpas (um es mal nett zu formulieren) hat dieser Vorfall nat\u00fcrlich auch eine politische Dimension, denn die Aussagen von Malu Dreyer (SPD), Winfried Kretschmann (Gr\u00fcne) und dessen Stellvertreter Nils Schmid (SPD) stehen ja nun mal so im Raum, dass sie mit der AfD nicht vor einem Fernsehpublikum diskutieren wollen. Irgendwie ist das nat\u00fcrlich menschlich auch verst\u00e4ndlich, denn AfD-Politiker zeigen sich ja in der Regel in Fernsehdiskussionsrunden ausgesprochen argumentationsresistent und sind vor allem darauf aus, sich selbst gut darzustellen (man denke nur an Bj\u00f6rn H\u00f6ckes d\u00fcmmlichen Auftritt mit der Deutschlandfahne bei G\u00fcnther Jauch in der\u00a0<em>ARD<\/em>, womit er allerdings bei seinen Anh\u00e4ngern punkten konnte). Das sind keine angenehmen Diskussionspartner.<\/p>\n<p>Andererseits ist es schon traurig, wenn Politiker nicht in der Lage sind, solchen Gestalten etwas entgegenzusetzen. Angriffspunkte g\u00e4be es da genug, zum Beispiel dass AfDler ja durchaus schon h\u00e4ufiger in der \u00d6ffentlichkeit gelogen haben (s. dazu beispielsweise\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=2787\" target=\"_blank\">hier<\/a>, <a href=\"http:\/\/app.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/frauke-petry-afd-chefin-der-luege-ueberfuehrt\/12742166.html?mwl=ok\" target=\"_blank\">hier<\/a>\u00a0und <a href=\"https:\/\/www.trittin.de\/2015\/11\/25\/die-methode-afd-verleumden-luegen-hetzen\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>), sodass man erst mal grunds\u00e4tzlich jede Aussage von denen in einer Diskussion anzweifeln sollte, zumal deren Gefasel ja in der Regel bei einer guten Vorbereitung auch schnell widerlegbar ist. Dann w\u00fcrde es sich auch empfehlen, nicht die Dampfplauderer von der AfD die Themen bestimmen zu lassen, sondern selbst die Initiative zu ergreifen und diese mal auf inhaltliche Punkte festnageln, zum Beispiel dass deren wirtschaftspolitische Vorstellungen sich eben genau gegen die Anh\u00e4ngerschaft der\u00a0\u201ekleinen, einfachen B\u00fcrger\u201c richten. Und schlie\u00dflich sollte man auch zu einer Verbaleskalation bereit sein und sich nicht immer nur vor derartigem Vorgehen von AfDlern wegducken. Auch die Konsequenzen f\u00fcr die\u00a0extrem exportorientierte deutsche Wirtschaft bei Wiedereinf\u00fchrung der D-Mark (ja nach wie vor eine wirtschaftspolitische Kernforderung der AfD) k\u00f6nnen mit ein bisschen volkswirtschaftlichem Wissen und rhetorischem Geschick kurz und b\u00fcndig dargelegt werden, um so die AfD als das zu \u00fcberf\u00fchren, was diese Partei ist: eine inhaltsarmselige Ansammlung von rechten Aufwieglern. Aber dazu\u00a0haben heutige Politiker anscheinend nicht das n\u00f6tige Format &#8230;<\/p>\n<p>So ist schon klar, wer nun als eigentlicher Gewinner aus diesem Vorfall hervorgeht: die AfD, die genau das geliefert bekommt, was sie f\u00fcr ihre eigene Legendenbildung braucht. Diejenigen in Deutschland, die sich zu Recht von der Politik abgeh\u00e4ngt f\u00fchlen (und das sind ja immer mehr, da braucht man sich nur die stetig sinkenden Wahlbeteiligungen anschauen, s. dazu auch diese <a href=\"http:\/\/mobil.derstandard.at\/2000015524661\/Das-System-der-Mitte-kollabiert\" target=\"_blank\">Interview mit Chantal Mouffe im <em>Tagesspiegel<\/em><\/a>) und die vielleicht eigentlich nicht mal politisch nach rechts tendieren, werden durch so was von der AfD angesprochen, da man sich vermeintlich gemeinsam in der Ausgrenzung erkennt. Um der AfD also weitere W\u00e4hler zuzuf\u00fchren, braucht es genau eine derartige T\u00e4ppischkeit von Medien und Politik. Oder steckt da vielleicht sogar Absicht dahinter &#8230;?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und das auf besonderen Wunsch von SPD und Gr\u00fcnen. So wird es zumindest gerade in einigen Medien berichtet. Das Aufheulen der Rechtspartei und ihrer Anh\u00e4nger ist da schon vorprogrammiert: Alle gegen uns, wir werden ausgegrenzt usw. 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