{"id":6097,"date":"2016-09-02T19:09:38","date_gmt":"2016-09-02T17:09:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=6097"},"modified":"2017-12-05T18:21:07","modified_gmt":"2017-12-05T17:21:07","slug":"cdu-afd-koalition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=6097","title":{"rendered":"CDU-AfD-Koalition?"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche lie\u00df der Vorsitzende der Hannoveraner CDU-Stadtratsfraktion Jens Seidel verlauten, dass er eine Koalition mit der AfD nicht kategorisch ausschlie\u00dfen m\u00f6chte (wie beispielsweise der\u00a0<em><a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/kommunalwahl_niedersachsen_2014\/CDU-Verwirrung-um-Aussage-zu-Buendnis-mit-AfD,hannover11100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NDR<\/a><\/em><a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/kommunalwahl_niedersachsen_2014\/CDU-Verwirrung-um-Aussage-zu-Buendnis-mit-AfD,hannover11100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> auf seiner Webseite<\/a> berichtet). Daraufhin gab es zwar emp\u00f6rte und ablehnende Reaktionen von seinen Parteikollegen, die sich eine Zusammenarbeit mit der AfD so gar nicht vorstellen k\u00f6nnen, doch ich dachte mir da schon: Mal sehen, wenn jetzt einer mit dem Thema angefangen hat, dann werden vielleicht auch bald noch weitere folgen &#8230;<\/p>\n<p>Und damit sollte es dann auch nicht allzu lange dauern, denn gerade mal eine gute Woche sp\u00e4ter meldete sich der ehemalige CDU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Wahlkampfberater von\u00a0\u00a0Exkanzler Helmut Kohl zu Wort,\u00a0der dem\u00a0<em>MDR<\/em> gegen\u00fcber \u00e4u\u00dferte (leider nicht mehr online aufrufbar), dass man 2017 nach der Bundestagswahl die AfD auch in Koalitionsverhandlungen einbeziehen m\u00fcsste.<\/p>\n<p><span data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\">Nun k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass\u00a0bei jedem weiteren CDUler, der eine solche m\u00f6gliche Koalition mit der AfD\u00a0bef\u00fcrwortet, die Gegenstimmen zunehmend weniger werden. Und wenn man dar\u00fcber mal ein bisschen nachdenkt, dann ergeben sich auch durchaus interessante Schl\u00fcsse. Im Hinterkopf sollte man dabei behalten, dass ich ja vor einiger Zeit schon mal in einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=4741\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unterstr\u00f6mt-Artikel<\/a>\u00a0darauf hinwies, dass die AfD f\u00fcr die CDU ein sehr n\u00fctzliches politisches Ph\u00e4nomen darstellt.<\/span><\/p>\n<p>Ich will jetzt gar nicht mal so weit gehen und behaupten, dass die AfD nur zum Schein quasi von der CDU gegr\u00fcndet wurde (auch wenn Parteigr\u00fcnder Bernd Lucke ja selbst langj\u00e4hriges CDU-Mitglied war), aber es erscheint mir nicht eben abwegig, dass die CDU sich schon ganz bewusst die AfD zunutze macht.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re ja\u00a0aber auch durchaus sehr raffiniert: Da sieht man zu, dass diejenigen, die unzufrieden sind und sich abgeh\u00e4ngt f\u00fchlen, sich zu einer Partei bekennen, die sich selbst als Alternative bezeichnet, aber letztlich doch sehr dem Establishment verbunden ist. Das schw\u00e4cht die wirkliche Opposition im Land, und schon bald kann man dann mit dieser neuen Partei koalieren und hat so die Frustrierten nicht nur von einer wirklichen politischen Alternative abgebracht, sondern sie auch noch in den eigenen W\u00e4hlerfundus integriert.<\/p>\n<p>Da die AfD-F\u00fchrung in erster Linie von Karrieristen besetzt ist (s. dazu diesen\u00a0<em><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5285194\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">taz<\/a><\/em><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5285194\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">-Artikel<\/a>), w\u00fcrden diese in einer Koalition vermutlich recht leicht zu h\u00e4ndeln sein: Man bietet denen ein paar sch\u00f6ne Posten an, und die sind gl\u00fccklich damit und nerven dann nicht mit irgendwelchen Inhalten rum, welche die CDU ihren W\u00e4hlern nicht verkaufen kann. Und da die AfD in ihren Wahlprogrammen ja genug Punkte stehen hat, die sich mit CDU-Positionen decken, k\u00f6nnten ihre Politiker in so einer Koalition ihren W\u00e4hlern dann auch noch als vermeintlichen Erfolg verkaufen. Zudem ist die CDU ja auch immer gern mal zu ein paar rechten politischen Zugest\u00e4ndnissen bereit, wie man ja in den letzten Monaten beispielsweise in der Asylpolitik beobachten konnte.<\/p>\n<p>Strategisch w\u00e4re ein solches Vorgehen schon ziemlich brillant, auf politisch-inhaltlicher Ebene allerdings dann doch ausgesprochen sch\u00e4big, wie ich finde.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund w\u00e4re dann auch die gro\u00dfe Pr\u00e4senz\u00a0und durchaus freundliche Berichterstattung, der sich die AfD in vielen regierungsnahen Medien schon seit L\u00e4ngerem erfreuen darf, nicht mehr so verwunderlich. Gerade da gab es ja\u00a0dieser Tage einen Vorfall, den Silke Hasselmann in einem <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/meuthens-npd-satz-in-den-medien-das-recht-richtig-zitiert.720.de.html?dram%3Aarticle_id=364735\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar f\u00fcr den\u00a0<em>Deutschlandfunk<\/em><\/a> kritisch beschreibt: Da wurde J\u00f6rg Meuthen, zweiter Vorsitzender der AfD, von etlichen Medien aufgrund eines verk\u00fcrzten und damit verf\u00e4lschenden\u00a0Zitats in die N\u00e4he der NPD ger\u00fcckt.<\/p>\n<div class=\"UFICommentContent\">\n<div class=\"UFITranslatedText\">\n<p>Ich kann mir ja immer nur schwer vorstellen, das professionellen Journalisten so was nicht bewusst ist, wenn sie derartige Verf\u00e4lschungen ver\u00f6ffentlichen. Ich als Blogger k\u00e4me da zumindest nicht wissentlich auf die Idee, Aussagen so zu entstellen, zumal man ja im digitalen Zeitalter davon ausgehen kann, dass so was auch recht schnell rauskommt &#8211; was ja nun auch prompt der Fall war.<\/p>\n<p>Und dann stell ich mir die Frage: Warum machen Journalisten so was? Ist das nicht schon fast eine absichtliche oder zumindest grob fahrl\u00e4ssige (wie gesagt: Letzteres bei Profis f\u00fcr mich kaum vorstellbar) Unterst\u00fctzung f\u00fcr die AfD, damit die an ihrem Opfermythos weiterstricken kann und deren Anh\u00e4nger sich best\u00e4tigt f\u00fchlen, dass alle Medien der AfD nur B\u00f6ses wollen?<\/p>\n<p>K\u00f6nnte es also sein, dass diese Pro-Establishment-Medien die AfD als ausgesprochen n\u00fctzlich f\u00fcr das Establishment klassifiziert haben und dieser nun auf derartige Weise genau das liefern, was sie zur Aufrechterhaltung ihrer Popularit\u00e4t braucht? Das w\u00fcrde zumindest\u00a0zu der oben beschriebenen m\u00f6glichen politischen Strategie der CDU passen. Und ganz auszuschlie\u00dfen ist ja nun auch nicht, dass der eine oder andere CDU-Politiker vielleicht mal dem einen oder anderen Alpha-Journalisten einen kleinen Hinweise gegeben oder eine entsprechende Bitte formuliert h\u00e4tte &#8211; man kennt sich ja schlie\u00dflich.<\/p>\n<p>Insofern d\u00fcrfte es interessant sein, in den n\u00e4chsten Monaten zu beobachten, wie sowohl der Umgang vonseiten der CDU als auch der ihr nahestehenden Medien mit der AfD ausfallen wird. Ich hab da ja so durchaus eine Vermutung &#8211; oder besser gesagt: Bef\u00fcrchtung &#8230;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche lie\u00df der Vorsitzende der Hannoveraner CDU-Stadtratsfraktion Jens Seidel verlauten, dass er eine Koalition mit der AfD nicht kategorisch ausschlie\u00dfen m\u00f6chte. 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