{"id":6704,"date":"2016-11-29T10:46:26","date_gmt":"2016-11-29T09:46:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=6704"},"modified":"2016-11-29T10:47:53","modified_gmt":"2016-11-29T09:47:53","slug":"arbeitsplaetze-als-argument","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=6704","title":{"rendered":"Arbeitspl\u00e4tze als Argument"},"content":{"rendered":"<p>Ein oft verwendetes Argument von neoliberalen Politikern und vieler Medien, wenn es darum geht, bestimmte Ma\u00dfnahmen nicht durchzuf\u00fchren oder Gesetze nicht zu erlassen, ist, dass es dann zum Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen kommen w\u00fcrde. Das erscheint ja auch immer ein St\u00fcck weit nachvollziehbar, denn schlie\u00dflich ist Massenarbeitslosigkeit ein ausgesprochen pr\u00e4sentes Problem in unserem Land, und das soll nicht weiter vergr\u00f6\u00dfert werden. Allerdings ist mir aufgefallen, dass dieses Argument der Arbeitsplatzsicherung doch schon sehr einseitig zur Anwendung kommt &#8230;<\/p>\n<p>Immer dann, wenn Unternehmen reglementiert (beim Umweltschutz, Verbraucherschutz usw.) oder Verbesserungen f\u00fcr die Allgemeinheit zulasten von Besserverdienern eingef\u00fchrt werden sollen, hei\u00dft es n\u00e4mlich, man d\u00fcrfe damit keine\u00a0Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4hrden. Ein gerade k\u00fcrzlich in einem <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/buergerversicherung-von-spd-gruenen-linke-fuehrt-zu-stellenabbau-14531660.html\" target=\"_blank\"><em>FAZ<\/em>-Artikel<\/a> vorgebrachtes besonders absurdes Beispiel: Eine B\u00fcrgerversicherung w\u00fcrde bei den privaten\u00a0Krankenversicherungen viele Arbeitspl\u00e4tze vernichten. Dass es bei einer B\u00fcrgerversicherung auch genau darum ginge, n\u00e4mlich das eingenommene Geld nicht f\u00fcr Sachbearbeiter, sondern stattdessen f\u00fcr medizinische Leistungen zu verwenden, spielt dabei in der Welt der\u00a0<em>FAZ<\/em>\u00a0keine Rolle.<\/p>\n<p>Andererseits wird immer dann, wenn \u00f6ffentliche Unternehmen oder Infrastruktur privatisiert werden sollen\u00a0oder Firmen\u00fcbernahmen und -fusionen erfolgen, dann wird das Argument der wegfallenden Arbeitspl\u00e4tze eher selten angef\u00fchrt. Dabei sind gerade auf diese Weise schon extrem viele Arbeitspl\u00e4tze vernichtet worden (exemplarisch f\u00fcr die Privatisierung der Post in diesem &#8211; leider nur gegen Bezahlung lesbaren &#8211; <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/januar\/der-grosse-postraub\" target=\"_blank\">Artikel in den <\/a><em><a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/januar\/der-grosse-postraub\" target=\"_blank\">Bl\u00e4ttern f\u00fcr deutsche und internationale Politik<\/a>\u00a0<\/em>sehr gut dargestellt).<\/p>\n<p>Die\u00a0Sorge um die Arbeitspl\u00e4tze wird also eher als Scheinargument gebraucht, wenn es darum geht, mal wieder Unternehmensinteressen zu\u00a0verteidigen. Geht es um Belange der Allgemeinheit, dann findet diese Argumentation keine Anwendung. Achtet mal drauf, bei welchen Anl\u00e4ssen Euch demn\u00e4chst wieder m\u00f6gliche Arbeitsplatzverluste als Bedenken pr\u00e4sentiert werden und wo das nicht der Fall sein wird &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein oft verwendetes Argument von Politikern und vieler Medien, wenn es darum geht, bestimmte Ma\u00dfnahmen nicht durchzuf\u00fchren oder Gesetze nicht zu erlassen, ist, dass es dann zum Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen kommen w\u00fcrde. Das erscheint ja auch immer ein St\u00fcck weit nachvollziehbar, denn schlie\u00dflich ist Massenarbeitslosigkeit ein ausgesprochen pr\u00e4sentes Problem in unserem Land, und das soll nicht weiter vergr\u00f6\u00dfert werden. 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