{"id":7365,"date":"2017-03-11T14:29:50","date_gmt":"2017-03-11T13:29:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=7365"},"modified":"2017-03-11T23:17:17","modified_gmt":"2017-03-11T22:17:17","slug":"moonlight","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=7365","title":{"rendered":"Moonlight"},"content":{"rendered":"<p>Der Gewinner des Oscar in der Kategorie \u201eBester Film\u201c ist diesen Donnerstag in Deutschland angelaufen, und ich bin gleich Donnerstag mit meiner Frau in dem Film gestiefelt. Das Kino war nicht sehr gut besetzt, aber die Leute waren daf\u00fcr um so interessierter (was man an dem fehlenden\u00a0Gequatsche und Mobiltelefon-Gespiele im Kino bemerken konnte). Diese Aufmerksamkeit sollte man diesem Film auch zuteil werden lassen, da wichtige Ereignisse nur in Nebens\u00e4tzen angedeutet werden. <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt4975722\/\" target=\"_blank\">Der Film vom relativ unbekannten Regisseur Barry Jenkins<\/a> ist eben kein typischer Hollywood-Streifen, bei dem einem jede Szene gut vorgekaut serviert wird!<\/p>\n<p>Zum Film: Es geht um das Leben des jungen Chiron, das in drei Altersabschnitten aufgeteilt erz\u00e4hlt wird. Als Junge von\u00a0knapp zehn Jahren wird Chiron st\u00e4ndig verfolgt, ge\u00e4rgert und verpr\u00fcgelt. Seine Vater wird nicht erw\u00e4hnt, seine Mutter nimmt Drogen, und der einzige Freund, der nicht auf ihm herumtrampelt, ist Kevin. Dann trifft er den Dealer Juan, der ihm Aufmerksamkeit, Zeit und Obdach zuteil werden l\u00e4sst (die fehlende Vaterfigur). Die schwierigen Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern sich jedoch nie grundlegend w\u00e4hrend der anderen beiden gezeigten Altersabschnitte (als Jugendlicher und Erwachsener), und so wird aus\u00a0\u201eLittle\u201c am Ende des Films der Drogendealer \u201eBlack\u201c. Auch wenn es im Film um die bekannten Klischees in armen und vorwiegend schwarzen Wohngegenden geht, so bleibt dieser Film allen Menschen jeglicher Herkunft und Hautfarbe offen und zug\u00e4nglich.\u00a0Und die Intensit\u00e4t wird von allen Darstellern mit einer Tiefe gespielt, dass man den Film teilweise auch f\u00fcr eine Dokumentation halten kann. Grandiose Leistung!<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht hat der Film aber eine klare Schwachstelle: die Synchronisation. Zum einen ist der Ton teilweise nicht der Szene entsprechend, aber noch st\u00f6render sind die manchmal so gar nicht passenden Stimmen. Das deutsche Genuschel des Hauptdarstellers ist so gewollt und z\u00e4hlt f\u00fcr mich nicht in diese Kategorie. Die sp\u00e4rlichen Dialoge sind trotzdem zentral f\u00fcr den Film, der aber auch sehr gut ohne viele Worte auskommt.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend also das Fazit: Ich w\u00fcrde diesen Film einem Gro\u00dfteil meiner Mitmenschen und Freunde w\u00e4rmstens empfehlen. F\u00fcr Leute, die intensives Fremdsch\u00e4men nicht verkraften oder die dem sp\u00e4rlichen Dialogen nicht gen\u00fcgend Aufmerksamkeit schenken k\u00f6nnen (um die Geschichte zusammenh\u00e4ngend zu verstehen), w\u00fcrde ich diese Empfehlung nicht aussprechen. Mir hat der Film prima gefallen, und ich werde in sicher noch ein zweites Mal schauen, wenn er auf den \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendern l\u00e4uft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gewinner des Oscar in der Kategorie \u201eBester Film\u201c ist diesen Donnerstag in Deutschland angelaufen, und ich bin gleich Donnerstag mit meiner Frau in dem Film gestiefelt. 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