{"id":8125,"date":"2017-08-22T07:35:07","date_gmt":"2017-08-22T05:35:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=8125"},"modified":"2020-05-21T14:29:19","modified_gmt":"2020-05-21T12:29:19","slug":"reichtum-ohne-gier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=8125","title":{"rendered":"Buchtipp: Reichtum ohne Gier"},"content":{"rendered":"<p>Es ist getan: Endlich habe ich das Buch von Sahra Wagenknecht vollst\u00e4ndig gelesen und kann ein paar Worte dazu schreiben. Das lag nicht etwa am Buch, dass sich gut gegliedert zeigt und durch Zwischen\u00fcberschriften auch Zwischendurchlesern ein st\u00e4ndiges Wiedereinsetzen erm\u00f6glicht. Vielmehr hatte ich leider das Buch, nachdem ich bereits 2\/3 gelesen hatte, in der Bahn liegen lassen (ich hoffe, da hatte noch jemand etwas von). Aber kommen wir doch mal zum Inhalt des Buches.<\/p>\n<p>Der Titel bringt es schon auf den Punkt: \u201eReichtum\u201c l\u00e4sst sich auch realisieren, ohne dass man wie ein Parasit agieren muss. Die Erkl\u00e4rung dazu liefert der Untertitel:\u00a0\u201eWie wir uns vor dem Kapitalismus retten\u201c. In diesem Buch geht es nicht darum, dass wir alle gleich viel haben und verdienen und in einer klassenlosen Gesellschaft leben.<\/p>\n<p>Es geht im ersten Teil des Buches um die detaillierte Unterscheidung von Kapital, Reichtum, Besitz und nat\u00fcrlich die historischen Wurzeln dieser Begriffe und deren Bedeutung.\u00a0Am literarischen Pranger und im Zentrum dieses Buches steht der Kapitalismus und der unverantwortliche Umgang mit dem Kapital. Es geht um einen gesellschaftlichen Nutzen von Kapital, nicht ausschlie\u00dflich um die sicheren Gewinne und den Zugang zu Kapital f\u00fcr einen elit\u00e4ren Kreis.\u00a0Au\u00dferdem stellt Sahra Wagenkneckt die Frage nach einer sinnigen Rendite, wenn z. B. Ingenieure von Siemens innovative und umweltfreundliche Entwicklungen nicht umsetzen d\u00fcrfen, weil die erwarteten Gewinne unter der konzerneigenen Mindestschwelle von 16 % Rendite liegen. Die Mechanismen des Kapitals als \u201eInnovations- und Qualit\u00e4tskiller\u201c, nicht zuletzt auch durch die Blockierung von Erfindungen durch Patente von Weltkonzernen. Am Ende darf ein Ausblick auf Alternativen wie Gemeinwohlbanken und einer anderen Sichtweise auf das Eigentum nicht fehlen, um die ge\u00e4u\u00dferte Kritik in konstruktive Gedankenmodelle zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Auch wenn mir dieses Buch wieder l\u00e4nger erschien, als der Kern der Aussagen es n\u00f6tig gemacht h\u00e4tte: Mit historischen und sozialwissenschaftlichen Anekdoten geschm\u00fcckt und in kurze Abschnitte unterteilt, ist es eine aufkl\u00e4rende, unterhaltsame und empfehlenswerte Lekt\u00fcre. So bleibt auch f\u00fcr den gemeinen Leser einiges f\u00fcr die Selbstreflexion, ohne selbst Kapitalist sein zu m\u00fcssen. Ich selbst habe mir zu diesem Buch so viele Notizen gemacht, dass ich keine 5 % in den Text hier einbringen konnte, denn die Themenbandbreite ist gut gestreut und vielseitig.<\/p>\n<p>\u201eReichtum ohne Gier: Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten\u201c von Sahra Wagenknecht<br \/>\nCampus Verlag im M\u00e4rz 2016, 292 Seiten<br \/>\nISBN 978-3-593-50516-9 Print<br \/>\nISBN 978-3-593-43354-7 PDF<br \/>\nISBN 978-3-593-43366-0 EPUB<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel bringt es schon auf den Punkt: &#8222;Reichtum\u201c l\u00e4sst sich auch realisieren, ohne dass man wie ein Parasit agieren muss. Die Erkl\u00e4rung dazu liefert der Untertitel: \u201eWie wir uns vor dem Kapitalismus retten\u201c. In diesem Buch geht es nicht darum, dass wir alle gleich viel haben und verdienen und in einer klassenlosen Gesellschaft leben. 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