{"id":8612,"date":"2017-08-23T12:29:45","date_gmt":"2017-08-23T10:29:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=8612"},"modified":"2019-08-12T11:23:15","modified_gmt":"2019-08-12T09:23:15","slug":"kleinparteien-mlpd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=8612","title":{"rendered":"Kleinparteien: MLPD"},"content":{"rendered":"<p>Im zweiten Teil unserer <a href=\"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=8526\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reihe<\/a> zur Vorstellung der Kleinparteien, die bei der Bundestagswahl am 24. September antreten, widmen wir uns der <a href=\"https:\/\/www.mlpd.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD)<\/a>. Der Name ist da Programm, denn die Partei sieht sich in der Tradition von Marx und Lenin und pl\u00e4diert f\u00fcr eine Abl\u00f6sung des Kapitalismus durch einen \u201eechten\u201c Sozialismus.<\/p>\n<p>Die Partei wurde 1982 gegr\u00fcndet und konnte seitdem einige kleinere Erfolge auf kommunaler Ebene zeitigen (zumeist als Unterst\u00fctzer von \u00fcberparteilichen Personenwahlb\u00fcndnissen), sodass man gelegentlich Sitze in Stadtr\u00e4ten und Regionalparlamenten erhielt. Auch engagiert sich die MLPD bei B\u00fcrgerbewegungen und Protesten, beispielsweise gegen Sozialstaatsabbau. Seit einigen Jahren r\u00fcckt das Thema Umweltschutz mehr und mehr ins Zentrum der Programmatik, wobei die Aussage, die ich zu diesem Themenkomplex auf deren Webseite gefunden habe, dann eher allgemein gehalten und inhaltlich recht d\u00fcnn waren.<\/p>\n<p>Umweltschutz und Kapitalismuskritik sind ja nun durchaus auch Dinge, die hier auf\u00a0<em>unterstr\u00f6mt<\/em> \u00f6fter thematisiert werden, sodass eigentlich schon mal eine gewisse N\u00e4he zur MLPD vorhanden sein sollte. Was mich (und auch andere linke Bewegungen, beispielsweise auf Demonstrationen) allerdings dann doch davon abh\u00e4lt, mit dieser Partei zu sympathisieren, ist vor allem deren recht kritiklose Verkl\u00e4rung des Stalinismus und der Maoismus inklusive derer beiden Namensgeber, die ja nun beide keine Kinder von Traurigkeit waren, was die Missachtung von Menschenrechten und das Massakrieren von politischen Gegnern oder einfach nur als unpassend eingestuften Menschen angeht (Stalin hierbei in der Tat noch in wesentlich gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe als Mao).<\/p>\n<p>Wenn man sich dann noch auf der Webseite der Partei das <a href=\"https:\/\/www.mlpd.de\/parteiprogramm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Parteiprogramm<\/a> anschaut, dann wirkt das f\u00fcr mich zumindest vor allem ausgesprochen technokratisch &#8211; und damit nicht nur extrem unsexy, sondern eben auch dem Anspruch der Partei, einem B\u00fcrokratismus entgegenstehen zu wollen, wiedersprechend. Nun bin ich ja niemand, der unbedingt immer auf moderne Stylishkeit abf\u00e4hrt, aber wenn ich das Gef\u00fchl habe, in eine richtig vertaubte Mottenkiste zu schauen, dann turnt mich das schon reichlich ab. Zumal sich die Partei ja generell als progressiv versteht. Ewiggestrig geht also nicht nur im rechten Spektrum, sondern auch genauso auf der anderen Seite.<\/p>\n<p>Insofern ist es nun nicht sonderlich \u00fcberraschend, dass ich nicht empfehlen w\u00fcrde, die MLPD zu w\u00e4hlen. Wenn man progressive Politik m\u00f6chte und dem Kapitalismus kritisch gegen\u00fcbersteht, dann gibt es zwar nicht viele Parteien, die diesen Anspr\u00fcchen gerecht werden, aber in jedem Fall Besseres als diese piefig daherkommenden Stalin-Relativierer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im zweiten Teil unserer Reihe zur Vorstellung der Kleinparteien, die bei der Bundestagswahl am 24. September antreten, widmen wir uns der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). 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