{"id":9678,"date":"2018-01-21T13:19:21","date_gmt":"2018-01-21T12:19:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=9678"},"modified":"2018-01-22T10:27:54","modified_gmt":"2018-01-22T09:27:54","slug":"interessantes-aus-kw-3-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unterstroemt.de\/?p=9678","title":{"rendered":"Interessantes aus KW 3\/2018"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. Viel Spa\u00df beim Lesen und Anschauen!<\/p>\n<p>1. Thomas Beschorner und Martin Kolmar vom Institut f\u00fcr Wirtschaftsethik der Universit\u00e4t St. Gallen malen in einem <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/fake-news-in-schwindel-erregender-gesellschaft-gastbeitrag-a-1187678.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gastartikel auf <em>Spiegel Online<\/em><\/a> ein eher d\u00fcsteres Bild der Zukunft. Dazu beschreiben sie die Verunsicherung vieler Menschen in der heutige Zeit des Wandels, die sich allerdings in eine Besorgnis erregende Richtung wendet, n\u00e4mlich hin zu obskuren Bullshit-Propheten mit wenig demokratischen und rechtsstaatlichen Vorstellungen. Ihr Appell: Wachsamkeit ist angesagt! [Karl]<\/p>\n<p>2. Im Rahmen der <em>ARD<\/em>-Reihe Die <em>Story im Ersten<\/em> lief eine <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/videos\/bomben-fuer-die-welt-video-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">43-min\u00fctige\u00a0Dokumentation<\/a> mit dem Titel \u201eBomben f\u00fcr die Welt\u201c \u00fcber die Waffenlieferungen deutscher Firmen (auf indirektem Weg) in Krisengebiete. Ganze Munitionsfabriken werden nach Nordafrika verkauft, und damit werden strenge Regeln des R\u00fcstungsexports umgangen. So tr\u00e4gt z. B. Rheinmetall direkt zu den hier zu Lande beklagten \u201eFl\u00fcchtlingsstr\u00f6men\u201c bei. [Dirk]<\/p>\n<p>3. Dass von der neuen schwarzblauen Regierung in \u00d6sterreich nicht nur fremdenfeindlich, sondern auch konzernfreundliche Politik zu erwarten ist, sollte f\u00fcr politisch Interessierte nicht allzu \u00fcberraschend sein. Wie nun unter dem Vorwand des Sparens das \u00f6sterreichische Gesundheitssystem privatisiert werden soll, schildert ein <a href=\"https:\/\/mosaik-blog.at\/kassen-zusammenlegung-sozialversicherung-krankenkassen-gesundheit-privatisierung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel des Blogs <em>mosaik<\/em><\/a>. Die Resultate d\u00fcrften dann \u00e4hnlich sein wie in Deutschland, wo das ja schon l\u00e4nger der Fall ist: Zweiklassenmedizin, h\u00f6here Kosten und schlechtere Leistungen f\u00fcr die normalen Versicherten, Profite f\u00fcr Gesundheitskonzerne und weniger Kosten f\u00fcr Unternehmen. [Karl]<\/p>\n<p>4. In letzter Zeit vernimmt man immer wieder das Mantra\u00a0\u201eUns geht es so gut wie noch nie\u201c, mit dem die neoliberalen Politikverwerfungen sch\u00f6ngeredet und die Menschen in Deutschland ruhiggestellt werden sollen. Jens Berger blickt in einem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41978\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf den <em>NachDenkSeiten<\/em><\/a> nun einmal ganz subjektiv zur\u00fcck, wie es denn in seiner eigenen Familie in den 80er-Jahren so aussah und ob es den Menschen damals wirklich schlechter ging als heute. Das Resultat ist wenig \u00fcberraschend, dass wohl eher das Gegenteil der Fall war. [Karl]<\/p>\n<p>5. So was war ja nun leider zu erwarten: Im Zuge des umstrittenen NetzDG, das zum Jahresanfang in Kraft getreten ist, wird nun immer mehr in sozialen Medien gel\u00f6scht, was dazu \u00fcberhaupt keinen Anlass bietet. So hat es nun einige Beitr\u00e4ge der bekannten Streetart-K\u00fcnstlerung und Grimme-Preis-Tr\u00e4gerin Barbara erwischt, die von <em>Facebook<\/em> und <em>Instagram<\/em> entfernt wurden &#8211; ohne dass f\u00fcr die K\u00fcnstlerin nachvollziehbar war, wie ein <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2018\/01\/15\/die-freiheit-im-internet-wird-ruiniert-facebook-loescht-beitraege-der-streetart-kuenstlerin-barbara\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>MEEDIA<\/em><\/a> berichtet. Das wird noch f\u00fcr viel \u00c4rger und Zensur sorgen, dieses unausgegorene Gesetz &#8230; [Karl]<\/p>\n<p>6. Markige, deutliche Worte findet Jakob Augstein in seiner <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/spd-und-die-grosse-koalition-der-tod-ist-gar-nicht-so-schlimm-kolumne-a-1187932.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kolumne auf <em>Spiegel Online<\/em><\/a> f\u00fcr das desolate Bild, dass die SPD zurzeit gerade abgibt, indem sie sich bei den Sondierungsgespr\u00e4chen von Angela Merkels CDU am Nasenring durch die Politmanege ziehen l\u00e4sst. Augstein pl\u00e4diert f\u00fcr einen glaubhaften Neuanfang der SPD in der Opposition, f\u00fcr eine R\u00fcckbesinnung auf sozialdemokratische Werte und eine Abkehr vom Neoliberalismus. Sollte die Parteif\u00fchrung dazu nicht in der Lage sein und darin von der Basis unterst\u00fctzt werden, dann m\u00fcsse die SPD eben sterben, so wie ihre Schwesterparteien in vielen andren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. [Karl]<\/p>\n<p>7. Wem die Abwrackpr\u00e4mie wirklich hilft, dass sollte im Prinzip ja schon vor Jahren angekommen sein: der Autoindustrie. Nun hat <em>quer<\/em> in einem <a href=\"https:\/\/www.br.de\/mediathek\/video\/sag-mir-wo-die-diesel-sind-der-schummel-mit-der-umweltpraemie-av:5a610417a4820300170f2505\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcnfmin\u00fctigen Bericht<\/a> das Thema noch einmal satirisch umgesetzt, und Ex-Gouverneur Schwarzenegger wird auch auf den gr\u00fcnen Arm genommen. Kurzweilig und informativ. [Dirk]<\/p>\n<p>8. Vivien Varga, in Schwabing aufgewachsene Tochter ungarischer Eltern, wirft in einem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ungarn-in-ungarn-ist-alles-kaputt-1.3794823\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em><\/a> einen recht deprimierenden Blick auf ihr Heimatland, dem sie sich dank Viktor Orb\u00e1ns antidemokratischer Kleptokratie zunehmend entfremdet f\u00fchlt. Dabei beschreibt sie nicht nur treffend, wie die Regierung dort durch das S\u00e4hen von Hass und Angst die Menschen entpolitisiert oder radikalisiert, sondern auch, wie offensichtlich das ganze Land immer mehr den Bach runtergeht. [Karl]<\/p>\n<p>9. Auch zum NSU-Komplex gibt es mal wieder Neues zu berichten: Ein <a href=\"http:\/\/www.pnn.de\/brandenburg-berlin\/1248802\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel in den <em>Potsdamer neusten Nachrichten<\/em><\/a> befasst sich mit dem V-Mann\u00a0\u201ePiatto\u201c und bezeichnet den Umgang mit diesem hochgradig kriminellen Rechtsextremisten als\u00a0\u201eJustizskandal\u201c. Es wird n\u00e4mlich mittlerweile immer offensichtlicher, dass der Verfassungsschutz hier mal wieder gelogen und mit \u00f6ffentlichen Geldern rechtsterroristische Aktivit\u00e4ten unterst\u00fctzt hat, indem der Neonazi Carsten Szcepanski (das ist \u201ePiattos\u201c b\u00fcrgerlicher Name) nicht nur alimentiert, sondern eben auch gezielt vor Strafverfolgung gesch\u00fctzt wurde. Es bleibt dabei: Die gr\u00f6\u00dfte Terrororganisation im Land ist nach wie vor der Verfassungsschutz. [Karl]<\/p>\n<p>10. \u00dcber die kriminellen Cum-Ex-Gesch\u00e4fte, mit denen Banken und Superreiche vom deutschen Steuerzahler etliche Milliarden Euro gestohlen haben, berichteten wir ja schon h\u00e4ufiger. Nun hat sich gerade in Hamburg gezeigt, wie ein <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Bund-zwingt-Hamburg-gegen-Privatbank-vorzugehen,warburg116.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel vom <em>NDR<\/em><\/a> (inkl. eines zweimin\u00fctigen Videos) berichtet, wieso das alles jahrelang so gut funktioniert hat: Die Vernetzungen in die Politik sind einfach zu gut. In Hamburg vonseiten der traditionsreichen Warburg-Bank sogar so gut, dass die Finanzbeh\u00f6rden eine Anzeige wegen dieser kriminellen Machenschaften einfach liegen lie\u00dfen, vermutlich um so die Verj\u00e4hrungsfrist zu \u00fcberdauern. Hat allerdings zum Gl\u00fcck nicht ganz geklappt &#8211; der zust\u00e4ndige Finanzsenator Tschentscher (SPD) wird allerdings, so wie ich das einsch\u00e4tze, dennoch keine Konsequenzen f\u00fcr seine offensichtliche Korrumpierung tragen m\u00fcssen. [Karl]<\/p>\n<p>11. Eine gute Nachricht, allerdings mit einem bitteren Beigeschmack, findet sich in einem <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2018-01\/multiresistente-errerger-neuer-wirkstoff-infektionen-antibiotika\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Zeit Online<\/em><\/a>: Niederl\u00e4ndischen Wissenschaftlern ist es gelungen, k\u00f6rpereigene Antibiotika durch Manipulation so zu stabilisieren, dass sie eventuell wirksam gegen multiresistente Keime eingesetzt werden k\u00f6nnten. Sollte sich dies tats\u00e4chlich als praktikabel erweisen (klinische Studien stehen noch aus), dann k\u00f6nnte das Ende des Antibiotikum-Zeitalters vielleicht noch nach hinten verschoben werden. Das Bittere daran: Eine solche technologische L\u00f6sung d\u00fcrfte bei vielen dazu f\u00fchren, ein stupides \u201eWeiter so\u201c in Bezug auf das ganze Dilemma der multiresistenten Keime zu propagieren. [Karl]<\/p>\n<p>12. Passend zum vorherigen Hinweis: Sollte sich eine derartige L\u00f6sung f\u00fcr das Problem der multiresistenten Keime nicht finde, dann stehen uns finstere Zeiten bevor, wie der Hygiene- und Umweltmediziner Martin Eikenberg in einem <a href=\"http:\/\/taz.de\/Resistente-Keime\/!165777\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit der <em>taz<\/em><\/a> darstellt: Jeder von uns wird in absehbarer Zeit Freunde, Bekannte und Verwandte haben, die sterben, weil Antibiotika nicht mehr wirken. Als hauptverantwortlich f\u00fcr die Misere macht Eikenberg die Massentierhaltung mit ihrer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Abgabe von Antibiotika aus, die es daher einzuschr\u00e4nken gelte vonseiten der Politik. [Karl]<\/p>\n<p>13. Und gleich noch was zum Thema Viehhaltung hinterher: In einem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/gruene-woche-landwirtschaft-ein-oekologisches-desaster-1.3830812\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar in der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em><\/a> nimmt Markus Balser die zurzeit stattfindende Gr\u00fcne Woche in Berlin als Anlass, um mal einen kritischen Blick auf die Zust\u00e4nde in der Landwirtschaft zu werfen. Diese habe seiner Ansicht nach zu wenig mit Land und zu viel mit Wirtschaft zu tun. Grund daf\u00fcr ist ein eklatantes Versagen der Agrarpolitik seit vielen Jahren, da Missst\u00e4nde zwar bekannt sind, aber nichts Effektives dagegen unternommen wird. So leiden Tiere und Umwelt sowie letztlich auch der Mensch unter der m\u00e4chtigen Agrarlobby. Wobei Basler auch die Verantwortung des Konsumenten betont, bei dem immer noch viel zu oft \u201eHauptsache billig und viel\u201c gilt. [Karl]<\/p>\n<p>14. Der Professor f\u00fcr Gestaltungspraxis und -theorie Markus Caspers nimmt sich in einem <a href=\"http:\/\/geschichtedergegenwart.ch\/autofahren-im-design-des-neoliberalismus-das-suv\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>Geschichte der Gegenwart<\/em><\/a> dem Ph\u00e4nomen des SUV an. Dabei beleuchtet er zun\u00e4chst dessen Historie und stellt danach einen Bezug zum Neoliberalismus her, als dessen typisches Fahrzeug der SUV bezeichnet werden kann, da diese Autos genau das widerspiegeln, was auch diese marktradikale Ideologie auszeichnet. Ausgesprochen interessante Analyse! [Karl]<\/p>\n<p>15. In einem <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1076517.usa-nach-den-golden-globes-show-mer-mal.html?pk_campaign=SocialMedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentar im <em>neuen deutschland<\/em><\/a> befasst sich Roberto J. De Lapuente mit der Diskussion in den USA um eine m\u00f6gliche Pr\u00e4sidentschaftskandidatur der Taklmasterin Oprah Winfrey. Die hat gerade bei der Golden-Globe-Verleihung entsprechend auf sich aufmerksam gemacht. Berechtigt ist nun allerdings die Feststellung, dass es schon ein bisschen absurd, in der US-Postdemokratie allerdings mittlerweile immer offensichtlicher\u00a0ist, dass die Politik mehr und mehr an Menschen aus dem Showbiz \u201eausgelagert\u201c wird. Diese k\u00f6nnen dann die Hinterzimmerabsprachen mit Lobbyisten dem zunehmend verbl\u00f6deten Wahlvolk entsprechend gut verkaufen. [Karl]<\/p>\n<p>16. Jeremy Corbyn hat der britischen Labour Party zu einem unerwarteten Aufschwung verholfen. Wolfgang Michal stellt in einem <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/wolfgangmichal\/reiter-der-lawine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel auf <em>der Freitag<\/em><\/a> nun dar, wie Corbyns Authentizit\u00e4t und Prinzipientreue sowie seine F\u00e4higkeit, die Zeichen der Zeit zu erkennen, diese Entwicklung herbeif\u00fchrten, was der Unterschied zwischen ihm und anderen Sozialdemokraten wie Martin Schulz ist und warum Corbyn weitaus eher zum linken Hoffnungstr\u00e4ger werden k\u00f6nnte als Emmanuel Macron in Frankreich, der ja von vielen Medien absurderweise immer noch als sozialliberal bezeichnet wird. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn die SPD auch irgendwo ihren Corbyn herbekommen k\u00f6nnte &#8230; [Karl]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle pr\u00e4sentieren wir regelm\u00e4\u00dfig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben m\u00fcssen und die wir teilenswert finden. 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