Interessantes aus KW 1/2020

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. In einem Artikel in den Blättern für deutsche und internationale Politik befasst sich Anette Dowideit mit dem Thema Arbeit. Diese wird ja in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mieser, und zwar sowohl was die Bezahlung als auch die Arbeitsumstände angeht. Das ist eines der großen Probleme unserer Zeit und wird von den Neoliberalen stets mit geschönten und vereinfachenden Statistiken zu kaschieren versucht. Und auch bei diesem Thema gilt: Wir sind alle Teil des Problems, die wirklich relevanten Lösungen können wir als Einzelne allerdings nicht herbeiführen, sondern diese müssen auch politischer Ebene umgesetzt werden. [Karl]

2. Keine guten Nachrichten oder gar Entwarnung gibt es aus Australien zu vermelden, wo die Buschbrände weiter wüten, immer mehr Menschenleben fordern und weite Landstriche verwüsten, wie aus einem Artikel im Tagesspiegel hervorgeht. Und was macht der konservative australische Premierminister? Will erst mal eine Abkommen zum Kohleexport mit Indien abschließen. Unglaublich, wie ignorant und verbohrt diese neoliberalen Hohlköpfe sind – selbst wenn ihnen das Land unterm Hintern wegfackelt! Doch so langsam, aber sicher regt sich auch im eigenen Land Widerstand gegen diesen unverantwortlichen Kurs, wie aus einem Artikel in der taz hervorgeht, in dem zudem auch noch eindrücklich die apokalyptischen Zustände in Australien beschrieben werden. [Karl]

3. Auf Publikum.net findet sich ein interessanter Text von Andreas Blaser, der sich mit der ökonomischen Weltanschauung und dem daraus resultierenden Menschenbild befasst. Dieses dominiert ja zurzeit nahezu weltweit alle Gesellschaften, ist jedoch mit elementaren Aspekten menschlichen Lebens, wie Würde und Autonomie, nicht in Einklang zu bringen. Sehr interessante Überlegungen, die zeigen, wie tief gehend die systembedingten Verwerfungen sind und tatsächlich jeden Einzelnen sehr direkt betreffen. [Karl]

4. Was für groteske Zahlen! Ein Artikel auf Telepolis berichtet, wie sehr die Reichsten dieser Welt ihre Vermögen steigern konnten im vergangenen Jahr. Und so haben also 500 Menschen, die eh schon mehr als genug Geld haben, noch mal satte 1,2 Billionen Dollar hinzubekommen. Dieses Geld fällt nicht vom Himmel, sondern wurde von sehr vielen anderen Menschen erarbeitet und ihnen dann als gerechte Entlohnung vorenthalten. Die FDP und andere kranke Gestalten nennen so was dann Leistungsgesellschaft … [Karl]

5. Der WDR hat zwischen den Feiertagen ein satirisches Video mit einem Kinderchor veröffentlicht, in dem nach der Melodie des Liedes „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ dann besungen wird, welche Umweltvergehen die Oma so auf dem Kerbholz hat – mit dem Resümee: „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!“ Dass so etwas einen Shitstorm von Rechtsaußen provozieren würde, war eigentlich klar, und wie genau dieser in typischer Manier abgelaufen ist, schildert ein Artikel des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Die schlechteste Figur macht dabei dann allerdings WDR-Intendant Tom Buhrow, der das Video als misslungen bezeichnete, vom Netz nahm und somit den Rechten vortrefflich in die Hände spielte. Ob nun aus schierer Blödheit oder weil es selbst rechte Überzeugungen super findet: Für mich ist dieser Typ nicht mehr haltbar als Intendant! Einen weiteren interessanten Aspekt dieser ganzen Angelegenheit zeigt ein Artikel auf Der Volksverpetzer auf, der den Kontext dieses Videos noch einmal beleuchtet und so dessen umfassende Instrumentalisierung von Rechts darstellt. [Karl]

6. „Ich habe gern Nachbarn. Ich habe besonders gern Nachbarn mit Kindern und Haustieren und einer netten Stimmung in der Familie, die mir, wenn ich vor mich hinarbeitend in meiner Wohnung sitze, das Gefühl geben, dass die Welt noch intakt ist. So wie spielende Kinder auf der Straße, Lieferfahrzeuge, Baustellen – ich mag es, wenn die Welt atmet.“ NUR nicht jedeR mag sich auch nachbarschaftlich verhalten. Sybille Berg zeigt hier, wie sie selbst mit dieser Herausforderung umzugehen lernte. [Heinz]

7. Dass der ganze G20-Gipfel mit den darum herum stattfindenden Ausschreitungen vor allem eine politische Inszenierung war, um systemkritisches links-progressives Denken zu verteufeln, hab ich hier ja schon 2017 geschrieben. Diese Dimension wird nun immer offensichtlicher, wie aus einem Artikel in der taz hervorgeht. In diesem Jahr beginnen nun die Prozesse gegen Demonstranten, und dabei sollen tatsächlich auch Menschen bestraft werden, die keine Straftat begangen haben, sondern eben nur vor Ort waren, als diese Straftaten begangen wurden. Sollte das tatsächlich so entschieden werden, wären damit Möglichkeiten Tür und Tor geöffnet, politisch Unliebsame (auch mithilfe von Agents Provocateurs) einfach so aus  dem Verkehr ziehen zu können. Dass das Ganze unter einem grünen Justizsenator stattfindet, ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i. [Karl]

8. In einem Artikel von Silvia Swinden auf pressenza wird geschildert, wie der Ökonom Joseph Stiglitz die aktuelle Entwicklung in Argentinien nach der Abwahl des marktradikalen Hardliners Macri einschätzt. Diese wird vom Wirtschaftsnobelpreisträger und Kritiker des Neoliberalismus nämlich recht positiv gesehen, vor allem die Ernennung von Martín Guzmán als Wirtschaftsminister weckt bei Stiglitz die Hoffnung, dass die wirtschaftlichen Verwüstungen, die vier Jahre Macri-Regierung angerichtet haben, wieder zumindest ein Stück weit ausgeglichen werden könnten. [Karl]

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Kollektiv

Gemischte Beiträge mehrerer Autoren.

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