Früher hießen sie „Hooligans gegen Satzbau“ und haben sich auf Facebook korrigierend über die miese Rechtschreibung von AfD-Jüngern und anderen Rechtsradikalen lustig gemacht. Mittlerweile nennen sie sich „Aktivistmuss“ und nehmen sich Social-Media-Kommentare von der gleichen Klientel vor, die dann mit sehr pointierten und bloßstellenden Kommentaren versehen werden. Das ist nicht nur amüsant, sondern gibt auch einen interessanten Einblick in Kreise, mit denen zivilisierte Menschen sonst ja eher nichts zu tun haben.
Kategorie: Soziales
Anschlag auf den CSD in Berlin
Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin am vergangenen Wochenende wurde von einem bösartigen Terroranschlag überschattet: Ein Transporter wurde in die Menschenmenge gesteuert, dabei wurde eine Frau getötet und zahlreiche weitere Personen wurden verletzt. Der Täter: Abdul B., Islamist. Und während Rechte von CDU bis AfD nun vor allem wieder muslimfeindliche Rhetorik aufbieten, erinnert mich dieser Anschlag doch in einigen Punkten sehr stark an den von Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt vom Dezember 2016.
Gemeinsamkeiten
Unsere Gesellschaft sei sehr gespalten, heißt es immer wieder. Dass das nur bedingt so ist, haben Steffen Mau et al. ja in ihrem Buch „Triggerpunkte“ nachgewiesen. Allerdings werden in der Öffentlichkeit eben immer öfter, auch von Medien gepusht, Themen so dargestellt, dass sich entgegenstehende Aspekte konfrontativ in den Fokus gerückt werden. Dabei gäbe es m. E. viele Dinge, denen eigentlich die meisten Menschen hierzulande zustimmen würden. Ich hab da mal ein paar zusammengeschrieben.
Zeitgeistphänomen Anti-Verbindlichkeit
Situationen, die bestimmt jeder schon mal erlebt hat: Man ist verabredet, beispielsweise um 15 Uhr, und dann bekommt man um 14.50 Uhr eine Nachricht: „Sorry, ich schaff das nicht, ich komme eine Stunde später.“ Oder sogar: „Das wird bei mir heute nichts, ich schaff das nicht.“ Wenn man dann schon vor Ort oder auf dem Weg ist, dann ist das ausgesprochen ärgerlich.
Nuhr und die Femizide
Über Dieter Nuhr habe ich mich ja schon vor vielen Jahren mal in einem Artikel ausgelassen, und seitdem ist das mit dem auch echt nicht besser geworden. Was auch nicht verwunderlich ist, wenn man sich den Rechtsrutsch in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren anschaut. Nun hat Nuhr aber kürzlich einen Kalauer gerissen, der ihm reichlich Kritik eingebracht hat.
Die Menschenverachtung der AfD macht vor niemandem halt
Die AfD mag keine Migranten. Und keine Muslime. Und queere Menschen auch nicht. Und Frauen nur, wenn diese devot als Heimchen am Herd stehen und mit Emanzipation oder gar Feminismus überhaupt nichts am Hut haben. Und Linke mögen die ebenfalls nicht, „die Antifa“ schon mal erst recht nicht. So weit, so bekannt. Gerade aber wird sehr deutlich, dass die AfD generell keine Menschen mag, wenn diese ihnen irgendwie in die ideologische Quere kommen.
Diffuses Bashing
Wie Framing funktioniert, konnte man neulich anhand eines Artikels im Tagesspiegel anschaulich sehen. Dass dabei mal wieder Bürgergeldempfänger diffamiert wurden, passt da schon recht gut ins Bild, denn deren Leistungen sollen ja zurzeit gekürzt werden vonseiten der Bundesregierung, und da macht es sich gut, wenn das Bild vom „arbeitsscheuen Sozialschmarotzer“ in der Öffentlichkeit ein bisschen verfestigt werden kann.
Absurde Doppelmoral eines AfD-Jüngers
Dass man es bei der AfD mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt, ist ja nichts Neues. Genauso wie die Tatsache, dass die Blaubraunen für sich immer andere Maßstäbe ansetzen als für alle anderen. Nun ist mir allerdings ein so krasser Fall untergekommen, der zeigt, dass immer wieder und immer mehr AfD-Jünger komplett jenseits von Gut und Böse sind.
Höcke und die nicht deutschen Westdeutschen
Björn Höcke von der AfD hat mal wieder etwas rausgehauen in einem Podcast mit der rechtsradikalen Schweizer Weltwoche: Neben dem üblichen Faschistengeschwätz sorgte diesmal vor allem die Aussage für große mediale Aufregung, dass angeblich alle Westdeutschen gar keine richtigen Deutschen seien.
Wehrpflicht
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht wird ja gerade ziemlich breit diskutiert in der Öffentlichkeit. Insofern möchte ich auch mal ein paar Punkte dazu loswerden, die m. E. bisher nur sehr wenig in dieser Diskussion angesprochen wurden.

