Viele sprechen von der Spaltung der Gesellschaft, doch leider betreiben es ebenso viele selbst. Das Prinzip ist eigentlich immer das gleiche: Wer nicht wie ich denkt, der denkt falsch. Das fängt aus meiner Sicht schon bei der Formulierung eines Themas an. Ich bin für Tierwohl anstatt gegen Tierqualen und für eine nachhaltige Wirtschaft anstatt gegen Konsumwahn. Anstatt also den Schuldfinger auf andere zu richten, könnte man in vielen Fällen für einen positiven Aspekt plädieren, um andere Menschen nicht in die Verteidigungshaltung zu drängen. Das Wort „gegen“ erzeugt schon Druck, und der wiederum erzeugt Gegendruck zurück auf mich selbst. Und unter Druck entstehen zwar Diamanten, aber selten ein angenehmes soziales Klima.
Kategorie: Soziales
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Das war für alle Freunde der Demokratie kein schöner Abend am Sonntag, und zwar von dem Augenblick an, als die ersten Prognosen zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt um 18 Uhr präsentiert wurden. Dass die AfD stärkste Partei würde, damit war ja zu rechnen, dass die Blaubraunen nun aber deutlich über 40 % liegen und eine Zeit lang sogar eine absolute Mehrheit in Aussicht war, das ist dann schon reichlich erschreckend.
Kapitalismus und Klimaschutz
„Ihr Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes!“ Diese triviale, aber dennoch oft zutreffende Aussage ist die Basis des Verständnisses dafür, warum im Kapitalismus, zumal in seiner neoliberal radikalisierten Form, kein wirklicher Klimaschutz möglich ist. Ja, der ist sogar noch nicht mal gewünscht, denn der Klimawandel mit den damit einhergehenden Schäden ist sogar bis zu einem gewissen Maße systemerhaltend.
AfD sich entzaubern lassen?
Dass die AfD demnächst nach der Landtagswahl am 6. September eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt stellen könnte, wird zurzeit ja immer wieder befürchtet und auch thematisiert. Dazu las ich kürzlich einen Artikel von Petra Dobner in den Blättern für deutsche und internationale Politik, in dem sie sich mit dem Programm der AfD auseinandersetzt und treffend aufzeigt, dass dieses in großen Teilen überhaupt nicht umsetzbar sei. Ihre Hoffnung: Die AfD würde sich dann in Regierungsverantwortung selbst entzaubern.
Manipulation durch Selektion
Manipulation in Medien zeigt sich nicht nur dadurch, dass Unwahrheiten berichtet oder einseitige Stellungnahmen veröffentlicht werden. Vielmehr geht die Beeinflussung der Leser, Zuschauer oder Hörer schon damit los, worüber denn überhaupt berichtet wird – und worüber nicht. Ein sehr anschauliches Beispiel dafür konnte man gerade beobachten.
Aktivistmuss
Früher hießen sie „Hooligans gegen Satzbau“ und haben sich auf Facebook korrigierend über die miese Rechtschreibung von AfD-Jüngern und anderen Rechtsradikalen lustig gemacht. Mittlerweile nennen sie sich „Aktivistmuss“ und nehmen sich Social-Media-Kommentare von der gleichen Klientel vor, die dann mit sehr pointierten und bloßstellenden Kommentaren versehen werden. Das ist nicht nur amüsant, sondern gibt auch einen interessanten Einblick in Kreise, mit denen zivilisierte Menschen sonst ja eher nichts zu tun haben.
Anschlag auf den CSD in Berlin
Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin am vergangenen Wochenende wurde von einem bösartigen Terroranschlag überschattet: Ein Transporter wurde in die Menschenmenge gesteuert, dabei wurde eine Frau getötet und zahlreiche weitere Personen wurden verletzt. Der Täter: Abdul B., Islamist. Und während Rechte von CDU bis AfD nun vor allem wieder muslimfeindliche Rhetorik aufbieten, erinnert mich dieser Anschlag doch in einigen Punkten sehr stark an den von Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt vom Dezember 2016.
Gemeinsamkeiten
Unsere Gesellschaft sei sehr gespalten, heißt es immer wieder. Dass das nur bedingt so ist, haben Steffen Mau et al. ja in ihrem Buch „Triggerpunkte“ nachgewiesen. Allerdings werden in der Öffentlichkeit eben immer öfter, auch von Medien gepusht, Themen so dargestellt, dass sich entgegenstehende Aspekte konfrontativ in den Fokus gerückt werden. Dabei gäbe es m. E. viele Dinge, denen eigentlich die meisten Menschen hierzulande zustimmen würden. Ich hab da mal ein paar zusammengeschrieben.
Zeitgeistphänomen Anti-Verbindlichkeit
Situationen, die bestimmt jeder schon mal erlebt hat: Man ist verabredet, beispielsweise um 15 Uhr, und dann bekommt man um 14.50 Uhr eine Nachricht: „Sorry, ich schaff das nicht, ich komme eine Stunde später.“ Oder sogar: „Das wird bei mir heute nichts, ich schaff das nicht.“ Wenn man dann schon vor Ort oder auf dem Weg ist, dann ist das ausgesprochen ärgerlich.
Nuhr und die Femizide
Über Dieter Nuhr habe ich mich ja schon vor vielen Jahren mal in einem Artikel ausgelassen, und seitdem ist das mit dem auch echt nicht besser geworden. Was auch nicht verwunderlich ist, wenn man sich den Rechtsrutsch in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren anschaut. Nun hat Nuhr aber kürzlich einen Kalauer gerissen, der ihm reichlich Kritik eingebracht hat.

