Entrationalisierung

Politik sollte die Folge des Austausches von Argumenten sein, sodass sich aus einer Diskussion das rational am besten begründete Handeln ergibt. Sollte – ist es aber leider nicht. Vielmehr meine ich eine zunehmende Tendenz zur Entrationalisierung der Politik und des politischen Diskurses festzustellen, was natürlich unlauteren Populisten hervorragend den Boden bereitet. Es wäre also dringend an der Zeit, die Politik wieder auf eine rationale Basis zu stellen – doch leider profitiert das neoliberale Establishment von dieser Entrationalisierung, hat diese sogar herbeigeführt und nutzt sie beständig zu eigenen Gunsten.

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Après moi le déluge!

Es ist schon erstaunlich, wie Menschen gepolt sind, denen das Schicksal aller Lebewesen am Allerwertesten vorbeigeht, wenn es um die eigenen Interessen geht. Wenn Menschen davon schwatzen, dass man doch auf die Profis hören soll, dann gehen bei mir alle Alarmglocken an. Denn in den meisten Fällen ist es einfach den Interessen dahinter zu folgen: Folge dem Kapital. Wenn also ein Finanzinvestor (oder sonst ein Kapitalist) davon schwafelt, dass stetiges Wachstum auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen kein Problem sei, dann sind seine Motive leicht zu durchschauen: Er verdient daran kräftig. Gleiches gilt für Studien, die im Auftrag von Firmen erstellt wurden, die an genau diesem Wachstumsdogma verdienen: Folge dem Geld.

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Hamburg-Wahl

In Hamburg wurde am Wochenende eine neue Bürgerschaft gewählt, und wenn ich mir das Wahlergebnis so anschaue, dann ist dieses für mich reichlich unverständlich. Zudem hat sich zwar einiges bei den Prozentwerten der einzelnen Parteien getan, aber letztlich wird sich nicht wirklich viel in der Praxis ändern: „Weiter so!“ wird die Devise sein. Und bis auf die CDU, die mit nicht mal 12 Prozent ein sehr mieses Ergebnis eingefahren hat, sind anscheinend auch alle irgendwie doch noch einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis.

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Ein trauriger Tag der deutschen Geschichte jährt sich heute

Heute jährt sich zum 18. Male der Tag, an dem die Würde des Menschen millionenfach einer fatalen und damit gefährlichen ökonomischen Denkweise geopfert worden ist, der Tag, an dem auch letztendlich der Hass in dieser Gesellschaft maßgeblich gesät worden ist. Heute vor 18 Jahren nahm die Hartz-Kommission ihre Arbeit auf, sind die letzten Schutzmauern vor dem Neoliberalismus gefallen.

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Heuchler!

In Hanau hat ein offensichtlich Rechtsextremer neun Menschen mit Migrationshintergrund in Shisha-Bars ermordet, danach hat er dann seine Mutter und sich selbst umgebracht. Der Abschiedsbrief dieses Rechtsterroristen sowie von ihm in sozialen Medien getätigte Aussagen strotzen nur so vor Rassismus, sodass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen an sich gezogen hat. Und natürlich ist auch wieder das zu beobachten, was nach solchen Taten, die ja leider mittlerweile eine gewisse und entsetzliche Regelmäßigkeit haben, immer zu beobachten ist: Es wird von einem Einzeltäter gesprochen, und die politischen Führungsfiguren schauen betroffen in die Kameras und murmeln Beileidsbekundungen, gekoppelt mit der Forderung, nun müsse aber dieser Entwicklung mal endlich richtig entgegengetreten werden. Was für Heuchler!

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Manipulierbar? Ich doch nicht.

Es ist so wunderbar, dass man selbst immer genau die ausgewogenste Meinung hat. Nicht zu rechts, nicht zu links, nicht zu wenig Meinung und auf keinen Fall in Beton gegossen, man selbst ist ja flexibel im Denken. Und so festgefahren wie die anderen, das kann man ja gar nicht verstehen! Schließlich hat man sich die Meinung ja auch durch jede Menge unterschiedlicher Informationen zusammengetragen, erarbeitet, könnte man sagen. Es ist nur seltsam, dass so ziemlich jeder dieser Ansicht von seiner Meinung ist, auch Menschen, die eine andere Meinung haben als ich. Das kann ja gar nicht sein! Oder doch?

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