Ein paar Gedanken zur Übersterblichkeit

In der Corona-Krise werden immer wieder Vergleiche zwischen verschiedenen Staaten angestellt: Wie viele Infizierte gibt es hier? Wie viele sind dort an Covid-19 gestorben? Auf die Problematik dieser Vergleiche wird dabei auch öfter hingewiesen, denn natürlich hängen die ermittelten Werte stark davon ab, wie viele Personen überhaupt getestet werden, ob nur Erkrankte getestet werden und ob auch Tests an Verstorbenen durchgeführt werden (was in Deutschland meines Wissens beispielsweise nicht der Fall ist) – das alles hat ja einen enormen Einfluss auf die Dunkelziffern, was Vergleiche dann wiederum recht schwierig macht. Einen Wert gibt es allerdings, der immer wieder als sehr objektiv dargestellt wird: die Übersterblichkeit. Doch wenn man sich das genauer anschaut, stellt man fest, dass es auch bei diesem Wert einige Unschärfen gibt.

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Buchtipp: Die Humane Marktwirtschaft

Ein einfaches Konzept für die Wirtschaft, in der Regulierungen und Subventionen entfallen, das egoistische und fanatische Anhäufen von Unsummen sich nicht mehr rentiert und man das System sogar in einem Land nach dem anderen einführen kann, der internationale Handel also weiter funktioniert, kann es das geben? Wenn es nach Peter Haisenko und Hubert von Brunn geht, dann haben sie ein solches Wirtschaftsmodell in ihrem Buch „Die Humane Marktwirtschaft“ relativ detailliert skizziert.

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Das Land der unbegrenzten (Un-/UNO-)Möglichkeiten

Ende des Zweiten Weltkriegs waren sich die meisten Länder dieser Erde einig: nie wieder Krieg. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg hatten sich Soldaten zum „Friedensbund der Kriegsteilnehmer“ zusammengeschlossen und sich mit dem gleichen Slogan für eine friedliche Welt eingesetzt. Deshalb wurde 1945 in New York die UNO gegründet, die anfangs 50 Staaten zählte und bis heute auf über 190 Länder angewachsen ist. Dabei haben Beschlüsse aller Staaten (Generalversammlung) nur „Empfehlungscharakter“ und sind somit nicht rechtlich bindend. Darüber hinaus gibt es den rechtlich bindenden Sicherheitsrat mit 15 Ländern, wobei die fünf ständigen Mitglieder (Großbritannien, Frankreich, Russland, China und USA) zu einem Beschluss ihr Veto abgeben und damit jeden Beschluss kippen können. Faktisch bedeutet dies: Keines der ständigen fünf Mitglieder wird jemals vom Sicherheitsrat verurteilt werden.

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Und immer wieder das Märchen, dass die Nachfrage das Angebot bestimmen würde

Zu diesem Thema habe ich ja vor einigen Jahren schon mal einen Artikel geschrieben und darin aufgezeigt, wie das Angebot sich seine Nachfrage schafft, obwohl ja doch immer wieder das genaue Gegenteil behauptet wird. Aber es passt ja auch nur zu gut zur neoliberalen Ideologie, immer dem Nachfrager, also dem individuellen Endverbraucher, die Verantwortung zuzuschustern, denn dann sind Politik und Wirtschaft ja fein raus und aus der Schusslinie. Und gerade in letzter Zeit erlebe ich immer wieder in Diskussionen, dass behauptet wird, die Konsumenten hätten ja die Macht, durch ihr Verhalten Missstände zu ändern. Leider ist das nicht der Fall.

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iHuman

Noch bis zum 19. 7. 2020 zeigt arte die 96-minütige Dokumentation „iHuman“ in voller Länge. Der norwegische Film von Tonje Hessen Schei zeigt Einblicke in die künstliche Intelligenz, Konzernmacht und soziale Kontrolle in unserer digitalisierten Welt. Es geht weniger um den technischen Background, sondern um die moralischen Bedenken und gesamtgesellschaftlichen Veränderungen, die eine künstliche Intelligenz der Gesellschaft bringen wird. Außerdem wird auch viel über das Sammeln und Auswerten jeglicher Daten berichtet, vor allem durch Konzerne. Stimmungsvoll mit Musik hinterlegt, sehr kritische Stimmen aufgegriffen und mit den weltweit führenden Charakteren gesprochen (wobei es wieder erschreckend ist, dass es fast nur männliche Gesprächspartner gibt).

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Unser krankes Gesundheitssystem

Dass es im deutschen Gesundheitssystem etliche Mängel gibt, ist ja schon länger bekannt, wurde aber in den letzten Monaten wegen Corona noch mal stärker öffentlich thematisiert als zuvor. Das Pflegepersonal arbeitet sich ins Burn-out, die Qualität der Patientenversorgung bleibt dabei auf der Strecke, multiresistente Keime fordern jedes Jahr eine fünfstellige Anzahl von Opfern (die Zahlen schwanken da ziemlich), und Ärzte wandern zuhauf ab ins Ausland, weil sie dort bessere Arbeitsbedingungen vorfinden und höhere Löhne erhalten – alles in erster Linie auch den Privatisierungen im Gesundheitssektor und den damit verbundenen Renditeerwartungen der Investoren geschuldet. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, gibt es aber noch einige weiter Missstände, die dann insgesamt zeigen, dass eine Umstrukturierung unseres Gesundheitswesens ausgesprochen abgebracht wäre.

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Politiker und Kontaktbeschränkungen

Die meisten Menschen haben keine Lust mehr auf Kontaktverbote und Beschränkungen ihres Privatlebens, auf Atemschutzmasken und vor allem nicht auf Homeschooling im Homeoffice. Die Menschen legen sich Regeln zurecht und biegen diese, wenn es ihren Interessen gerade entgegenkommt: nachts allein über die rote Ampel, angetrunken auf das Fahrrad, high auf der Party oder mit 130 km/h über die freie Landstraße. Einigen Leuten geht es so sehr gegen den Strich, dass sie sich von Köchen, Schauspielern oder Sportlern gern auch eine „alternative Wahrheit“ aufzeigen lassen. Nur schwer kann ich das verurteilen, denn die einen wünschen sich eine Welt ohne diese Pandemie (wobei ich eine Welt ohne Kinderarbeit, Krieg und Fremdenfeindlichkeit eher herbeiwünsche), und die anderen wünschen sich Aufmerksamkeit und Ruhm (vielleicht hatten Mama und/oder Papa nie richtig Zeit für sie). Aber als Politiker, da habe ich aus meinem Verständnis eine andere Verpflichtung zur Einhaltung von Verordnungen und Gesetzen.

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