Interessantes aus KW 6/2021

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Warum sind uns Menschenleben dermaßen gleichgültig, wenn wir nicht Bilder von toten Kleinkindern am Strand sehen? Das Handeln der griechischen Küstenwache und auch der europäischen Frontex auf dem Mittelmeer ist schäbig: Es wird internationales See- und Asylrecht gebrochen oder absichtlich weggeschaut, Menschen ertrinken elendig. Es gibt bereits so viele Berichte, und trotzdem möchte ich auch diesen 8-minütigen Beitrag von Frontal21 (ZDF) empfehlen. Ich schäme mich für dieses von meinen Steuergeldern finanzierte System! Und wenn ich mir dann vorstelle, was mit den Flüchtlingen in Syrien an Folter und Missbrauch geschieht, dann wird mir wirklich übel und elend. Wie verkommen muss man sein, um solche Systeme auch noch finanziell zu unterstützen, anstatt die jahrelange Ausbeutung der afrikanischen Staaten zu beenden, Kriegshandlungen und Waffenverkäufe einzustellen und somit die Fluchtursachen zu bekämpfen? [Dirk]

2. Eine von der österreichischen Regierung in Auftrag gegebene Studie hat nun das ermittelt, was eigentlich ohnehin schon klar war: Atomkraft ist nicht geeignet für einen nachhaltigen Umbau der Energieversorgung und zur Einhaltung der Klimaschutzziele. Darüber berichtet ein Artikel auf heise online, in dem die Schwachpunkte der Atomenergie dann auch noch mal aufgeführt werden. Na ja, nun haben wir das wenigstens schwarz auf weiß und mit wissenschaftlichem Background! [Karl]

3. In seiner Kolumne „Prantls Blick“ in der Süddeutschen Zeitung geht Heribert Prantl der berechtigten Frage nach, was eigentlich noch alles passieren muss, damit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer endlich zurücktritt. Dass das noch nicht der Fall ist, ist zum einen Corona zu verdanken, da dieses Thema nach wie vor alles andere an die Seite drängt, und hat zudem damit zu tun, dass so ein Rücktritt im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl weder Markus Söder noch Angela Merkel sonderlich gut in den Kram passen dürfte. Dabei sind die Vergehen Scheuers zahlreich und schwerwiegend, andere sind schon wegen deutlich weniger zurückgetreten. Aber die hatten eben auch mehr Format und Anstand als Scheuer und sein Chefs. [Karl]

4. Gerade erleben wir in weiten Teilen Deutschlands mal wieder einen „richtigen“ Winter mit viel Schnee und tiefen Temperaturen, Was dann wieder bei einigen Menschen Zweifel auslöst, ob es denn mit dem Klimawandel überhaupt stimmen kann, wenn es nun so kalt ist. Ein Artikel in der taz erläutert, wieso solche Kälteeinbrüche zum einen keinen generellen Klimatrend markieren, zum andere sogar auch durch den Klimawandel verstärkt werden können. [Karl]

5. In seiner Kolumne „Press-Schlag“ in der taz befasst sich Martin Krauss mit einem Vorfall, der seine Lust, sich überhaupt noch mit Profifußball zu beschäftigen, weiter gemindert hat: Der Auftritt des FC Bayern München bei der Club-WM in Katar – bzw. das Brimborium, was da von der Bayern-Führungsriege wegen eines verspäteten Abflugs gemacht wurde. So kommt Krauss zu dem Schluss, dass an diesem Geschehen so ziemlich alles aufgezeigt wird, was zurzeit den Profifußball zu einer zunehmend ekligeren Sache macht – und Fußballfans wie ihm die Freude daran verhagelt. Willkommen im ethikbefreiten Neoliberalismus, der auch vor dem Sport keinen Halt macht. [Karl]

6. Die Sendung REPORT MAINZ (SWR) zeigt in einem 5-minütigen Beitrag, wie weit es Impfgegner mittlerweile treiben: Sie stehen mit Lautsprecherwagen vor dem Altersheim und beschallen die Bewohner mit ihren eigenen Sorgen bezüglich Impfschäden. Aufklärung und eine kritische Haltung sind grundsätzlich nichts Verwerfliches, aber Menschen mit Lautsprechern zu drangsalieren, die sich davor nicht schützen können: leider typisch für das Geschäft mit der Angst. [Dirk]

7. In der gleichen Sendung REPORT MAINZ (SWR) noch ein weiter Bericht von ca. 6 Minuten, in dem zwei Virologen davon berichten, wie sehr sie seit ihren öffentlichen Auftritten zur Corona-Pandemie bedroht werden. Auch hier ist eine kritische Haltung gegenüber deren Aussagen sicherlich nicht verkehrt, und wir haben viele Aussagen gehört und gelesen, die sich später als Irrtum oder unzutreffend heraus gestellt haben. Allerdings räumen die Virologen auch ein, dass die Erkenntnisse über ein neuartiges Virus nur Stückweise gewonnen werden und deshalb Aussagen korrigiert und widerrufen werden müssen, ist ja eigentlich auch logisch. Aber auch hier wieder typisch für das Geschäft mit der Angst: Morddrohungen vonseiten der „Aufklärer“. Damit disqualifiziert sich jede*r Redner*in in meinen Augen als nicht ernst zu nehmende*r Gesprächspartner*in. [Dirk]

8. Der Schriftsteller Jonas Lüscher befasst sich in einem Artikel auf Zeit Online mit den „Argumenten“, die stest gegen eine Vermögenssteuer oder -abgabge ins Feld geführt werden – und entlarvt diese allesamt als inhaltsleer und absurd. Was leider nichts daran ändert, dass genau diese „Argumente“ immer wieder vorgebracht werden und das Handeln unserer politischen Führung bestimmen. Das Problem: Diese Aussagen zur Rechtfertigung von Ungleichheit und Ungerechtigkeit haben das Menschenbild und die Sprache mittlerweile so geformt, dass ein vernünftiger und sachlicher kaum noch überhaupt möglich ist. [Karl]

9. In Nevada (USA) bahnt sich ein Modell an, das den Rückzug des Staates aus seinen Aufgabengebieten auf eine neue Spitze treiben dürfte: Laut einem Artikel auf heise online wird dort geplant, Tech-Konzernen zu gestatten, eigene Regionen komplett zu gestalten und zu verwalten – inklusive Polizei, Justiz, Schulen und allem, was dazugehört. Entscheidungsgewalt hätte also dort nicht, wer gewählt wurde, sondern wer zahlt. Sollte es noch Zweifel daran gegeben haben, dass der Marktradikalismus nichts anderes als ein finanzfeudalistisches System errichten möchte, dann dürften diese nun ausgeräumt sein. [Karl]

10. Ein Artikel auf Ruhrbarone beschäftigt sich mit einem Essay des Autors Thomas Brussig in der Süddeutschen Zeitung, in dem dieser forderte, dass aufgrund von Corona die Demokratie ausgesetzt und diktatorisch agiert werden müsste. Diese Einstellung wird zu Recht kritisiert, zumal solche Forderungen auch in anderen Zusammenhängen bereits medial geäußert wurden. Wenn so was schon in der nicht rechtslastigen Presse zu finden ist, dann scheint es in der Tat reichlich schlecht bestellt zu sein um die Stabilität unserer Demokratie! [Karl]

11. In einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung findet Cerstin Gammelin deutliche kritische Worte für das Impfmanagement der Bundesregierung. Man schwadroniert zwar mit martialischen Worten von einer „Jahrhundertkatastrophe“, deren Bewältigung zur „Chefsache“ erklärt wird, aber letztlich fehlt es dann in den Ministerien an Kompetenzen und auch an Verantwortungsübernahme, um die Impfungen auch manierlich auf die Reihe zu bekommen. Was für ein Armutzeugnis der eh schon mit genug Pleiten, Pech und Pannen „glänzenden“ GroKo! [Karl]

12. In einem Interview mit Zeit Online beschreibt die Virologin Sandra Junglen, wie der Klimawandel und das Artensterben mit der Verbreitung von Viruskrankheiten, die sich dann zu einer Pandemie auswachsen können, wie wir sie gerade erleben, zusammenhängen. Das klingt alles sehr plausibel, und auch die Lösungsvorschläge erscheinen sinnvoll: weniger Regenwald abholzen, das Artensterben nicht weiter vorantreiben und den Klimawandel abmildern. Wird nur leider alles von der Politik überhaupt nicht gemacht zurzeit – ganz im Gegenteil! [Karl]

13. Dass Luftverschmutzung viele Todesopfer fordert, ist ja nicht ganz Neues mehr. Nun hat allerdings eine neue Studie, über die ein Artikel im neuen deutschland berichtet, neue und noch dramatischere Zahlen genannt. Demnach sterben weltweit jedes Jahr acht Millionen Menschen an den Folgen der Verbrennung von fossilen Energieträgern, in Deutschland sind es demnach knapp 200.000 – und damit jeder fünfte Todesfall bei Menschen über 15 Jahren. Und es ist ja nicht so, dass man dagegen nicht was machen könnte … [Karl]

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