Interessantes aus KW 18/2026

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Stefan Etgeton analysiert in einem Artikel in den Blättern für deutsche und internationale Politik mal das AfD-Wahlprogramm von Sachsen-Anhalt. Und kommt dabei zu dem Schluss, dass das nicht nur in Teilen reichlich rechtsextrem ist, sondern mitunter auch komplett widersprüchlich. Es entsteht so der Eindruck, dass es vor allem darum geht, markige Statements abzulassen, um Stimmung zu machen, und es dabei komplett egal ist, ob überhaupt ein stimmiges politisches Gesamtkonzept vorhanden ist. Und so ein Schrott wird von vielen Menschen gewählt – mündiges Bürgertum geht in jedem Fall komplett anders. [Karl]

2. Long Covid und ME/CFS sind nach wie vor ein Thema, was nur sehr randständig im öffentlichen Diskurs behandelt wird. Dabei leiden circa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an dieser Folgeerkrankung einer Covid-Infektion, was laut einer Studie der Stiftung ME/CFS Research Foundation und des Risikomodellierers Risklayer im Jahr 2025 gesellschaftliche Gesamtkosten in Höhe von 64,4 Milliarden Euro zur Folge hatte. Das Problem dabei ist, wie ein Artikel im manager magazin schildert, dass es bisher noch keine wirksame Therapie für diese Erkrankung gibt. Zwar gibt es Fördermittel für die Forschung, aber diese scheinen mir noch längst nicht ausreichend zu sein. [Karl]

3. Der Lungenfacharzt und COPD-Experte Emiel Wouters erläutert in einem Interview mit dem Standard, welche Gefahren von E-Zigaretten ausgehen. Diese würden zwar weniger oder vielmehr andere Schadstoffe enthalten als klassische Zigaretten, allerdings seien da noch keine Langzeituntersuchungen vorhanden, was das Zeug bei der Inhalation so alles anrichten kann. Zudem nimmt man auch beim Vapen oder Heaten Nikotin auf, und das macht eben extrem abhängig. Neben mehr staatlicher Regulierung in diesem Bereich plädiert Wouters für eine andere, ganzheitlichere Sichtweise in der Medizin, in der Prävention beispielsweise nicht nur als Kostenfaktor gesehen wird, sondern als Investition. [Karl]

4. Von Bundeswirtschaftsministerin Katherina „Gas-Kathi“ Reiche (CDU) gibt es regelmäßig Unschönes zu berichten. So auch jetzt wieder: Ein vom Bundeswirtschaftsministerium (allerdings der vorherigen Regierung) in Auftrag gegebene Studie zu Windkraft- und Solaranlagen hat ergeben, dass davon vor allem ländliche Gemeinden auf vielfältige Weise profitieren könnten: mehr Arbeitsplätze bei regionalen Unternehmen, mehr Unternehmensansiedlungen, dadurch dann auch mehr Steuereinnahmen und bei Bürgerenergiegesellschaften auch günstigerer Strom für die dort Lebenden. Das gefällt Gas-Kathi natürlich gar nicht, und so hat sie, wie ein Artikel von t-online berichtet, diese Studie erst einmal weitestgehend verschwinden lassen. Das versteht sie also unter der auch von ihr immer wieder propagierten „Technologieoffenheit“. [Karl]

5. AfD-Wähler sind in der Regel ziemliche Einfaltspinsel. Und so werden sie eben auch von entsprechenden Inhalten in den sozialen Medien adressiert, wie eine Correctiv-Recherche herausgefunden hat. Zahlreiche Profile von jungen Frauen, die zum einen für kostenpflichtige Erotikangebote werben und zum anderen die AfD und deren rechte Inhalte super finden, sind offenbar KI-generiert oder zumindest stark KI-bearbeitet, ohne dass das gekennzeichnet wird. So liefert man AfD-Trotteln Inhalte, die sie in ihrem Weltbild bestärken, und versucht gleichzeitig noch, denen ein bisschen Kohle für erotische Inhalte aus dem Kreuz zu leiern. Armselig, durchtrieben und symptomatisch dafür, dass so was wie KI vor allem auch von Leuten genutzt wird, die nichts Gutes damit im Schilde führen. [Karl]

6. Die Deutschen sollen immer später in Rente gehen, weil sie ja schließlich auch länger leben würden. So lautet zumindest eine beliebte Begründung von Neoliberalen, um die Rente weiter zu demontieren. Allerdings hat das Ganze einen Haken, wie aus einem Artikel in der taz hervorgeht: Die durchschnittliche Lebenserwartung hinkt der Anhebung des Eintrittsalters in die gesetzlichen Rente doch um einiger hinterher. Daraus ergibt sich, dass die Deutschen in der EU mit am längsten arbeiten, aber eine der kürzesten Lebenserwartungen haben. Und wieder mal eine Merz-Erzählung, deren Logik sich bei genauerer Betrachtung in Luft auflöst. [Karl]

7. In Schweden will die konservative Regierung das Alter der Strafmündigkeit auf 13 Jahre absenken, wie ein Artikel im Standard berichtet. Experten von der Polizei und der Jugendarbeit sehen darin eine wenig zielführende Maßnahmen. Zwar gab es in letzter Zeit immer wieder Berichte über sehr junge Gangmitglieder, die Morde begangen haben, aber generell sei auch in Problembezirken die Kriminalität von Gangs eher rückläufig. Zudem würden entsprechende Präventivangebote, die Jugendliche aus armen Familien mit schlechten Perspektiven auffangen, und eine bürgernahe Polizeiarbeit deutlich vielversprechendere Ergebnisse zeitigen. Aber davon wollen Konservative und Rechte ja leider nicht was hören. [Karl]

8. In einem Interview mit der taz spricht die Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin Katharina Nocun über den immer stärker zunehmenden Einsatz von KI in der Kommunikation in sozialen Medien. Dabei werden eigentlich brutale Inhalte teilweise mit einer verniedlichenden Ästhetik dargestellt, und dann gibt es immer mehr Fake-Charaktere, die sich zu politischen Themen äußern oder auch Umfragen machen, die komplett KI-generiert sind. Das Problem dabei: Immer mehr Leute fallen darauf rein, und andererseits werden aber auch tatsächlich reale Geschehnisse nicht mehr geglaubt, weil man sie für KI-generiert hält. Hier müsste endlich mal stärker regulierend von der Politik eingegriffen werden – wenn es dafür nicht schon längst zu spät ist. [Karl]

9. In Mecklenburg-Vorpommern sollte gerade die Landesverfassung entsprechend geändert werden, damit nach der Wahl im September die AfD, sollte sie dann über mindestens ein Drittel der Sitze im Parlament verfügen, nicht die parlamentarischen Prozesse, für die es eine Zweidrittelmehrheit braucht, blockieren kann. Klingt erst mal vernünftig, denn in Thüringen geschieht schon genau das. Nun sträubt sich allerdings laut einem Artikel in der taz die CDU gegen dieses Vorhaben – mit den üblichen etwas stupiden Schlagworten. Dabei dürften vor allem wahltaktische Gründe hinter dieser Blockadehaltung stehen. Woran man mal wieder sieht, dass die CDU kein Problem damit hat, zum Totengräber der Demokratie zu werden. [Karl]

Kollektiv

Gemischte Beiträge mehrerer Autoren.

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