Interessantes aus KW 27/2026

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig Links, die wir unter der Woche entdeckt haben, zu denen wir selbst nicht mehr viel schreiben müssen und die wir teilenswert finden. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

1. Claudia Wangerin weist in einem Kommentar im neuen deutschland auf die Unglaubwürdigkeit von Sahra Wagenknechts BSW hin, denn von deren Seite aus wird immer wieder gern verbal auf die Klimaschutzbewegung eingeprügelt. Das ist nämlich vollkommen substanzlos, denn zu einen positionieren sich Klimaaktivisten immer wieder auch gegen Rüstungskonzerne, zum anderen ist eine von Wagenknecht immer gern proklamierte Bekämpfung von Fluchtursachen (weil man sich ja gern gegen Geflüchtete positioniert) nicht glaubwürdig, wenn man dabei den Klimaaspekt ausblendet. Viele Länder im Süden haben aufgrund der Klimakrise ja jetzt schon massive Probleme, die eben Menschen zur Flucht treiben. Fazit (mal wieder): BSW = unwählbar. [Karl]

2. Der rechtslastige ARD-Possenreißer Dieter Nuhr beklagt ja immer wieder gern die sogenannte Cancel Culture, dass man also angeblich so gut wie nichts mehr sagen dürfe in Deutschland. Damit findet er bei seinem AfD-Anhang auch immer wieder offene Ohren, die das dann schön nachplappern. Wie es allerdings aussieht, wenn dann mal jemand etwas sagt, was Nuhr nicht in den Kram passt, darf der Standard gerade erleben: Nachdem sich ein Kommentar der Zeitung kritisch mit Nuhrs geschmacklosem Femizid-Witzchen auseinandergesetzt hat, will Nuhr nun, dass dieses Statement entfernt wird. Er will das also canceln, wie ein Artikel im Standard schildert. Aber das kennt man ja von Rechtsaußen: immer schön austeilen, aber nicht einstecken können. [Karl]

3. Dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nicht gerade kompetent ist, merkt man ja schon, wenn sie auf Fragen von Journalisten mit wie auswendig gelernt klingenden Antworten reagiert, die oft nichts mit der Frage zu tun haben. Nun steht allerdings, so ein Artikel von t-online, der Verdacht im Raum, dass sie Gastbeiträge für Zeitungen mit KI verfasst hat, ohne dies kenntlich zu machen. Die Indizien: Zwei Analysetools haben das bemerkt, zudem gibt das Bundeswirtschaftsministerium auf Nachfrage dazu nur sehr ausweichende Antworten. Mal ehrlich: Würde einen das wundern, wenn es so wäre, bei so einer lobbygesteuerten Antiökonomin wie Reiche? Wohl eher nicht … [Karl]

4. In einem Artikel von Mimikama kommt einmal das Lach-Emoji zu Wort und beschreibt, wie es missbraucht wird. Denn die ursprüngliche Intention, dass man damit schmunzeln konnte, wenn man etwas Lustiges sah, und somit seine Zustimmung ausdrückte, dass man das auch witzig fand, ist längst einer anderen Funktion gewichen: der, dass (vor allem rechten) Deppen damit unter ernsthaften Beiträgen Häme zeigen wollen und so allen anderen präsentieren, dass sie nicht in der Lage sind, das Geschriebene zu verstehen und ohnehin keine manierlichen Gegenargumente haben. Schön, dass das arme Emoji so mal sein Leid klagen kann. [Karl]

5. Seit dem 1. Juli heißt das Bürgergeld nun Grundsicherung, und für viele Betroffene ergeben sich neue Härten, wie aus einem Artikel des Kreisboten hervorgeht. So müssen Kinder schon nach 14 Monaten statt wie bisher nach 36 Monaten in eine Krippe gegeben werden, damit die Eltern wieder arbeiten gehen oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilnehmen. Auch werden die Sanktionen verschärft, wobei Experten hier weder eine Effekt auf mehr Einstellungen sehen (weil es dadurch ja schließlich nicht mehr Arbeitsplätze gibt) noch ein großes finanzielles Einsparpotenzial ausmachen. Besonders perfide: Gerade diejenigen, die immer gefordert haben, dass Menschen privat fürs Alter vorsorgen sollten, nehmen nun diese Ersparnisse einfach weg, wenn jemand arbeitslos wird, da das Schonvermögen drastisch verringert wurde. Reichlich fies, oder? [Karl]

6. Ein kleiner Artikel der Satireplattform Der Postillon bringt die Unanständigkeit von Jens Spahn (CDU-Fraktionsvorsitzender, ehemaliger Bundesgesundheitsminister und jemand, der Steuerschäden in Milliardenhöhe angerichtet hat, damit sich Kumpel von ihm – und vermutlich er selbst auch – während der Corona-Pandemie bereichern konnten) hervorragend auf dem Punkt. Ihm wird nämlich in den Mund gelegt, dass er den Fußballbundestrainer Julian Nagelsmann zum Rücktritt aufgefordert hätte nach dem aus bei der Fußball-WM – mit Worten, die sehr gut auf Spahn selbst zutreffen. Volltreffer, würde ich sagen! [Karl]

7. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht stellt ein erneutes starkes Anwachsen rechtsextremer Einstellungen in Deutschland fest. Dabei sind die Methoden, wie gerade sehr junge Menschen für diese menschenfeindliche Ideologie angeworben werden, laut einem Artikel der Frankfurter Neuen Presse sehr perfide: So gibt es beispielsweise eine Social-Media-Figur „Lara, die blonde Rebellin“, die von einem KI-generiert wurde und in Videos und Büchern (die es sogar bei Amazon ganz normal zu kaufen gibt) rechtes Gedankengut verbreitet. Zwar ist die Anzahl von Linksextremen im Lande auch (allerdings etwas weniger stark als bei den Rechten) gewachsen, dies wird aber vor allem als Reaktion auf den massiven Rechtsrutsch gedeutet. [Karl]

8. Im ersten Halbjahr 2026 haben erneuerbare Energien 58 Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt, wie eine Meldung von Spiegel Online berichtet. Damit liegt der Anteil der Erneuerbaren etwa auf dem Wert des gesamten Vorjahres und circa drei Prozent höher als fürs erste Halbjahr 2025.  Dabei wird betont, dass erneuerbare Energien nicht nur eine sinnvolle Maßnahme bei der Eindämmung der Klimakrise sind, sondern auch die Energiepreise senken, weil sie die Abhängigkeit von fossilen Importen verringern. Schade nur, dass die aktuelle Bundesregierung, allen voran Bundeswirtschaftsministerin Katherina „Gas-Kathi“ Reiche (CDU), diesen Erfolgskurs nun wieder ausbremsen wollen. [Karl]

9. Die CDU zeigt mal wieder, dass sie ihren potenziellen künftigen Koalitionspartner AfD nicht verprellen will, und gefährdet auf diese Weise wichtige demokratische und rechtsstaatliche Institutionen. In diesem Fall, so ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, das Landesverfassungsgericht in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wollte die Landesregierung aus SPD und Linken zusammen mit den oppositionellen Grünen eine Verfassungsänderung durchbringen, durch die eine Blockade bei der Besetzung von Richterposten am höchsten Gericht das Landes hätte verhindert werden können. Genau das steht nämlich zu befürchten, wenn die AfD nach der Wahl im kommenden September dort eine sehr große Fraktion bildet. Tja, aber mit der CDU ist so was dort eben nicht zu machen. Steigebügelhalter des Faschismus eben. [Karl]

10. Im durch den Koalitionsausschuss der Bundesregierung beschlossenen „Reformpaket“ findet sich neben etlichen unschönen Sachen auch die Quasi-Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG), das bisher dafür gesorgt hat, dass Bürger und NGOs Dokumente des Staates einsehen konnten, um Regierungshandeln transparenter zu machen. Das soll künftig kaum noch möglich sein, wie ein Artikel von Netzpolitik.org erläutert. Damit wird nicht nur ein wesentlicher Pfeiler der Demokratie demontiert, sondern Korruption Tür und Tor geöffnet sowie das Vertrauen in die Politik weiter verringert. Zudem dürfte sich die AfD freuen, die dann bei einer möglichen Regierungsbeteiligung niemanden mehr fürchten muss, der ihr auf die Finger schaut. Von der Merz-CDU ist so ein schäbiges, antidemokratisches Verhalten ja durchaus zu erwarten gewesen, aber die SPD zeigt nun durch ihr Mittun an dieser Sauerei endgültig, dass die Partei echt nicht mehr zu gebrauchen ist. [Karl]

11. Wenn man seine eigene schäbige Unaufrichtigkeit hemmungslos auf andere projiziert, dann ist man in der aktuellen Bundesregierung. Diese unterstellt nämlich den Arbeitenden, dass sie zu viel blaumachen würden, weshalb der deutsche Krankenstand so hoch sei. So kommen nun im angekündigten „Reformpaket“ laut einem Artikel der Frankfurter Rundschau die Aufhebung der telefonischen Krankschreibung und eine Verpflichtung, schon ab dem ersten Tag einer Erkrankung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen zu müssen. Von Fachleuten kommt deutliche Kritik, dass der verhältnismäßig hohe Krankenstand zum einen durch statistische Unschärfen beim Vergleich mit anderen Ländern zustande kommt und zum anderen mit den nun geplanten Maßnahmen nicht verringert werden dürfte. Stattdessen ist mit mehr bürokratischem Aufwand bei den Arztpraxen und somit auch mit höheren Kosten im Gesundheitswesen zu rechnen. Na super! [Karl]

Kollektiv

Gemischte Beiträge mehrerer Autoren.

Schreibe einen Kommentar